{"id":42463,"date":"2026-02-02T14:55:55","date_gmt":"2026-02-02T13:55:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/?post_type=glossary&#038;p=42463"},"modified":"2026-02-02T14:55:55","modified_gmt":"2026-02-02T13:55:55","slug":"umsatzsteuer","status":"publish","type":"glossary","link":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/glossar\/umsatzsteuer\/","title":{"rendered":"Umsatzsteuer"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Umsatzsteuer<\/strong><\/h1>\n<p>Die Umsatzsteuer \u2013 auch Mehrwertsteuer genannt \u2013 wird auf Waren sowie auf Dienstleistungen erhoben und gilt als eine der wichtigsten Einnahmequellen des Staates. Umsatzsteuerpflichtige Unternehmen sind dazu verpflichtet, die Umsatzsteuer korrekt zu erheben und an das Finanzamt abzuf\u00fchren. Eine regelm\u00e4\u00dfige Meldung der Umsatzsteuer erfolgt im Rahmen der sogenannten Umsatzsteuer-Voranmeldung.<\/p>\n<h2>Definition: Was ist die Umsatzsteuer?<\/h2>\n<p>Bei der Umsatzsteuer handelt es sich um eine <strong>Steuer auf Ums\u00e4tze, also auf Warenlieferungen und Dienstleistungen<\/strong>. Umsatzsteuer m\u00fcssen sowohl private Endverbraucher als auch Unternehmen bezahlen, die eine Ware kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch nehmen. Derjenige, der die Lieferung oder Leistung erbringt, muss die eingenommene Umsatzsteuer dann an das Finanzamt abf\u00fchren. Im Rechnungswesen muss die Umsatzsteuer sowohl bei Eink\u00e4ufen als auch bei Verk\u00e4ufen beachtet werden.<\/p>\n<p>Umsatzsteuerpflichtig sind Unternehmen unabh\u00e4ngig von ihrer Rechtsform. Auch Selbstst\u00e4ndige und Freiberufler sind umsatzsteuerpflichtig.<\/p>\n<p>Bis auf wenige Ausnahmen wird auf alle Konsumabgaben eine Umsatzsteuer erhoben. Als sogenannte Gemeinschaftsteuer steht die Umsatzsteuer sowohl dem Bund als auch den Bundesl\u00e4ndern zu<strong>.<\/strong><\/p>\n<p>H\u00e4ufig wird statt Umsatzsteuer der Begriff \u201eMehrwertsteuer\u201c gebraucht. Inhaltlich besteht zwischen beiden Begriffen aber keinerlei Unterschied.<\/p>\n<h2>Rechtsgrundlagen f\u00fcr die Umsatzsteuer<\/h2>\n<p>Gesetzliche Grundlage f\u00fcr die Umsatzsteuer ist das <strong>Umsatzsteuergesetz (UStG).<\/strong> Dieses enth\u00e4lt die Regelungen, an die sich Unternehmen bei der Ausf\u00fchrung von Lieferungen und Leistungen halten m\u00fcssen. Aber nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Finanzverwaltung sowie die zust\u00e4ndigen Finanzgerichte sind an das UStG gebunden.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem finden sich ausf\u00fchrliche Informationen zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Lieferungen und Leistungen auch in der <strong>Umsatzsteuer-Durchf\u00fchrungsverordnung (UStDV).<\/strong> Dabei handelt es sich um eine Rechtsverordnung, deren Ziel es ist, Detailfragen zum Umsatzsteuerrecht zu beantworten und die einheitliche Rechtsanwendung durch Finanzverwaltung und Rechtsprechung bei der Umsatzsteuer zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<h2>Die verschiedenen Umsatzsteuers\u00e4tze<\/h2>\n<p>Bei der Umsatzsteuer ist in Deutschland grunds\u00e4tzlich zu unterscheiden zwischen:<\/p>\n<ul>\n<li>dem Regel-Umsatzsteuersatz von <strong>19 Prozent<\/strong>,<\/li>\n<li>dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz von <strong>7 Prozent <\/strong>und<\/li>\n<li><strong>umsatzsteuerfreien <\/strong>Ums\u00e4tzen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das bedeutet: Grunds\u00e4tzlich gilt ein Umsatzsteuersatz von 19 Prozent. In bestimmten F\u00e4llen reduziert sich der Umsatzsteuersatz auf 7 Prozent. Dies ergibt sich aus \u00a7 12 Abs. 2 UStG.<\/p>\n<p>Beispiele f\u00fcr Waren oder Dienstleistungen mit <strong>erm\u00e4\u00dfigtem Steuersatz:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Ein Gro\u00dfteil der Lebensmittel<\/li>\n<li>Zeitungen, Zeitschriften und B\u00fccher<\/li>\n<li>Hotel\u00fcbernachtungen<\/li>\n<li>Tickets f\u00fcr Theater, Konzerte und Museen<\/li>\n<li>Tickets f\u00fcr den Personennahverkehr<\/li>\n<li>Kunstgegenst\u00e4nde<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr den <strong>Verkauf von Speisen und Getr\u00e4nken<\/strong> in der Gastronomie ist zu unterscheiden: Durch die Neuregelung durch das Steuer\u00e4nderungsgesetz 2025 gilt f\u00fcr Speisen dauerhaft der erm\u00e4\u00dfigte Steuersatz von <strong>7 Prozent<\/strong> \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob die Speise zum Verzehr vor Ort im Restaurant angeboten wird oder der Kunde die Speise mitnimmt.\u00a0 Diese Absenkung gilt aber nicht f\u00fcr Getr\u00e4nke.<\/p>\n<p>In folgenden zwei Branchen wird ein separater Steuersatz erhoben:<\/p>\n<ul>\n<li>F\u00fcr landwirtschaftliche Ertr\u00e4ge wird eine Umsatzsteuer von 7,8 Prozent f\u00e4llig<\/li>\n<li>F\u00fcr forstwirtschaftliche Erzeugnisse gilt eine Umsatzsteuer von 5,5 Prozent<\/li>\n<\/ul>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr die Anwendung dieser Steuers\u00e4tze in der Land- und Forstwirtschaft ist, dass der Gesamtumsatz in dem land- bzw. forstwirtschaftlichen Betrieb im vorangegangenen Kalenderjahr <strong>weniger als 600.000 Euro<\/strong> betragen hat.<\/p>\n<h2>Welche Leistungen sind umsatzsteuerfrei?<\/h2>\n<p>Gem\u00e4\u00df \u00a7 4 UStG sind bestimmte Lieferungen und sonstige Leistungen steuerfrei. Nicht umsatzsteuerpflichtig sind zum Beispiel:<\/p>\n<ul>\n<li>Ausfuhrlieferungen in das EU-Ausland (innergemeinschaftliche Lieferungen)<\/li>\n<li>Ausfuhrlieferungen in L\u00e4nder au\u00dferhalb der EU<\/li>\n<li>Vermietung und Verpachtung von Grundst\u00fccken<\/li>\n<li>Immobilienverk\u00e4ufe<\/li>\n<li>Heilbehandlungen von \u00c4rzten, Hebammen und Heilpraktikern<\/li>\n<li>Bestimmte Bank- und Finanzgesch\u00e4fte<\/li>\n<li>Schul- und Bildungsleistungen<\/li>\n<li>K\u00fcnstlerische und kulturelle Darbietungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>In bestimmten F\u00e4llen handelt sich dabei um eine \u201eunechte\u201c Steuerbefreiung handelt. Dann ist der Vorsteuerabzug ausgeschlossen. Davon zu unterscheiden sind \u201eechte\u201c Steuerbefreiungen, bei denen ein Vorsteuerabzug m\u00f6glich ist.<\/p>\n<h2>Was bedeutet Vorsteuerabzug?<\/h2>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sollen mit der Umsatzsteuer letztendlich Produkte und Dienstleistungen besteuert werden, die von privaten Endverbrauchern erworben werden. Umsatzsteuer muss aber auch in Rechnung gestellt werden, wenn Unternehmen Waren und Dienstleistungen an andere Unternehmen verkaufen.<\/p>\n<p>Damit Unternehmen, denen von einem anderen Unternehmen Umsatzsteuer in Rechnung gestellt wird, dadurch nicht wirtschaftlich belastet werden, sind die Unternehmen in der Regel zum sogenannten Vorsteuerabzug berechtigt. Das bedeutet: Sie k\u00f6nnen sich die gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt erstatten lassen. Die vom Unternehmen gezahlte Umsatzsteuer wird als Vorsteuer bezeichnet, weil das Unternehmen in Vorleistung geht.<\/p>\n<p>Die Vorsteuer kann entweder im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung oder im Rahmen der Umsatzsteuererkl\u00e4rung geltend gemacht werden. Unter welchen Voraussetzungen ein Vorsteuerabzug m\u00f6glich ist, regelt das UStG.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Wichtig: <\/strong>Zum Vorsteuerabzug sind nur Unternehmen berechtigt, private Endverbraucher dagegen nicht.<\/p><\/blockquote>\n<h2>Was ist eine Umsatzsteuer-Voranmeldung?<\/h2>\n<p>Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist eine regelm\u00e4\u00dfige Meldung, welche die Unternehmen beim Finanzamt einreichen \u2013 entweder monatlich oder quartalsweise. Dabei geben die Betriebe ihre Ums\u00e4tze und Vorsteuerbetr\u00e4ge f\u00fcr den jeweiligen Abrechnungszeitraum an. Auf Basis der Umsatzsteuer-Voranmeldung wird die Umsatzsteuerschuld berechnet, die entweder zu zahlen ist oder als Vorsteuerverg\u00fctung erstattet wird.<\/p>\n<p>Ob die Umsatzsteuer-Voranmeldung monatlich oder viertelj\u00e4hrlich erfolgen muss, h\u00e4ngt von der H\u00f6he der im Vorjahr abgef\u00fchrten Umsatzsteuer ab.<\/p>\n<h2>Wer ben\u00f6tigt eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer?<\/h2>\n<p>Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (kurz: USt-ID) ben\u00f6tigen alle Unternehmen,<\/p>\n<ul>\n<li>die Waren ins EU-Ausland liefern oder<\/li>\n<li>sonstige Leistungen im EU-Ausland erbringen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr Rechnungen innerhalb Deutschlands gen\u00fcgt die Steuernummer. Die USt-ID kann beim <strong>Bundeszentralamt f\u00fcr Steuern <\/strong>beantragt werden.<\/p>\n<h2>Was bedeutet die \u201eKleinunternehmerregelung\u201c?<\/h2>\n<p>Bestimmte Unternehmen k\u00f6nnen die sogenannte Kleinunternehmerregelung gem\u00e4\u00df \u00a7 19 UStG in Anspruch nehmen und sich damit von der <strong>Umsatzsteuerpflicht befreien lassen<\/strong>. Ein Unternehmer gilt als Kleinunternehmen, wenn sein Umsatz im Vorjahr 25.000 Euro nicht \u00fcberschritten hat und im laufenden Jahr nicht \u00fcber 100.000 Euro liegt.<\/p>\n<h2>Was ist das \u201eReverse-Charge Verfahren\u201c?<\/h2>\n<p>Unter bestimmten Voraussetzungen ist gem\u00e4\u00df <strong>\u00a7 13 UStG<\/strong> nicht der Leistungserbringer Steuerschuldner, sondern der Leistungsempf\u00e4nger. Dann muss der Leistungsempf\u00e4nger die f\u00e4llige Umsatzsteuer abf\u00fchren (\u201eReverse-Charge-Verfahren\u201c). Der Leistungserbringer hat in diesem Fall in seiner Rechnung darauf hinzuweisen, dass der Leistungsempf\u00e4nger Steuerschuldner ist. Beim \u201eReverse-Charge-Verfahren\u201c muss von beiden beteiligten Unternehmen die jeweilige USt-ID auf der Rechnung vermerkt werden.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\"><div class=\"seminartipp\">\r\n\t\r\n\t<div class=\"content-wrapper\">\r\n\t\t\r\n\t\t<div class=\"\">\r\n\t\t\t<h2>Unsere Seminarempfehlungen<\/h2>\r\n\t\t\t<p class=\"h3\">Rechnungswesen Seminare<\/p>\r\n\t\t\t<p>Im Finanz- und Rechnungswesen z\u00e4hlt Aktualit\u00e4t. Neue Bewertungs- oder Bilanzierungsvorschriften, \u00c4nderungen im Steuerrecht und digitale Prozesse stellen dich st\u00e4ndig vor neue Herausforderungen.<\/p>\n<p>Praxisnahes Fachwissen, topaktuelle Inhalte und erfahrene Referent:innen. Mit unserer Weiterbildung bleibst du im Rechnungswesen und Steuerrecht sicher, up to date und fit f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<br\/>\r\n\t\t\t<a class=\"btn\" href=\"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/hierarchy\/rechnungswesen-steuern-und-finanzen\" onclick=\"target_econda_article()\" data-track-style=\"clickbtn\" data-track-type=\"link\" data-track-action=\"recoprimary\" target=\"_blank\">Zu unserem Rechnungswesen Seminarangebot<\/a>\r\n\t\t<\/div>\r\n\t<\/div>\r\n\t<div class=\"clear\"><\/div>\r\n\t\r\n<\/div>\n<h2>FAQ<\/h2>\n<h3 data-start=\"25\" data-end=\"91\">Umsatzsteuer oder Mehrwertsteuer: ist das ein Unterschied?<\/h3>\n<p data-start=\"92\" data-end=\"196\">Nein. \u201eMehrwertsteuer\u201c ist nur der gebr\u00e4uchliche Name \u2013 <strong data-start=\"148\" data-end=\"178\">inhaltlich ist es dasselbe<\/strong> wie Umsatzsteuer.<\/p>\n<h3 data-start=\"198\" data-end=\"253\">Welche Umsatzsteuers\u00e4tze gibt es in Deutschland?<\/h3>\n<p data-start=\"254\" data-end=\"566\">Grunds\u00e4tzlich <strong data-start=\"268\" data-end=\"276\">19 %<\/strong> (Regelsatz) oder <strong data-start=\"294\" data-end=\"301\">7 %<\/strong> (erm\u00e4\u00dfigt, z. B. viele Lebensmittel, B\u00fccher, \u00d6PNV-Tickets). Au\u00dferdem gibt es <strong data-start=\"379\" data-end=\"408\">umsatzsteuerfreie Ums\u00e4tze<\/strong> (z. B. bestimmte Lieferungen\/Leistungen nach \u00a7 4 UStG). In Land- und Forstwirtschaft gelten teils <strong data-start=\"507\" data-end=\"516\">7,8 %<\/strong> bzw. <strong data-start=\"522\" data-end=\"531\">5,5 %<\/strong> bei Umsatz &lt; 600.000 \u20ac im Vorjahr.<\/p>\n<h3 data-start=\"568\" data-end=\"624\">Was ist Vorsteuerabzug und wer darf ihn nutzen?<\/h3>\n<p data-start=\"625\" data-end=\"839\">Unternehmen k\u00f6nnen sich die <strong data-start=\"653\" data-end=\"677\">gezahlt Umsatzsteuer<\/strong> (Vorsteuer) in der Regel <strong data-start=\"703\" data-end=\"737\">vom Finanzamt erstatten lassen<\/strong>, damit sie wirtschaftlich nicht belastet werden. <strong data-start=\"787\" data-end=\"813\">Private Endverbraucher<\/strong> haben dieses Recht nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umsatzsteuer Die Umsatzsteuer \u2013 auch Mehrwertsteuer genannt \u2013 wird auf Waren sowie auf Dienstleistungen erhoben und gilt als eine der wichtigsten Einnahmequellen des Staates. 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Eine regelm\u00e4\u00dfige Meldung der Umsatzsteuer erfolgt im Rahmen der sogenannten Umsatzsteuer-Voranmeldung.\r\n<h2>Definition: Was ist die Umsatzsteuer?<\/h2>\r\nBei der Umsatzsteuer handelt es sich um eine <strong>Steuer auf Ums\u00e4tze, also auf Warenlieferungen und Dienstleistungen<\/strong>. Umsatzsteuer m\u00fcssen sowohl private Endverbraucher als auch Unternehmen bezahlen, die eine Ware kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch nehmen. Derjenige, der die Lieferung oder Leistung erbringt, muss die eingenommene Umsatzsteuer dann an das Finanzamt abf\u00fchren. Im Rechnungswesen muss die Umsatzsteuer sowohl bei Eink\u00e4ufen als auch bei Verk\u00e4ufen beachtet werden.\r\n\r\nUmsatzsteuerpflichtig sind Unternehmen unabh\u00e4ngig von ihrer Rechtsform. Auch Selbstst\u00e4ndige und Freiberufler sind umsatzsteuerpflichtig.\r\n\r\nBis auf wenige Ausnahmen wird auf alle Konsumabgaben eine Umsatzsteuer erhoben. Als sogenannte Gemeinschaftsteuer steht die Umsatzsteuer sowohl dem Bund als auch den Bundesl\u00e4ndern zu<strong>.<\/strong>\r\n\r\nH\u00e4ufig wird statt Umsatzsteuer der Begriff \u201eMehrwertsteuer\u201c gebraucht. Inhaltlich besteht zwischen beiden Begriffen aber keinerlei Unterschied.\r\n<h2>Rechtsgrundlagen f\u00fcr die Umsatzsteuer<\/h2>\r\nGesetzliche Grundlage f\u00fcr die Umsatzsteuer ist das <strong>Umsatzsteuergesetz (UStG).<\/strong> Dieses enth\u00e4lt die Regelungen, an die sich Unternehmen bei der Ausf\u00fchrung von Lieferungen und Leistungen halten m\u00fcssen. Aber nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Finanzverwaltung sowie die zust\u00e4ndigen Finanzgerichte sind an das UStG gebunden.\r\n\r\nAu\u00dferdem finden sich ausf\u00fchrliche Informationen zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Lieferungen und Leistungen auch in der <strong>Umsatzsteuer-Durchf\u00fchrungsverordnung (UStDV).<\/strong> Dabei handelt es sich um eine Rechtsverordnung, deren Ziel es ist, Detailfragen zum Umsatzsteuerrecht zu beantworten und die einheitliche Rechtsanwendung durch Finanzverwaltung und Rechtsprechung bei der Umsatzsteuer zu gew\u00e4hrleisten.\r\n<h2>Die verschiedenen Umsatzsteuers\u00e4tze<\/h2>\r\nBei der Umsatzsteuer ist in Deutschland grunds\u00e4tzlich zu unterscheiden zwischen:\r\n<ul>\r\n \t<li>dem Regel-Umsatzsteuersatz von <strong>19 Prozent<\/strong>,<\/li>\r\n \t<li>dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz von <strong>7 Prozent <\/strong>und<\/li>\r\n \t<li><strong>umsatzsteuerfreien <\/strong>Ums\u00e4tzen<\/li>\r\n<\/ul>\r\nDas bedeutet: Grunds\u00e4tzlich gilt ein Umsatzsteuersatz von 19 Prozent. In bestimmten F\u00e4llen reduziert sich der Umsatzsteuersatz auf 7 Prozent. Dies ergibt sich aus \u00a7 12 Abs. 2 UStG.\r\n\r\nBeispiele f\u00fcr Waren oder Dienstleistungen mit <strong>erm\u00e4\u00dfigtem Steuersatz:<\/strong>\r\n<ul>\r\n \t<li>Ein Gro\u00dfteil der Lebensmittel<\/li>\r\n \t<li>Zeitungen, Zeitschriften und B\u00fccher<\/li>\r\n \t<li>Hotel\u00fcbernachtungen<\/li>\r\n \t<li>Tickets f\u00fcr Theater, Konzerte und Museen<\/li>\r\n \t<li>Tickets f\u00fcr den Personennahverkehr<\/li>\r\n \t<li>Kunstgegenst\u00e4nde<\/li>\r\n<\/ul>\r\nF\u00fcr den <strong>Verkauf von Speisen und Getr\u00e4nken<\/strong> in der Gastronomie ist zu unterscheiden: Durch die Neuregelung durch das Steuer\u00e4nderungsgesetz 2025 gilt f\u00fcr Speisen dauerhaft der erm\u00e4\u00dfigte Steuersatz von <strong>7 Prozent<\/strong> \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob die Speise zum Verzehr vor Ort im Restaurant angeboten wird oder der Kunde die Speise mitnimmt.\u00a0 Diese Absenkung gilt aber nicht f\u00fcr Getr\u00e4nke.\r\n\r\nIn folgenden zwei Branchen wird ein separater Steuersatz erhoben:\r\n<ul>\r\n \t<li>F\u00fcr landwirtschaftliche Ertr\u00e4ge wird eine Umsatzsteuer von 7,8 Prozent f\u00e4llig<\/li>\r\n \t<li>F\u00fcr forstwirtschaftliche Erzeugnisse gilt eine Umsatzsteuer von 5,5 Prozent<\/li>\r\n<\/ul>\r\nVoraussetzung f\u00fcr die Anwendung dieser Steuers\u00e4tze in der Land- und Forstwirtschaft ist, dass der Gesamtumsatz in dem land- bzw. forstwirtschaftlichen Betrieb im vorangegangenen Kalenderjahr <strong>weniger als 600.000 Euro<\/strong> betragen hat.\r\n<h2>Welche Leistungen sind umsatzsteuerfrei?<\/h2>\r\nGem\u00e4\u00df \u00a7 4 UStG sind bestimmte Lieferungen und sonstige Leistungen steuerfrei. Nicht umsatzsteuerpflichtig sind zum Beispiel:\r\n<ul>\r\n \t<li>Ausfuhrlieferungen in das EU-Ausland (innergemeinschaftliche Lieferungen)<\/li>\r\n \t<li>Ausfuhrlieferungen in L\u00e4nder au\u00dferhalb der EU<\/li>\r\n \t<li>Vermietung und Verpachtung von Grundst\u00fccken<\/li>\r\n \t<li>Immobilienverk\u00e4ufe<\/li>\r\n \t<li>Heilbehandlungen von \u00c4rzten, Hebammen und Heilpraktikern<\/li>\r\n \t<li>Bestimmte Bank- und Finanzgesch\u00e4fte<\/li>\r\n \t<li>Schul- und Bildungsleistungen<\/li>\r\n \t<li>K\u00fcnstlerische und kulturelle Darbietungen<\/li>\r\n<\/ul>\r\nIn bestimmten F\u00e4llen handelt sich dabei um eine \u201eunechte\u201c Steuerbefreiung handelt. Dann ist der Vorsteuerabzug ausgeschlossen. Davon zu unterscheiden sind \u201eechte\u201c Steuerbefreiungen, bei denen ein Vorsteuerabzug m\u00f6glich ist.\r\n<h2>Was bedeutet Vorsteuerabzug?<\/h2>\r\nGrunds\u00e4tzlich sollen mit der Umsatzsteuer letztendlich Produkte und Dienstleistungen besteuert werden, die von privaten Endverbrauchern erworben werden. Umsatzsteuer muss aber auch in Rechnung gestellt werden, wenn Unternehmen Waren und Dienstleistungen an andere Unternehmen verkaufen.\r\n\r\nDamit Unternehmen, denen von einem anderen Unternehmen Umsatzsteuer in Rechnung gestellt wird, dadurch nicht wirtschaftlich belastet werden, sind die Unternehmen in der Regel zum sogenannten Vorsteuerabzug berechtigt. Das bedeutet: Sie k\u00f6nnen sich die gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt erstatten lassen. Die vom Unternehmen gezahlte Umsatzsteuer wird als Vorsteuer bezeichnet, weil das Unternehmen in Vorleistung geht.\r\n\r\nDie Vorsteuer kann entweder im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung oder im Rahmen der Umsatzsteuererkl\u00e4rung geltend gemacht werden. Unter welchen Voraussetzungen ein Vorsteuerabzug m\u00f6glich ist, regelt das UStG.\r\n<blockquote><strong>Wichtig: <\/strong>Zum Vorsteuerabzug sind nur Unternehmen berechtigt, private Endverbraucher dagegen nicht.<\/blockquote>\r\n<h2>Was ist eine Umsatzsteuer-Voranmeldung?<\/h2>\r\nDie Umsatzsteuer-Voranmeldung ist eine regelm\u00e4\u00dfige Meldung, welche die Unternehmen beim Finanzamt einreichen \u2013 entweder monatlich oder quartalsweise. Dabei geben die Betriebe ihre Ums\u00e4tze und Vorsteuerbetr\u00e4ge f\u00fcr den jeweiligen Abrechnungszeitraum an. Auf Basis der Umsatzsteuer-Voranmeldung wird die Umsatzsteuerschuld berechnet, die entweder zu zahlen ist oder als Vorsteuerverg\u00fctung erstattet wird.\r\n\r\nOb die Umsatzsteuer-Voranmeldung monatlich oder viertelj\u00e4hrlich erfolgen muss, h\u00e4ngt von der H\u00f6he der im Vorjahr abgef\u00fchrten Umsatzsteuer ab.\r\n<h2>Wer ben\u00f6tigt eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer?<\/h2>\r\nEine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (kurz: USt-ID) ben\u00f6tigen alle Unternehmen,\r\n<ul>\r\n \t<li>die Waren ins EU-Ausland liefern oder<\/li>\r\n \t<li>sonstige Leistungen im EU-Ausland erbringen.<\/li>\r\n<\/ul>\r\nF\u00fcr Rechnungen innerhalb Deutschlands gen\u00fcgt die Steuernummer. Die USt-ID kann beim <strong>Bundeszentralamt f\u00fcr Steuern <\/strong>beantragt werden.\r\n<h2>Was bedeutet die \u201eKleinunternehmerregelung\u201c?<\/h2>\r\nBestimmte Unternehmen k\u00f6nnen die sogenannte Kleinunternehmerregelung gem\u00e4\u00df \u00a7 19 UStG in Anspruch nehmen und sich damit von der <strong>Umsatzsteuerpflicht befreien lassen<\/strong>. Ein Unternehmer gilt als Kleinunternehmen, wenn sein Umsatz im Vorjahr 25.000 Euro nicht \u00fcberschritten hat und im laufenden Jahr nicht \u00fcber 100.000 Euro liegt.\r\n<h2>Was ist das \u201eReverse-Charge Verfahren\u201c?<\/h2>\r\nUnter bestimmten Voraussetzungen ist gem\u00e4\u00df <strong>\u00a7 13 UStG<\/strong> nicht der Leistungserbringer Steuerschuldner, sondern der Leistungsempf\u00e4nger. Dann muss der Leistungsempf\u00e4nger die f\u00e4llige Umsatzsteuer abf\u00fchren (\u201eReverse-Charge-Verfahren\u201c). Der Leistungserbringer hat in diesem Fall in seiner Rechnung darauf hinzuweisen, dass der Leistungsempf\u00e4nger Steuerschuldner ist. Beim \u201eReverse-Charge-Verfahren\u201c muss von beiden beteiligten Unternehmen die jeweilige USt-ID auf der Rechnung vermerkt werden.\r\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">[pods name=\"seminartipp\" slug=\"35030\" template=\"Seminartipp\"]<\/p>\r\n\r\n<h2>FAQ<\/h2>\r\n<h3 data-start=\"25\" data-end=\"91\">Umsatzsteuer oder Mehrwertsteuer: ist das ein Unterschied?<\/h3>\r\n<p data-start=\"92\" data-end=\"196\">Nein. \u201eMehrwertsteuer\u201c ist nur der gebr\u00e4uchliche Name \u2013 <strong data-start=\"148\" data-end=\"178\">inhaltlich ist es dasselbe<\/strong> wie Umsatzsteuer.<\/p>\r\n\r\n<h3 data-start=\"198\" data-end=\"253\">Welche Umsatzsteuers\u00e4tze gibt es in Deutschland?<\/h3>\r\n<p data-start=\"254\" data-end=\"566\">Grunds\u00e4tzlich <strong data-start=\"268\" data-end=\"276\">19 %<\/strong> (Regelsatz) oder <strong data-start=\"294\" data-end=\"301\">7 %<\/strong> (erm\u00e4\u00dfigt, z. B. viele Lebensmittel, B\u00fccher, \u00d6PNV-Tickets). Au\u00dferdem gibt es <strong data-start=\"379\" data-end=\"408\">umsatzsteuerfreie Ums\u00e4tze<\/strong> (z. B. bestimmte Lieferungen\/Leistungen nach \u00a7 4 UStG). In Land- und Forstwirtschaft gelten teils <strong data-start=\"507\" data-end=\"516\">7,8 %<\/strong> bzw. <strong data-start=\"522\" data-end=\"531\">5,5 %<\/strong> bei Umsatz &lt; 600.000 \u20ac im Vorjahr.<\/p>\r\n\r\n<h3 data-start=\"568\" data-end=\"624\">Was ist Vorsteuerabzug und wer darf ihn nutzen?<\/h3>\r\n<p data-start=\"625\" data-end=\"839\">Unternehmen k\u00f6nnen sich die <strong data-start=\"653\" data-end=\"677\">gezahlt Umsatzsteuer<\/strong> (Vorsteuer) in der Regel <strong data-start=\"703\" data-end=\"737\">vom Finanzamt erstatten lassen<\/strong>, damit sie wirtschaftlich nicht belastet werden. <strong data-start=\"787\" data-end=\"813\">Private Endverbraucher<\/strong> haben dieses Recht nicht.<\/p>","acf":{"p_authors":null},"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.1.1 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Umsatzsteuer: Steuers\u00e4tze, Vorsteuer, Voranmeldung &amp; USt-ID<\/title>\n<meta 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