Innovationsmanagement: „Ändere die Welt; sie braucht es.“

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Das wusste Bertolt Brecht, und Sie wissen es auch. Aber wie ändern wir die Welt? Wie hat sich die Welt in der Vergangenheit verändert?

Am rasantesten sicherlich durch bahnbrechende Innovationen wie das Rad, den Buchdruck, die Dampfmaschine oder, etwas aktueller, das Internet.

Diese Erfindungen haben die Menschheit und die Welt, in der sie lebt, radikal verändert. Und wie sind diese Innovationen entstanden? Manche sicherlich durch Zufall, andere durch intensive Forschung und Innovationsmanagement. Eines haben sie gemeinsam: Sie haben die Bedürfnisse des Marktes erkannt und Nutzen geschaffen, der sie zu großen Erfolgen gemacht hat.

Bahnbrechende Innovationen sind für den Unternehmenserfolg zum Glück nicht immer notwendig. Manchmal sind es die kleinen Entwicklungen, die Unternehmen zum Durchbruch verhelfen. Allerdings ist die Welt heute so komplex und so dynamisch geworden, dass zufällige Entdeckungen immer seltener die Grundlage für Innovationen sind. Es bedarf eines systematischen Innovationsmanagements, um in der Produktentwicklung erfolgreich zu sein.

Heutzutage stellt sich nicht mehr die Frage, ob wir überhaupt Innovationen benötigen, sondern wie wir Innovationen in einem betriebsindividuellen, optimierten Prozess umsetzen können. Insbesondere in den rohstoffarmen Ländern stellen Innovationen die Keimzelle eines Unternehmens dar, die den Unternehmenswert nachhaltig steigern kann. Mittlerweile widmen sich Hochschulstudiengänge, Institute und Vereine diesem Thema.

Innovationen bedeuten dabei nicht nur technischen Vorsprung. Innovation ist eine interdisziplinäre Aufgabe des Managements über alle betrieblichen Bereiche. Ideen entstehen nicht nur im Innovationsmanagement, sondern häufig auch in der Praxis. Die Themenfelder der Innovationen umfassen Prozess, Markt, Ressourcen, Organisation, Produkt, Methoden und Strategie. Innovationsmanagement ist dadurch weiter gefasst als Technologiemanagement und F+E-Management und geht über die tägliche Routine der Beschäftigten hinaus. Dabei stellt Innovationsmanagement ein repetitiven Prozess dar, der Ideen in erfolgreiche Produkte oder Dienstleistungen, Marktpositionierung, optimale Prozesse und Unternehmenskultur umwandelt. Zentrum des Innovationsmanagements bedeutet jedoch nicht nur Ideen zu sammeln, sondern die systematische Verwertung von Verbesserungsvorschlägen zur Erreichung wirtschaftlichen Nutzens.

Innovationen sind aktuell wie nie zuvor. Ein bekanntes Beispiel stellt sicherlich das Unternehmen „Apple“ dar, das durch ständige Innovationen erfolgreich ist wie nie zuvor. Der Konzern hat es dadurch geschafft, die Marktpositionen auszubauen, wodurch sie in der Lage sind, sowohl die Nachfrage zu bestimmen als auch die Lieferanten zu kontrollieren. Demgegenüber steht der Handy-hersteller „Nokia“, der einst der weltweit erfolgreichste Hersteller von Handys war. Das Unternehmen hat es nicht geschafft, langfristige Innovationen zu liefern und dadurch ihre Marktstellung zu sichern. Erst durch den Druck vom Markt, attraktive Smartphones anzubieten, wurde Nokia zu erneuter Innovation gezwungen und kann heute wieder am Markt konkurrieren.

Der Erfolg von Innovationen wird auch in geschichtlichen Entwicklungen deutlich. In der Luftfahrt ist dies an den beiden Erfindungen der Brüder Wright und Ferdinand von Zeppelins zur Jahrhundertwende zu erkennen. Damals stellte der Zeppelin ökonomisch eine Alternative zum Motorenflug in der gewerbsmäßigen Luftfahrt dar. Während die Gebrüder Wright den Grundstein für die gewerbliche Nutzung der Luftfahrt legten, verschwand die Innovation der Starrluftschiffe vom Markt. Ähnlich verhielt es sich 1969 mit dem Erstflug der Concorde und der Boeing 747. Das Angebot der Concorde war zwar exquisit und aufregend, jedoch nur für wohlhabende Kunden zu bezahlen. Sowohl der Zeppelin als auch die Concorde stellten zwar hochinnovative Produkte dar, die aber hinsichtlich ihres originären Nutzens zu ersetzen waren. Der Erfolg des Innovationsmanagements zur Steigerung des Unternehmenswerts ist mit der langfristigen Entwicklung der jeweiligen Märkte verknüpft. Die Produkte oder Dienstleistungen, die eine echte Innovation am Markt darstellen und langfristige Perspektiven haben, stellen den nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens sicher.

Um zukünftige Potenziale aufzuzeigen, ist es sinnvoll, sich mit der Entwicklung von Nachfrage und Kundenbedürfnissen auseinanderzusetzen. Die Innovationen und Produktprofile von morgen liefern für die strategische Unternehmensentwicklung wichtige Impulse.

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Über den Autor

Andreas Siebe

Trainer der Haufe Akademie und Vorstand von SCMI, Kooperationspartner der Haufe Akademie.

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