Die wirksamsten PE-Tools für interkulturelle Herausforderungen

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Heute die Webkonferenz mit Singapur, morgen das Businessmeeting mit den Kollegen aus den USA. Die digitale Transformation bringt Mitarbeiter mit unterschiedlichem sprachlichen und kulturellen Hintergrund in Echtzeit zusammen und stellt hohe Anforderungen an ihre interkulturellen Kompetenzen. Für die Personalentwicklung stellt sich die Aufgabe, diese Kompetenzen zu identifizieren und die entsprechenden PE-Tools auszuwählen.

Webkonferenzen, virtuelle Teams und internationale Projekte gehören im Zeitalter der Digitalisierung für die meisten Unternehmenzum Alltag. Damit steigen die Anforderungen an die Mitarbeiter und deren Kommunikation. Neben sprachlichen Barrieren stoßen sie immer wieder an Grenzen. Und das, obwohl viele von ihnen bereits längere Zeit im Ausland gelebt oder gearbeitet haben.

Sprachkenntnisse allein reichen jedoch nicht aus, denn sie sind nicht gleichzusetzen mit der notwendigen interkulturellen Handlungskompetenz. Hier ist die Personalentwicklung gefragt. Sie muss sich der Herausforderung stellen, die Mitarbeiter auf ein diverses und vielschichtiges Arbeitsumfeld vorzubereiten. Eine systematische Vorgehensweise beginnt mit folgenden Fragen:

  • Welche Aufgaben kommen auf die Mitarbeiter zu?
  • Welche Kompetenzen sind individuell notwendig, um diese zu erfüllen?
  • Wie wollen wir als Unternehmen den Erwerb bzw. Ausbau dieser Kompetenzen fördern?

Identifikation der Mitarbeiter und der notwendigen Kompetenzen

Ein erster Schritt ist die Identifikation all der Mitarbeiter, die geschäftlichen Kontakt zu Partnern mit anderen kulturellen Hintergründen haben. In einem zweiten Schritt ist zu prüfen, welche Kompetenzen dem Mitarbeiter helfen, interkulturelle Herausforderungen zu meistern.

Folgende Kompetenzen sollten dabei geprüft werden:

  • Soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit oder emotionale Intelligenz
  • Fremdsprachenkenntnisse und Ausdrucksvermögen
  • Länderspezifisches Wissen über die Zielregion bzw. die kulturellen Hintergründe

Gute soziale Kompetenzen sind die Grundvoraussetzung interkultureller Qualifizierungsmaßnahmen. Ist eine gewisse Sensibilität bei den Mitarbeitern vorhanden oder kann sie in ersten Maßnahmen geschaffen werden, lassen sich erste Stolperfallen in der Zusammenarbeit leicht vermeiden und Konflikten vorbeugen.

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Die wirksamsten PE-Tools für interkulturelle Herausforderungen

Janina Brudy und Clemens Hafner zeigen Ihnen in diesem Webinar, welche PE-Tools sich für welche Mitarbeiter und Situationen eignen, und wie Sie sie effektiv und effizient einsetzen.


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PE-Tools im Vergleich

Interkulturelle Trainings

Interkulturelle Trainings sind ein guter Einstieg in die Sensibilisierung mit dem Ziel, den interkulturellen Handlungserfolg zu erhöhen. Zu unterscheiden sind kulturallgemeine und kulturspezifische Trainings.

Das kulturallgemeine Training bietet eine solide Grundlage für jede Form von interkulturellem Kontakt. Meist werden in Rollenspielen oder Simulationen, die auch in virtuellen Lernumgebungen stattfinden können, verschiedene Aspekte behandelt. Die Teilnehmer lernen, wie sie selbst durch ihre „kulturelle Brille” geprägt sind und mit Handlungsunsicherheiten umgehen können, auch wenn die Kultur bzw. eine dahinterstehende „Regel” nicht bekannt ist.

Sie entwickeln ein allgemeines Verständnis für kulturgeprägtes Verhalten und dahinterstehende Werte. Dadurch werden sie für Situationen sensibilisiert, in denen Unterschiede zum Tragen kommen können. Stereotypische Denkmuster wie „alle Asiaten essen mit Stäbchen” werden reflektiert.

Diese Trainings sind für Mitarbeiter geeignet, die wenig interkulturelle Vorerfahrung haben oder erste Herausforderungen in diesem Bereich erfahren haben.

Bei kulturspezifischen Trainings liegt der Fokus auf einem Zielland bzw. einer Zielregion. Neben Kulturstandards werden in diesen Trainings „typische” Verhaltens- und Denkweisen sowie sprachliche Besonderheiten thematisiert. Die Teilnehmer erwerben spezifisches Wissen zu diesem Land oder der Region und werden ganz konkret auf den Auslandseinsatz vorbereitet.

Geeignet sind diese Trainings für Mitarbeiter, die sich auf ein spezielles Land vorbereiten oder bereits erste interkulturelle Erfahrungen gemacht haben und nach konkreten Handlungsempfehlungen suchen.

Fremdsprachige Trainings

Interkulturelle Trainings können auch in einer Fremdsprache durchgeführt werden. Die Fremdsprache sollte jedoch keine Barriere darstellen. Vor allem dann, wenn es um Themen geht, die bereits in der Muttersprache sehr komplex sind. Der Vorteil fremdsprachiger Trainings ist, dass die Teilnehmer sich hinterher in der Fremdsprache sicherer fühlen. Sie eignen sich auch als Ergänzung oder Alternative zu einem Sprachkurs. Davon profitieren vor allem Mitarbeiter, die ihre Sprachkenntnisse reaktivieren möchten oder kontextbezogene Fremdsprachenkenntnisse benötigen.

Mit Coaching individuelle Lösungen finden

Die Arbeit mit einem Coach kann ein interkulturelles Training ergänzen. Der Fokus liegt darauf, gemeinsam Lösungen für konkrete Probleme mit dem Coachee zu erarbeiten. Das Coaching könnte zum Beispiel als Vorbereitung auf eine Auslandsentsendung eingesetzt werden oder diese per Skype und Webkonferenzen begleiten. Indem der Coachee seine eigene Situation reflektiert, hat er nicht nur die Möglichkeit, entsprechendes Know-how zu erwerben, sondern arbeitet aktiv daran, sich selbst weiterzuentwickeln. Für die Personalentwicklung ist das Coaching der individuellste Weg, auf den persönlichen Bedarf eines Mitarbeiters einzugehen.

Mediation für den Konfliktfall

Nicht immer läuft die Zusammenarbeit in Teams oder unter einzelnen Mitarbeitern reibungslos ab. Steigt der Druck oder müssen dringend Lösungen für herausfordernde Aufgaben gefunden werden, können kulturelle Unterschiede besonders schwer ins Gewicht fallen. Es kommt zu Konflikten, die sich mit einer Mediation lösen lassen. Dabei arbeitet ein Mediator mit allen beteiligten Konfliktparteien gleichzeitig und vermittelt aktiv zwischen ihnen. Eine Auseinandersetzung zweier Mitarbeiter mit unterschiedlichen Nationalitäten ist allerdings nur dann ein interkultureller Konflikt, wenn das Kernthema kulturbedingt ist. Die Mediation hilft den Mitarbeitern, die Verständigung wieder herzustellen. Die Beschäftigung mit dem Konflikt kann zugleich dazu führen, dass die Sensibilität für kritische Situationen steigt und sich diese bereits im Vorfeld vermeiden lassen.

Interkulturelle e-Learnings

Mit e-Learning und mobilen Lerninhalten auf Tablet PC und Smartphone ist Lernen zu jeder Zeit und an (fast) jedem Ort möglich. Mitarbeiter üben am Arbeitsplatz, fallen nicht aus und verursachen keine Reisekosten. e-Learning-Angebote sind vor allem dazu geeignet, interkulturelle Trainings mit einem breiten Wissensangebot zu ergänzen. Das können landeskundliche Informationen sein, Begrüßungszeremonien oder Klimabedingungen, die auf Leben und Arbeit einen großen Einfluss haben.

Ein großer Vorteil ist, dass sich diese Informationen bei Bedarf auch nach dem eigentlichen Training noch zur Auffrischung nutzen lassen. Sind diese e-Learning-Angebote als App oder über das Internet abzurufen, sind sie auch für Mitarbeiter geeignet, die sich bereits in der entsprechenden Situation befinden, auf dem Weg in den Auslandseinsatz sind oder die eine Ergänzung zum Präsenztraining suchen.

Diversity Management als Strategie

Ziel des Diversity Managements ist es, produktive Vielfalt herzustellen und zu steuern. Dahinter steht der Gedanke, dass eine diverse Belegschaft besser mit Heterogenität und Differenz umgehen kann, da sie diese täglich erlebt. In diesem Sinne kann es dazu beitragen, das Verständnis der Mitarbeiter für Kollegen mit anderem kulturellen Hintergrund zu fördern oder sie zumindest für bestehende Unterschiede zu sensibilisieren. Diversity Management ist allerdings keine sofort wirkende Maßnahme, sondern als eine langfristige und umfassende Strategie zu verstehen, mit der sich Unternehmensgestalter und Personalentwickler intensiv auseinandersetzen müssen. Gelingt der Prozess, wird damit auch die interkulturelle Handlungskompetenz der Mitarbeiter gefördert.

Zusammenfassung

Über soziale Netzwerke und andere digitale Kommunikationskanäle sind wir weltweit enger miteinander verbunden als je zuvor. Die Geschwindigkeit, mit der wir eindeutig miteinander kommunizieren müssen, nimmt weiter zu. Das bedeutet, Mitarbeiter müssen sich schnell und unmittelbar auf ihre Kollegen aus anderen Ländern bzw. mit anderen kulturellen Hintergründen einstellen können, damit die internationale Zusammenarbeit gelingt und das Unternehmen keinen Schaden nimmt. Sie setzt sich aus verschiedenen Kompetenzfeldern zusammen, und die vorgestellten PE-Tools eignen sich für unterschiedliche Herausforderungen, Personenkreise und Erfahrungslevel der Mitarbeiter. Jede Qualifizierungsmaßnahme sollte dabei individuell mit und auf den Mitarbeiter bestimmt sein und sich an seinen Bedarfen orientieren.

Ob Trainings und e-Learnings oder unternehmensspezifische Lösungen aus unserem Programm – wir beraten Sie gerne zu den geeigneten Qualifizierungsmaßnahmen. Kommen Sie einfach auf uns zu, wir freuen uns, Sie unterstützen zu dürfen.

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Über die Autoren

M. A. Interkulturelle Kommunikation und Kompetenz. Sie arbeitet im Produktmanagement Schwerpunkt International Business bei der Haufe Akademie.

 

 

ist Trainer und Berater der Haufe Akademie.

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