{"id":48475,"date":"2026-08-25T13:59:43","date_gmt":"2026-08-25T11:59:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/?post_type=glossary&#038;p=48475"},"modified":"2026-08-25T13:59:43","modified_gmt":"2026-08-25T11:59:43","slug":"behinderung","status":"publish","type":"glossary","link":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/glossar\/behinderung\/","title":{"rendered":"Behinderung"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Behinderung<\/strong><\/h1>\n<h2>Definition von Behinderung<\/h2>\n<p>Eine Behinderung liegt vor, wenn eine k\u00f6rperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeintr\u00e4chtigung Menschen in Wechselwirkung mit Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hindert. Entscheidend ist also nicht nur die Beeintr\u00e4chtigung selbst, sondern auch das Umfeld. Treppen, fehlende digitale Barrierefreiheit, Vorurteile oder unpassende Arbeitsbedingungen k\u00f6nnen eine Einschr\u00e4nkung verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Im deutschen Recht ist die Behinderung vor allem im Sozialgesetzbuch geregelt, insbesondere im SGB IX. Dort geht es um Teilhabe, Rehabilitation, Leistungen und den Schutz vor Benachteiligung.<\/p>\n<h2>Einordnung von Behinderungen<\/h2>\n<p>Eine Behinderung kann sichtbar oder unsichtbar sein. Dazu z\u00e4hlen zum Beispiel Mobilit\u00e4tseinschr\u00e4nkungen, Sehbehinderungen, H\u00f6rbehinderungen, chronische Erkrankungen, psychische Erkrankungen, Lernschwierigkeiten oder Autismus. Ob eine Beeintr\u00e4chtigung als Behinderung gilt, h\u00e4ngt davon ab, wie stark sie die Teilhabe beeinflusst.<\/p>\n<h2>GdB und Schwerbehinderung<\/h2>\n<p>Der Grad der Behinderung, kurz GdB, beschreibt die Auswirkungen einer gesundheitlichen Beeintr\u00e4chtigung auf die Teilhabe. Er wird in Zehnerschritten von 20 bis 100 festgestellt. Eine Schwerbehinderung liegt vor, wenn ein GdB von mindestens 50 anerkannt wurde.<\/p>\n<p>Die Feststellung erfolgt in der Regel durch die zust\u00e4ndige Versorgungsbeh\u00f6rde. Sie pr\u00fcft \u00e4rztliche Unterlagen und bewertet nicht nur Diagnosen, sondern deren Auswirkungen im Alltag. Zwei Menschen mit derselben Diagnose k\u00f6nnen deshalb unterschiedliche GdB-Werte erhalten.<\/p>\n<h2>Nachteilsausgleiche und Leistungen bei Behinderung<\/h2>\n<p>Nachteilsausgleiche sollen bestehende Nachteile ausgleichen, nicht bevorzugen. Sie helfen dabei, Teilhabe in Schule, Beruf, Mobilit\u00e4t und Alltag zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Arbeitsleben:<\/strong> besonderer K\u00fcndigungsschutz, Zusatzurlaub, Hilfen zur Arbeitsplatzgestaltung oder Unterst\u00fctzung durch Integrationsfachdienste.<\/li>\n<li><strong>Mobilit\u00e4t:<\/strong> Parkerleichterungen, Verg\u00fcnstigungen im \u00f6ffentlichen Verkehr oder Fahrdienste, abh\u00e4ngig von Merkzeichen und Bedarf.<\/li>\n<li><strong>Bildung:<\/strong> Pr\u00fcfungsanpassungen, technische Hilfsmittel, Assistenz oder barrierefreie Lernumgebungen.<\/li>\n<li><strong>Alltag:<\/strong> Pflegeleistungen, Hilfsmittel, Eingliederungshilfe oder Unterst\u00fctzung beim selbstbestimmten Leben.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Barrieren als Ursache von Benachteiligung<\/h2>\n<p>Behinderung entsteht oft dort, wo Barrieren Teilhabe verhindern. Ein:e Rollstuhlfahrer:in ist nicht durch den Rollstuhl benachteiligt, sondern durch ein Geb\u00e4ude ohne Aufzug. Eine geh\u00f6rlose Person wird ausgeschlossen, wenn Informationen nur gesprochen und nicht visuell bereitgestellt werden.<\/p>\n<p>Barrierefreiheit bedeutet deshalb mehr als Rampen. Sie umfasst verst\u00e4ndliche Sprache, digitale Zug\u00e4nglichkeit, Untertitel, Leitsysteme, flexible Arbeitsmodelle und eine Gesellschaft, die Vielfalt einplant.<\/p>\n<h2>Praxisbeispiel: Behinderung im Arbeitsalltag<\/h2>\n<p>Eine Person mit chronischer Erkrankung kann grunds\u00e4tzlich arbeiten, braucht aber flexible Pausen und einen angepassten Arbeitsplatz. Ohne Anpassungen entsteht eine Einschr\u00e4nkung der Leistungsf\u00e4higkeit. Mit passenden Leistungen, technischer Ausstattung und klaren Absprachen kann die Person ihre Aufgaben erf\u00fcllen und am Berufsleben teilhaben.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\"><div class=\"seminartipp\">\r\n\t\r\n\t<div class=\"content-wrapper\">\r\n\t\t\r\n\t\t<div class=\"\">\r\n\t\t\t<h2>Unsere Seminarempfehlungen<\/h2>\r\n\t\t\t\r\n\t\t\t<p>HR gestaltet Zukunft. 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Eine Beeintr\u00e4chtigung wird vor allem dann als Behinderung eingeordnet, wenn sie langfristig besteht und die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft wesentlich erschwert.<\/p>\n<h3>Ab wann gilt man als schwerbehindert?<\/h3>\n<p>Als schwerbehindert gilt eine Person in Deutschland ab einem GdB von 50. Die Anerkennung muss beantragt und durch die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde festgestellt werden.<\/p>\n<h3>Was ist der Unterschied zwischen Behinderung und Krankheit?<\/h3>\n<p>Eine Krankheit beschreibt meist einen medizinischen Zustand. Eine Behinderung beschreibt die langfristigen Auswirkungen einer Beeintr\u00e4chtigung auf Teilhabe, Alltag und gesellschaftliche Beteiligung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Behinderung Definition von Behinderung Eine Behinderung liegt vor, wenn eine k\u00f6rperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeintr\u00e4chtigung Menschen in Wechselwirkung mit Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hindert. 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