{"id":45913,"date":"2026-05-28T14:28:31","date_gmt":"2026-05-28T12:28:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/?post_type=glossary&#038;p=45913"},"modified":"2026-05-28T14:28:31","modified_gmt":"2026-05-28T12:28:31","slug":"kreditor","status":"publish","type":"glossary","link":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/glossar\/kreditor\/","title":{"rendered":"Kreditor"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Kreditor<\/strong><\/h1>\n<h2>Definition von Kreditor<\/h2>\n<p>Als Kreditor bezeichnet man im Rechnungswesen den <strong>Gl\u00e4ubiger einer offenen Forderung aus einer (Dienst-)Leistung oder einer Warenlieferung<\/strong>. Der Gl\u00e4ubiger bzw. Kreditor ist der Warenlieferant oder der Dienstleister, dem ein Kunde Geld schuldet. Gegen\u00fcber dem Empf\u00e4nger von Waren oder Leistungen hat er einen Anspruch auf Zahlung des vereinbarten Kaufpreises. Der Empf\u00e4nger der Ware oder Leistung ist der Schuldner der Forderung (sog. Debitor).<\/p>\n<blockquote><p>Zusammengefasst bedeutet dies: Jeder Unternehmer oder Selbstst\u00e4ndige, der etwas auf Rechnung anbietet, ist Kreditor und jeder Kunde, der etwas auf Rechnung erh\u00e4lt, ist Debitor.<\/p><\/blockquote>\n<p>In der Bilanz werden Kreditoren (Lieferantenverbindlichkeiten) auf der Passivseite ausgewiesen, da sie zu den Verbindlichkeiten z\u00e4hlen.<\/p>\n<h2>Die Kreditorenrechnung \u2013 was ist das?<\/h2>\n<p>Der Kreditor geht mit seiner Leistung oder Warenlieferung in Vorleistung und stellt anschlie\u00dfend eine Rechnung, die sog. Kreditorenrechnung. Das hei\u00dft, die Kreditorenrechnung wird nicht direkt vor Ort bezahlt. Das ist der entscheidende Unterschied zum Barkauf.<\/p>\n<p>Eine Kreditorenrechnung kann entweder einmalig (bei einmaligen Bestellungen oder Eink\u00e4ufen) oder wiederkehrend sein. Wiederkehrend sind zum Beispiel laufende Vertr\u00e4ge oder Abos.<\/p>\n<h2>Die Kreditorenlaufzeit<\/h2>\n<p>Die Kreditorenlaufzeit (auch Lieferantenziel genannt) bildet den Zeitraum ab, in dem eine offene Rechnung bezahlt werden muss. Sie bezeichnet den Zeitraum zwischen Rechnungseingang und F\u00e4lligkeit der Zahlung. Das Gesetz gew\u00e4hrt Unternehmen 30 Tage Zeit, um offene Forderungen zu begleichen.<\/p>\n<p>Kreditoren sind jedoch berechtigt, k\u00fcrzere Laufzeiten festzulegen. Wenn in der Rechnung ein bestimmtes Datum als Zahlungsziel ausgewiesen ist, muss der Kunde die Rechnung bis zu diesem Datum begleichen, um nicht in Zahlungsverzug zu geraten.<\/p>\n<h2>Was macht die Kreditorenbuchhaltung?<\/h2>\n<p>Die Kreditorenbuchhaltung k\u00fcmmert sich \u2013 als Teil der Buchhaltung \u2013 um die Erfassung, Archivierung und fristgerechte Zahlung von Kreditorenrechnungen.<\/p>\n<p>Zu den Aufgaben der Kreditorenbuchhaltung geh\u00f6ren:<\/p>\n<ul>\n<li>Eingehende Rechnungen erfassen<\/li>\n<li>Rechnungen in Bezug auf Preis, Menge und Zahlungsziel pr\u00fcfen<\/li>\n<li>Zahlungen p\u00fcnktlich veranlassen<\/li>\n<li>Archivierung der Rechnung sicherstellen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kreditoren bekommen in der Buchhaltung eine Kreditorennummer zugewiesen. Damit k\u00f6nnen Eingangsrechnungen, Zahlungen und Gutschriften schnell und einfach zugeordnet werden. Die Kreditorennummer stellt sicher, dass die finanziellen Verpflichtungen gegen\u00fcber Lieferanten unkompliziert nachvollzogen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Standardm\u00e4\u00dfig wird f\u00fcr Kreditorennummern der Zahlenbereich 70000 bis 99999 verwendet. Diese Aufteilung ist aber nicht verpflichtend. Eine davon abweichende Nummerierung ist erlaubt, sofern die Systematik insgesamt nachvollziehbar bleibt.<\/p>\n<h2>Was ist ein debitorischer Kreditor?<\/h2>\n<p>Ein Kreditor wird zu einem debitorischen Kreditor, wenn das Kreditorenkonto ein Soll aufweist. Dies ist der Fall, wenn der Kreditor dem anderen Unternehmen Geld schuldet.<\/p>\n<p>Konkret bedeutet dies: Ein Kreditor wird zum debitorischen Kreditor, wenn die Ware nicht, versp\u00e4tet, unvollst\u00e4ndig oder mit M\u00e4ngeln geliefert wird, obwohl sie vom Kunden bereits bezahlt wurde.<\/p>\n<h2>Welches Risiko tragen Kreditoren?<\/h2>\n<p>Der Kreditor geht in Vorleistung. Deshalb tragen Kreditoren grunds\u00e4tzlich das Risiko, dass der Kunde die Ware oder (Dienst-)Leistung nicht, nicht vollst\u00e4ndig oder versp\u00e4tet zahlt.<\/p>\n<p>Das Kreditorenziel besteht darin, das Kreditorenrisiko und somit das Ausfallrisiko so gering wie m\u00f6glich zu halten. Unbezahlte Forderungen k\u00f6nnen f\u00fcr Kreditoren zu Liquidit\u00e4tsproblemen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Offene Forderungen mit einem l\u00e4ngeren Zahlungsverzug sind in der Bilanz als sogenannte zweifelhafte Forderungen zu verbuchen. Dazu muss der Kreditor eine Prognose zur R\u00fcckzahlungswahrscheinlichkeit erstellen. Wenn die Prognose ergibt, dass die Zahlung \u00fcberhaupt nicht mehr erfolgt, dann handelt es sich um eine sogenannte uneinbringliche Forderung. Diese ist als Abschreibung zu verbuchen.<\/p>\n<h2>Wenn ein Kunde die Rechnung nicht rechtzeitig bezahlt<\/h2>\n<p>Wenn ein Kunde seine Rechnung nicht rechtzeitig bezahlt, k\u00f6nnen Kreditoren dem Schuldner eine Mahnung zukommen lassen, um ihn zur Zahlung zu bewegen. Bezahlt der Kunde auch nach der ersten Mahnung die Rechnung nicht, kann der Kreditor eine zweite und notfalls eine dritte Mahnung verschicken. Falls der Schuldner auch darauf nicht reagiert, k\u00f6nnen sich Kreditoren anwaltliche Hilfe holen oder sich an ein Inkassob\u00fcro wenden.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df \u00a7 286 Abs. 1 BGB gilt: Der Schuldner kommt grunds\u00e4tzlich dann in Verzug, wenn der Kreditor ihn nach Eintritt der F\u00e4lligkeit der Zahlung anmahnt und der Schuldner daraufhin die Rechnung nicht bezahlt.<\/p>\n<p>Zu beachten ist aber: Wenn der Kreditor in der Rechnung ein konkretes Datum nennt, bis zu dem die Zahlung erfolgen muss, dann ger\u00e4t der Schuldner automatisch in Verzug, wenn er die Rechnung bis zum angegebenen Termin nicht bezahlt. In diesem Fall bedarf es keiner Mahnung, um den Schuldnerverzug auszul\u00f6sen. Dies ergibt sich aus \u00a7 286 Abs. 2 Nr. 1 BGB.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\"><div class=\"seminartipp\">\r\n\t\r\n\t<div class=\"content-wrapper\">\r\n\t\t\r\n\t\t<div class=\"\">\r\n\t\t\t<h2>Unsere Seminarempfehlungen<\/h2>\r\n\t\t\t<p class=\"h3\">Rechnungswesen Seminare<\/p>\r\n\t\t\t<p>Im Finanz- und Rechnungswesen z\u00e4hlt Aktualit\u00e4t. Neue Bewertungs- oder Bilanzierungsvorschriften, \u00c4nderungen im Steuerrecht und digitale Prozesse stellen dich st\u00e4ndig vor neue Herausforderungen.<\/p>\n<p>Praxisnahes Fachwissen, topaktuelle Inhalte und erfahrene Referent:innen. 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Er hat also eine Forderung, weil er Waren geliefert oder eine Leistung erbracht hat, die noch nicht bezahlt wurde.<\/p>\n<p><strong>Was ist der Unterschied zwischen Kreditor und Debitor?<\/strong><br \/>\nDer Kreditor ist der Gl\u00e4ubiger einer Forderung, also derjenige, der Geld bekommt. Der Debitor ist der Schuldner, also derjenige, der die Rechnung bezahlen muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kreditor Definition von Kreditor Als Kreditor bezeichnet man im Rechnungswesen den Gl\u00e4ubiger einer offenen Forderung aus einer (Dienst-)Leistung oder einer Warenlieferung. Der Gl\u00e4ubiger bzw. Kreditor ist der Warenlieferant oder der Dienstleister, dem ein Kunde Geld schuldet. Gegen\u00fcber dem Empf\u00e4nger von Waren oder Leistungen hat er einen Anspruch auf Zahlung des vereinbarten Kaufpreises. 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Gegen\u00fcber dem Empf\u00e4nger von Waren oder Leistungen hat er einen Anspruch auf Zahlung des vereinbarten Kaufpreises. Der Empf\u00e4nger der Ware oder Leistung ist der Schuldner der Forderung (sog. Debitor).\r\n<blockquote>Zusammengefasst bedeutet dies: Jeder Unternehmer oder Selbstst\u00e4ndige, der etwas auf Rechnung anbietet, ist Kreditor und jeder Kunde, der etwas auf Rechnung erh\u00e4lt, ist Debitor.<\/blockquote>\r\nIn der Bilanz werden Kreditoren (Lieferantenverbindlichkeiten) auf der Passivseite ausgewiesen, da sie zu den Verbindlichkeiten z\u00e4hlen.\r\n<h2>Die Kreditorenrechnung \u2013 was ist das?<\/h2>\r\nDer Kreditor geht mit seiner Leistung oder Warenlieferung in Vorleistung und stellt anschlie\u00dfend eine Rechnung, die sog. Kreditorenrechnung. Das hei\u00dft, die Kreditorenrechnung wird nicht direkt vor Ort bezahlt. 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