Was darf der Personalrat? Und was nicht?

0

Das Pendant zum Betriebsrat in Unternehmen ist der Personalrat im öffentlichen Dienst. Die Personalräte werden von den Beschäftigten gewählt und vertreten ihre Interessen in den Dienststellen der öffentlichen Verwaltungen. Sie gestalten vor allem die Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen mit und haben dazu weitreichende Rechte. Aber genauso wie die Dienststellenleitung, ist auch die Personalvertretung dazu verpflichtet, zum Wohle der Beschäftigten und zur Erfüllung der der Dienststelle obliegenden Aufgaben vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Der Beitrag zeigt, was dies beinhaltet.

Einen Personalrat bzw. Personalvertretung gibt es immer dann, wenn die Dienststelle über mehr als fünf wahlberechtigte Beschäftigte verfügt. Bei mehrstufigen Verwaltungen werden zudem Bezirkspersonalräte gewählt, bei den obersten Behörden werden Hauptpersonalräte gebildet.

Welche Aufgaben hat der Personalrat?

Der Personalrat überwacht, dass die Rechte und Schutzvorschriften der Beschäftigten eingehalten werden. Er hat ein offenes Ohr für berechtigte Anregungen und Beschwerden der Beschäftigten und ist dazu verpflichtet, sie an den Dienststellenleiter weiterzugeben und Abhilfe einzufordern. Zudem unterstützt er Schwerbehinderte, Auszubildende und ausländische Beschäftigte dabei, sich in die Dienststelle einzugliedern.
Sein wichtigstes Recht ist das allgemeine Initiativrecht, um Maßnahmen anzustoßen, die der Dienststelle und ihren Angehörigen dienen: z. B. Mitarbeiterparkplätze einzurichten, Beförderungsanträge zu stellen oder Betriebsausflüge zu initiieren. Dabei sind dem Personalrat kaum inhaltliche Grenzen gesetzt.

Unsere Seminarempfehlung

Rechte und Pflichten des Personalrats

In diesem Seminar erhalten Sie Einblick in die Struktur sowie die Rechte und Pflichten des Personalrats. Sie lernen typische Konflikte kennen und wie Sie erprobte Lösungsstrategien umsetzen können.


Seminar Rechte und Pflichten des Personalrats

Welche Rechte und Befugnisse hat der Personalrat?

Der Personalrat hat ein weitreichendes Informationsrecht und einen Rechtsanspruch darauf, dass Personalratsmitglieder von ihrer eigentlichen Tätigkeit freigestellt werden. Er entscheidet selbst darüber, welche Mitglieder in welchem Umfang dies betrifft. Die Mitarbeiter müssen lediglich ihre Vorgesetzten darüber informieren, sie brauchen dafür keine Genehmigung. Die Mitglieder haben zudem einen umfassenden Kündigungs- und Versetzungsschutz und dürfen sich für ihre Personalratstätigkeit während ihrer Arbeitszeit weiterbilden. Sie dürfen die Beschäftigten am Arbeitsplatz aufsuchen oder eigene Sprechstunden anbieten.

Bei personellen Einzelmaßnahmen, wie z. B. bei Einstellungen, Versetzungen oder Beförderungen hat der Personalrat ein Mitbestimmungsrecht. Diese Maßnahmen dürfen nur mit dessen Zustimmung durchgeführt werden, andernfalls sind sie unwirksam. Ein Mitwirkungsrecht, bei der der Personalrat zumindest gehört werden muss, hat er z.B. bei Zusammenlegung von Dienststellen, Disziplinarklagen oder Entlassungen. Zudem kann er beim Anhörungsrecht Bedenken äußern, z. B. vor grundlegenden Änderungen von Arbeitsverfahren und Arbeitsabläufen in der Dienststelle.

Pflichten des Personalrats

Das Gebot der vertrauensvollen Zusammenarbeit und die Friedenspflicht sollen gewährleisten, dass sich Personalvertretung und Dienststellenleiter gegenseitig unterstützen und nicht gegeneinander arbeiten. Ihre Arbeit soll dem Wohle der Beschäftigten dienen und ermöglichen, dass die Dienststelle die ihr obliegenden Aufgaben erfüllt. Daher dürfen externe Stellen nicht eingeschaltet werden, solange eine Einigung zwischen beiden Parteien möglich ist.
Personalräte unterliegen der Schweigepflicht, sie gilt auch für Ersatzmitglieder, Sachverständige, Mitglieder von Einigungsstellen und Gewerkschaftsvertreter/innen.

Hinweis: Große Unterschiede in den Bundesländern

Die Personalräte haben in den verschiedenen Bundesländern ganz unterschiedliche Rechte, da die Gesetzgebungskompetenz für das jeweilige Landespersonalvertretungsrecht bei den Bundesländern liegt. Hier gilt es die jeweiligen länderspezifischen Besonderheiten zu beachten.

Like
Like Love Haha Wow Sad Angry
Teilen Sie den Beitrag auf:

Über den Autor

Dr. Emily Dang ist Produktmanagerin für den Bereich Entgeltabrechnung und TVöD der Haufe Akademie.
Sie war zuvor bei einem namhaften Versicherungsunternehmen als Trainerin für den Außen- und Innendienst tätig und verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Konzeption und Umsetzung von Bildungsmaßnahmen.

Comments are closed.