Management Challenges 2019

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Digitalisierung und Transformation schreiten voran: die Welt dreht und verändert sich gefühlt schneller als wir hinterherkommen. Da sind die komplexen Anforderungen der VUCA Welt¹ , für die es ein neues Mindset und Arbeiten von allen Mitarbeitern braucht – und eine schnelle Business-Transformation erfordern. Und neben den genannten Herausforderungen gibt es eine weitere Dimension, die Führungskräfte zu meistern haben: Die Erwartungen an und Erfolgsfaktoren von Führung wandeln sich in diesem Kontext grundlegend!

¹ VUCA – ein Akronym, das für volatility, uncertainty, complexity und ambiguity steht

Arbeitswelt 4.0 – Braucht es überhaupt noch Führungskräfte?

Hat das Konzept der Führung in Zeiten von scrum, selbststeuernden Teams, Projekt- und Netzwerkorganisationen nicht überhaupt ausgedient? Wozu braucht es noch das klassische „middle Management“? Welchen konkreten Mehrwert leisten Manager im operativen Geschäft? Es mag sein, dass einige klassische Führungsaufgaben à la Weisung & Kontrolle an die Mitarbeiter „durchgereicht“ werden. Aber es entstehen auch völlig neue: so kommt auf Manager beispielsweise die Mammutherausforderung zu, zu analysieren, welche Aufgaben im Zuge der Digitalisierung automatisiert werden können und vor allem, welche neuen Aufgaben in diesem Kontext entstehen. Außerdem müssen diese Transformationsprozesse gestaltet werden, die Mitarbeiter befähigt und in ihre neuen Tätigkeiten entwickelt werden. Also hin zur Führungskraft als Planer, Gestalter, Enabler und Coach. Im patriarchalischen Führungsstil zu verharren ist keine Option!

Führungskräfteentwicklung im Visier

Wer seine Führungsriege bei diesen Herausforderungen alleine lässt, wird scheitern. Die neue Rolle als Starthelfer von Netzwerkprojekten, als Coach und Begleiter in agilen Projekten, als Dreh- und Angelpunkt beim Onboarding neuer Mitarbeiter füllt sich nicht per Zauberhand. Sie will verstanden, beherzigt, geübt und gelebt werden. Egal, ob in Coachingprogrammen, Workshops, WOL-Zirkeln oder anderen Formaten: Führungskräfte brauchen Unterstützung. Ein Forum und Austauschmöglichkeiten sowie einen geschützten Raum, in dem sie sich mit ihren persönlichen Zweifeln und Entwicklungsfeldern konstruktiv auseinandersetzen können. Ihre neue Rolle für sich selbst und idealerweise gemeinsam mit ihrem Team mit Leben füllen können.

Befähigung der Organisation

Nicht nur Führungskräfte im mittleren Management haben eine Latte an Herausforderungen zu meistern: auch auf das Top Management kommen gewaltige Aufgaben zu! Als Visionsgeber müssen sie lernen, Verantwortung in fähige Hände abzugeben, Funken der Leidenschaft für Top Performance zu entzünden – und sich nicht zuletzt für das Empowerment der gesamten Organisation stark zu machen. Für schnelles Lernen und einen effizienten Wissensaustausch müssen Ressourcen, Infrastruktur und Freiräume geschaffen werden. Agile Arbeitsformen und der Austausch in Netzwerken müssen gefördert werden, damit das Unternehmen Schritt halten kann mit dem Wettbewerb. Dafür braucht es nicht nur ein Innovationsbudget und invests in eine performante Systemlandschaft. Dringend notwendig ist vor allem ein klares – auch finanzielles – Bekenntnis zu einer nachhaltigen Organisationsentwicklung und ein stringenter Fokus auf das Thema: die Gestaltung und Entwicklung einer attraktiven, stimmigen Unternehmenskultur.

Neuausrichtung bei der Rekrutierung

Das impliziert auch eine Neuausrichtung der Rekrutierungsstrategie und ein Umdenken in HR: der Fokus bei Neueinstellungen liegt mittlerweile auf softskills wie Resilienz, Freude an Change Prozessen, Selbstmanagement, Vernetzungsfähigkeit und Gestaltungswillen. Fachkompetenzen und Branchenkenntnisse werden zur Not vor Ort antrainiert! Verinnerlichen muss das nicht nur HR – sondern auch die einstellenden Führungskräfte und Teams.

Die Macht des Kunden

Auch Marketing & Vertrieb stellt die Digitalisierung komplett auf den Kopf. Denn die Kunden kennen sich besser aus als so mancher Anbieter, das bekommt insbesondere der Vertrieb zu spüren. Wenn ein Kunde heute einen Laden betritt, ist er bereits bestens über das Produkt, das er kaufen möchte, informiert. Und er weiß: Wenn ihm ein Angebot nicht zusagt, kann er jederzeit woanders kaufen. Wie muss der Verkäufer agieren, wenn der Kunde die Macht hat? Genauso wie der Vertrieb steht auch das Marketing im Wandel. Hier stehen vor allem Daten und damit auch Spezialistenwissen, diese Daten analysieren zu können, im Vordergrund. Wie befähigen Führungskräfte ihre Mitarbeiter? Und stellen sicher, dass Daten und Wissen allen jederzeit transparent zur Verfügung gestellt werden?

„Friss oder stirb“ – Leben mit der Ambidextrie!

Es gibt kein entweder/oder mehr – Unternehmen gehen unter, wenn sie nicht einerseits das Bestandsgeschäft höchst effizient durchsteuern können und gleichzeitig mit Hochdruck neues Business entwickeln und in mehr oder weniger Echtzeit an den Markt bringen können. Hierzu braucht es nicht nur das Commitment der Führungsetage; sondern vor allem Mitarbeiter mit dem richtigen Mindset.

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Über den Autor

ist Diplom-Pädagoge und Produktmanager für die Themen Management, Führung und Leadership bei der Haufe Akademie.

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