{"id":6855,"date":"2016-04-08T09:33:03","date_gmt":"2016-04-08T07:33:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/?p=6855"},"modified":"2021-10-01T12:46:00","modified_gmt":"2021-10-01T10:46:00","slug":"soziale-kompetenz-im-controlling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/themen\/controlling\/soziale-kompetenz-im-controlling\/","title":{"rendered":"Soziale Kompetenz im Controlling: <br\/>16 Erfolgsfaktoren"},"content":{"rendered":"<h2>Kompetenzen, die Sie als Controller:in neben Fachkompetenz mitbringen sollten<\/h2>\n<p>Es ist immer sehr leicht erh\u00f6hte F\u00e4higkeiten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu fordern, wenn sich die Rahmenbedingungen \u00e4ndern. Zum einen d\u00fcrfen Unternehmen die Anforderungen an den:die Controller:in nicht \u00fcberziehen und st\u00e4ndig neue Aufgabenfelder verbunden mit neuen F\u00e4higkeiten an ihn binden. Zum anderen m\u00fcssen Unternehmen aber auf Ver\u00e4nderungen reagieren, um nicht vom Markt abgeh\u00e4ngt zu werden. Es zeigt sich immer deutlicher, dass in einer Situation mit hoher Komplexit\u00e4t und zunehmender Dynamik Management gezielt nach Unterst\u00fctzung und Sicherheit verlangt. Pr\u00e4destiniert f\u00fcr diese Unterst\u00fctzung sind die Controller:innen. Denn Controller:innen bringen ein perfektes Verst\u00e4ndnis von Zahlen mit und k\u00f6nnen daher eine Vielzahl von unterschiedlichen Fakten verarbeiten, bewerten und in einer \u00fcbersichtlichen Form darstellen. Das geh\u00f6rt eindeutig zum Kerngesch\u00e4ft des Controllings. Fundierte Kenntnisse der Kostenrechnung sowie der Rechnungslegung sind da ebenfalls sehr hilfreich. Um die Fachbereiche gut unterst\u00fctzen zu k\u00f6nnen werden weiterf\u00fchrend Verfahren der Investitionsrechnung erwartet und gute Kenntnisse der eingesetzten IT-Systeme. Das bezieht inzwischen alle Aktivit\u00e4ten bez\u00fcglich Business Intelligence (BI) ein, deren federf\u00fchrende Gestaltung in der Hand der Controller:innen sein sollte.<\/p>\n<h2>Fachkompetenz allein reicht nicht<\/h2>\n<p>Neben diesen grundlegenden Fachkompetenzen wird von Controllerinnen und Controllern aber zunehmend auch soziale Kompetenz erwartet. Der Austausch bei den Fachthemen in den unterschiedlichen Fachbereichen verlangt eine hohe Kompetenz bei verschiedenen F\u00e4higkeiten. Die weiter zunehmende Spezialisierung als Antwort auf die massiven Herausforderungen und den schnellen Wandel birgt leider immer die Gefahr, dass die unterschiedlichen Personen das Ganzheitliche aus dem Blick verlieren. Alle sind hervorragend qualifiziert, es f\u00e4llt aber schwer, den Anderen zu verstehen. Jetzt z\u00e4hlt es mehr denn je, durch geeignete Soft Skills f\u00fcr ein angenehmes und konstruktives Miteinander zu sorgen. Den Controllerinnen und Controllern f\u00e4llt durch die engen Kontakte zu allen Fachbereichen im Unternehmen hier eine besondere Rolle zu.<\/p>\n<h2>Vom Dienstleister zum:zur Business Partner:in<\/h2>\n<p>Der:Die Controller:in wandelt sich vom allgemeinen Dienstleister im Unternehmen zum:zur Business Partner:in. Der:Die Controller:in unterst\u00fctzt die Fachbereiche zielgenau und pr\u00e4zise am Bedarf ausgerichtet. Dazu muss der:die Controller:in als selbstbewusste Pers\u00f6nlichkeit auftreten und einige weitere F\u00e4higkeiten mitbringen.<\/p>\n<h2>Aufbau der pers\u00f6nlichen und sozialen F\u00e4higkeiten<\/h2>\n<p>So geh\u00f6rt ein gutes analytisches Denkverm\u00f6gen dazu, um Sachverhalte schnell erfassen und in Zusammenh\u00e4ngen beurteilen zu k\u00f6nnen. Die Ergebnisse m\u00fcssen anschlie\u00dfend den Ansprechpartner:innen vermittelt werden und mit Ihnen diskutieren. Das wiederum erfordert gute F\u00e4higkeiten der Kommunikation. Eine fundierte Rhetorik bildet die Grundlage. Die Gespr\u00e4chspartner:innen m\u00fcssen nicht nur informiert, sondern \u00fcberzeugt werden. Argumentieren wird daher sehr wichtig. Da \u00dcberzeugen durch die Person und nicht durch den Fakt erfolgt, ist es wichtig, gute Beziehungen zu den Gespr\u00e4chspartner:innen aufzubauen. Es wird durch konsequentes Networking und eine gute Teamf\u00e4higkeit gew\u00e4hrleistet. Damit hat der:die Controller:in eine gute Chance mit seinen Inhalten eine belastbare \u00dcberzeugungsf\u00e4higkeit zu erlangen. Heute erleben Controller:innen h\u00e4ufig Widerst\u00e4nde in denen Kalkulationen angezweifelt werden oder die Zahlen in Frage gestellt werden. Das wird sich durch die N\u00e4he und das sicherlich bessere Vertrauensverh\u00e4ltnis deutlich reduzieren. An dieser Stelle wird es f\u00fcr die Controller:innen erheblich leichter. Der Fokus wird sich aber von der Darstellung der Zahlen aus der Vergangenheit viel st\u00e4rker auf die Begleitung mit Zahlen f\u00fcr die Zukunft verlagern. Controller:innen treffen Annahmen und kalkulieren daraus die Zahlen f\u00fcr den Fachbereich. Die Angriffspunkte verlagern sich also in Bezug auf diese Annahmen. Wenn diese in enger Abstimmung mit den Fachbereichen erfolgen, reduziert sich das Risiko einer Ablehnung. Dennoch brauchen Controller:innen eine hohe Standfestigkeit und m\u00fcssen ihre Position klar und nachhaltig vertreten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Ermittlung der Fakten brauchen Controller:innen gute Dialogf\u00e4higkeiten und fundierte Kenntnisse der Moderation, um in Workshops mit Vertretern der Fachbereiche qualitativ hochwertige Ergebnisse in kurzer Zeit erarbeiten zu k\u00f6nnen. Die Ergebnisse m\u00fcssen dann auch an andere Verantwortliche bis hin zur Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung transportiert werden. Daf\u00fcr sind zeitgem\u00e4\u00dfe F\u00e4higkeiten der Pr\u00e4sentation sehr wichtig. Bunte Bilder alleine gen\u00fcgen nicht! Wir sollten uns verdeutlichen, dass wir durch einen gezielten Tonfall Menschen besser f\u00fcr die gemeinsame Sache gewinnen k\u00f6nnen. Die Besonderheiten der Stimmf\u00fchrung bei einer Pr\u00e4sentation gepaart mit einer zielgerichteten K\u00f6rpersprache wird h\u00e4ufig untersch\u00e4tzt. An der Stelle k\u00f6nnen wir mit geringen Mitteln sehr viel erreichen.<\/p>\n<p>Allerdings hat der:die Controller:in in seiner beratenden Rolle auch noch eine Distanz zu wahren und muss sich in einigen F\u00e4llen sogar neutral verhalten. Der:Die Controller:in erarbeitet Fakten und gibt in vielen F\u00e4llen Empfehlungen in Form von Entscheidungsvorlagen. In einigen F\u00e4llen bleibt es aber bei der Darstellung der Fakten und der:die Verantwortliche im Fachbereich trifft die Entscheidung.<\/p>\n<p>Halten wir also fest: Die Anspr\u00fcche an die Kommunikation werden immer umfassender. Klar, eindeutig, verst\u00e4ndlich, kurz und auf den Punkt gebracht soll es sein. Gleichfalls ist die Zeit aller Kommunikationspartner:innen und auch die eigene extrem knapp. Zum einen f\u00fchrt es zu Ungeduld bei den Zuh\u00f6rer:innen, zum anderen fehlt h\u00e4ufig die Zeit f\u00fcr eine wirklich gute Vorbereitung. Keine guten Bedingungen. Gesucht werden in allen Bereichen zudem immer mehr die Querdenkenden. Es ist eine Reaktion auf die wirtschaftliche Situation unserer Zeit, die durch massive Ver\u00e4nderungen gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<h2>Entwicklung der F\u00fchrungskompetenz<\/h2>\n<p>F\u00fcr leitende Mitarbeitende im Controlling kommt au\u00dferdem noch die F\u00fchrungskompetenz hinzu. Alleine mit einer hohen Fachkompetenz kann eine F\u00fchrungskraft heute den Anforderungen allerdings nicht mehr gerecht werden. Neben den Leistungszielen muss die moderne F\u00fchrungskraft auch die humanit\u00e4ren Ziele im Blick haben. Mitarbeiter:innen sollen einen hohen Grad an Zufriedenheit erreichen und nicht in einer dauerhaft hohen Arbeitsbelastung verweilen. F\u00fchren bedeutet in vielen F\u00e4llen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den R\u00fccken freizuhalten und in kritischen Situationen R\u00fcckendeckung zu gew\u00e4hren. Das Controlling soll mit einer Stimme sprechen und ein durchg\u00e4ngig positives Image haben. Vertrauen und Wertsch\u00e4tzung sind in dem Zusammenhang wichtige Themen.<\/p>\n<p>Wir sehen, die Anforderungen haben sich rasant ver\u00e4ndert und Unternehmen m\u00fcssen sich zeitnah darauf ausrichten. Schritt f\u00fcr Schritt sollten Controller:innen die neuen F\u00e4higkeiten erwerben und im Alltag anwenden. Dann lassen sich die Ver\u00e4nderungen ohne kritische Situationen \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Checkliste: <strong>16 Kompetenzen, die Sie als Controller:in neben Fachkompetenz mitbringen sollten!<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Kommunikationsf\u00e4higkeit<\/strong> &#8211; in Wort und Schrift<br \/>\nIm Speziellen z\u00e4hlt dazu u.a.: \u00fcberzeugend Argumentieren, Pr\u00e4sentieren, Moderieren, sowie pr\u00e4zise Reports und Entscheidungsvorlagen schreiben. Beobachten Sie diese Themen bei sich selbst und sch\u00e4rfen Sie diese immer wieder.<\/li>\n<li><strong>Selbstbewusstsein<\/strong> als Schl\u00fcsselqualifikation<br \/>\nWer zu viel von sich erwartet (z.B. Perfektion), wird oft entt\u00e4uscht sein. Es geht um das Bewusstsein des eigenen K\u00f6nnens, aber auch der eigenen Schw\u00e4chen. Erfolge f\u00f6rdern das Selbstbewusstsein. Haben Sie Mut, die eigene Position zu verdeutlichen.<\/li>\n<li><strong>Probleml\u00f6sungskompetenz<\/strong><br \/>\nKlare Analyse, W\u00fcrdigung und daraus zielorientierte Ma\u00dfnahmen erarbeiten. Bei komplexen Themen findet die Probleml\u00f6sung immer im fach\u00fcbergreifenden Team statt. Gute und eindeutige Methoden sind dann besonders wichtig.<\/li>\n<li>F\u00e4higkeit zum <strong>Wissenstransfer<\/strong><br \/>\nWir brauchen in vielen Bereichen mehr Flexibilit\u00e4t, denn Herrschaftswissen l\u00e4hmt viele Unternehmen. Ein gutes und vertrauensvolles Betriebsklima beschleunigt den <a href=\"\/blog\/themen\/personalentwicklung\/wissenstransfer-im-unternehmen\/\">Wissenstransfer<\/a>.<\/li>\n<li><strong>Kreativit\u00e4t<\/strong><br \/>\nLassen Sie den \u201eBlick \u00fcber den Tellerrand\u201d zu. Stellen Sie Routinen in Frage und besch\u00e4ftigen Sie sich mit neuen Ideen. Jeder Mensch ist kreativ!<\/li>\n<li><strong>Emotionale Intelligenz<\/strong> \u2013 mit Gef\u00fchlen kontrolliert umgehen<br \/>\nNat\u00fcrlich d\u00fcrfen Sie \u00c4rger \u00fcber Aussagen empfinden, aber \u00e4u\u00dfern Sie diese keinesfalls ungefiltert bzw. ungepr\u00fcft. Diese erste Reaktion ist oft hoch emotional und wird vom Gespr\u00e4chspartner oder der Gespr\u00e4chspartnerin als verletzend empfunden.<\/li>\n<li><strong>Kundenorientierung<\/strong> h\u00e4lt durch die intensivere N\u00e4he zum Fachbereich auch im Controlling Einzug.<br \/>\nDer \u201einterne\u201d Kunde, oft als Business Partner bezeichnet, will von Controller:innen so bedient werden, dass er seine Aufgaben bestm\u00f6glich steuern kann. Er will kein:e Controller:in werden!<\/li>\n<li><strong>Change Management<\/strong> verstehen und begleiten<br \/>\nDer Wandel ist Normalzustand. Dennoch m\u00fcssen wir uns die Anforderungen an andere Personen immer verdeutlichen. Konsequentes Pr\u00fcfen und Begleiten hilft.<\/li>\n<li><strong>Interkulturelle F\u00e4higkeiten \/ Diversity Management<\/strong> sind f\u00fcr international agierende Unternehmen unerl\u00e4sslich.<br \/>\nEs muss gelingen Zusammenarbeit, trotz unterschiedlicher Kulturen, erfolgreich zu gestalten. Die Dominanz einzelner Personen macht es hier schwer.<\/li>\n<li>Ganzheitliches <strong>Zeitmanagement<\/strong> und <strong>Selbstmanagement<\/strong><br \/>\nTrotz hoher Belastungen sollten Sie stets den \u00dcberblick behalten und pers\u00f6nliche Zufriedenheit erreichen.<\/li>\n<li><strong>Psychologische Grundkenntnisse<\/strong> mit dem Ziel, Ihre Gespr\u00e4chspartner:innen typgerecht bedienen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nJeder ist anders. Im Zweifelsfall im Fremdbild sogar schwierig. Die Kenntnis \u00fcber Unterschiede hilft Ihnen, richtig zu steuern bzw. auf Ihr Gegen\u00fcber einzugehen.<\/li>\n<li><strong>Durchsetzungsverm\u00f6gen<\/strong> muss nicht mit Dominanz gekoppelt sein.<br \/>\nWer andere Personen einbindet, sowie verst\u00e4ndlich und nachvollziehbar argumentiert, kann auch leichter \u00fcberzeugen.<\/li>\n<li><strong>Konfliktmanagement<\/strong><br \/>\nSpannungen sind in der Zusammenarbeit normal. Kommt es aber zu Konflikten brauchen Sie F\u00e4higkeiten, um diese gezielt zu steuern. Der Schl\u00fcssel zur L\u00f6sung: Kommunikation.<\/li>\n<li><strong>Teamf\u00e4higkeit<\/strong><br \/>\nIn einer komplexeren Welt m\u00fcssen wir verschiedene F\u00e4higkeiten verkn\u00fcpfen. Daraus ergeben sich in der Regel Teaml\u00f6sungen. Respekt, Wertsch\u00e4tzung und Vertrauen pr\u00e4gen die Zusammenarbeit in einem Team.<\/li>\n<li><strong>Intrinsische<\/strong> sowie <strong>extrinsische Motivation<\/strong><br \/>\nEs gilt, sich selbst und andere auch in kritischen Phasen zu motivieren. Alle Menschen handeln nach Motiven und wer die Motive des anderen kennt, kann ihn motivieren.<\/li>\n<li><strong>F\u00fchrungskompetenzen<\/strong> haben einen erheblichen Einfluss auf die Arbeitsleistung und das Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen.<br \/>\nUnd wer zufrieden ist, bringt gerne Leistung &#8211; freiwillig und mit einer hohen \u201eintrinsischen\u201d Motivation. F\u00fchren bedeutet gemeinsam mit den Mitarbeitenden Ziele erreichen. Die Werkzeugkiste einer guten F\u00fchrungskraft muss sehr umfassend gef\u00fcllt sein. Ein Hammer alleine gen\u00fcgt nicht!<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kompetenzen, die Sie als Controller:in neben Fachkompetenz mitbringen sollten Es ist immer sehr leicht erh\u00f6hte F\u00e4higkeiten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu fordern, wenn sich die Rahmenbedingungen \u00e4ndern. Zum einen d\u00fcrfen Unternehmen die Anforderungen an den:die Controller:in nicht \u00fcberziehen und st\u00e4ndig neue Aufgabenfelder verbunden mit neuen F\u00e4higkeiten an ihn binden. 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