Zukunft Personal: Neue Formate, mehr Überblick

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Wie wir morgen arbeiten – und was das für Training und Personalentwicklung bedeutet

Talentmanagement, e-Learning und Webkonferenzen, interne soziale Netzwerke – in HR und Personalentwicklung ist der digitale Wandel längst zu spüren. Doch was bedeutet das für die Weiterbildung in den Unternehmen, für Leadership-Programme und andere Entwicklungsprogramme. Worauf müssen sich Personalentwicklung und Training einstellen? Darum geht es in diesem Jahr auf der Zukunft Personal in Köln.

Zu den Neuerungen in Köln gehört, dass die Messe tatsächlich zum ersten Mal ein Motto hat. „arbeiten 4.0 – Personalmanagement im Wandel“ heißt die Überschrift, die das Programm der Foren und Sonderveranstaltungen auf der Messe bestimmt. Für noch mehr Übersicht sollen drei Thementage sorgen, die jeweils spezifische Aspekte des Messemottos aufgreifen.

  • Die „Digitale Transformation“ bildet den Themenschwerpunkt des ersten Tages. Für die Initiative Neue Qualität der Arbeit geben Professor Jutta Rump und Stephan Grabmeier einen Einblick, wie die junge Generation morgen arbeiten will. „Auf Cloud Sieben – Wie die junge Generation morgen arbeiten will“, lautet ihr Impuls im Themenforum der Initiative Neue Qualität der Arbeit, in dem es an diesem Tag noch mehr zum Thema zu hören gibt. Digitale Transformation bedeutet aber auch, die Menschen mitzunehmen, die in Unternehmensbereichen arbeiten, die noch nicht soweit sind, etwa weil in der Produktion noch Handarbeit gefragt ist oder wo statt flacher Hierarchien noch Comand & Control vorherrschen. Wie kann Führung diese Komplexität managen? Auf diese Frage gibt es Antworten im Forum 4 in der Halle 2.2 von Torsten Bittlingmaier. Er beschreibt, wie geeignete agile Führung- und Organisationsmodelle aussehen können. Einen Blick in die Praxis erlaubt Oliver Best von der DZ Bank AG. Der Bereichsleiter Personal berichtet über das interne soziale Netzwerk der Bank. Es dient als zentrales Instrument der strategischen Personalarbeit und wird ebenso als Kommunikationsplattform für das Innovationsmanagement eingesetzt wie zum Employer-Branding.
  • Vor dem Blick auf neue Tools und Techniken lohnt die englischsprachige Keynote von Rudy de Waele, Berater für die Digitale Transformation aus den Niederlanden. De Waele hat das Buch „shift 2020 – How Technology will impact our Future“ geschrieben und befasst sich nicht allein mit Personalentwicklung. Ihm geht es vielmehr darum zu zeigen, wie die Technologie sich auf alle Bereiche des Lebens auswirkt und was das mit uns Menschen macht.
  • Im Recruiting lautet der aktuelle Trend „Candidate Experience“. Wie man als Arbeitgeber Bewerber für sich begeistert, darum geht es am zweiten Messetag in Köln. Eine Einführung zum Thema gibt es von Gerry Crispin, der als einer der Väter der Candidate Experience gilt. Zur Vorbereitung taugt ein Blick in Crispins Blog. Unter http://blog.careerxroads.com verrät Crispin, was Bewerber wirklich wollen und wie Unternehmen sie umwerben sollten. Kritische Töne zu diesem Trend gibt es in dem neuen Veranstaltungsformat der HR-Battle. „Wie wichtig muss HR Bewerber nehmen?“ heißt es in dem Rede-Duell zwischen dem Recruitingcoach Henrik Zaborowski und Robindro Ullah.
  • Stargast zum Schwerpunktthema „New Work“ des dritten Tages ist Bundesministerin Andrea Nahles. Unter www.arbeitenviernull.de sammelt ihr Ministerium, was unter dem Hashtag #arbeitenviernull in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook geteilt wird. Der Ministerin geht es dabei weniger um die Technik als um den Menschen. Im Anschluss an ihre Keynote findet im INQA-Forum in Halle 2 ein Workshop „Gute Führung“ statt, an dem über ein Netzwerk rund 500 Führungskräfte in vier Regionen zeitgleich zusammenarbeiten, um die zentralen Erfolgskriterien von Führung im digitalen Wandel herauszuarbeiten. Ohne passionierte Menschen als Mitarbeiter geht es auch bei Startups nicht, die mittlerweile häufig als Vorbilder in der Personalarbeit für traditionelle Unternehmen gehandelt werden. Warum das so ist und warum ausgerechnet Startups so gute Mitarbeiter für sich gewinnen, verrät Freya Oehle, Geschäftsführerein der vidiventi GmbH, die mit www.spottster.com ein Internetportal betreibt, über das die Nutzer die Preisentwicklung ihrer Wunschprodukte beobachten können.

E-Learning als Erfolgsfaktor

In kaum einem anderen Bereich lässt sich die digitale Entwicklung so gut beobachten wie im E-Learning. Moderne Konzepte mischen Präsenzeinheiten mit Selbstlernphasen, unterstützt von adaptiven Programmen, Videos oder Lerngruppen in internen sozialen Netzwerken. Welche neuen Trends es gibt oder wie sich zum Beispiel Social Learning messen lässt, erfahren Interessierte im E-Learning-Forum in Halle 2.2. Am Dienstag, 15. September, geht es vornehmlich um Learning Analytics und adaptive Lernsysteme sowie um Trends im Corporate Learning und Leadership. Lernen im Prozess der Arbeit ist das Schwerpunktthema am Mittwoch, 16. September. Hier spricht zum Beispiel Professor Matthias Rohs von der TU-Kaiserslautern. Rohs, der zuvor für die Deutsche Telekom tätig war, beschäftigt sich mit kompetenzorientiertem Lernen im Arbeitsprozess mit digitalen Medien.

Wer noch Argumente sucht, warum es sich lohnt, in e-Learning zu investieren, sollte sich den Vortrag von Peter Miez-Mangold in Forum 3, ebenfalls in Halle 2.2, anhören. Er spricht am Mittwoch, 16. September, über den Wettbewerbsvorteil, der sich für Unternehmen mit e-Learning erreichen lässt und welche Voraussetzungen es dafür zu schaffen gilt. Vertieft wird das Thema in einer Podiumsdiskussion mit Anbietern und Anwendern im E-Learning-Forum am Donnerstag, 17. September.

Praxistipps im Finalisten-Slam

Was bedeutet die digitale Transformation für die Weiterbildung in der Praxis, darüber sprechen Trainer und Coaches auf den Aktionsflächen Training und dem Gemeinschaftsstand der Mitglieder des Bundesverbands für Trainer, Berater und Coachs, BDVT. Letzterer vergibt auf der Zukunft Personal seinen neu gestalteten Preis für Training, Beratung und Coaching. Sämtliche Finalisten mit ihren schon jetzt für preiswürdig befundenen Projekten müssen sich auf der Messe der Jury noch einmal stellen, bevor endgültig über Bronze, Silber oder Gold entschieden wird. Diese Kurzpräsentationen sind ein Geheimtipp, denn hier werden die wesentlichen Erfolgsfaktoren der eingereichten Praxisfälle auf den Punkt gebracht. Zu sehen und zu hören ist der Finalisten-Slam am Dienstag, 15. September, von 12 bis 14 Uhr im Forum 8 in Halle 3.2.

Führung neu gestalten

Kaum einer hat sich so früh und herausfordernd mit Trends in der Personalentwicklung befasst wie Thomas Sattelberger. Der Ex-Personalvorstand der Deutschen Telekom hat die Debatte um Frauen in Führungspositionen massiv vorangebracht, auf der Zukunft Personal beschäftigt er sich damit, was die Digitalisierung für die Personalarbeit und Führung bedeuten. In seiner Funktion als Themenbotschafter „Personalführung“ für die INQA spricht Sattelberger am Mittwoch, 16. September, im INQA-Forum über die Dezentralisierung von Verantwortung, Souveränität und Selbstmanagement.

Wer genug davon hat, nur zuzuhören und vielmehr seine Ideen und Vorschläge loswerden möchte, kann auf der Zukunft Personal jetzt auch selbst mitmachen. Im FutureLab HR stehen den Besuchern Rechner zur Verfügung, die über eine Moderationssoftware miteinander vernetzt sind. Dort können sie zum Beispiel darüber diskutieren, was die Digitale Revolution für HR bedeutet, welche Faktoren für die Auswahl von HR-Software erfolgskritisch sind oder wie viel systembasierte Unterstützung HR überhaupt braucht.

Alle Informationen zur Haufe Akademie auf der Zukunft Personal

 

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Über den Autor

studierte Anglistik, Germanistik und später berufsbegleitend BWL in Freiburg. Seit 1999 ist sie Mitarbeiterin der Haufe Akademie. Content-Strategie und -Marketing, lebenslanges Lernen sowie IAL 4.0 (= Industrie, Arbeiten, Leben 4.0) sind die Themen, die sie beruflich und privat nachhaltig begeistern und zu denen sie, lange Jahre als PR-Managerin und seit Mai 2014 als Content-Managerin, für die Haufe Akademie schreibt, recherchiert und kommuniziert. (Anglistin, Germanistin (M.A.), Betriebswirtin (VWA)).

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