{"id":43197,"date":"2026-03-03T10:00:18","date_gmt":"2026-03-03T09:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/?p=43197"},"modified":"2026-03-02T16:53:20","modified_gmt":"2026-03-02T15:53:20","slug":"vergaberecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/themen\/oeffentlicher-dienst\/vergaberecht\/","title":{"rendered":"Vergaberecht \u00f6ffentlicher Auftraggeber"},"content":{"rendered":"<p>Ob IT-Dienstleistungen, Bauma\u00dfnahmen oder B\u00fcromaterial: Im \u00f6ffentlichen Dienst oder bei \u00f6ffentlichen Auftraggebern begegnet dir das Vergaberecht t\u00e4glich. Es sorgt f\u00fcr einen wirtschaftlichen und transparenten Einsatz \u00f6ffentlicher Gelder und sch\u00fctzt dich vor rechtlichen Risiken wie Nachpr\u00fcfungsverfahren oder Haftung. Das Vergaberecht wirkt komplex: EU-Richtlinien, Verordnungen, Schwellenwerte und verschiedene Verfahrensarten k\u00f6nnen verwirren. Mit dem richtigen Grundwissen verschaffst du dir Klarheit und handelst rechtssicher. Dieser Ratgeber erkl\u00e4rt die wichtigsten Regelungen und zeigt dir, welches Vergabeverfahren wann zum Einsatz kommt.<\/p>\n<blockquote class=\"\"><p><strong>Das Wichtigste in K\u00fcrze<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Definition:<\/strong> Das Vergaberecht regelt die Vergabe \u00f6ffentlicher Auftr\u00e4ge und verpflichtet \u00f6ffentliche Auftraggeber zu Wettbewerb, Gleichbehandlung, Transparenz und wirtschaftlichem Einsatz \u00f6ffentlicher Gelder.<\/li>\n<li><strong>Rechtliche Grundlagen:<\/strong> Das GWB bildet den rechtlichen Rahmen f\u00fcr das sog. EU-Vergaberecht. Die EU-Schwellenwerte 2026 liegen bei ca. 140.000 Euro (Bund), 216.000 Euro (nachgeordnete Stellen) und 5.404.000 Euro (Bauauftr\u00e4ge). Unterhalb der Schwellenwert gilt das nationale Vergaberecht, das wegen der f\u00f6deralen Struktur in Deutschland zersplittert ist.<\/li>\n<li><strong>Vergabepflichtige Stellen:<\/strong> Bund, L\u00e4nder, Kommunen, K\u00f6rperschaften des \u00f6ffentlichen Rechts, \u00f6ffentliche Unternehmen sowie kommunale Eigengesellschaften und Zweckverb\u00e4nde m\u00fcssen das EU-Vergaberecht beachten.<\/li>\n<li><strong>Drei Hauptverfahren:<\/strong> Offenes Verfahren, nichtoffenes Verfahren und Verhandlungsverfahren. Die Wahl h\u00e4ngt von Auftragswert, Leistungsart und Komplexit\u00e4t ab.<\/li>\n<li><strong>E-Vergabe-Pflicht:<\/strong> Seit 2018 m\u00fcssen Vergaben oberhalb der EU-Schwellenwerte vollst\u00e4ndig elektronisch \u00fcber spezielle E-Vergabe-Plattformen abgewickelt werden, was Prozesse beschleunigt und die Dokumentation verbessert.<\/li>\n<li><strong>Erfolgsformel:<\/strong> Rechtssichere Vergaben gelingen durch fundiertes Wissen, fr\u00fche Einbindung der Vergabestelle, pr\u00e4zise Leistungsbeschreibungen, transparente Dokumentation und enge Zusammenarbeit zwischen der Vergabestelle und Fachabteilungen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<h2>Was ist das Vergaberecht?<\/h2>\n<p>Das Vergaberecht regelt die Vergabe \u00f6ffentlicher Auftr\u00e4ge. Es legt fest, wie \u00f6ffentliche Auftraggeber Liefer-, Dienst- und Bauleistungen beschaffen. Anders als bei einer privatrechtlichen Beschaffung m\u00fcssen \u00f6ffentliche Auftraggeber bestimmte Verfahrensregeln und Vorschriften einhalten.<\/p>\n<p><strong>Die zentralen Zielsetzungen der Auftragsvergabe sind:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Wettbewerb f\u00f6rdern<\/strong>: Ziel ist es, m\u00f6glichst vielen Unternehmen einen fairen Zugang zu \u00f6ffentlichen Auftr\u00e4gen zu erm\u00f6glichen.<\/li>\n<li><strong>Gleichbehandlung sichern<\/strong>: Alle Bieter:innen sollen unter denselben Bedingungen am Vergabeverfahren teilnehmen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li><strong>Transparenz schaffen<\/strong>: Vergabeentscheidungen m\u00fcssen nachvollziehbar dokumentiert und \u00fcberpr\u00fcfbar sein.<\/li>\n<li><strong>Wirtschaftlichkeit gew\u00e4hrleisten<\/strong>: \u00d6ffentliche Gelder sollen effizient, sparsam und verantwortungsvoll eingesetzt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr \u00f6ffentliche Auftraggeber bedeutet das: Du tr\u00e4gst die Verantwortung f\u00fcr rechtskonforme Auftragsvergaben. Verst\u00f6\u00dfe k\u00f6nnen zu Nachpr\u00fcfungsverfahren und pers\u00f6nlicher Haftung f\u00fchren. Fundiertes Wissen ist daher unverzichtbar.<\/p>\n<h2>Rechtliche Grundlagen des Vergaberechts<\/h2>\n<p>Das EU-Vergaberecht beruht auf europ\u00e4ischen Vorgaben, die in Deutschland vor allem im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschr\u00e4nkungen (GWB) umgesetzt sind. Darauf aufbauend regeln verschiedene Vergabeverordnungen, wie \u00f6ffentliche Auftr\u00e4ge konkret zu vergeben sind:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>VgV (Vergabeverordnung):<\/strong> gilt f\u00fcr Liefer- und Dienstleistungen oberhalb der EU-Schwellenwerte.<\/li>\n<li><strong>VOB\/A -EU (Vergabe- und Vertragsordnung f\u00fcr Bauleistungen):<\/strong> regelt die Vergabe von Bauauftr\u00e4gen oberhalb der EU-Schwellenwerte<\/li>\n<li><strong>SEktVO (Vergabevordnung f\u00fcr Sektorenauftraggeber):<\/strong> regelt die EU-Vergaben f\u00fcr sog. Sektorenauftraggeber<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die sogenannten Schwellenwerte legen fest, ab wann ein Vergabeverfahren EU-weit bekannt gemacht werden muss und welche Vorschriften anzuwenden sind. Unterhalb der Schwellenwerte beruhen die Regelungen auf dem Bundes- bzw. Landeshaushaltsrecht. In fast allen Bundesl\u00e4ndern und im Bund wird in den haushaltsrechtlichen Vorschriften auf folgende Regelungen Bezug genommen.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>UVgO (Unterschwellenvergabeordnung):<\/strong> regelt die Vergaben f\u00fcr Liefer- und Dienstleistungen<\/li>\n<li><strong>VOB\/A 1. Abschnitt (<\/strong><strong>Vergabe- und Vertragsordnung f\u00fcr Bauleistungen): <\/strong>regelt die Vergabe von Bauauftr\u00e4gen<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Das VgV-Verfahren im Detail<\/h2>\n<p>Die Vergabeverordnung (VgV) gilt f\u00fcr die Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen im Oberschwellenbereich, also f\u00fcr Auftr\u00e4ge, deren Wert \u00fcber den festgelegten EU-Schwellenwerten liegt.<\/p>\n<p><strong>Aktuelle EU-Schwellenwerte (gelten von 1.12026 bis 31.12.2027):<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Liefer- und Dienstleistungen <\/strong>(oberste Bundesbeh\u00f6rden)<strong>:<\/strong>000 Euro<\/li>\n<li><strong>Liefer- und Dienstleistungen<\/strong> (nachgeordnete \u00f6ffentliche Auftraggeber): 216.000 Euro<\/li>\n<li><strong>Bauauftr\u00e4ge:<\/strong>404.000 Euro<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Schwellenwerte bestimmen, ab welchem Auftragswert ein Verfahren EU-weit ausgeschrieben werden muss und damit die VgV anzuwenden ist.<\/p>\n<h3>Ablauf eines VgV-Verfahrens<\/h3>\n<ul>\n<li><strong>Phase 1: Vergabevorbereitung: <\/strong>Zu Beginn wird der Auftrag inhaltlich vorbereitet. Dazu geh\u00f6ren eine eindeutige Leistungsbeschreibung, die Festlegung der Eignungs- und Zuschlagskriterien sowie die Definition der Vertragsbedingungen.<\/li>\n<li><strong>Phase 2: Bekanntmachung: <\/strong>Der Auftrag wird EU-weit \u00fcber das Supplement zum Amtsblatt der Europ\u00e4ischen Union bekannt gemacht.<\/li>\n<li><strong>Phase 3: Angebotsphase: <\/strong>Unternehmen reichen ihre Angebote \u00fcber eine Vergabeplattform ein. Vor Angebotsabgabe k\u00f6nnen Unternehmen Fragen zum Verfahren stellen. Alle Antworten m\u00fcssen in Textform erfolgen und allen Bieter:innen gleicherma\u00dfen zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/li>\n<li><strong>Phase 4: Angebotspr\u00fcfung: <\/strong>Die eingegangenen Angebote werden gepr\u00fcft und gewertet. Dabei geht es um die formale Vollst\u00e4ndigkeit, die fachliche und wirtschaftliche Eignung der Bieter:innen sowie um den Vergleich der Angebote anhand der zuvor festgelegten Zuschlagskriterien.<\/li>\n<li><strong>Phase 5: Zuschlag: <\/strong>Nach Ablauf der vorgeschriebenen Informationsfrist und sofern keine erfolgreichen R\u00fcgen vorliegen, wird der Zuschlag in Textform erteilt. Mit Zuschlagserteilung ist der Vertrag geschlossen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>W\u00e4hrend des gesamten Verfahrens ist eine l\u00fcckenlose Dokumentation wichtig. Sie sorgt f\u00fcr Transparenz und sch\u00fctzt den Auftraggeber im Fall eines Nachpr\u00fcfungsverfahrens.<\/p>\n<div class=\"seminartipp\">\r\n\t\r\n\t<div class=\"content-wrapper\">\r\n\t\t\r\n\t\t\t<div class=\"image\">\r\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"153\" height=\"86\" src=\"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/seminartipp-menschen-gespraech.jpg\" class=\"attachment-pod size-pod\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/seminartipp-menschen-gespraech-300x169@2x.jpg 600w, https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/seminartipp-menschen-gespraech-150x85@2x.jpg 300w, https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/seminartipp-menschen-gespraech-150x85.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 153px) 100vw, 153px\" \/>\r\n\t\t\t<\/div>\r\n\t\t\r\n\t\t<div class=\"content\">\r\n\t\t\t<h2>Unsere Seminarempfehlung<\/h2>\r\n\t\t\t<p class=\"h3\">Vergaberecht aktuell<\/p>\r\n\t\t\t<p>Vergabeverfahren rechtssicher vorbereiten und durchf\u00fchren: Angesichts st\u00e4ndiger Gesetzes\u00e4nderungen und neuer Rechtsprechung ist aktuelles Wissen entscheidend. Im Seminar erh\u00e4ltst du einen \u00dcberblick zu Ausschreibung, Wertung und Rechtsschutz und st\u00e4rkst deine Sicherheit als \u00f6ffentlicher Auftraggeber.<\/p>\n<br\/>\r\n\t\t\t<a class=\"btn\" href=\"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/9348\" onclick=\"target_econda_article()\" data-track-style=\"clickbtn\" data-track-type=\"link\" data-track-action=\"recoprimary\" target=\"_blank\">Seminar: Vergaberecht aktuell<\/a>\r\n\t\t<\/div>\r\n\t<\/div>\r\n\t<div class=\"clear\"><\/div>\r\n\t\r\n<\/div><h2>Wer muss das Vergaberecht beachten?<\/h2>\n<p>Das Vergaberecht gilt f\u00fcr \u00f6ffentliche Auftraggeber im Sinne des GWB. Diese Stellen m\u00fcssen bei der Vergabe von Auftr\u00e4gen die gesetzlichen Vorschriften beachten.<\/p>\n<p><strong>Vergabepflichtige Stellen sind insbesondere:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Bund, L\u00e4nder und Kommunen<\/li>\n<li>K\u00f6rperschaften, Anstalten und Stiftungen des \u00f6ffentlichen Rechts, sofern die Tatbestandsvoraussetzungen des \u00a7 99 Nr. 2 GWB erf\u00fcllt sind, zum Beispiel Universit\u00e4ten oder Krankenkassen<\/li>\n<li>privatrechtlich organisierte Unternehmen, sofern die Tatbestandsvoraussetzungen des \u00a7 99 Nr. 2 GWB erf\u00fcllt sind, zum Beispiel Wirtschaftsf\u00f6rderungs-GmbHs der L\u00e4nder<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gerade bei kommunalen Eigengesellschaften und Sonderformen kommt es auf eine genaue Abgrenzung an. Entscheidend ist unter anderem der Einfluss der \u00f6ffentlichen Hand, der konkrete T\u00e4tigkeitsbereich sowie die Finanzierung.<\/p>\n<h2>Vergabeverfahren: Die wichtigsten Verfahrensarten im \u00dcberblick<\/h2>\n<p>Je nach Auftragswert, Leistungsart und Komplexit\u00e4t stehen dir verschiedene Vergabeverfahren zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Offenes Verfahren<\/strong>: In diesem Verfahren k\u00f6nnen auf Grundlage einer EU-weiten Bekanntmachung alle interessierten Unternehmen ein Angebot abgeben. Es eignet sich besonders f\u00fcr Leistungen, die eindeutig beschrieben werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li><strong>Nichtoffenes Verfahren<\/strong>: Die Auftraggeber:innen w\u00e4hlen in einer EU-weit bekanntgemachten Teilnahme wettbewerbsgeeignete Bieter:innen aus und fordern nur diese zur Angebotsabgabe auf. Dieses Verfahren wird h\u00e4ufig genutzt, wenn mit einer sehr gro\u00dfen Bewerberzahl zu rechnen ist und\/oder eine sehr spezifische Eignung gefragt ist und\/oder die Angebotserstellung bzw. Angebotspr\u00fcfung sehr aufw\u00e4ndig ist<\/li>\n<li><strong>Verhandlungsverfahren<\/strong>: Nach Angebotsabgabe verhandeln Auftraggeber:innen mit den Bieter:innen \u2013 grunds\u00e4tzlich mit Teilnahmewettbewerb. Diese Form wird meist bei technisch anspruchsvollen oder schwer festlegbaren Leistungen genutzt.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Verfahrenswahl nach Kriterien:<\/strong><\/p>\n<div class=\"scroll-shadow\">\n<div class=\"scroll-shadow__content\">\n<table style=\"width: 800px; border-collapse: collapse;\">\n<tbody><!-- Kopfzeile --><\/p>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; padding: 10px; border: 1px solid #ccc; font-weight: bold;\">Kriterium<\/td>\n<td style=\"width: 25%; padding: 10px; border: 1px solid #ccc; font-weight: bold;\">Offenes Verfahren<\/td>\n<td style=\"width: 25%; padding: 10px; border: 1px solid #ccc; font-weight: bold;\">Nichtoffenes Verfahren<\/td>\n<td style=\"width: 25%; padding: 10px; border: 1px solid #ccc; font-weight: bold;\">Verhandlungsverfahren<\/td>\n<\/tr>\n<p><!-- Leistungsart --><\/p>\n<tr>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">Leistungsart<\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">Standardisierte Leistungen, die eindeutig beschrieben werden k\u00f6nnen<\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">Spezifische Leistungen, bei denen nur bestimmte Anbieter geeignet sind<\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">Technisch anspruchsvolle oder schwer festlegbare Leistungen<\/td>\n<\/tr>\n<p><!-- Komplexit\u00e4t --><\/p>\n<tr>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">Komplexit\u00e4t<\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">gering<\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">mittel<\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">hoch<\/td>\n<\/tr>\n<p><!-- Marktsituation --><\/p>\n<tr>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">Marktsituation<\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">Viele Anbieter am Markt verf\u00fcgbar<\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">Nur begrenzte Zahl geeigneter Anbieter oder zu erwartende gro\u00dfe Bieterzahl<\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">Spezialanbieter erforderlich<\/td>\n<\/tr>\n<p><!-- Typischer Einsatzbereich --><\/p>\n<tr>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">Typischer Einsatzbereich<\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">Routinebeschaffungen<\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">Fachleistungen mit Auswahl<\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">Komplexe Projekte mit Verhandlungen<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2>\u00c4nderungen, Aufhebung und Nachpr\u00fcfungsverfahren<\/h2>\n<p>Eine Aufhebung eines Vergabeverfahrens ist zu jeder Zeit zul\u00e4ssig, jedoch k\u00f6nnen die Bieter Schadensersatz begehren, wenn die Aufhebung ohne Grund, d.h. rechtswidrig, erfolgt. Die Aufhebung ist zum Beispiel rechtm\u00e4\u00dfig, wenn:<\/p>\n<ul>\n<li>kein Angebot eingeht, das den Bedingungen entspricht<\/li>\n<li>sich die Grundlagen des Vergabeverfahrens wesentlich \u00e4ndern (z. B. wesentliche \u00c4nderung des Beschaffungsbedarfs)<\/li>\n<li>kein wirtschaftliches Ergebnis erzielt wurde<\/li>\n<li>ein anderer schwerwiegender Grund besteht<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine Aufhebung allein zur Vermeidung unliebsamer Angebote ist nicht nur rechtswidrig, sondern kann auch unwirksam sein. Eine solche Aufhebung darf im Nachpr\u00fcfungsverfahren von der Vergabekammer aufgehoben werden (\u201eAufhebung der Aufhebung\u201c).<\/p>\n<p>\u00c4nderungen der Unterlagen sind nur bis zum Ablauf der Angebotsfrist zul\u00e4ssig und m\u00fcssen allen Bieter:innen gleicherma\u00dfen mitgeteilt werden. Gr\u00f6\u00dfere Anpassungen erfordern h\u00e4ufig eine Fristverl\u00e4ngerung und sollten sorgf\u00e4ltig dokumentiert werden.<\/p>\n<div class=\"seminartipp\">\r\n\t\r\n\t<div class=\"content-wrapper\">\r\n\t\t\r\n\t\t\t<div class=\"image\">\r\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"153\" height=\"143\" src=\"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/seminartipp-vorgesetzte-mann-frau.png\" class=\"attachment-pod size-pod\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/seminartipp-vorgesetzte-mann-frau.png 620w, https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/seminartipp-vorgesetzte-mann-frau-150x141@2x.png 300w, https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/seminartipp-vorgesetzte-mann-frau-150x141.png 150w, https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/seminartipp-vorgesetzte-mann-frau-300x281@2x.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 153px) 100vw, 153px\" \/>\r\n\t\t\t<\/div>\r\n\t\t\r\n\t\t<div class=\"content\">\r\n\t\t\t<h2>Unsere Seminarempfehlung<\/h2>\r\n\t\t\t<p class=\"h3\">Vergaberecht f\u00fcr Bieter<\/p>\r\n\t\t\t<p>Erfolg bei \u00f6ffentlichen Auftr\u00e4gen erfordert, Vergabeunterlagen richtig zu lesen, den rechtlichen Rahmen zu kennen und ein passgenaues Angebot zu erstellen. Auch Gespr\u00e4che und Pr\u00e4sentationen m\u00fcssen gezielt vorbereitet sein. Du erh\u00e4ltst einen \u00dcberblick \u00fcber die aktuelle Rechtslage und lernst anhand praxisnaher Beispiele, Angebote erfolgreich und rechtssicher zu erstellen.<\/p>\n<br\/>\r\n\t\t\t<a class=\"btn\" href=\"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/2438\" onclick=\"target_econda_article()\" data-track-style=\"clickbtn\" data-track-type=\"link\" data-track-action=\"recoprimary\" target=\"_blank\">Seminart: Vergaberecht f\u00fcr Bieter<\/a>\r\n\t\t<\/div>\r\n\t<\/div>\r\n\t<div class=\"clear\"><\/div>\r\n\t\r\n<\/div><p><strong>Beim Umgang mit R\u00fcgen gilt:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Bieter:innen k\u00f6nnen m\u00f6gliche Verst\u00f6\u00dfe sachlich r\u00fcgen.<\/li>\n<li>Auftraggeber:innen sollten die Hinweise pr\u00fcfen und berechtigte Fehler korrigieren.<\/li>\n<li>Die Vergabestelle muss jede Entscheidung nachvollziehbar dokumentieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Werden R\u00fcgen ignoriert, droht ein Nachpr\u00fcfungsverfahren. In diesem Fall kann ein:e Bieter:in zur Vergabekammer gehen, was die Vergabe verz\u00f6gert und im Extremfall zur Aufhebung des Vergabeverfahrens f\u00fchren kann. Rechtssicheres Vorgehen und Transparenz sind daher deine beste Absicherung.<\/p>\n<h2>Vergaberecht in der Praxis: Zusammenarbeit zwischen Vergabestelle und Fachabteilungen<\/h2>\n<p>Vergaberecht betrifft alle in der Beschaffung. Damit \u00f6ffentliche Auftragsvergaben reibungslos funktionieren, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Vergabestelle und Fachabteilungen entscheidend.<\/p>\n<p><strong>Rollenverteilung:<\/strong><\/p>\n<p>Die Fachabteilung kennt den konkreten Bedarf und formuliert die fachlichen Anforderungen. Die Vergabestelle sorgt daf\u00fcr, dass Verfahren und rechtliche Vorgaben eingehalten werden.<\/p>\n<p><strong>Klare Leistungsbeschreibungen:<\/strong><\/p>\n<p>Nur pr\u00e4zise Beschreibungen erm\u00f6glichen vergleichbare Angebote. Unklare Formulierungen f\u00fchren oft zu falschen oder unpassenden Ergebnissen.<\/p>\n<p><strong>Typische Konfliktfelder sind<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li>versp\u00e4tete oder unvollst\u00e4ndige Leistungsbeschreibungen<\/li>\n<li>nachtr\u00e4gliche \u00c4nderungsw\u00fcnsche w\u00e4hrend des Verfahrens<\/li>\n<li>unrealistische Zeitplanungen<\/li>\n<li>nicht abgestimmte Bewertungskriterien<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Erfolgsfaktor:<\/strong><\/p>\n<p>Wird die Vergabestelle fr\u00fch eingebunden und regelm\u00e4\u00dfig abgestimmt, lassen sich Missverst\u00e4ndnisse vermeiden und Vergaben effizient umsetzen.<\/p>\n<h2>E-Vergabe und Digitalisierung im Vergaberecht<\/h2>\n<p>Seit 2018 sind Vergaben oberhalb der EU-Schwellenwerte vollst\u00e4ndig elektronisch abzuwickeln.<\/p>\n<p><strong>Vorteile der E-Vergabe<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li>schnellere Prozesse durch automatisierte Workflows<\/li>\n<li>bessere Nachvollziehbarkeit durch digitale Dokumentation<\/li>\n<li>geringerer Verwaltungsaufwand bei Vergabeverfahren<\/li>\n<li>einfachere Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Zentrale Punkte f\u00fcr die praktische Umsetzung der E-Vergabe:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>F\u00fcr Ver\u00f6ffentlichung, Kommunikation und Angebotseingang kommen spezielle E-Vergabe-Plattformen zum Einsatz. Alle Unterlagen m\u00fcssen elektronisch \u00fcbermittelt werden.<\/li>\n<li>Im Vergabeverfahren gilt insgesamt die Textform. Es d\u00fcrfen in der Regel keine qualifizierten oder fortgeschrittenen Signaturen gefordert werden.<\/li>\n<li>Die Dokumentationspflicht bleibt bestehen, wird jedoch durch automatische Protokolle und Fristen\u00fcberwachung unterst\u00fctzt.<\/li>\n<li>Eine Anbindung an Dokumentenmanagement- oder ERP-Systeme reduziert doppelte Eingaben und hilft, Fehler zu vermeiden.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Fazit: Mit fundiertem Wissen zu rechtssicheren Vergaben<\/h2>\n<p>Das Vergaberecht mag komplex wirken, doch mit solidem Grundwissen meisterst du die Herausforderungen souver\u00e4n. Du sorgst f\u00fcr eine rechtliche Absicherung und arbeitest effizienter.<\/p>\n<p><strong>Deine wichtigsten Erfolgsfaktoren<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li>Verstehe rechtliche Grundlagen und Schwellenwerte.<\/li>\n<li>W\u00e4hle das passende Vergabeverfahren f\u00fcr deine Auftr\u00e4ge.<\/li>\n<li>Arbeite eng mit Vergabestellen und Fachabteilungen zusammen.<\/li>\n<li>Dokumentiere transparent.<\/li>\n<li>Nutze E-Vergabe-Vorteile.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Haufe Akademie als Marktf\u00fchrer f\u00fcr berufliche Qualifizierung bietet speziell auf deine Bed\u00fcrfnisse zugeschnittene <a href=\"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/9348\">Seminare zum Vergaberecht<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/2438\">Praxiswissen f\u00fcr \u00f6ffentliche Auftraggeber<\/a>.<\/p>\n<p>Unsere Weiterbildungen vermitteln praxisnahes Wissen f\u00fcr deinen Arbeitsalltag \u2013 von Grundlagen bis zu Sonderf\u00e4llen. So st\u00e4rkst du deine Position als professionelle:r Vergabeexpert:in.<\/p>\n<h2>FAQ<\/h2>\n<h3>Was ist Vergaberecht?<\/h3>\n<p>Das Vergaberecht regelt die Vergabe \u00f6ffentlicher Auftr\u00e4ge. Es legt fest, wie \u00f6ffentliche Auftraggeber Liefer-, Dienst- und Bauleistungen beschaffen m\u00fcssen, um Wettbewerb, Gleichbehandlung und Transparenz zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<h3>Welche Verfahrensarten gibt es im Vergaberecht?<\/h3>\n<p>Die vier Hauptverfahren im EU-Vergaberecht sind:<\/p>\n<ul>\n<li>offenes Verfahren (alle k\u00f6nnen bieten)<\/li>\n<li>nichtoffenes Verfahren (nur ausgew\u00e4hlte Bieter:innen)<\/li>\n<li>Verhandlungsverfahren (mit Verhandlungsoption)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Wahl h\u00e4ngt von Auftragswert, Leistungsart und Komplexit\u00e4t ab.<\/p>\n<h3>Was besagt die 80\/20-Regel im Vergaberecht?<\/h3>\n<p>Im Vergaberecht bezeichnet die sogenannte 80\/20-Regel eine Sonderregelung bei der Vergabe in Losen. Sie ist in \u00a7 3 Abs. 9 VgV geregelt und betrifft sogenannte Bagatelllose. Grunds\u00e4tzlich m\u00fcssen Lose eines Auftrags, der insgesamt oberhalb der EU-Schwellenwerte liegt, EU-weit ausgeschrieben werden. Ausnahmsweise d\u00fcrfen Auftraggeber jedoch einzelne Lose nach nationalem Recht vergeben, wenn diese beiden Bedingungen erf\u00fcllt sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Einzelwert des Loses liegt unter 80.000 Euro (bei Liefer- und Dienstleistungen) bzw. unter 1 Million Euro (bei Bauleistungen).<\/li>\n<li>Die Summe dieser Lose macht maximal 20 Prozent des Gesamtauftragswertes aller Lose aus.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Regel soll eine praktikable Vergabe kleinerer Lose erm\u00f6glichen, ohne dass f\u00fcr jedes einzelne Los ein vollst\u00e4ndiges EU-Verfahren erforderlich ist.<\/p>\n<p><strong>Wichtig<\/strong>: Eine feste \u201e80\/20-Regel\u201c zur Weitergabe von Leistungen an Nachunternehmer:innen gibt es im Vergaberecht hingegen nicht. Grunds\u00e4tzlich darf im EU-Vergaberecht keine Eigenleistungsquote festgelegt werden.<\/p>\n<h3>Was sind die EU-Schwellenwerte f\u00fcr die Vergabe von \u00f6ffentlichen Ausschreibungen?<\/h3>\n<p>Die aktuellen EU-Schwellenwerte (2026) betragen: 140.000 Euro f\u00fcr Liefer-\/Dienstleistungen (oberste Bundesbeh\u00f6rden), 216.000 Euro f\u00fcr Liefer-\/Dienstleistungen (\u00fcbrige \u00f6ffentliche Auftraggeber) und 5.404.000 Euro f\u00fcr Bauauftr\u00e4ge. Oberhalb dieser Werte musst du EU-weit ausschreiben und das VgV-Verfahren anwenden. Dabei handelt sich immer um die gesch\u00e4tzten Auftragswerte ohne Umsatzsteuer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob IT-Dienstleistungen, Bauma\u00dfnahmen oder B\u00fcromaterial: Im \u00f6ffentlichen Dienst oder bei \u00f6ffentlichen Auftraggebern begegnet dir das Vergaberecht t\u00e4glich. Es sorgt f\u00fcr einen wirtschaftlichen und transparenten Einsatz \u00f6ffentlicher Gelder und sch\u00fctzt dich vor rechtlichen Risiken wie Nachpr\u00fcfungsverfahren oder Haftung. Das Vergaberecht wirkt komplex: EU-Richtlinien, Verordnungen, Schwellenwerte und verschiedene Verfahrensarten k\u00f6nnen verwirren. Mit dem richtigen Grundwissen verschaffst du<\/p>\n<div class=\"pageReadMore\"><i class=\"fa fa-angle-right\"><\/i><a href=\"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/themen\/oeffentlicher-dienst\/vergaberecht\/\" title=\"Beitrag lesen\">Beitrag lesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":30,"featured_media":43203,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_lmt_disableupdate":"yes","_lmt_disable":"no","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1085],"tags":[1556,7128,7130,7129],"class_list":{"0":"post-43197","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-oeffentlicher-dienst","8":"tag-oeffentlicher-dienst","9":"tag-vergaberecht","10":"tag-vergabeverfahren","11":"tag-vgv-verfahren"},"acf":{"p_authors":[10750]},"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.1.1 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Vergaberecht \u00f6ffentlicher Auftraggeber<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/themen\/oeffentlicher-dienst\/vergaberecht\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Vergaberecht \u00f6ffentlicher Auftraggeber\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ob IT-Dienstleistungen, Bauma\u00dfnahmen oder B\u00fcromaterial: Im \u00f6ffentlichen Dienst oder bei \u00f6ffentlichen Auftraggebern begegnet dir das Vergaberecht t\u00e4glich. 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