Wie gelingt erfolgreiches Talent Management?

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Tatsache ist, dass Deutschland nach wie vor erfolgreich ist, der Wirtschaft geht es gut – unser Selbstbild sieht positiv aus.  Durch die Brille internationaler Studien gesehen, erscheint das allerdings etwas anders. HR-Verantwortliche sollten sich mit diesen Schlüsselfragen auseinandersetzen, um ihr Talent Management erfolgreich zu steuern.

Beispielsweise belegen wir im „Global Talent Competitiveness Index“ in der Gesamtwertung im internationalen Vergleich einen mageren 16. Platz, in der Kategorie „Attract“, den 19. Platz, beim „Talent Impact“ sogar nur den 28. Platz – weit hinter Ländern wie zum Beispiel der Schweiz, Österreich oder den skandinavischen Nachbarn. Wir können dies als Chance sehen: Schließlich können wir Talente aus den Ländern anziehen, die hinter uns in diesem Ranking liegen. Allerdings überwiegt meines Erachtens hier das Risiko: Talente werden von den Ländern abgeworben, die in der Gesamtwertung besser abschneiden! Die Frage ist nun: Wie wappnen Sie sich?

Wie können Personaler verhindern, dass Talente abwandern?

Personalmanager müssen alles daran setzen, ihre Talente im Rahmen eines Talent Managements zu halten! Das gelingt, wenn Sie sich intensiv mit den richtigen Fragen auseinandersetzen:

  • Kennen Sie Ihre Talente?
  • Kennen Sie deren Erwartungen?
  • Wissen Sie, wie Sie Ihre Talente binden können?

Die Antworten nicht zu kennen, ist ein Risiko – insbesondere für Unternehmen, die wachsen.

Klären Sie die Schlüsselfragen für erfolgreiches Talent Management

1. Wer sind Ihre Talente?

Ein erster Ansatz im Talent Management kann z.B. die Identifizierung von Schlüsselpositionen sein. Also Positionen, die so wichtig sind, dass die Abteilung nicht mehr funktionieren würde, wenn die Person auf dieser Stelle das Unternehmen verlassen würde. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat in einer erfolgreichen Abteilung ein Talent diese Stelle inne.

Kritischer Erfolgsfaktor ist jedoch der Wille der Führungskräfte, dass die Talente in ihrem Umfeld überhaupt identifiziert werden können. Auf den ersten Blick ist es für Führungskräfte nicht nachvollziehbar, warum sie ihre besten Mitarbeiter Preis geben sollen und womöglich diese dann in andere Abteilungen abwandern. Ich sage dazu immer: Was würde passieren, wenn das Talent sich entscheiden würde, dem Anruf eines Headhunters zu folgen und das Unternehmen in Gänze verlässt. Wäre dies nicht ein viel größerer Schaden? Da ist es doch gerade eine Hilfe, wenn Fachabteilungen von HR unterstützt werden, wie diese Talente durch effektives Talent Management gehalten werden können!

2. Was sind die Erwartungen der Talente?

Beispiel Generation Y: Ihr ist es weniger wichtig, ob sie in einem Startup arbeitet oder bei einem Mittelständler. Vielmehr steht hier die Frage im Mittelpunkt: Begeistern mich meine Arbeit und mein Arbeitgeber? In den Antworten darauf liegt auch die hohe Attraktivität von Startups begründet: Sie bestehen aus kleinen Teams, jeder ist wichtig, das Engagement und der Arbeitseinsatz sind hoch, die Hierarchien flach und durchlässig. Meine dringender Appell an Personaler lautet also: Schaffen Sie ähnliche Möglichkeiten in der eigenen Firma. Geben Sie Ihren Mitarbeitern Gelegenheit, sich zu engagieren und zu begeistern – beispielsweise durch hohe Eigenverantwortung in Projekten oder durch Veranstaltungen wie interne Barcamps und ähnliches. Großunternehmen nutzen diese Möglichkeiten schon, für klassische Mittelständler steckt hier noch viel ungenutztes Potenzial im Talent Management.

Babyboomern ist dagegen zum Beispiel eher wichtig, dass der Arbeitsplatz sicher ist. Zudem sprechen sie auf klassische Statussymbole an. Auch die Feedbackkultur ist eine andere in der Zusammenarbeit mit Babyboomern als mit der Generation Y. Zudem ist es Babyboomern wichtiger eine Führungsrolle zu erlangen und internationale Erfahrungen zu sammeln als der Generation Y, wie kürzlich die Zeppelin Universität herausstellte.

3. Wissen Sie, wie Sie Talente binden können?

In Summe kommt es bei Talent Management jedoch darauf an, dass Sie mit Ihren Talenten über Erwartungen sprechen und hierzu eine Plattform in Ihrem Unternehmen haben, damit Talente hierarchieübergreifend miteinander und mit Ihnen als HR und Fachbereich sprechen können. Talent Circle bieten hier eine Möglichkeit, diese Vernetzung herzustellen.

Unsere Empfehlung:

„Natürlich geht es unseren Beschäftigten gut und Talente werden in einem solchen Umfeld bleiben“, so lautet der Satz, den ich kürzlich noch von einem HR-Kollegen gehört habe.  Gleichzeitig ist es höchste Zeit, die rosarote Brille abzusetzen – sonst verlieren Sie Ihre besten Mitarbeiter! Identifizieren Sie Ihre Talente, bevor Ihr Wettbewerber diese identifiziert! Betrachten Sie die Erwartungen Ihrer Talente differenziert – die Gneration Y und die Genartion der Babyboomer haben unterschiedliche Bedürfnisse und Erwartungen. Und schließlich: Erfüllen Sie die Erwartungen der Talente! Ich hoffe, Sie sind gut vorbereitet auf die Headhunter-Anfragen bei Ihren Talenten! Sollten Sie Fragen zum Talent Management haben, stehe ich Ihnen gerne für Impulse mit meinen Kollegen der Haufe Akademie zur Verfügung. Mehr finden Sie zu unserem Angebot TM auf dieser Seite.

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Über den Autor

Christian Severin

Leiter Competence Center Talent Management der Haufe Akademie mit dem Schwerpunkt Talent Management. Erfahrener HR-Manager mit umfangreichem Know-How in wesentlichen HR-Produkten wie Kompetenzmodellen, Recruiting, Bindung von Mitarbeitern sowie deren Entwicklung. Christian Severin sammelte seine Erfahrungen als Management Berater und HR Manager in der Deutschen Telekom und sowie mittelständischen Unternehmen. Er ist zudem als Management Coach für Führungskräfte engagiert.

Christian Severin

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