Blended Learning neu aufgelegt

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Blended Learning – Vom „Muss“ zum „Kann“ zum „Haben wollen“

Erst vor kurzem veröffentlichte das Beratungsunternehmen PriceWaterhouseCoopers eine Umfrage, wonach  sich Unternehmen aktuell vor allem auf  zwei Ziele konzentrieren: Konzerne wollen die Digitalisierung angehen, mittelständische Unternehmen mehr Wachstum. Wenn wir das genauer betrachten, geht das eine nicht ohne das andere und vor allem nur mit Mitarbeitern, die – dauerhaft – über  die  richtigen Kompetenzen verfügen. Das fordert die Personalentwicklung. Sie muss ein Konzept entwickeln, dass regelmäßige Weiterbildung beinhaltet, auf vorhandenen Angeboten aufbaut und doch neuen Zielen und einer sich verändernden Arbeitswelt entspricht.

Ein E-Learning hier, ein Präsenztraining da, mit dieser Strategie kommt man nicht weiter. Gefragt sind vielmehr moderne Lernstrategien mit kombinierten Lernformaten, vom Präsenzlernen bis zum digitalen Lernen, die alle Altersgruppen, Hierarchieebenen und Fachkräfte ansprechen. Denn weder Präsenztrainings noch das digitale Lernen erfüllen jedes für sich die Ansprüche und Erwartungen, die sowohl Lerner wie Personalentwickler und Unternehmen an effektive und moderne betriebliche Weiterbildung stellen. Für den Einzelnen sind laut einer aktuellen Marktforschung im Auftrag der Haufe Akademie Präsenzphasen, tutorielle Begleitung, soziale Kontakte und Interaktionen wichtig. Dem Gegenüber steht der Bedarf der Unternehmen, möglichst viele Mitarbeiter schnell, effektiv, integriert in den Arbeitsprozess und von Zeit und Ort unabhängig zu schulen.

Lernformate neu gemischt

Jedes Lernformat hat Vor- und Nachteile. Die Palette von (digitalen) Tools, die den Lerner in seinem persönlichen Lernprozess und im Sinne des Unternehmens unterstützen, ist so groß wie nie zuvor. Das bedeutet nicht, alles, was sich an Methoden und Inhalten bereits bewährt hat, aussortieren zu müssen. Der Einstieg in eine digitale Lernstrategie gelingt auch mit einer Mischung aus Bekanntem und Bewährten plus neuen digitalen Formaten. Nehmen wir als Beispiel ein klassisches Blended Learning, kombiniert aus Präsenztraining und E-Learning. Das kommt Lernenden entgegen, weil sie über das Präsenztraining auf jeden Fall einen Ansprechpartner haben und gleichzeitig mit E-Learning flexibel und in eigener Geschwindigkeit lernen können. Es kommt Trainer und Tutoren entgegen, die eine neue Lernstrategie nicht blockieren, wenn sie ein Teil davon sind. Es kommt Unternehmen entgegen, die schnell, flexibel und dauerhaft viele Mitarbeiter schulen müssen und dafür gleichzeitig von Erfahrungen aus der Vergangenheit profitieren möchten. Nicht zuletzt stärkt es die Rolle der Personalentwicklung, in deren Händen die digitale Lernstrategie letzten Endes liegt und zum Erfolg wird.

Unser Tipp!


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Mehr erfahren zu den Blended-Learning-Konzepten der Haufe Akademie.

Flexibel, unabhängig, vielseitig

In der E-Learning-Phase, der Phase des selbstgesteuerten Lernens mit am Arbeitsplatz zu absolvierenden digitalen Kursen, Simulationen, Videos und aufgezeichneten Webinaren oder mobilen Lerneinheiten bleibt der Trainer/Tutor ein verlässlicher und erreichbarer Ansprechpartner für die Teilnehmer. Er kann, wenn gewünscht, zum Beispiel Lerngruppen moderieren, die von den Teilnehmern auf der Lernplattform gebildet werden können. Hier knüpfen die Teilnehmer soziale Kontakte, tauschen sich aus und diskutieren Fragen zum Lernstoff sowie zur praktischen Anwendung. Alle Vorteile von E-Learning bleiben erhalten:

  • Der Lerner kann flexibel, unabhängig von Zeit und Ort immer dann lernen, wenn er es braucht oder die Möglichkeit hat und sein Lerntempo selbst bestimmen.
  • In die Lernmodule integrierte, interaktive Tests helfen dabei, den eigenen Lernstand zu überprüfen und liefern so ein direktes Feedback.
  • Über ein Learning Management System lassen sich E-Learning-Kurse zudem zentral verwalten, buchen und Lernnachweise erbringen.
  • Ein weiterer Vorteil technologiegestützten Lernens: Das Format, vom interaktiven E-Learning-Kurs bis zur Simulation und Wikis, lässt sich passend zum Lernthema aussuchen. Standards helfen bei der Qualitätssicherung. Wie gut die Inhalte aufbereitet sind, ist nicht vom Trainer abhängig, es gibt keine Qualitätsschwankungen in der Durchführung.

Lernen positiv betrachten – das steigert die Lernmotivation

Wenn wir ehrlich sind, ist Lernbereitschaft am Arbeitsplatz heute ein Muss. Das kann zur Last (für die Mitarbeiter) werden, sollte es aber nicht.  Lernen ist als dauerhafter Prozess zu begreifen, dem wir uns stellen müssen. Digitale Lernformate sind dazu geeignet, diesen Prozess optimal zu unterstützen. So lässt sich zum Beispiel die Nachhaltigkeit von Präsenztrainings durch zusätzliche E-Learning-Inhalte verbessern. Sie stehen über das Präsenztraining hinaus zur Verfügung, helfen, das Gelernte zu vertiefen und unterstützen damit den Lerntransfer.  Ein vorab zu absolvierender E-Learning-Kurs mit Test schafft einheitliche Voraussetzungen für die Teilnahme an einem Präsenztraining. Es wird zum so genannten „Flipped Classroom”, bei dem die Wissensvermittlung online stattfindet während die Vertiefung und Anwendung gemeinsam mit einem Trainer/Tutor stattfindet und so der Lerntransfer eingeleitet wird. Lerninhalte, die als Kurs am PC oder als mobile Lernanwendung zur Verfügung stehen, fördern das bedarfsgesteuerte Lernen, etwa begleitend zu einer längeren Präsenzphase.

Anwendungsorientierte und lernerzentrierte Konzepte schaffen zugleich Relevanz: Sie beziehen die aktuelle Situation und die Herausforderungen des Lerners am Arbeitsplatz mit ein und vermitteln so, wie und warum der Lernstoff nützlich ist, um sich weiterzuentwickeln oder einfach nur den Job zu machen. An dieser Stelle ist vor allem auch die soziale Interaktion, also wiederum die Kombination von digitalem Lernen und Präsenz nützlich. Eine kontinuierliche, persönliche Lernbegleitung durch einen Trainer oder auch virtuelle Lerngruppen stärken die Motivation und fördern die Verbindlichkeit.

Blended Learning ist kann hier eine gute Lösung sein, denn wer auf eine Mischung aus dem Besten wie Passenden  aus der Welt des Präsenzlernens wie des digitalen Lernens setzt und für relevante Lerninhalte sorgt, fördert die Akzeptanz und motiviert die Lerner. So entwickelt sich das  Lernen am Arbeitsplatz vom Muss und Zwang zum Will und Kann.

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Über den Autor

ist freie Journalistin und Expertin für alle Themen rund um Digitales Lernen.

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