{"id":7801,"date":"2019-07-29T13:00:31","date_gmt":"2019-07-29T11:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/?p=7801"},"modified":"2021-09-06T19:48:50","modified_gmt":"2021-09-06T17:48:50","slug":"achtsamkeit-im-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haufe-akademie.de\/blog\/themen\/persoenliche-kompetenz\/achtsamkeit-im-unternehmen\/","title":{"rendered":"Warum Achtsamkeit f\u00fcr Ihr Unternehmen wichtig ist"},"content":{"rendered":"<p>Achtsamkeit sch\u00fctzt vor Stress und \u00dcberforderung. Diese Erkenntnis setzt sich immer st\u00e4rker in Unternehmen durch. Denn der achtsame Umgang mit sich und den Mitarbeitenden ist eine erfolgreiche Methode, dem steigenden Arbeitsdruck, der digitalen Informationsflut, den Digitalisierungsanforderungen und dem Zwang zum Multitasking entgegenzuwirken. Achtsamkeits\u00fcbungen und Achtsamkeitstraining beugen so Burnout und psychischen Erkrankungen vor. Aber auch F\u00fchrungskr\u00e4fte, der F\u00fchrungskr\u00e4ftenachwuchs und Mitarbeitende, die nicht vom Burnout bedroht sind, profitieren von Achtsamkeitsmethoden: Achtsamkeit im Unternehmen f\u00fchrt zu weniger Fehlern, erh\u00f6hter Kreativit\u00e4t und gr\u00f6\u00dferer Zufriedenheit.<\/p>\n<h3>Was ist Achtsamkeit?<\/h3>\n<p>Achtsamkeit ist \u2013 ganz allgemein \u2013 der Akt des Achtsamseins. Oder konkreter ausgedr\u00fcckt: Achtsamkeit hei\u00dft, sich dessen bewusst zu sein, was gerade hier und jetzt passiert, mit mir und meiner Umgebung \u2013 und dies gelassen und ohne Emotionalit\u00e4t zu betrachten, also vorurteilsfrei. Der achtsame Mensch greift in diesem Augenblick nicht ein und will auch nichts erreichen. Er sieht!<\/p>\n<h3>Achtsamkeit trainieren<\/h3>\n<p>Achtsamkeit ist also erst einmal nicht Entspannung, Gelassenheit, Versenkung. Das sind vielmehr die positiven Auswirkungen, die sich aus der Achtsamkeit ergeben.<br \/>\nAchtsames Betrachten muss ge\u00fcbt werden. Denn unser Gehirn ist darauf geeicht, alle Gedanken, Situationen oder Begegnungen zu bewerten. Dieser Reflex hilft, schnelle Entscheidungen zu treffen. Er schr\u00e4nkt aber unsere Wahrnehmungsf\u00e4higkeit ein und zementiert Denkgewohnheiten. Dieser Reflex ist also ein Innovationshemmer.<\/p>\n<p>Achtsamkeits\u00fcbungen \u00f6ffnen den Menschen f\u00fcr den jeweils gegenw\u00e4rtigen Moment, schulen seine Aufmerksamkeit und sch\u00e4rfen die Wahrnehmung f\u00fcr sich und seine Umgebung. Die bekannteste Achtsamkeits\u00fcbung ist die Meditation. Der:Die sitzende Meditierende achtet auf seine:ihre Atmung, l\u00e4sst Gedanken kommen und gehen, ohne sie zu bewerten. Manchmal z\u00e4hlt er:sie oder spricht in der buddhistischen Tradition Mantras. Es gibt zudem Gehmeditationen, bei der die eigenen Schritte achtsam verfolgt werden.<\/p>\n<h3>Nutzen von Achtsamkeitsseminaren f\u00fcr Unternehmen<\/h3>\n<p>Ein:e Mitarbeitende:r oder eine F\u00fchrungskraft muss Aufgaben bew\u00e4ltigen und L\u00f6sungen finden, muss eingreifen und darf nicht unt\u00e4tig sein. Warum soll er:sie in Achtsamkeitsseminaren das Achtsamsein erlernen? Achtsamkeit hat vielf\u00e4ltige Vorteile f\u00fcr Firmen und deren Mitarbeitende.<\/p>\n<h3>Gesundheitliche Vorteile<\/h3>\n<p>Achtsamkeits\u00fcbungen helfen nachweislich, Burnout und psychischen Erkrankungen vorzubeugen. Wer st\u00e4rker auf sich, seine Gef\u00fchle und seine Umgebung achtet, kann schneller Gegenma\u00dfnahmen ergreifen. Zudem f\u00fchrt das Achtsamkeitstraining zu einer geistigen und k\u00f6rperlichen Entspannung sowie zur h\u00f6heren Zufriedenheit mit sich und seiner Arbeit. Die Folge: Die gesundheitsbedingten Fehltage werden reduziert. In den letzten vierzig Jahren hat sich die Zahl der durch psychische Krankheiten ausgel\u00f6sten Fehltage verf\u00fcnffacht. Und: Die durchschnittliche Dauer psychisch bedingter Krankheitsausf\u00e4lle ist mit 39,1 Tagen dreimal so hoch wie bei anderen Erkrankungen mit 13,3 Tagen (BKK Gesundheitsreport 2015). Ein gewichtiger Grund daf\u00fcr, dass immer mehr Unternehmen das Thema Achtsamkeit auf ihre Agenda setzen.<\/p>\n<h3>Vorteile f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte und Mitarbeitende<\/h3>\n<p>Achtsamkeitsseminare geben F\u00fchrungskr\u00e4ften und Mitarbeitenden ein Werkzeug an die Hand, wie sie mit den t\u00e4glichen Anforderungen besser umgehen k\u00f6nnen \u2013 mit Stress, Versagens\u00e4ngsten, inneren Blockaden und vielem mehr. Dank der gewonnenen Ruhe sind sie mutiger und kreativer. Sie k\u00f6nnen ihre Aufmerksamkeit besser lenken und schweifen weniger ab. So entsteht neuer Raum f\u00fcr Kreativit\u00e4t. Dank der Achtsamkeits\u00fcbungen sind die F\u00fchrungskr\u00e4fte in der Lage, andere Wege einzuschlagen und so konstruktive L\u00f6sungen zu finden und Entscheidungen klarer zu treffen. In den Achtsamkeitsseminaren lernen sie zudem, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren und sich nicht ablenken zu lassen. Sie sind effektiver und zufriedener.<\/p>\n<h3>Vorteile f\u00fcr das Betriebsklima<\/h3>\n<p>Zufriedenheit und Gesundheit zahlen sofort auf ein positives Betriebsklima ein. Genauso wichtig f\u00fcr das Betriebsklima ist aber auch eine achtsame F\u00fchrung. In den speziellen Achtsamkeitsseminaren f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte und den F\u00fchrungskr\u00e4ftenachwuchs lernen diese Techniken, um \u00c4rger zu bek\u00e4mpfen \u2013 wie zum Beispiel achtsames Atmen oder Gehen, das Kommunikations- und Zuh\u00f6rverhalten zu verbessern, die Selbstwahrnehmung zu sch\u00e4rfen und ihre Authentizit\u00e4t zu st\u00e4rken. Die Seminare geben Tipps, wie man mit der Sandwichposition aus Entscheidungsgewalt und Mitarbeitendenabh\u00e4ngigkeit umgeht, und wie man selbstsicher f\u00fchrt. Da Achtsamkeit auch eine k\u00f6rperliche Komponente innehat, gibt es Seminare, in denen der mentale und k\u00f6rperliche Zustand der F\u00fchrungskraft verbessert wird. Die Seminarteilnehmer lernen Tricks, wie sie Erm\u00fcdung vorbeugen k\u00f6nnen, Ern\u00e4hrungstipps und auf welche Symptome sie achten m\u00fcssen, um nicht auszubrennen. Achtsamkeit im Unternehmen ist daher ein guter Motor f\u00fcr nachhaltige und menschengerechte Personalentwicklung.<\/p>\n<h3>Beispiele von Achtsamkeitsmethoden in Unternehmen<\/h3>\n<p>Wie so h\u00e4ufig ist Google ein Vorreiter beim Thema \u201eAchtsamkeit im Unternehmensalltag\u201c. Schon 2007 startete der Internetriese ein Meditationsprogramm unter dem Namen \u201eSearch inside yourself\u201c. Das Programm wurde zu einem Renner. Weit \u00fcber 1.000 Google-Mitarbeitende haben den Kurs bislang absolviert. Die Warteliste f\u00fcr das Trainingsprogramm ist lang. Achtsamkeitsseminare sind aber l\u00e4ngst kein amerikanischer Trend mehr. Auch deutsche Unternehmen wie Siemens oder RWE bieten ihren Mitarbeitenden Achtsamkeitstrainings an. Selbst die Europ\u00e4ische Zentralbank oder die Deutsche Bank setzen auf Meditationskurse f\u00fcr ihre Mitarbeitende.<\/p>\n<h3>Typische Vorbehalte gegen Achtsamkeitstraining<\/h3>\n<p>Obwohl sich immer mehr Unternehmen das Thema Achtsamkeit auf die Agenda schreiben und Achtsamkeitsseminare durchf\u00fchren, gibt es in einigen Branchen und bei manchen F\u00fchrungskr\u00e4ften grundlegende Vorbehalte gegen Achtsamkeits\u00fcbungen. Ein typischer Einwand lautet: Achtsamkeitstraining passt nicht in unsere Branche. Dieser Vorbehalt wird h\u00e4ufig von Technikunternehmen oder Vertriebsfirmen ge\u00e4u\u00dfert. Es hei\u00dft: In unserer Branche geht es um harte Zahlen und Fakten, um Prozessoptimierung, um Systeme und Strukturen. Hier sei kein Platz f\u00fcr Meditation oder \u00c4hnliches. Das ist zu kurz gedacht: Denn Achtsamkeits\u00fcbungen ersetzen ja keineswegs erfolgreiche Prozesse, sondern f\u00fchren zu mehr Aufmerksamkeit. Strukturen werden klarer wahrgenommen, Fehler schneller entdeckt. Achtsamkeit und Prozessoptimierung gehen Hand in Hand.<\/p>\n<p>Ein weiterer Einwand hei\u00dft: Achtsamkeit ist etwas f\u00fcr Esoteriker:innen oder Buddhisten. Das ist falsch. Auch wenn viele Achtsamkeitsmethoden im Buddhismus entwickelt wurden, besteht ihr Erfolg unabh\u00e4ngig von jeglichem religi\u00f6sen Kontext. Die Wirkung von meditativen Konzentrations\u00fcbungen l\u00e4sst sich mit neurowissenschaftlichen und bildgebenden Verfahren nachweisen.<\/p>\n<p>Bedenken kommen manchmal von ganz unerwarteter Seite: von Arbeitnehmer:innen-verb\u00e4nden und Betriebsr\u00e4ten. Diese bef\u00fcrchten, dass Achtsamkeitsseminare nur ein Mittel sind, Stress, der durch \u00dcberstunden oder st\u00e4ndiger Erreichbarkeit entstanden ist, zu kaschieren. Sie sehen in Achtsamkeits\u00fcbungen eine neue Art des Optimierungswahns. Gemeint ist: Statt Strukturen arbeitnehmerfreundlicher zu machen, sollen die Mitarbeitenden noch belastbarer werden. Hier zeigt sich ein falsches Verst\u00e4ndnis von Achtsamkeit: Denn Mitarbeitende sollen durch professionelles Achtsamkeitstraining lernen, ihre pers\u00f6nlichen Grenzen klarer wahrzunehmen und zu achten.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Achtsamkeit hilft, die Herausforderungen der Arbeitswelt nachhaltig zu bew\u00e4ltigen und ein gesunderes und gl\u00fccklicheres Leben zu f\u00fchren.\u00a0 Achtsamkeits\u00fcbungen f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte und Mitarbeitende sorgen so f\u00fcr einen geringeren Krankheitsstand, eine innovationsfreundliche Firmenkultur, ein besseres Betriebsklima und eine h\u00f6here Zufriedenheit mit sich und dem Unternehmen. Achtsamkeitsseminare bilden hierf\u00fcr den Werkzeugkoffer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Achtsamkeit sch\u00fctzt vor Stress und \u00dcberforderung. Diese Erkenntnis setzt sich immer st\u00e4rker in Unternehmen durch. 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