Traineeprogramme im Mittelstand…

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…eine Investition, die sich lohnt

Vor allem große Unternehmen und Konzerne sind für ihre umfangreichen Traineeprogramme bekannt. Dabei lohnt es sich auch für mittelständische Unternehmen, Traineeprogramme anzubieten, um Nachwuchs für Fach- und Führungsfunktionen zu gewinnen.

Flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege, eigenständiges Arbeiten und internationale Projekte, der deutsche Mittelstand hat viel zu bieten, was Hochschulabsolventen an einem Arbeitgeber schätzen. Dennoch fällt es vielen kleinen und mittleren Unternehmen schwer, sich im Kampf um die besten Talente gegen die Konkurrenz der großen Konzerne durchzusetzen. Eine Möglichkeit, die eigene Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern, bieten Traineeprogramme. Sie erfreuen sich in den letzten Jahren steigender Beliebtheit bei Arbeitgebern und Berufseinsteigern. 2010 konnten sich 84 % der Hochschulabsolventen ein Traineeprogramm als Berufseinstieg vorstellen, ein Jahr später waren es mit 94 % noch einmal zehn Prozentpunkte mehr (Haniel-Traineestudie 2011/2012). Darauf reagieren die Unternehmen. Allein im Jahr 2013 boten laut „Staufenbiel JobTrends Deutschland“ 51 % der befragten Unternehmen Traineeprogramme für Bachelor- und Masterabsolventen der verschiedensten Fachrichtungen an.

Die angebotenen Traineeprogramme sind zu unterscheiden in das klassische allgemeine Traineeprogramm und Fachtraineeprogramme. Ein allgemeines Traineeprogramm gilt als idealer Einstieg für Berufsanfänger, die noch nicht genau wissen, in welchem Bereich sie später arbeiten wollen. Bei einem Fachtraineeprogramm erfolgt eine gezielte Einarbeitung in diejenigen Unternehmensbereiche, die in einem direkten Zusammenhang mit der Zielposition stehen. Wie genau Organisationen ihre Traineeprogramme ausgestalten, kommt auf den Anspruch des Unternehmens, aber auch der Bewerber an.

Der Ablauf kann in vier Phasen erfolgen:

einer Einführungsphase, einer Qualifizierungsphase, einem Aufenthalt an anderen Standorten des Unternehmens, möglicherweise auch im Ausland, und einer Spezialisierungsphase. Während dieser Phasen arbeitet der Trainee in den verschiedenen Abteilungen oder Bereichen des Unternehmens. Bei einem Fachtraineeprogramm sind das vor allem Bereiche, mit denen der Trainee in seiner späteren Zielposition eng zusammenarbeiten wird. Bei einem allgemeinen Traineeprogramm steht ein möglichst breiter Querschnitt der Bereiche und Abteilungen zur Wahl.

Je nach Umfang dauern Traineeprogramme zwischen 6 und 24 Monaten, im Durchschnitt 15 Monate, in denen der Trainee in fünf Abteilungen für jeweils 12 Wochen arbeitet und ausgebildet wird (Staufenbiel Job- Trends Deutschland 2013).

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Nutzen überwiegt Aufwand

Wer die besten Fach- und Führungskräfte gewinnen und dauerhaft an sein Unternehmen binden kann, hat in Zukunft einen klaren Wettbewerbsvorteil. Das gilt insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, die aus sich heraus wachsen müssen und darauf angewiesen sind, den Nachwuchs selbst heranzuziehen und zu qualifizieren. Die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität, Fachkräftesicherung und Mitarbeiterbindung sind deshalb die wichtigsten Vorteile von Traineeprogrammen. Der Trainee wiederum profitiert von den oft flachen Hierarchien des Mittelstands. Sie ermöglichen ihm, einen besseren Überblick über das Zusammenwirken einzelner Funktionen und Abteilungen zu bekommen und bereichsübergreifende Erfahrungen zu machen. Hinzu kommen verantwortungsvolle Aufgaben, abwechslungsreiche Tätigkeiten und häufig schnelle Karrierewege aufgrund der frühen Übernahme von Verantwortung.

Die Erfolgsfaktoren

Wer ein attraktives Traineeprogramm anbieten will, sollte folgende Faktoren beachten:

  • Persönliche Betreuung: Trainees brauchen Mentoren, die sie in das Unternehmen einführen, ihnen fachlich und überfachlich unterstützend zur Seite stehen, Feedback geben, auf Verbesserungspotenziale hinweisen und helfen, Netzwerke knüpfen.
  • Projektarbeiten: Trainees sind qualifizierte Hochschulabsolventen, die gefordert werden wollen. In Projekten können sie sich schnell unter Beweis stellen und Verantwortung übernehmen.
  • Inhaltliche Vielfalt des Programms: Zu einem Traineeprogramm gehören „on the job“-Qualifizierungen im Unternehmen ebenso wie „off the job“-Trainings, Einführungsveranstaltungen und Treffen, die dem Networking dienen.
  • Trainees gestalten das Traineeprogramm: Es motiviert und fördert die Bindung der jungen Talente an das Unternehmen, wenn sie die Möglichkeit haben, das Programm in Teilen selbst zu gestalten, etwa um ihre speziellen Bedarfe abzudecken oder auf die eigene strategische Karriereplanung einzuwirken.
  • Standortübergreifender Einsatz: Wenn möglich, sollten Trainees im Rahmen des Programms verschiedene Standorte eines Unternehmens kennenlernen. Auslandsaufenthalte gelten als besonders wirksam für die Entwicklung interkultureller Kompetenzen.

Die Bedeutung von Traineeprogrammen wird in Zeiten wachsenden Fach- und Führungskräftemangels weiter steigen. Sie kommen zudem vielen Bewerbern entgegen, die nach dem Hochschulstudium noch kein klares Bild davon haben, wie und wo sie ihren Platz im Unternehmen finden können und wollen. Für kleine und mittlere Unternehmen bietet sich die Chance, mit eigenen Programmen ihre Attraktivität unter Beweis zu stellen und Entwicklungschancen für die Bewerber aufzuzeigen.

Checkliste Traineeprogramm

Was muss ich bei der Einführung eines Traineeprogramms bedenken? Diese Checkliste gibt erste Anhaltspunkte:

  • Soll das Traineeprogramm als Fach- oder allgemeines Traineeprogramm angesiedelt werden? Analysieren Sie, welche Positionen für Ihr Unternehmen erfolgskritisch sind und mittelfristig besetzt werden müssen. Welche Kompetenzen und welches Wissen soll das Traineeprogramm vermitteln? Was soll der Trainee künftig beherrschen? Danach richtet sich die Einsatzplanung ebenso wie spezifische Weiterbildungsmaßnahmen.
  • Übernahmen von Projekten: Projektarbeiten sind ideal, um sich schnell in neue Sachverhalte fundiert einzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Wichtig: die Projekte sollten klar definiert und zeitlich machbar sein (SMART Regel).
  • Wie viel Zeit wird benötigt, um einen guten Einblick in die Abläufe und Prozesse zu erhalten? Wie viele Stationen, auch im Ausland, soll der Trainee durchlaufen? Diese Frage bestimmt die Dauer des Aufenthalts in den verschiedenen Abteilungen/ Bereichen des Unternehmens und damit auch die Gesamtdauer des Traineeprogramms.
  • Wie ist die Betreuung der Trainees geregelt? Für die Dauer des Programms sollte jeder Trainee einen übergeordneten Mentor haben, der ihn bei der Integration in den Unternehmensalltag sowie in Problemsituationen unterstützt und in Netzwerke einführt. In jedem Einsatzbereich braucht der Trainee einen Ansprechpartner oder Paten. Das können die Führungskraft oder andere erfahrene Mitarbeiter sein.

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Über den Autor

Birgit Neubauer ist Programmbereichsleiterin Personalmanagement, Einkauf, Logistik, Außenhandel und Immobilien bei der Haufe Akademie.

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