Frauen in Führungspositionen

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Die Haufe Akademie ist im September 2015 mit dem Europäischen Preis für Training, Beratung und Coaching ausgezeichnet worden: Sie überzeugte die Jury mit ihrem Trainingsprogramm „Frauen in Führung – Fit für die Zukunft“, das sie für The Linde Group entwickelt hatte. Das Programm hilft Linde-Mitarbeiterinnen dabei, ihre Selbstmarketing- und Networking-Kompetenzen zu verbessern und sich so auf ihre erste – oder weitere – Führungsposition vorzubereiten.

Im Fokus: Networking und die eigene Marke

Die Inhalte des Programms basieren auf der bekannten Regel, dass Karrierechancen nur zu 10 Prozent von der erbrachten Leistung abhängen. 30 Prozent trage das Image und die Selbstdarstellung zum Erfolg bei, 60 Prozent die richtigen Kontakte und Beziehungen. Wenn deutsche Unternehmen weibliche Mitarbeiter fördern wollen, müssen sie ihnen also nicht zeigen, wie sie ihren Job besser machen – das wissen sie bereits. Sie sollten ihnen aber helfen, ihre Selbstmarketing- und Networking-Kompetenzen auszubauen. Hier haben viele Frauen noch Potenzial. Während Männer anderen beispielsweise gerne von ihren Erfolgen berichten und auch ganz selbstverständlich ihre Kontakte nutzen, um beruflich weiter zu kommen, tun sich Frauen damit oft schwer: Obwohl sie ebenso hart und diszipliniert arbeiten wie ihre männlichen Kollegen, versäumen sie es häufig, ihre Leistungen nach außen hin sichtbar zu machen. Außerdem scheuen sie oft davor zurück, ihre Kontakte für ihre Karriereziele einzusetzen. Dadurch bremsen Frauen nicht nur ihre eigene berufliche Weiterentwicklung, sondern lassen auch Fähigkeiten brach liegen, die ihrem Arbeitgeber nützlich sein könnten.

Gemischte Führungsteams zahlen sich aus

Warum ist der Erfolg von Frauen für Unternehmen überhaupt ein Thema – einmal abgesehen von der Politik und der gesetzlichen Frauenquote? Welche Vorteile hat es, wenn im oberen Management nicht nur Männer arbeiten?
„Wir profitieren von mehr Frauen in Führungspositionen, da dies die Vielfalt in unserem Unternehmen steigert und Linde damit attraktiv als Arbeitgeber für beide Geschlechter macht“, beschreibt Petra Hausmann, Personalentwicklerin bei Linde Engineering, einen der Gründe für das Trainingsprogramm „Frauen in Führung – Fit für die Zukunft“. Weitere Argumente, Mitarbeiterinnen auf dem Weg in die Chefetage zu unterstützen sind:

  • Gemischte Führungsteams sind erwiesenermaßen ökonomisch erfolgreicher als solche, die überwiegend aus Männern bestehen.
  • Frauen führen anders als Männer und bereichern das Team um Kompetenzen wie eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit und Empathie. Auch legen sie oftmals mehr Wert auf zufriedene Mitarbeiter als ihre männlichen Kollegen, was sich positiv auf die Unternehmenskultur auswirkt.
  • Je vielfältiger die Kompetenzen in einem Team sind, desto mehr Innovationen können daraus hervorgehen.
  • Bei der Lösung von komplexen Problemen profitiert das Team außerdem davon, dass Frauen eine zusätzliche Sichtweise einbringen.
  • Gemischte Teams werden von außen oftmals als moderner und kreativer wahrgenommen, was einen handfesten Wettbewerbsvorteil darstellen kann.
  • In Zeiten des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels kann es sich die Wirtschaft in Deutschland nicht leisten, auf qualifizierte Frauen zu verzichten, nur weil diese sich eine Führungsposition nicht zutrauen. Sie sollten alles daran setzen, talentierte Mitarbeiterinnen aus ihrer Komfortzone zu holen und sie dabei zu unterstützen, ihre Potenziale zu entfalten. Dies macht das Unternehmen wiederum attraktiv als Arbeitgeber für ambitionierte, weibliche Fachkräfte auf Jobsuche: Sie bekommen ihre Aufstiegschancen deutlich vor Augen geführt.
  • Selbstbewusste, gut vernetzte Frauen sind leistungsfähiger. Sie planen ihre Karriere eigenverantwortlich und nutzen ihre Stärken und Potenziale besser für ihren Arbeitgeber. Auch unterstützen sie eher andere Frauen bei deren Weiterentwicklung und fördern sie, ohne Angst zu haben, sich damit selbst zu schaden.

Wo kann Personalentwicklung ansetzen?

Wie Personalentwickler ihre Mitarbeiterinnen dabei unterstützen können, ihre Selbstmarketing- und Networking-Kompetenzen zu optimieren, zeigen Maßnahmen aus dem Linde-Programm:

  • In Trainings zum Thema Networking lernen die Teilnehmerinnen, ein Netzwerk aufzubauen, zu pflegen und etablierte Spielregeln zu befolgen.
  • Trainings zum Thema „Selbstmarketing“ vermitteln den Mitarbeiterinnen, wie sie die Marke „Ich“ schaffen: Sie lernen wichtige Business-Regeln, üben einen professionellen Auftritt und erfahren, welche Wirkung sie damit erzielen können.
  • Lernpartnerschaften im Rahmen des Trainingsprogramms ermöglichen es den Teilnehmerinnen, sich mithilfe eines Feedback-Leitfadens gegenseitig Rückmeldungen zu geben.
  • Mentorinnen dienen als Vorbilder und zeigen, wie Frauen erfolgreich führen können.
  • Bei einem monatlichen Stammtisch tauschen sich Mitarbeiterinnen über ihre Zukunft als Führungskraft aus. Diejenigen, die eine Führungsposition anstreben, können ihre Fragen mit Kolleginnen besprechen, die bereits eine führende Position innehaben.

Weitere Informationen:

Competence Center Human Resource Management

 

Film der Haufe Akademie zum Thema:

 

Blogbild Quellenangabe: fotoideen.com

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Über den Autor

Anna-Sophie Calow ist Volkswirtin (B.Sc.) und PR und Social-Media Managerin bei der Haufe Akademie.

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