{"id":48625,"date":"2026-08-31T13:51:00","date_gmt":"2026-08-31T11:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/?post_type=glossary&#038;p=48625"},"modified":"2026-08-31T13:51:00","modified_gmt":"2026-08-31T11:51:00","slug":"kleinunternehmerregelung","status":"publish","type":"glossary","link":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/glossar\/kleinunternehmerregelung\/","title":{"rendered":"Kleinunternehmerregelung"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Kleinunternehmerregelung<\/strong><\/h1>\n<h2>Was ist die Kleinunternehmerregelung?<\/h2>\n<p>Die Kleinunternehmerregelung ist eine steuerliche Vereinfachung f\u00fcr Unternehmer:innen mit geringem Umsatz. Sie ist in \u00a7 19 UStG geregelt. Wer die Voraussetzungen erf\u00fcllt, muss auf Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen und keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abf\u00fchren. Im Gegenzug ist aber auch kein Vorsteuerabzug m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Regelung richtet sich vor allem an Gr\u00fcnder:innen, nebenberuflich Selbstst\u00e4ndige, Freelancer:innen und kleine Betriebe. Sie reduziert den Aufwand bei der Umsatzsteuer, ersetzt aber nicht andere steuerliche Pflichten wie Einkommensteuer, Gewinnermittlung oder die Abgabe relevanter Steuererkl\u00e4rungen.<\/p>\n<h2>Voraussetzungen und Umsatzgrenzen<\/h2>\n<p>Damit Unternehmer:innen die Kleinunternehmerregelung nutzen k\u00f6nnen, m\u00fcssen bestimmte Umsatzgrenzen eingehalten werden. Nach aktueller Rechtslage darf der Umsatz im vorangegangenen Kalenderjahr h\u00f6chstens 25.000 Euro betragen. Im laufenden Kalenderjahr darf der Umsatz 100.000 Euro nicht \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p>Wichtig ist der Gesamtumsatz nach den Regeln des UStG. Dazu z\u00e4hlen grunds\u00e4tzlich steuerbare Ums\u00e4tze, bestimmte steuerfreie Ums\u00e4tze bleiben jedoch au\u00dfer Betracht. Wer neu gr\u00fcndet, muss den voraussichtlichen Umsatz realistisch sch\u00e4tzen. Das Finanzamt pr\u00fcft die Angaben meist im Rahmen der steuerlichen Erfassung.<\/p>\n<h2>Kleinunternehmerregelung und Rechnung<\/h2>\n<p>Kleinunternehmer:innen d\u00fcrfen auf ihrer Rechnung keine Umsatzsteuer ausweisen. Stattdessen sollte ein Hinweis auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung stehen. Eine g\u00e4ngige Formulierung lautet: \u201eKein Ausweis von Umsatzsteuer aufgrund der Anwendung der Kleinunternehmerregelung gem\u00e4\u00df \u00a7 19 UStG.\u201c<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Pflichtangaben:<\/strong> Name und Anschrift, Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Rechnungsdatum, Leistungsbeschreibung, Entgelt und fortlaufende Rechnungsnummer.<\/li>\n<li><strong>Kein Umsatzsteuerausweis:<\/strong> Wird Umsatzsteuer trotzdem ausgewiesen, kann sie gegen\u00fcber dem Finanzamt geschuldet sein.<\/li>\n<li><strong>Transparenz:<\/strong> Der Hinweis hilft Kund:innen, die fehlende Umsatzsteuer richtig einzuordnen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Vorsteuerabzug und praktische Folgen<\/h2>\n<p>Ein zentraler Nachteil der Kleinunternehmerregelung ist der fehlende Vorsteuerabzug. Kleinunternehmer:innen k\u00f6nnen die Umsatzsteuer aus Eingangsrechnungen nicht vom Finanzamt zur\u00fcckholen. Das wirkt sich besonders aus, wenn hohe Investitionen anfallen, etwa f\u00fcr Technik, Waren, Fahrzeuge oder Ausstattung.<\/p>\n<h2>Abgrenzung zur Regelbesteuerung<\/h2>\n<p>Bei der Regelbesteuerung weisen Unternehmer:innen Umsatzsteuer auf Rechnungen aus, f\u00fchren diese an das Finanzamt ab und d\u00fcrfen Vorsteuer geltend machen. Die Regelbesteuerung kann sinnvoll sein, wenn viele Gesch\u00e4ftskund:innen angesprochen werden oder gr\u00f6\u00dfere Anschaffungen geplant sind.<\/p>\n<p>Wer freiwillig auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet, ist an diese Entscheidung in der Regel f\u00fcr f\u00fcnf Kalenderjahre gebunden. Deshalb sollten Unternehmer:innen vor dem Wechsel pr\u00fcfen, wie sich Umsatz, Kostenstruktur, Kundengruppe und Investitionen entwickeln.<\/p>\n<div class=\"seminartipp\">\r\n\t\r\n\t<div class=\"content-wrapper\">\r\n\t\t\r\n\t\t<div class=\"\">\r\n\t\t\t<h2>Unsere Seminarempfehlungen<\/h2>\r\n\t\t\t<p class=\"h3\">Rechnungswesen Seminare<\/p>\r\n\t\t\t<p>Im Finanz- und Rechnungswesen z\u00e4hlt Aktualit\u00e4t. Neue Bewertungs- oder Bilanzierungsvorschriften, \u00c4nderungen im Steuerrecht und digitale Prozesse stellen dich st\u00e4ndig vor neue Herausforderungen.<\/p>\n<p>Praxisnahes Fachwissen, topaktuelle Inhalte und erfahrene Referent:innen. 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Dann gelten die Pflichten der Regelbesteuerung. Unternehmer:innen sollten ihre Ums\u00e4tze daher laufend \u00fcberwachen.<\/p>\n<h3>Gilt die Kleinunternehmerregelung automatisch f\u00fcr alle Steuern?<\/h3>\n<p>Nein. Die Regelung betrifft nur die Umsatzsteuer. Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Buchf\u00fchrungspflichten k\u00f6nnen weiterhin relevant sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kleinunternehmerregelung Was ist die Kleinunternehmerregelung? Die Kleinunternehmerregelung ist eine steuerliche Vereinfachung f\u00fcr Unternehmer:innen mit geringem Umsatz. Sie ist in \u00a7 19 UStG geregelt. Wer die Voraussetzungen erf\u00fcllt, muss auf Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen und keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abf\u00fchren. Im Gegenzug ist aber auch kein Vorsteuerabzug m\u00f6glich. 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