{"id":48484,"date":"2026-08-25T14:07:46","date_gmt":"2026-08-25T12:07:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/?post_type=glossary&#038;p=48484"},"modified":"2026-08-25T14:07:46","modified_gmt":"2026-08-25T12:07:46","slug":"berichtigung","status":"publish","type":"glossary","link":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/glossar\/berichtigung\/","title":{"rendered":"Berichtigung"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Berichtigung<\/strong><\/h1>\n<h2>Definition von Berichtigung<\/h2>\n<p>Eine Berichtigung ist die Korrektur einer offensichtlichen Unrichtigkeit in einem Dokument, einer Entscheidung oder einem beh\u00f6rdlichen Vorgang. Sie dient dazu, Schreibfehler, Rechenfehler, Namensverwechslungen oder \u00e4hnliche Unrichtigkeiten zu beseitigen. Inhaltlich soll die Berichtigung nichts Neues entscheiden, sondern den bereits gemeinten Inhalt richtig wiedergeben.<\/p>\n<p>Im rechtlichen Kontext betrifft die Berichtigung h\u00e4ufig ein Urteil, einen Beschluss oder ein amtliches Dokument. Das Gericht oder die Beh\u00f6rde korrigiert dabei nur Fehler, die klar erkennbar sind. Eine Berichtigung ist deshalb keine zweite inhaltliche Pr\u00fcfung der Entscheidung.<\/p>\n<h2>Berichtigung im gerichtlichen Verfahren<\/h2>\n<p>In Zivilverfahren regelt die ZPO, wann ein Gericht eine Entscheidung berichtigen kann. Besonders relevant ist die Berichtigung nach \u00a7 319 ZPO. Danach k\u00f6nnen Schreibfehler, Rechenfehler und \u00e4hnliche offenbare Unrichtigkeiten in einem Urteil oder Beschluss korrigiert werden.<\/p>\n<p>Das Gericht kann die Berichtigung von Amts wegen vornehmen oder auf Antrag einer beteiligten Partei. Wird die Korrektur vorgenommen, geschieht dies meist durch einen Berichtigungsbeschluss. Dieser Beschluss dokumentiert, welche Stelle ge\u00e4ndert wird und wie die richtige Fassung lautet.<\/p>\n<h2>Typische F\u00e4lle einer Berichtigung<\/h2>\n<p>Eine Berichtigung kommt vor allem dann in Betracht, wenn der Fehler objektiv erkennbar ist und sich ohne neue rechtliche Bewertung korrigieren l\u00e4sst. Typische Beispiele sind:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Schreibfehler:<\/strong> Ein Name, ein Datum oder eine Aktennummer wurde falsch geschrieben.<\/li>\n<li><strong>Rechenfehler:<\/strong> Eine Summe wurde falsch addiert, obwohl die Berechnungsgrundlage eindeutig ist.<\/li>\n<li><strong>\u00dcbertragungsfehler:<\/strong> Ein Wert aus den Entscheidungsgr\u00fcnden wurde falsch in den Tenor \u00fcbernommen.<\/li>\n<li><strong>Verwechslung:<\/strong> Eine Partei oder Beh\u00f6rde wurde offensichtlich falsch bezeichnet.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Antrag auf Berichtigung<\/h2>\n<p>Ein Antrag auf Berichtigung sollte klar benennen, welches Dokument betroffen ist, wo der Fehler steht und welche Korrektur begehrt wird. Sinnvoll ist auch eine kurze Begr\u00fcndung, warum es sich um eine offensichtliche Unrichtigkeit handelt.<\/p>\n<p>Zu beachten ist, dass ein Berichtigungsantrag kein Ersatz f\u00fcr ein Rechtsmittel ist. Wer die rechtliche Bewertung eines Gerichts angreifen m\u00f6chte, muss pr\u00fcfen, ob Berufung, Beschwerde oder ein anderes Rechtsmittel m\u00f6glich ist. Die Berichtigung \u00e4ndert nur formale oder erkennbare Fehler, nicht die inhaltliche Entscheidung.<\/p>\n<h2>Abgrenzung zur inhaltlichen \u00c4nderung<\/h2>\n<p>Die wichtigste Grenze der Berichtigung liegt zwischen Fehlerkorrektur und neuer Entscheidung. Eine Berichtigung darf nicht dazu f\u00fchren, dass das Gericht seine rechtliche Auffassung nachtr\u00e4glich \u00e4ndert. Auch eine andere Beweisw\u00fcrdigung oder eine neue Pr\u00fcfung des Sachverhalts ist nicht Gegenstand der Berichtigung.<\/p>\n<p>Ist unklar, ob ein Fehler nur \u00e4u\u00dferlich oder inhaltlich ist, kommt es auf den erkennbaren Willen der entscheidenden Stelle an. L\u00e4sst sich aus Urteil, Beschluss oder Akte eindeutig ableiten, was gemeint war, spricht dies f\u00fcr eine Berichtigung. Muss dagegen neu entschieden werden, reicht eine Berichtigung nicht aus.<\/p>\n<h2>Berichtigung bei Beh\u00f6rden und Dokumenten<\/h2>\n<p>Auch Beh\u00f6rden k\u00f6nnen Dokumente berichtigen, wenn offensichtliche Unrichtigkeiten vorliegen. Das betrifft etwa Bescheide, Registereintr\u00e4ge oder amtliche Schreiben. Je nach Rechtsgebiet gelten besondere Vorschriften. Gemeinsam ist ihnen, dass die Korrektur nachvollziehbar sein muss und die urspr\u00fcngliche Entscheidung nicht unzul\u00e4ssig ersetzt werden darf.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\"><div class=\"seminartipp\">\r\n\t\r\n\t<div class=\"content-wrapper\">\r\n\t\t\r\n\t\t<div class=\"\">\r\n\t\t\t<h2>Unsere Seminarempfehlungen<\/h2>\r\n\t\t\t<p class=\"h3\">Seminare: Assistenz und Office-Management<\/p>\r\n\t\t\t<p>Heute wissen, was morgen wichtig ist<br \/>\nDie Rolle der Assistenz ver\u00e4ndert sich. 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Ein Rechtsmittel richtet sich gegen den Inhalt einer Entscheidung.<\/p>\n<h3>Wer kann eine Berichtigung beantragen?<\/h3>\n<p>In gerichtlichen Verfahren k\u00f6nnen Beteiligte einen Antrag stellen. Das Gericht kann aber auch von Amts wegen t\u00e4tig werden.<\/p>\n<h3>Was ist ein Berichtigungsbeschluss?<\/h3>\n<p>Ein Berichtigungsbeschluss ist die gerichtliche Entscheidung, mit der ein Fehler in einem Urteil oder Beschluss offiziell korrigiert wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berichtigung Definition von Berichtigung Eine Berichtigung ist die Korrektur einer offensichtlichen Unrichtigkeit in einem Dokument, einer Entscheidung oder einem beh\u00f6rdlichen Vorgang. Sie dient dazu, Schreibfehler, Rechenfehler, Namensverwechslungen oder \u00e4hnliche Unrichtigkeiten zu beseitigen. Inhaltlich soll die Berichtigung nichts Neues entscheiden, sondern den bereits gemeinten Inhalt richtig wiedergeben. 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