{"id":46608,"date":"2026-07-06T09:10:05","date_gmt":"2026-07-06T07:10:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/?p=46608"},"modified":"2026-06-19T10:23:04","modified_gmt":"2026-06-19T08:23:04","slug":"midijob","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/themen\/entgeltabrechnung\/midijob\/","title":{"rendered":"Midijobs &#8211; Aktuelles f\u00fcr Entgeltabrechnende"},"content":{"rendered":"<p>In Deutschland arbeiten rund 2,5 Millionen Menschen in einem Midijob.<sup><a href=\"#quelle-midijob-1\">1<\/a><\/sup>\u00a0F\u00fcr Entgeltabrechnende bedeutet das: Das Thema begegnet ihnen in der Abrechnung eher fr\u00fcher als sp\u00e4ter. Darum sollten sie sich mit den speziellen Regelungen auskennen, die ein Midijob mit sich bringt. In diesem Beitrag erf\u00e4hrst du, was bei der Abrechnung eines Midijobs wichtig ist.<\/p>\n<blockquote class=\"\"><p><strong>Alles Wichtige in K\u00fcrze<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Als Midijob gilt ein sozialversicherungspflichtiges Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis mit einem Entgelt von 603,01 Euro bis 2.000 Euro.<\/li>\n<li>Arbeitnehmer:innen profitieren vor allem im unteren Einkommensbereich von geringeren Sozialabgaben.<\/li>\n<li>Arbeitgeber hingegen m\u00fcssen im unteren Einkommensbereich h\u00f6here Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge zahlen.<\/li>\n<li>\u00dcberschreitet das Entgelt die Midijob-Grenze gelegentlich, bleibt der Midijob-Status erhalten. Allerdings hat es beitragsrechtliche Konsequenzen und muss bei der Entgeltabrechnung beachtet werden.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<h2>Was ist ein Midijob?<\/h2>\n<p>Als Midijob gilt ein sozialversicherungspflichtiges Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis, dessen regelm\u00e4\u00dfiges monatliches Arbeitsentgelt innerhalb einer gesetzlich definierten Entgeltspanne liegt \u2013 dem sogenannten \u00dcbergangsbereich. Das Besondere: Arbeitnehmende, deren Gehalt im \u00dcbergangsbereich liegt, zahlen zwar Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge, jedoch weniger als Arbeitnehmende in einem regul\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnis. Daf\u00fcr tr\u00e4gt der Arbeitgeber einen h\u00f6heren Anteil vor allem im unteren Einkommensbereich.<br \/>\nDer \u00dcbergangsbereich beginnt unmittelbar oberhalb der Geringf\u00fcgigkeitsgrenzen (Minijob-Grenze) und endet bei einem festgelegten H\u00f6chstbetrag. Aktuell liegt die Entgeltspanne bei 603,01 Euro bis 2.000 Euro. Ab 2.000,01 Euro gelten die regul\u00e4ren SV-Beitragss\u00e4tze, die sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer:in je zur H\u00e4lfte teilen. Die H\u00f6chstgrenze von 2.000 Euro gilt seit dem 1. Januar 2023.<\/p>\n<blockquote class=\"\"><p><strong>Achtung: Minijob-Grenze seit 2022 dynamisch<\/strong><\/p>\n<p>Die Minijob-Grenze ist seit Oktober 2022 an den Mindestlohn gekoppelt und somit dynamisch: Erh\u00f6ht sich der Mindestlohn, steigt auch die Minijob-Grenze. Das hat potenziell Auswirkungen auf Midijobbende und ihre Gehaltsabrechnung. Verdienen sie am unteren Ende des \u00dcbergangsbereichs, kann es durch die Erh\u00f6hung des Mindestlohns dazu kommen, dass sie sich pl\u00f6tzlich in einem Minijob wiederfinden \u2013 dieser ist f\u00fcr Arbeitnehmende sozialversicherungsfrei und hat somit direkte Auswirkungen auf die Entgeltabrechnung.<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">\n<h2>Minijob, Midijob oder regul\u00e4rer Job: Unterschiede bei Sozialversicherung und Lohnsteuer<\/h2>\n<p>Das Entgelt ist nicht der einzige Unterschied, den Minijob, Midijob und eine regul\u00e4re Besch\u00e4ftigung mit sich bringen. Sie unterscheiden sich vor allem auch in Bezug auf die Sozialversicherungspflicht und die Lohnsteuer. Hier ein kurzer \u00dcberblick:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/themen\/entgeltabrechnung\/minijob\/\">Minijob<\/a><\/p>\n<p>Arbeitnehmende, die einem Minijob nachgehen, d\u00fcrfen monatlich nicht \u00fcber der Geringf\u00fcgigkeitsgrenze verdienen. Diese liegt 2026 bei 603 Euro monatlich und ist an den gesetzlichen Mindestlohn gekoppelt. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Minijobbende d\u00fcrfen die Verdienstgrenze bis zu zweimal im Jahr \u00fcberschreiten, sofern dies unvorhergesehen geschieht. Sie d\u00fcrfen somit also maximal 8.442 Euro im Jahr verdienen.<br \/>\nMinijobbende sind von der Lohnsteuer befreit, sofern sie in die Lohnsteuerklasse I bis IV fallen. Auch m\u00fcssen sie keine Beitr\u00e4ge zur Sozialversicherung entrichten. Doch auch hier gibt es eine Ausnahme: Die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht muss schriftlich beantragt werden, ansonsten zahlen Arbeitnehmer:innen Beitr\u00e4ge in H\u00f6he von 3,6 Prozent ihres Verdienstes. Bisher galt die Befreiung f\u00fcr die Dauer des Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisses. Ab 1. Juli 2026 gelten jedoch neue Regeln: Die Befreiung darf auf Antrag einmalig wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden.<br \/>\nAnders als f\u00fcr Minijobbende fallen f\u00fcr Arbeitgeber Abgaben in H\u00f6he von maximal 31,17 Prozent an, darunter Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge, Umlagen und Lohnsteuer.<\/p>\n<div class=\"scroll-shadow\">\n<div class=\"scroll-shadow__content\">\n<table style=\"width: 800px; border-collapse: collapse;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\"><strong>Krankenversicherung<\/strong><\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">13 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\"><strong>Pflegeversicherung<\/strong><\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">Keine Abgabe<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\"><strong>Rentenversicherung<\/strong><\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">15 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\"><strong>Umlage 1 (U1)<\/strong><\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">0,8 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\"><strong>Umlage 2 (U2)<\/strong><\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">0,22 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\"><strong>Unfallversicherung<\/strong><\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">Individueller Beitrag an den zust\u00e4ndigen Unfallversicherungstr\u00e4ger<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\"><strong>Arbeitslosenversicherung<\/strong><\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">Keine Abgabe<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\"><strong>Insolvenzgeldumlage<\/strong><\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">0,15 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\"><strong>Steuer (Pauschsteuer)<\/strong><\/td>\n<td style=\"padding: 10px; border: 1px solid #ccc;\">2 %<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Die Pauschsteuer von 2 Prozent d\u00fcrfen Arbeitgeber auch an ihre Minijobbenden weitergeben, dies geschieht in der Praxis jedoch selten. Statt der Pauschsteuer k\u00f6nnen Arbeitgeber sich auch daf\u00fcr entscheiden, die Lohnsteuer individuell auf Grundlage der Steuerklasse ihrer Minijobbenden zu berechnen.<\/p>\n<p>Arbeitgeber melden Minijobbende \u00fcber die Minijob-Zentrale an.<\/p>\n<blockquote class=\"\"><p><strong>Wichtig:<\/strong> Momentan ist im Rahmen der Pflegereform im Gespr\u00e4ch, dass Arbeitgeber auch in die Pflegeversicherung einzahlen sollen. Beachte hier die aktuelle Gesetzgebung.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Midijob<\/strong><\/p>\n<p>Bei einem Midijob verdienen Besch\u00e4ftigte zwischen 603,01 Euro und 2.000 Euro brutto monatlich und profitieren von reduzierten Sozialversicherungsbeitr\u00e4gen, sofern sie nicht einer weiteren sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigung nachgehen. Trotz der reduzierten Beitr\u00e4ge, erwerben Midijobbende den vollen Leistungsanspruch in der Rentenversicherung. Ist der Midijob die \u201eerste T\u00e4tigkeit\u201c f\u00e4llt f\u00fcr Besch\u00e4ftige keine oder nur wenig Lohnsteuer an. Diese wird nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM), also der jeweiligen Steuerklasse, berechnet und vom Bruttolohn abgezogen.<\/p>\n<p>Wie viel an Sozialversicherungsbeitr\u00e4gen f\u00fcr Arbeitnehmende anf\u00e4llt, berechnet sich nach einer speziellen Formel. Diese sorgt daf\u00fcr, dass die Abgaben im unteren Einkommensbereich gering ausfallen und sich mit steigendem Verdienst erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Zahlen Arbeitgeber ein geringeres Entgelt bedeutet dies f\u00fcr sie h\u00f6here Abgaben. Im unteren Bereich fallen etwa 28 Prozent an Sozialversicherungsabgaben an. Bis zur Einkommensgrenze von 2.000 Euro werden die zu zahlenden Beitr\u00e4ge auf den regul\u00e4ren Beitragssatz von etwa 20 Prozent abgeschmolzen.<\/p>\n<p><strong>Tipp:<\/strong> Im Internet finden sich auch Midijob-Rechner, mit denen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeitr\u00e4ge errechnet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Regul\u00e4re Besch\u00e4ftigung<\/strong><\/p>\n<p>Ab 2.000,1 Euro Entgelt spricht man von einer regul\u00e4ren Besch\u00e4ftigung, also einem sozialversicherungspflichtigen Voll- oder Teilzeitarbeitsverh\u00e4ltnis. Hierbei wird die Lohnsteuer nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen berechnet. Die Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge teilen sich Arbeitnehmende und Arbeitgeber je zur H\u00e4lfte. Die Unfallversicherung sowie die Umlagen (U1, U2 und Insolvenzgeldumlage) werden allein vom Arbeitgeber getragen.<\/p>\n<h3>Wie werden die Beitr\u00e4ge berechnet?<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Berechnung des beitragspflichtigen Einkommens, ist der Faktor F zu ber\u00fccksichtigen. Dieser wird jedes Jahr zum 1. Januar aktualisiert. F\u00fcr 2026 betr\u00e4gt er 0,6619. Berechnet wird das Einkommen 2026 \u00fcber die Formel: F x 603 + ([2000\/(2000 &#8211; 603)] \u2013 [603\/(2000-603)] x F ) x (Arbeitsentgelt &#8211; 603). Es gibt jedoch eine vereinfachte Berechnungsformel:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00a01,145937223 x Arbeitsentgelt &#8211; 291,8744452<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die vereinfachte Formel zur Berechnung der Arbeitnehmerbeitragsanteile f\u00fcr 2026 lautet:<\/p>\n<ul>\n<li>1,431639227 x Arbeitsentgelt &#8211; 863,2784538<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Berechnung erfolgt in drei Schritten.<\/p>\n<ol>\n<li>Gesamtbeitrag der beitragspflichtigen Einnahmen ermitteln \u00fcber die Formel: 1,145937223 x Arbeitsentgelt &#8211; 291,8744452<\/li>\n<li>Arbeitnehmeranteil ausrechnen mit der Formel: 1,431639227 x Arbeitsentgelt &#8211; 863,2784538<\/li>\n<li>Arbeitgeberanteil berechnen durch den Abzug des Arbeitnehmerbeitrags vom Gesamtbeitrag.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Beachte:<\/strong> Bei der Pflegeversicherung gilt ein Zuschlag von 0,6 Prozent f\u00fcr Kinderlose. Dieser berechnet sich auf Grundlage der beitragspflichtigen Einnahme aus Punkt 1 und wird anschlie\u00dfend zum zu zahlenden Arbeitnehmeranteil hinzugerechnet.<\/p>\n<blockquote class=\"\"><p><strong>Wichtig:<\/strong> F\u00fcr jeden Versicherungszweig erfolgt die Berechnung der Beitr\u00e4ge gesondert<\/p><\/blockquote>\n<h4><span style=\"font-style: normal;\">Beispiel: Berechnung des Rentenversicherungsbeitrags<\/span><\/h4>\n<p>In dieser Beispielrechnung betr\u00e4gt das Entgelt des Minijobbenden 800 Euro, der Gesamtbeitrag zur Rentenversicherung liegt bei 18,6 Prozent. Folgende Berechnung ergibt sich f\u00fcr den Beitrag zur Rentenversicherung im \u00dcbergangsbereich:<\/p>\n<ol>\n<li>1,145937223 x 800 &#8211; 291,8744452 = 624,88 Euro<br \/>\n624,88 Euro x 18,6 % = <strong>116,23 Euro<\/strong>Der <strong>Gesamtbetrag<\/strong> der beitragspflichtigen Einnahmen bel\u00e4uft sich auf 116,23 Euro.<\/li>\n<li>1,431639227 x 800 &#8211; 863,2784538 = 282,03 Euro<br \/>\n282,03 Euro x 9,3 % = <strong>26,23 Euro<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Der <strong>Arbeitnehmeranteil<\/strong> berechnet sich mit der vereinfachten Formel f\u00fcr den Arbeitnehmeranteil und der H\u00e4lfte des Rentenversicherungsbeitrags und betr\u00e4gt 26,23 Euro.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>116,23 Euro &#8211; 26,23 Euro = <strong>90,00 Euro<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Gesamtbetrag minus Arbeitnehmeranteil ergibt den Arbeitgeberanteil von 90,00 Euro.<\/p>\n<blockquote class=\"\"><p><strong>Schwankendes Entgelt und Einmalzahlungen<\/strong><\/p>\n<p>Bei schwankendem Entgelt der Besch\u00e4ftigten muss das monatliche Arbeitsentgelt gesch\u00e4tzt bzw. durch eine Durchschnittsberechnung ermittelt werden. Ist der:die Besch\u00e4ftigte bereits ein Jahr oder l\u00e4nger im Unternehmen besch\u00e4ftigt, geht man von dem im Vorjahr erzielten Arbeitsentgelt aus. Bei neuen Besch\u00e4ftigten wird das Entgelt eines:einer vergleichbaren Besch\u00e4ftigten herangezogen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/themen\/entgeltabrechnung\/einmalzahlungen\/\">Einmalzahlungen ,<\/a> die mindestens einmal j\u00e4hrlich zu erwarten sind (z. B. Weihnachtsgeld), sind bei der Berechnung des monatlichen Arbeitsentgelts zu ber\u00fccksichtigen.<\/p><\/blockquote>\n<h3>Was geschieht, wenn die Midijob-Grenze gelegentlich \u00fcberschritten wird?<\/h3>\n<p>Ein gelegentliches und nicht dauerhaftes \u00dcberschreiten der Midijob-Grenze ist unkritisch und gef\u00e4hrdet den Status als Midijobbende:r nicht. Allerdings ergeben sich beitragsrechtliche Konsequenzen. In den Monaten, in denen das Arbeitsentgelt \u00fcber 2.000 Euro lag, werden die Beitragsanteile nicht nach den besonderen Regelungen im \u00dcbergangsbereich berechnet, sondern wie bei einem regul\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnis prozentual vom Arbeitsentgelt.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">\n<h3>Meldungen und Fristen beim Midijob<\/h3>\n<p>Beim Midijob gelten grunds\u00e4tzlich dieselben Meldepflichten wie bei jeder anderen sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigung. Grundlage daf\u00fcr ist die Datenerfassungs- und \u00dcbermittlungsverordnung (DE\u00dcV). Die Meldungen werden \u00fcber das Entgeltabrechnungssystem an die zust\u00e4ndige Krankenkasse als Einzugsstelle \u00fcbermittelt, die die Daten dann an die weiteren Tr\u00e4ger weiterleitet. Hier findest du einen \u00dcberblick \u00fcber die wichtigsten Meldungen und Fristen:<\/p>\n<p><strong>Anmeldung (Meldegrund 10): <\/strong>Midijobber:innen m\u00fcssen wie regul\u00e4re Besch\u00e4ftigte mit der ersten Gehaltsabrechnung, sp\u00e4testens jedoch <strong>6 Wochen nach Besch\u00e4ftigungsbeginn<\/strong> gemeldet werden.<\/p>\n<p><strong>Abmeldung (Meldegrund 30): <\/strong>Das Ende einer Besch\u00e4ftigung ist mit der folgenden Gehaltsabrechnung zu melden, sp\u00e4testens jedoch <strong>6 Wochen nach Beendigung<\/strong> der Besch\u00e4ftigung.<\/p>\n<p><strong>Unterbrechungsmeldung (Meldegrund 51): <\/strong>Wird der Midijob f\u00fcr mindestens einen vollen Kalendermonat unterbrochen, z. B. w\u00e4hrend des Bezugs von Mutterschafts- oder Krankengeld, ist eine Unterbrechungsmeldung innerhalb von <strong>2 Wochen nach Ablauf des vollen Kalendermonats<\/strong> zu \u00fcbermitteln.<\/p>\n<p><strong>Beispiel:<\/strong> Herr F\u00fcrst ist vom 1. Mai bis 15. August krankgeschrieben. Bis zum 11. Juni erh\u00e4lt er sein Arbeitsentgelt. Es ist eine Unterbrechungsmeldung mit Abgabegrund 51 f\u00fcr den Besch\u00e4ftigungszeitraum 1. Januar bis 11. Juni zu erstellen. Eine Neuanmeldung ist nicht n\u00f6tig, die Jahresmeldung umfasst dann allerdings nur noch den Zeitraum 16. August bis 31. Dezember.<\/p>\n<p><strong>GKV-Monatsmeldung (Meldegrund 58): <\/strong>F\u00fcr Mehrfachbesch\u00e4ftigte ist eine GKV-Monatsmeldung zu machen, allerdings nur nach Aufforderung der Krankenkasse. Die Meldung ist mit der ersten folgenden Entgeltabrechnung, sp\u00e4testens jedoch innerhalb von <strong>6 Wochen nach Anforderung der Krankenkasse<\/strong> zu \u00fcbermitteln.<\/p>\n<p><strong>Jahresmeldung (Meldegrund 50):<\/strong> F\u00fcr jeden zum 31. Dezember besch\u00e4ftigten Midijobber ist bis zum <strong>15. Februar des Folgejahres<\/strong> eine Jahresmeldung zu erstatten. Sie enth\u00e4lt das im Kalenderjahr erzielte beitragspflichtige Entgelt. Wichtig: Hier ist das tats\u00e4chliche Entgelt einzutragen, nicht ein Hochrechnungswert. Arbeitgeber m\u00fcssen die Jahresmeldung nur vornehmen, wenn das Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis \u00fcber das Jahresende hinaus unver\u00e4ndert fortbesteht.<\/p>\n<h3>Midijob in Kombination mit anderen Jobs<\/h3>\n<p>Ein Midijob kann neben anderen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen ausge\u00fcbt werden. M\u00f6gliche Konstellationen sind z. B. die Folgenden:<\/p>\n<p><strong>Midijob + Hauptbesch\u00e4ftigung<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcben Besch\u00e4ftigte einen Midijob neben einem Hauptjob aus, profitieren sie nicht von den geringeren Sozialabgaben, da beide Besch\u00e4ftigungen zusammen die Verdienstgrenze von 2.000 Euro \u00fcberschreiben. Zudem wird der Midijob i. d. R. in Steuerklasse 6 eingeordnet, was zu h\u00f6heren Abz\u00fcgen f\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Mehrere Midijobs<\/strong><\/p>\n<p>Bei mehreren Midijobs profitieren Besch\u00e4ftigte vom \u00dcbergangsbereich, sofern die Midijobs in der Summe die Verdienstgrenze von 2.000 Euro nicht \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p><strong>Midijob + Minijob<\/strong><\/p>\n<p>Kombinieren Besch\u00e4ftigte einen Midijob mit einem Minijob, bleibt der Minijob sozialversicherungsfrei und der Midijob wird nach den Regelungen, die f\u00fcr Besch\u00e4ftigungen im \u00dcbergangsbereich gelten, abgerechnet.<\/p>\n<h2>Handlungsempfehlungen f\u00fcr Entgeltabrechnende<\/h2>\n<p>Midijobs gestalten sich in der Abrechnung zwar zun\u00e4chst abstrakter als regul\u00e4re Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse, sind aber mit dem richtigen Know-how gut zu managen.<\/p>\n<p>Wichtig ist vor allem, Folgendes im Blick zu behalten:<\/p>\n<p><strong>\u00dcbergangsbereich <\/strong><\/p>\n<p>\u00c4nderungen beim \u00dcbergangsbereich ergeben sich haupts\u00e4chlich durch Anpassungen beim Mindestlohn. Es ist also wichtig, die aktuelle Geringf\u00fcgigkeitsgrenze zu kennen. So ist schnell ersichtlich, welche der Besch\u00e4ftigten bei einer Erh\u00f6hung des Mindestlohns evtl. in einen sozialversicherungsfreien Minijob rutschen.<\/p>\n<p><strong>Mehrere Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse<\/strong><\/p>\n<p>Bestehen mehrere Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse muss die jeweilige Fallkonstellation ber\u00fccksichtigt werden. Nur so l\u00e4sst sich kl\u00e4ren, ob der:die Besch\u00e4ftigte nach den Regelungen im \u00dcbergangsbereich abgerechnet wird.<\/p>\n<p><strong>Entgelt\u00e4nderungen<\/strong><\/p>\n<p>Eine Gehaltserh\u00f6hung kann daf\u00fcr sorgen, dass Besch\u00e4ftigte aus dem \u00dcbergangsbereich fallen und aus dem Midijob eine regul\u00e4re Besch\u00e4ftigung wird, die dementsprechend abgerechnet werden muss. Auch beim gelegentlichen \u00dcberschreiten der Verdienstgrenze ist Vorsicht bei der Abrechnung geboten. Wichtig: Wenn das Entgelt gelegentlich \u00fcber 2.000 Euro im Monat liegt, greifen die besonderen Regelungen im \u00dcbergangsbereich nicht.<\/p>\n<p id=\"quelle-midijob-1\"><sup>1<\/sup> Statistikportal der Rentenversicherung: https:\/\/statistik-rente.de\/drv\/extern\/blickpunkt\/, 9.6.2026.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Deutschland arbeiten rund 2,5 Millionen Menschen in einem Midijob.1\u00a0F\u00fcr Entgeltabrechnende bedeutet das: Das Thema begegnet ihnen in der Abrechnung eher fr\u00fcher als sp\u00e4ter. Darum sollten sie sich mit den speziellen Regelungen auskennen, die ein Midijob mit sich bringt. In diesem Beitrag erf\u00e4hrst du, was bei der Abrechnung eines Midijobs wichtig ist. Alles Wichtige in<\/p>\n<div class=\"pageReadMore\"><i class=\"fa fa-angle-right\"><\/i><a href=\"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/themen\/entgeltabrechnung\/midijob\/\" title=\"Beitrag lesen\">Beitrag 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