Learntec 2015: Blended Learning, Videos, Compliance

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Auf der Learntec 2015 rief die britische E-Learning-Expertin Jane Hart in ihrer Keynote die „Post E-Learning Era“ aus. Warum das  für das Thema E-Learning eine gute Nachricht ist, zeigen die Eindrücke, die wir in diesem Jahr von dem deutschen E-Learning Event in Karlsruhe mitbringen konnten. Dort standen ganz deutlich der Trend zum Blended Learning und das Lernen am Arbeitsplatz im Fokus.

Es war die 23. Learntec, die dieses Jahr in Karlsruhe eröffnet wurde. Eigentlich sollte das Thema jenseits aller Hypes langsam erwachsen sein. Es lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen, was genau viele Unternehmen jahrelang abschreckte, die Weiterbildung der Mitarbeiter mit E-Learning zu unterstützen: Ob es der Technikverliebtheit vieler Anbieter geschuldet ist oder ob einfach die Scheu vor Investitionen überwiegt, diese Frage bleibt offen. Sicher ist jedenfalls, dass es immer noch Einsteiger gibt, selbst bei größeren Mittelständischen Unternehmen. Sie traten in diesem Jahr nach Aussagen der Aussteller in großer Zahl auf der Learntec 2015 in Erscheinung. Personalchefs, E-Learning-Projektleiter und Personalentwickler zeigten sich dabei gut informiert und vorbereitet. Viele haben die Projekte bereits vorangetrieben und suchen jetzt die passenden Produkte für ihren Bedarf.

e-Learning Trends in puncto Technik: Maßstab ist, was dem Lerner nützt

Auf der Learntec 2015 wurde deutlich betont, dass e-Learning längst nicht mehr als die allein selig machende Lösung gesehen wird. Vielmehr stand im Vordergrund, wie sich die verschiedensten Lerntechnologien, vom virtuellen Klassenraum bis hin zur Augmented Reality, in Blended Learning Konzepte integrieren lassen. Modernes Lernen, so zeigten die Gespräche, soll das Lernen am Arbeitsplatz, den Wissensaustausch und vor allem den Lerner unterstützen. In diesem Zusammenhang fiel in vielen Vorträgen auf der diesjährigen Learntec der Begriff „70:20:10“. Gemeint ist das seit Mitte der 1990er Jahre bekannte Lern-Modell, welches besagt: zu 70 Prozent lernen wir durch tägliche Herausforderungen am Arbeitsplatz, zu 20 Prozent von anderen und nur zu zehn Prozent aus formalen Kursen, Büchern oder Seminaren. Auch Jane Hart griff dieses Konzept auf und zeigte, dass es bei den formalen Lernangeboten einerseits darum geht, Inhalte zu gestalten und zur Verfügung zu stellen, andererseits aber auch, Lernen zu ermöglichen und zu unterstützen.

Apps und Videos an der Spitze

Die Lerntechnologien, die dafür in Frage kommen, sind seit Jahren präsent – und das nicht nur auf der Learntec 2015, sondern auf vielen anderen Branchenveranstaltungen. Die größte Bedeutung messen Anbieter und Unternehmen den mobilen E-Learning-Angeboten zu. Diese können aus interaktiven Lernmodulen bestehen, die als App zur Verfügung gestellt werden und bei Bedarf schnell zu aktualisieren sind. Einmal geladen, stehen sie auch zur Nutzung bereit, wenn man gerade einmal nicht online ist. Videos sind als Inhalte für mobile Lernanwendungen begehrt. Überhaupt sehen Experten in Videos einen langfristigen E-Learning-Trend, der gespeist wird von einer jungen Generation, die Youtube statt Google nutzt. Bei den Inhalten setzen viele Unternehmen zudem auf Videos, die von den eigenen Mitarbeitern produziert werden. So zeigte beispielsweise eine Schweizer Versicherung, wie Vertriebsmitarbeiter ihren Kollegen neue Produkte erklären. Sie erhalten im Vorfeld eine kurze Anleitung und werden direkt am Arbeitsplatz von einem professionellen Kamerateam gefilmt. Alle Videos landen auf einer gemieteten, unternehmensinternen Youtube-Plattform und können dort abgerufen werden.

Compliance wird zum Treiber

Vielfach hallte der Ruf nach hochwertigem Content über die Learntec 2015. Am Stand der Haufe Akademie war das vor allem beim Thema Compliance zu spüren. Die ausgelegten Exemplare des Taschenguide „Compliance“ waren bereits am zweiten Tag vergriffen und mussten nachgeordert werden. Compliance besitzt als Treiber von E-Learning weiterhin eine große Bedeutung. Ganz einfach weil die Bereiche, in die das Thema eingreift, sich durch gesetzliche und normative Regelungen immer mehr ausweiten. Wie viele Gespräche auf der Messe zeigten, stößt ein Online-Angebot wie das Compliance College der Haufe Akademie als erster Schritt auf besonderes Interesse. Die Unterhaltungen mit vielen Besuchern zeugten auch davon, dass der Beratungsbedarf nach wie vor groß ist, wenn es darum geht, individuelle, bedarfsgerechte Lösungen und Blended Learning Konzepte zu finden. Anbieter, die durch technische Kompetenz, Beratungs-Know-how und Erfahrung in traditioneller betrieblicher Weiterbildung glänzen, sind dabei klar im Vorteil.

Daten, Zahlen, Fakten rund um die Learntec 2015

Rund 6900 Fachbesucher (+ 3 Prozent gegenüber 2014) besuchten nach Angaben der Messegesellschaft die Learntec 2015 mit ihren 225 Ausstellern. Erstmals reisten der Messeumfrage zufolge mehr als 50 Prozent der Besucher aus einer Entfernung von über 300 Kilometern an.

Fast 40 Prozent der Besucher (2014: 32,0 Prozent) arbeiten bei größeren mittelständischen Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern und aus Konzernen. Auch wenn es bereits die 23. Internationale Fachmesse und Kongress für Lernen mit IT infolge war, ca. 67,1 Prozent der Besucher waren zum ersten Mal auf der Learntec.

Die Besucherzufriedenheit und die Akzeptanz des Messeangebots seien im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. 60 Prozent der Besucher gaben an, unter den Fachmessen ausschließlich die Learntec zu besuchen, da sie hier alle erforderlichen Informationen fänden.

Ein deutlicher Zuwachs von Teilnehmern war dieses Jahr laut Messegesellschaft beim Kongress zu verzeichnen. Mehr als 50 Prozent der Teilnehmer hätten an allen drei Tagen die Sessions des Kongresses besucht. In diesem Jahr traten mehr als 240 Referenten und Moderatoren in Kongress und Messe auf. Jeder fünfte Vortrag wurde auf Englisch gehalten, obwohl das Publikum mehrheitlich aus dem deutschsprachigen Raum stammt.

Hier finden Sie e-Learning Solutions und das Compliance College der Haufe Akademie.

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Über den Autor

Tim Doll

Produktmanager e-Learning, Haufe Akademie.

 

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