Kerstin Schreck

Kerstin Schreck

Entwicklungserleichterin, Germanistin, Anglistin ( M.A.), Betriebswirtin ( VWA). Seit 1999 bei der Haufe Akademie an Bord. Leidenschaftliche Kommunikatorin rund um News aus der Haufe Akademie und alle Themen, die die Menschen bei der Haufe Akademie bewegen. Kerstins Blick auf die Themen entspricht der Frage: Wie hilft das dabei, Entwicklung zu erleichtern?

Die kreative Pause – warum Nichtstun die Entwicklung fördert!

Flexibel zwischen Homeoffice und Büro, selbstbestimmt, eigenverantwortlich – das ist der verlockende Traum von #newwork. Doch droht er zu scheitern? Oft kommt es uns so vor, als würden wir immer mehr arbeiten, wir fühlen uns ausgepowert und es bleibt wenig Freiraum für unsere Kreativität. Mein Vorschlag: Lassen Sie uns einfach einmal nichts tun.

Perspektiven_Kreatives NichtstunWir arbeiten unter Hochdruck: E-Mails schreiben, Videokonferenzen organisieren, Deadlines einhalten, mit Tools und Apps jonglieren, Kunden bei Laune halten, Netzwerke pflegen – die Liste scheint endlos. Gefühlt sind wir rund um die Uhr in Aktion und sollen dabei alles gleichzeitig im Auge behalten. Manchmal sieht das Ergebnis so aus: Wir werden immer hektischer und arbeiten immer verbissener an unserer Selbstoptimierung.

Dabei ist die Idee hinter New Work, dass wir mehr Freiraum haben und unser Arbeitsleben flexibler gestalten können. Praktisch fehlt uns aber oft schlicht und ergreifend die Zeit dazu! Der Wunsch, unsere Kreativität einzubringen und uns weiterzuentwickeln, bleibt so leider oft auf der Strecke. Hochdruck und Kreativität scheinen einfach nicht zusammenzupassen! Oder etwa doch?

Gezieltes Nichtstun macht den Kopf frei

Perspektiven_Kreatives NichtstunEigentlich wissen wir es ja nur zu gut: Im Entspannungsmodus haben wir oft die besten Einfälle – beim Joggen, unter der Dusche oder bei einem relaxten Latte Macchiato auf der Terrasse. Pausen geben uns den nötigen Abstand, der Dauerstrom ebbt ab, unser Körper kann entspannen und der Kopf wird plötzlich frei. Eine wichtige Voraussetzung für Kreativität. Pausen helfen uns auch dabei, unsere eigenen Ziele wieder in den Fokus zu nehmen, sie zu reflektieren und – falls nötig – neu auszurichten.

Wenn da bloß das Hamsterrad nicht wäre!

Und trotzdem sind wir oft im Trubel gefangen und unterliegen dem Irrglauben, dass wir uns Pausen nicht leisten können: die To-Do-Liste ist zu lange, unsere Zeit zu kostbar. Wir befürchten, dass wir wertvolles Potenzial verschleudern. Und so setzen wir Pausen gleich mit Leerlauf. Mehr Arbeitszeit bedeutet aber nicht mehr Produktivität! Das zeigen diverse Studien. Tatsächlich kann sich hoher Leistungsdruck langfristig negativ auf Gesundheit und Leistungskraft auswirken. Und damit passiert genau das, was wir ursprünglich vermeiden wollten: Wir hemmen unser Potenzial!

Wer sich Muße gönnt, ist schlau!

Also gilt: Wer clever ist, nimmt Pausen ebenso wichtig wie das konzentrierte Arbeiten. Denn durch gezielte Phasen des Nichtstuns tanken wir unsere Energiereserven auf. Das bringt auch unsere Kreativität neu in Schwung. Aber Achtung: Nichtstun gezieltes Nichtstun!

Pausen für die eigene Entwicklung

Perspektiven_Kreatives NichtstunEine kreative Pause machen heißt, aktiv zu werden! Das klingt zunächst wie ein Widerspruch. Es bedeutet aber, dass wir unsere Ruhephasen gezielt gestalten und es auch zulassen, dass uns unsere Gedanken zu uns selbst führen: Was habe ich (heute) alles erreicht? Was ist neu? Was habe ich schon dazugelernt, was will ich noch lernen? Pausen geben auch wichtigen Fragen an uns selbst den nötigen Raum und schärfen den Blick für die eigenen Ziele und die eigene Entwicklung. Je mehr wir dies geschehen lassen, umso weitsichtiger können wir Entscheidungen treffen.

Kreative Pausen: eine Sache des Mindsets

Muße will gelernt sein. Machen Sie gezieltes Nichtstun zu Ihrer inneren Haltung. Wenn es nicht von selbst klappen will, dann lassen Sie sich von unseren Ideen inspirieren:

Have a break #1: Geben Sie Ihren Händen etwas zu tun

Am Arbeitsalltag hilft es oft schon, für einen Moment etwas anderes zu tun. Ich arbeite sehr viel am Laptop und habe auch in Pausen oft das Bedürfnis, meine Hände zu beschäftigen. Einen Knetball oder einen dieser Bälle mit Noppen fest zu drücken, beispielsweise. Oder meinen Schreibtisch aufzuräumen, alte Notizen mit Schwung zu zerreißen und die Oberflächen gründlich zu reinigen. Beides hilft mir, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen, zurück zu mir zu kommen und mich gewissermaßen zu re-setten. Wie ist das bei Ihnen?

Have a break #2: Eine Pause für die Augen

Perspektiven_Kreatives NichtstunOder möchten Sie lieber Ihren Blick bewusst auf etwas anderes lenken? Dann lassen Sie Ihren Blick in die Ferne schweifen – die Kastanien vor dem Fenster, der Baukran auf der anderen Straßenseite, das Hochhaus am Ende der Straße, die Bergkette am Horizont. Welche Gedanken tauchen auf? Kommt Ihnen bei den Baustellenfahrzeugen die Spielzeugkiste Ihres Sohnes in den Sinn oder verspüren Sie beim Anblick der Berge Vorfreude auf den nächsten Skiurlaub? Schon ein paar Sekunden können helfen, den Geist zu erfrischen.

Have a break #3: Be hygge

Oder sind Sie eher der Typ, dem Auftanken am besten mit Freunden gelingt? Die Dänen machen es uns mit ihrem Hygge-Lebensgefühl vor: #Gemütlichkeit, #Gemeinsamkeit, #Lachen …. Und ich mache das gern mit meinen Lieblingskollegen nach: Sich zusammen auf einen Espresso ausklinken, sich kurz ganz privat unterhalten oder auch mal Frustiges miteinander teilen – mir helfen diese Momente sehr dabei, den Tunnelblick abzulegen und Energie zu tanken.

Have a break #4: Kick für den Geist

Was ebenfalls gut funktionieren kann – regenerative Ruhepausen mit Bewegung zu verbinden. Morgens mit dem Rad zur Arbeit, in der Mittagspause spazieren gehen oder, wie meine Kollegen, nachmittags mit einer Runde Liegestützen Gas zu geben und richtig abzulachen – Bewegung belebt und entspannt zugleich.

Was auch immer Sie tun, um dem Stress und Hektik – und wenn es nur für wenige Augenblicke ist – zu entkommen, es verändert Ihren Blickwinkel und lässt Sie tief Luft holen. Auch Trends wie Slow Work, Entschleunigung und Achtsamkeit geben viele Anregung und Ideen, wie sich bewusstes Nichtstun gestalten lässt, ohne dabei das Gefühl zu haben, wertvolle Zeit zu vertrödeln – und es tatsächlich nicht zu tun.

Von wegen langweilig – Routine macht kreativ

Tun Sie es einfach: Räumen Sie den kreativen Pausen einen festen Platz ein – ohne Wenn und Aber und ohne schlechtes Gewissen. Probieren Sie einfach aus, was Ihnen guttut. Und am besten eben nicht nur daheim, sondern auch im Alltag. Wie wäre es, wenn Sie gleich damit anfangen?

In diesen Beiträgen finden Sie bestimmt noch weitere Anregungen:
https://www.haufe-akademie.de/perspektiven/gluecklich-im-job-mit-motivation-ins-neue-arbeitsjahr/
https://www.haufe-akademie.de/perspektiven/flow_arbeit_erfolg/
https://www.haufe-akademie.de/perspektiven/motivation/

Welcher unserer 4 Ideen spricht Sie am meisten an? Probieren Sie es einfach aus, Sie werden überrascht sein. Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen!

#MyJaneStory: Was zählt, ist Ihr Potenzial!

Viel zu oft fokussieren wir auf unsere Schwächen, anstatt uns an unseren Stärken, Begabungen und Potenzialen zu orientieren. Was es bewirken kann, das eigene Potenzial wichtig zu nehmen und an Träumen festzuhalten, zeigt die bewegende Geschichte von Jane Goodall.

Jane Goodall hatte den Traum, mit Tieren zu arbeiten. Doch in Wirklichkeit arbeitete sie in einem Büro als Assistentin – und hätte es zunächst nicht für möglich gehalten, dies noch einmal zu ändern. Doch dann geschah etwas, was ihr Leben veränderte: Jemand glaubte an ihr Potenzial und gab ihr eine Chance.

Mit #MyJaneStory möchten wir zeigen, dass ihre Geschichte kein Sonderfall ist, denn wir sind davon überzeugt: Jeder einzelne hat großes Potenzial. Daher würden wir gerne wissen: Was ist Ihre #MyJaneStory?

Uns hat die Geschichte von der Verhaltensforscherin Jane Goodall nachhaltig beeindruckt – sie zeigt, was möglich ist, wenn man – anstatt an sich zu zweifeln – sein Potenzial entfaltet:

Heute ist Jane Goodall eine Ikone in der Primatenforschung und vielen ein Vorbild, wenn es darum geht, die eigenen Träumen im Job zu leben. Sie hat den Wechsel in einen Beruf geschafft, für den sie eigentlich nicht die „richtige“ Ausbildung hatte. Für uns beweist ihr Weg ganz klar: Jeder einzelne von uns ist immer mehr als das, was im Lebenslauf und auf dem Papier steht – was zählt, ist das Potenzial!

Und um dieses noch mehr hervor zu kitzeln und gezielter einzusetzen darf man sich auch gerne Hilfe von jemand anders holen. Im Power Coaching beispielsweise wird man durch einen erfahrenen Coach dabei unterstützt, die eigenen Stärken zu erkennen und die individuellen Potenziale aufzudecken. Um Träumen und Wünschen näher zu kommen, ist es oft auch wichtig, sich gemeinsam mit dem Coach die eigenen Werte bewusst zu machen und diese dann damit abzugleichen, was wir tatsächlich tun bzw. wie wir handeln. Passt das zusammen? Aus all diesen Erkenntnissen lässt sich ein Fahrplan für die weitere Entwicklung bzw. die nächsten Schritte festlegen.

#MyJaneStory: Geschichten, die Mut machen

Um andere Menschen dazu zu inspirieren, ihr Potenzial zu entfalten, zu entwickeln und im beruflichen Alltag einzusetzen, haben wir die Kampagne #MyJaneStory ins Leben gerufen. Wir möchten Entwicklungsgeschichten sammeln und damit Menschen ermutigen, sich ein Beispiel zu nehmen und ihren eigenen Weg mutig zu gehen.

Perspektiven_PotenzialentfaltungDenn inspirierende Geschichten gibt es nicht nur bei internationalen Berühmtheiten, sondern auch in unserer nächsten Umgebung. Täglich haben wir alle mit den unterschiedlichsten Herausforderungen zu kämpfen. Und überall um uns herum gibt es Menschen, die dabei über sich selbst hinauswachsen und Wege finden, ihren Vorstellungen jeden Tag ein Stückchen näher zu kommen. Es geht dabei gar nicht um weltbewegende Umbrüche, sondern auch um die kleinen Errungenschaften auf dem Weg, sich im Job zu entfalten. Diese Geschichten wollen wir zeigen!

So zum Beispiel Magdalena Rogl, die mit 30 Jahren „Head of Digital Channels“ in der Unternehmenskommunikation bei Microsoft Deutschland wurde. Rogl ist ausgebildete Erzieherin und lebt in einer Patchwork-Familie mit vier Kindern. Mit 23 Jahren begann sie – zusätzlich zu ihrem Job als Kinderpflegerin – eine Nebentätigkeit als Community Administratorin. Aus ihrem Nebenjob wurde eine Leidenschaft und bald darauf auch ein Vollzeitjob – der Beginn einer neuen Karriere. Solche oder ähnliche Geschichten wollen wir durch die Kampagne #MyJaneStory zeigen.

Perspektiven_PotenzialentfaltungWie ist es bei Ihnen selbst, in Ihrem eigenen Umfeld: Wie gehen Sie selbst mit Ihren Potenzialen um? Wer inspiriert Sie, weil er oder sie ihr Potenzial entfaltet und seinen ganz eigenen Weg mutig geht? Oder: Haben Sie selbst schon einmal einen anderen Menschen darin unterstützt, den eigenen Weg zu gehen? Dann teilen Sie bitte Ihre Geschichte mit uns und helfen dabei, dass unsere Potenziale die Wertschätzung erhalten, die sie verdienen.

Und falls Sie selbst noch mittendrin stecken in Ihren Herausforderungen und mehr Zweifel als Zuversicht spüren, dann möchten wir Ihnen mit unserer #myjanestory ganz laut zurufen: Du schaffst das! Konzentrier dich auf das, was in dir steckt! Wir glauben an dich!

Das Leben schreibt die besten Erfolgsgeschichten! Erzählen Sie uns Ihre #MyJaneStory!

#MyJaneStory: Der Traumberuf: Wie wir ihn finden und Potenzial entfalten

Die meisten Menschen haben einen Traumberuf – oder hatten ihn einmal. Ein Beruf, der mehr Berufung als Job ist, der sie inspiriert und zutiefst begeistert! Leider setzt nur ein Bruchteil von uns diesen Traum auch in die Tat um. Wie Menschen ihren Träumen näherkommen, um solche Geschichten dreht sich unsere Kampagne #MyJaneStory – einige wertvolle Tipps dazu finden Sie in diesem Beitrag.

1. Traumjobs der Deutschen
2. Warum wir nicht den Job machen, den wir uns wünschen
3. Achtung, fertig, Neustart! – Diese Menschen inspirieren
4. Sie können es! Gehen Sie neue Wege
5. Tipps für Ihre Entwicklung in Richtung Traumberuf

Perspektiven_PotenzialentfaltungAls Kind wollten viele von uns Astronaut, Forscherin, Feuerwehrmann oder Präsidentin werden. Damals schien alles erreichbar und wir strotzten nur so vor Selbstvertrauen. Heute basteln aber die wenigsten von uns an einer Rakete, streifen auf einer Expedition durch den Amazonas, retten Leben oder lenken die Geschicke einer mittelgroßen Nation. Warum eigentlich nicht? Was ist passiert?

Nun, natürlich verändern sich mit der Zeit unsere Träume, aber manchmal liegt es eben auch an unserer Haltung. Mit den Jahren verlieren wir nach und nach unsere Ziele aus den Augen, unser Selbstvertrauen bröckelt, Zweifel kommen hinzu: Kann ich das überhaupt? Hätte ich wirklich eine Chance? Bin ich intelligent genug, talentiert genug, gut genug für den Job? Vielleicht fehlt uns einfach jemand, der an unser Potenzial glaubt, uns coacht und uns bedingungslos unterstützt. So wie unsere Eltern damals jeden noch so fantastischen Traum.

Aber auch als Erwachsener können wir Unterstützung bei der Entfaltung unseres Potentials erhalten. Sie es durch unseren Partner, unsere Eltern oder Kinder oder gute Freunde. Wir können uns auch professionelle Unterstützung holen. Im Power Coaching beispielsweise wird man durch einen erfahrenen Coach dabei unterstützt, die eigenen Stärken zu erkennen und die individuellen Potenziale aufzudecken. Um Träumen und Wünschen näher zu kommen, ist es oft auch wichtig, sich gemeinsam mit dem Coach die eigenen Werte bewusst zu machen und diese dann damit abzugleichen, was wir tatsächlich tun bzw. wie wir handeln. Passt das zusammen? Aus all diesen Erkenntnissen lässt sich ein Fahrplan für die weitere Entwicklung beziehungsweise die nächsten Schritte festlegen.

Sie sind mehr als Ihre Ausbildung!

Selbst die berühmte Primatenforscherin Jane Goodall begann ihre Karriere erst einmal als Assistentin, bevor Sie auf einer Afrikareise ihren Mentor Louis Leakey traf und er ihr die Durchführung einer Verhaltensstudie anvertraute. Der Rest ist Geschichte.


Was sind sie – die Traumjobs?

Traumjobs der Deutschen

In einer repräsentativen Umfrage hat das Institut YouGov im Auftrag von Xing Berufstätige in Deutschland nach ihren beruflichen Wünschen, Vorstellungen und Versäumnissen gefragt. Es kam heraus: Fast jeder Zweite (46 Prozent) würde sich rückblickend für einen anderen Job entscheiden!
Doch was wäre unser Traumberuf? Die Befragten konnten aus einer Liste von 30 Tätigkeiten auswählen. Das Ergebnis zeigt deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern.

Traumjobs der Frauen
1. Tierpflegerin (10 Prozent)
2. Psychologin (7 Prozent)
3. Schriftstellerin (6 Prozent)

Traumjobs der Männer
1. Profisportler (7 Prozent)
2. Forscher/Erfinder (6 Prozent)
3. Pilot oder Schriftsteller (je 4 Prozent)

Geschäftsführer und Vorstände bevorzugen übrigens Abgehobenes: Sie wählten mehrheitlich den Astronauten als Traumberuf (6 Prozent).

Warum wir nicht den Job machen, den wir uns wünschen

Perspektiven_PotenzialentfaltungWenn wir wichtige Aspekte in unserem Beruf vermissen und vielleicht auch unter unseren Möglichkeiten arbeiten – warum sind wir dann dort, wo wir sind? Was ist uns auf dem Weg zu unserem eigentlichen Traumjob „in die Quere gekommen“? Zum einen sicherlich äußere Umstände, wie zum Beispiel die oft noch erlebte Unvereinbarkeit von Familie und dem gewünschten Beruf. Oder die (vermeintliche) Altersgrenze für Jobs. Oft sind es aber auch Faktoren, die unserer inneren Haltung entspringen, wie zum Beispiel unserer Angst zu versagen und andere zu enttäuschen.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen einige Gründe, die uns in verschiedenen Lebensphasen von unserem Traumberuf abhalten:

Perspektiven_Potenzialentfaltung
1. Am Anfang der Karriere – Im Dschungel der Jobs auf nichts verzichten 
Gerade während unseres Einstiegs in die Berufswelt haben wir oft klare Vorstellungen – nicht immer vom Job selbst, aber davon, was er uns ermöglichen soll. Während der Weg zum Traumberuf angesichts der vielen Berufsoptionen verwässert, ist klar: Abwechslung, Sinn und genügend Freiheiten muss er bieten, er sollte aber nicht überfordern und sicher sein. Flexible Arbeitszeiten und ein überdurchschnittliches Gehalt wären auch prima. Ein Wertekonflikt stellt sich ein. Haben Sie ebenfalls so gedacht und sich dann vielleicht, etwas desorientiert, auf Jobs beworben, die eigentlich nicht zu Ihren Fähigkeiten und Wünschen passen? Wenn Sie sich in einer solchen Situation befinden: Welche zwei bis drei Eigenschaften Ihres Berufs sind Ihnen wirklich wichtig und realistisch vereinbar? Was macht Ihnen Spaß? Konzentrieren Sie sich darauf und schnuppern Sie zunächst in Ihre Traumbranche rein.
Perspektiven_Potenzialentfaltung
2. Mitten im Leben – Hohe Anforderungen lassen uns nach „falschen“ Zielen streben
Die wenigsten Menschen schaffen es, ihren Beruf aus intrinsischen Motiven heraus zu wählen – also einfach, weil ihnen die Tätigkeit selbst so viel Freude macht und sie erfüllt. Siehe Traumberuf Tierpflegerin oder Astronaut. Materieller Wohlstand, gerade in der mittleren Lebensphase, ist für viele Menschen wichtig. Wir wollen etwas erreicht haben und es zeigen – eine schöne Wohnung, ein großes Auto oder Urlaub dreimal im Jahr. Gleichzeitig wollen wir als liebevolle Eltern genügend Zeit für unsere Kinder haben und ihnen alles ermöglichen. Die Anforderungen an uns selbst sind hoch. Und so wählen wir das gute Gehalt, vermeintliche Sicherheit und die gesellschaftliche Anerkennung statt einen neuen, vielleicht passenderen Beruf in Erwägung zu ziehen – und nehmen berufliche Unzufriedenheit in Kauf.
Perspektiven_Potenzialentfaltung
3. Schon alles gesehen – Wenn berufliche Routine lähmt 
Haben Sie Angst, sich lächerlich zu machen und fühlen Sie sich zu alt für einen beruflichen Neustart? Dann geht es Ihnen wie vielen anderen in Deutschland. In einer Studie der Open University gaben 36 Prozent an, ihren Traumjob nicht mehr zu verwirklichen, weil sie zu alt seien. Lassen Sie es gar nicht so weit kommen. Nutzen Sie vorbeiziehende Chancen, um in Ihrem Wunschjob zu arbeiten, bevor Sie vielleicht nicht mehr in der Lage dazu sind. Und eigentlich ist es nie zu spät, seinen Berufswunsch zu erfüllen – es muss ja nicht unbedingt der Job sein, von dem Sie Ihren Lebensunterhalt bestreiten. Eine Nebentätigkeit kann ebenfalls erfüllend sein! Wenn Sie darüber hinaus die Routine in Ihrem Job lähmt: Wir verraten Ihnen in unserem Beitrag „Motivation bei der Arbeit“, wie Sie sich in Ihrem Job wieder nachhaltig motivieren.

Achtung, fertig, Neustart! – Diese Menschen inspirieren

Perspektiven_TraumberufWenn man Berufstätige in Deutschland fragt, was sie daran hindert, ihren Traumberuf auszuüben, dann lautet die häufigste Antwort jedoch: „Ich besitze nicht die notwendigen Qualifikationen und Fähigkeiten“, so die Ergebnisse der Open University-Umfrage. Genau darin liegt aber auch unsere größte Chance. Denn ob wir unserem Traumjob näherkommen, ist keine Frage unserer Fähigkeiten, sondern unserer Entscheidung, diese mit allen Mitteln erwerben zu wollen. Egal, welchen Weg Ihr Leben eingeschlagen hat oder welche Ausbildung Sie haben – bleiben Sie offen und haben Sie den Mut, sich weiterzuentwickeln und Neues auszuprobieren!

Sie können es! Neue Wege gehen ist möglich!

Perspektiven_TraumberufNicht immer ist eine neue Aus- oder Weiterbildung möglich. Aber: Wir haben Leidenschaften und Fähigkeiten, die uns als Menschen ausmachen. Wir verfügen über Möglichkeiten, die uns vielleicht selbst nicht immer so bewusst sind, uns Spaß machen und nichts mit unserer eigentlichen Ausbildung zu tun haben. Lieben Sie es zum Beispiel ausgefallen zu kochen oder sind an historischen Begebenheiten interessiert und könnten stundenlang darüber reden? Dann suchen Sie nach Möglichkeiten, um mit innovativen Caterern in Kontakt zu treten oder sich für Stadtführungen zu engagieren. Werden Sie zu Ihrem eigenen Experten! Das eröffnet ganz neue Wege, auch beruflich. Heutzutage ist in vielen Branchen der Quereinstieg nicht unüblich – es braucht nur etwas Mut, Beharrlichkeit und Überzeugung.

Quereinsteiger sind dynamische Menschen, die sich nicht mit einer existierenden Situation abfinden wollen, sondern aufstehen und etwas verändern. Sie sind die „Regelbrecher“ von nebenan, die für ihren Traum auch gewissen Risiken eingehen. In diesem Beitrag im Perspektiven Blog zeigen wir, wie auch Sie Ihren inneren Gamechanger wecken können!

Unternehmen können dabei enorm von Quereinsteigern profitieren: Sie besitzen Leidenschaft und ein inneres Feuer, das sie hoch motiviert. Quereinsteiger bringen frischen Wind ins Unternehmen, haben neue Ideen und nutzen eventuell auch andere Methoden, die die Arbeitsprozesse verbessern können.

Tipps für Ihre Entwicklung in Richtung Traumberuf

Um unser Potenzial zu entfalten, müssen wir nicht zwangsläufig unseren Beruf wechseln. Hauptsache, Sie machen sich Ihrer Möglichkeiten bewusst und nutzen sie – auch in einem Nebenjob oder indem Sie sich freiwillig engagieren. In einem Interview mit dem Magazin „Treibstoff“ rät der Personalcoach Stephan Dahrendorf Menschen, die sich in ihrer beruflichen Entwicklung ausgebremst fühlen, zu folgenden Fragen:
1. Was ist Ihr Berufsziel? Antworten Sie unbedingt konkret!
2. Was spricht momentan dafür und was dagegen, dass Sie Ihr Ziel erreichen? Fragen Sie in einer Umfeldanalyse auch Außenstehende wie Ihre Kollegen, Chefs oder Freunde. So erhalten Sie ein ausgewogeneres Bild Ihrer Fähigkeiten oder welche Kompetenzen Ihnen eben noch fehlen.
3. Was können Sie tun, um Ihre Chancen zu verbessern? Wenn Ihnen Wissen und Erfahrung fehlt, ist eine Weiterbildung eine gute Lösung. Gibt es persönliche Gründe, kann unter Umständen ein Fürsprecher im Unternehmen helfen oder Sie suchen sich zur Unterstützung einen Mentor. Bei fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten können Sie auch einen Jobwechsel in Erwägung ziehen.

Für alle, die noch tiefer in die Themen aus dem Beitrag einsteigen möchten, empfehlen wir:

Was ist Ihr persönlicher Traumjob? Und ist Ihnen bewusst, was Sie davon abhält, ihn in die Tat umzusetzen? Oder wünschen Sie sich jemanden, der an Ihr Potenzial glaubt und damit einen wichtigen Impuls setzt?

Wir freuen uns auf Ihre Geschichte!

Slow Work: Bringt eine Unternehmenskultur der Achtsamkeit mehr Leistung?

Slow Food, Slow Travel und jetzt auch Slow Work – wo bewegen wir uns hin mit all der Langsamkeit? Es scheint geradezu widersprüchlich: Der Leistungsdruck auf Unternehmen und Mitarbeiter wird höher – und nun sollen wir langsamer arbeiten? Scheint skurril, führt aber paradoxerweise sogar zu mehr Leistung. Sie sind skeptisch? Dann kommen Sie mit auf eine besondere Reise. Start: Stress und Leistungsdruck. Ziel: Hallo, angenehmes Arbeiten.

Bestandaufnahme: Ein Hoch auf Leistungsdruck und Optimierungswahn?Slow Work Haufe Perspektiven blog

Das Ziel unserer Gesellschaft? Höher, schneller, weiter. Und das am besten gestern, oder wie man so schön sagt:  #asap (as soon as possible). Dieser Leistungsdruck hat sich auch in der Arbeitswelt eingeschlichen ­­­– eingeschlichen, weil man sie erst gar nicht bemerkt. Aber wie zielführend ist das? Und vor allem: hindert uns das nicht eher an unserer Entwicklung? Slow Work kann dazu beitragen Raum für persönliche Entwicklung zu schaffen und diese zu erleichtern. Deswegen…

…. let me introduce you to: SLOW WORK

Slow Work Haufe Perspektiven blogIm Rahmen der New-Work-Bewegung werden viele Themen großgeschrieben – hierzu gehören auch Begriffe wie Achtsamkeit, Entschleunigung und Work-Life-Balance. Weg von #hustle #workhard – hin zu #achtsamkeit #digitaldetox und #innereruhe. Der Kern von Slow Work: Bewussteres Arbeiten kann zu mehr Ergebnissen führen.

Vielleicht schon erlebt? Sie erledigen Aufgaben langsamer und bewusster und fühlen sich dabei weniger gestresst und arbeiten konzentrierter? Hinzu kommt, dass Ihre Kreativität dabei ein neues Level erreicht? Dann läuft es bei Ihnen schon richtig slow. Langfristig gesehen kann man durch bewussteres Arbeiten seinem Körper etwas Gutes tun und auch die eigenen Ressourcen effizienter nutzen.

Slow Work Haufe Perspektiven blogLängst ist es nicht mehr nur die Gen Y, sondern auch Menschen aus anderen Generationen, die nach mehr streben (ganz slow, versteht sich): mehr Momente und Erlebnisse, mehr Sinn hinter ihrer Arbeit und ganz allgemein mehr Zufriedenheit und Lebensqualität. Das Beste daran? Dieses „mehr“ für den einzelnen, kann auch zu einem „mehr“ auf Unternehmensseite führen.

How to “Slow Work”– eine AnleitungSlow Work Haufe Perspektiven blog

1.  To-do-Liste führen: Sie verschafft einen Überblick, über die anstehenden Aufgaben. So können Sie ganz bewusst, entspannt und konzentriert jeden einzelnen Punkt der Liste angehen, ohne dass dabei eine wichtige Aufgabe unter den Tisch fällt.

2. Monotasking statt Multitasking – Priorisieren: Die Punkte auf der to-do Liste werden nach Wichtigkeit geordnet und genau in dieser Reihenfolge angegangen. Dadurch können Sie sich konzentriert an eine einzelne Aufgabe setzen, was zu einem schnelleren und besseren Ergebnis führt, als wenn Sie sich mehreren Aufgaben gleichzeitig widmen. Hier ist weniger einfach mehr!

3. Regelmäßige Pausen einlegen – Pausenrituale:Slow Work Haufe Perspektiven blog
Der Körper braucht regelmäßige Pausen, um seine Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten und den Stresspegel zu senken. Nur dadurch können Sie weiterhin bewusst und konzentriert arbeiten. Eine gute Möglichkeit sind im Vornherein festgelegte, regelmäßige Pausenrituale wie beispielsweise ein kleiner Spaziergang.

4. Nein sagen rocks: Zu bewussterem Arbeiten gehört auch die Fähigkeit zu viele oder in diesem Moment weniger wichtige Aufgaben abzulehnen, damit man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann. Sie können selbst am besten einschätzen, ob sie noch Kapazitäten haben und wenn dem nicht so ist, sagen Sie einfach „nein“. Ganz selbstbewusst. Ohne Reue.

5. Mentalen Ausgleich schaffen und die Komfortzone verlassen: Slow Work Haufe Perspektiven blogUm immer konzentriert und bewusst die eigenen Aufgaben zu erfüllen, braucht jeder Mensch einen mentalen Ausgleich und ab und an einen Sprung raus aus der Komfortzone: sich eine Ablenkung gönnen, neue Eindrücke, Herausforderungen und Inspiration suchen und finden. Nur so kann man wieder konzentriert, motiviert und slow an die Arbeit gehen.

6. Innere Ruhe fördern: Wer mit sich im Reinen ist und seine innere Mitte gefunden hat, gilt als zufriedener und kann Herausforderungen entspannter und mutiger angehen. Dadurch werden Slow Work Haufe Perspektiven blogIhnen weniger unnötige Stresssituationen entstehen und Ihre kostbare Energie bleibt Ihnen für die wichtigen Aufgaben.

7. Akzeptanz sich selbst gegenüber: Selbst wenn man sein Bestes gibt, kann es immer wieder passieren, dass man doch weniger #slow und mehr #hustle-mäßig arbeitet. Auch das kommt vor und es ist völlig normal. Kein Grund sich selbst dafür fertig zu machen. Mehr Akzeptanz sich selbst gegenüber zu zeigen, fällt auch unter „achtsam sein“.

Und nun? Machen wir mal alle schön langsam!

Slow Work Haufe Perspektiven blogEine Gegenbewegung zu etwas bereits Etabliertem kann für sehr viel Aufregung sorgen und dadurch erst einmal eines hervorrufen: Widerstand. Doch wogegen eigentlich? Slow Work und Achtsamkeit greifen nichts an – sie erleichtern vor allem Bestehendes. Und die Leistung leidet darunter auch nicht. Slow machen und dennoch Leistung bringen müssen keine Gegensätze mehr sein – im Gegenteil! Sie können sich ergänzen, wenn man sie nur lässt.

Sie suchen hilfreiche Tipps & Tricks um Ihre Zeit auf der Arbeit effizienter und dennoch achtsamer zu nutzen? Unser Seminar-Tipp: Positives Selbstmanagement Kompetenzen für eine erfolgreiche berufliche Zukunft

Da jede neue Bewegung von „Learning by doing“ lebt und dadurch ein Erfahrungsaustausch Goldwert ist, freuen wir uns sehr über Ihr Feedback und persönliche Tipps zu Slow Work – gerne in den Kommentaren. Fielen Ihnen die ersten Versuche leicht? Oder war es doch eine ganz schöne Überwindung sich aus der Hektik des Alltags auszuklinken?

Ganz schön tricky: 6 Tipps, wie wir Freiraum (für Weiterbildung) schaffen!

Wer im Dauerstress von A nach B hetzt, hat selten Raum für Inspiration oder frisches Know-how – es fehlen Zeit und Nerven für die One-Billion-Dollar-Idee, die uns und vielleicht unsere Karriere in die nächste Umlaufbahn katapultieren könnte. Während unseres 2-jährigen Inspirations-Projekts s.mile wurde uns klar, wie wir das ändern können: Indem wir uns Freiraum schaffen! Mit ihm steht und fällt unser (Weiterbildungs-)Erfolg. Doch das mit dem Freiraum ist für Personalentwickler, Führungskräfte und Mitarbeiter ebenso wirkungsvoll wie tricky.

Eines ist klar: Wer es schafft, sich Freiraum zu nehmen, ermöglicht Weiterentwicklung!

„Keine Zeit“ heißt auch immer „keine Priorität“

Perspektiven_FreiraumNatürlich sind wir alle immer wahnsinnig eingespannt – wir haben 1.000 Termine und Verpflichtungen, die wir unter einen Hut bekommen müssen. Doch wer entscheidet, welche Termine und Verpflichtungen wirklich wichtig sind – und welche auch abgesagt oder verschoben werden können?

Richtig: Das sind in vielen Fällen wir selbst. Natürlich gibt es berufliche wie private Zwänge, die wir nicht ändern können, aber in vielen Fällen bedeutet die Aussage „keine Zeit“ in Wirklichkeit „keine Priorität“. Freiräume bekommen wir in unserer schnelllebigen Zeit meist nicht geschenkt. Wer Freiräume will, muss bewusst für ihn einstehen.

Freiraum in der Personalentwicklung – eine Win-win-Situation im Job

In vielen Unternehmen ist Weiterbildung ein klassischer Bestandteil des Arbeitsalltags – die Mitarbeiter erhalten regelmäßig die Gelegenheit, ihr Know-how aufzufrischen. Damit ist der zeitliche Freiraum für Weiterentwicklung von offizieller Seite hergegeben – und das ist ein toller Anfang! Doch wie sieht es mit dem inhaltlichen Gestaltungsspielraum der Mitarbeiter aus? Dürfen sie sich ihre Weiterbildung selbst aussuchen oder entscheiden Personalentwicklung und Führungskraft, welche Schulung sinnvoll oder notwendig ist?

Klar ist: Freiraum bei der Auswahl der Weiterbildung erhöht die Lernmotivation der Mitarbeiter enorm!

Drei Tipps für Personalentwickler und Führungskräfte für mehr Freiraum:

  • Perspektiven_FreiraumZeit nehmen für den Abgleich von persönlichen Motiven und Unternehmensinteressen: Ihr Mitarbeiter möchte gern ein Seminar zu Design Thinking machen, Sie sehen ihn aber eher in einer Schulung zu Projektmanagement? In diesem Fall hilft ein gemeinsames Gespräch: Welche Gründe haben Sie jeweils für Ihre Wahl? Möglicherweise stellt sich schnell heraus, dass Sie ein gemeinsames Ziel auf unterschiedlichen Wegen verfolgen. Und vielleicht können Sie sich sogar auf eine Weiterbildung einigen, die eine Schnittstelle aus den unterschiedlichen Interessen darstellt und somit ein perfektes Win-Win ist!
  • Auch individuelle Entwicklungsziele verdienen Unterstützung: Was ist, wenn Ihr Mitarbeiter und Sie keine Übereinstimmung zwischen den Unternehmenszielen und den persönlichen Weiterentwicklungszielen herstellen können? Dann ist es zwar nicht die Win-Win-Situation, die sich alle wünschen, aber vielleicht lohnt sich die Investition trotzdem? Manchmal ist es wichtig dem Mitarbeiter Raum zu geben, um ihn langfristig zu halten und zu motivieren. Und wer weiß, möglicherweise wird die neue Qualifikation im Unternehmen schneller gebraucht als gedacht? Wir leben schließlich in agilen Zeiten. Und selbst wenn nicht: Mit Ihrer Unterstützung signalisieren Sie dem Mitarbeiter Ihre Wertschätzung – neben Freiraum ein weiterer großer Motivator für Weiterentwicklung und Loyalität dem Unternehmen gegenüber!
  • Nicht nur der Inhalt ist entscheidend: Inhaltlicher Freiraum betrifft nicht nur das Thema einer Weiterbildung, sondern auch das Format. Egal ob E-Learning, Präsenzseminar, interaktiver Workshop oder Blended Learning: Jeder Mitarbeiter favorisiert eine andere Art zu lernen – je nach Typ und persönlicher Situation. Respektieren Sie diese individuellen Vorlieben und lassen Sie den Mitarbeiter entscheiden. In manchen Situationen – beispielsweise bei privat stark eingebundenen Menschen – ermöglichen Sie auf diese Weise vielleicht erst Qualifizierung, da Flexibilität hier den entscheidenden Unterschied macht. Der Weiterentwicklungserfolg wird Ihnen recht geben!

You rock: Private Freiräume für Weiterentwicklung freischaufeln

Perspektiven_FreiraumSelbst wenn der berufliche Freiraum für Weiterentwicklung gegeben ist, haben einige Mitarbeiter dennoch Schwierigkeiten, die vorhandenen Chancen zu nutzen. Die Gründe dafür liegen oft im Privatleben: Kleine Kinder, pflegebedürftige Angehörige oder andere zeitintensive Verpflichtungen blockieren den Freiraum für das eigene Vorwärtskommen. Dies haben wir auch bei unserem Inspirationsprojekt s.mile gemerkt: Wenn jemand zu viele Bälle in der Luft halten muss (oder möchte), ist die eigene Weiterentwicklung oft der Ball, der zuerst runterfällt – und der eventuell auch erst mal nicht mehr aufgenommen wird.

Drei Tipps wie Sie sich als Mitarbeiter mehr Freiraum schaffen können:

  • Priorität „me“: Zunächst einmal gilt es, dass Sie sich den Wert Ihrer Weiterentwicklung bewusst machen – was ist Ihnen wichtiger: Dass Sie den nächsten Schritt in Ihrer Entwicklung und damit möglicherweise auch in Ihrer Karriere gehen oder dass es zu keinen Veränderungen für Ihre Familie kommt? Überlegen Sie sich, welche Prioritäten Sie setzen wollen – und blenden Sie dabei Ihr schlechtes Gewissen aus. Erst einmal geht es darum, was Sie gern wollen. Der Rest wird sich finden, wenn es soweit ist!
  • Familienplaner neu denken: Sie wissen, dass Sie mehr Zeit in Ihre Weiterentwicklung investieren wollen? Herzlichen Glückwunsch – das ist ein sehr guter Anfang! Schaffen Sie jetzt die richtigen Rahmenbedingungen dafür: Besprechen Sie mit der Familie, dem Partner, Opa, Oma oder WG-Mitgliedern, wie Sie Aufgaben anders verteilen können und suchen Sie sich ggf. auch externe Unterstützung wie Babysitter oder Pflegedienste.
  • Bewusstsein schaffen für eigene Bedürfnisse: Sie haben den Freiraum für erfolgreiche Weiterentwicklung geschaffen, aber es hakt immer mal wieder? Oft hängt dies damit zusammen, dass Ihre Familie Sie doch wieder mit der alten Brille betrachtet: Warum kocht Papa denn heute Abend nicht? Und warum hat Mama die Wäsche noch nicht gewaschen? Dem können Sie vorbeugen, indem Sie Werbung für Ihre Sicht der Dinge machen: Für die Zeit der Weiterbildung müssen alle mal mehr ran als sonst – und zur Belohnung darf der Pizzabote auch gern zwei Mal in der Woche klingeln. Deal?

Hat alles seine Zeit oder bestimmt Zeit alles?

Perspektiven_FreiraumWeiterentwicklung braucht Freiraum – aber genauso bietet Freiraum auch die Möglichkeit, nein zu sagen. Nein zu Weiterentwicklung und nein dazu, das aktuelle Leben zu verändern und Neues willkommen zu heißen. Diese Entscheidung gilt es zu respektieren, denn eine erzwungene Weiterbildung ist oft eine verschenkte Chance auf Weiterentwicklung. Letztlich hat alles seine Zeit – und manchmal lässt die Zeit für Weiterentwicklung einfach noch ein bisschen auf sich warten.

Nehmen Sie sich Ihren Freiraum – er gehört Ihnen!

Perspektiven_FreiraumFreiraum ist die Zauberformel unserer New-Work-Zeit: Diese bietet unendliche Möglichkeiten, zwingt uns aber auch dass wir uns bewusst auf das fokussieren, was wir wirklich wollen. Uns sollte bewusst werden WOFÜR wir Freiräume schaffen wollen! Während wir uns abhetzen, um unseren vielfältigen Aufgaben und Verantwortlichkeiten gerecht zu werden, liegt es eigentlich bei uns, das größere Maß an Selbstbestimmung, das wir heute haben, bewusst dafür zu nutzen, uns Freiräume zu schaffen: Freiräume für uns und unsere Weiterentwicklung.

Denn Freiräume bedeuten:

  • Gestaltungsmöglichkeiten und -chancen: Wie wollen wir also unser eigenes Leben (privat und beruflich) ausfüllen?
  • Mehr Zufriedenheit
  • Zeit und Kraft für Kreativität, Leidenschaft und vielleicht sogar die nächste große innovative Idee!

Nehmen Sie sich doch einen Moment: Wofür würden Sie gerne mehr Freiraum haben? Gibt es da eine bestimmte Idee, die Sie jetzt im Kopf haben?
Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihre Wünsche und Sehnsüchte mit uns teilen würden – gerne hier in den Kommentaren!

Hier erfahren Sie noch mehr zum Thema Freiraum und Weiterentwicklung:

Umfrage: „Wert der Weiterbildung“

Im Auftrag der Haufe Akademie wurden rund 1.000 Angestellte in Deutschland zum „Wert der Weiterbildung“ befragt. In unserer Beitrags-Serie zu unserer neusten repräsentativen Studie, die wir gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführt haben, stehen folgende Fragen, die wir in vier Beiträgen beantworten:

  • #1: Formate der Weiterbildung [online]: WIE will Deutschland sich weiterbilden? Digital, analog oder doch durch persönliches Coaching? Erstaunlich ist vor allem, dass sich die Wünsche der Arbeitnehmer nicht mit der Wirklichkeit in Unternehmen decken…
  • #2: Quo vadis Weiterbildung [folgt]: Wie stark bilden sich deutsche Angestellte weiter? Gibt es hier eine gesunde Work-Life-(Learn-)Balance? Und wie steht es dabei um die Gleichberechtigung? Tatsächlich sind Frauen in der Weiterbildungsbilanz in der Unterzahl – können oder wollen sie nicht mehr für Ihre Entwicklung tun? Die Antwort auf diese Frage und weitere Ergebnisse erhalten Sie in Teil 2 unserer Serie zur Studie „Wert der Weiterbildung“.
  • #3: Investition in Weiterbildung [folgt]: Wie viel (Zeit & Geld) investieren deutsche Angestellte in ihre Entwicklung? Erstaunlich: Offensichtlich ist die Bereitschaft eigene Ressourcen in die Hand zu nehmen im Vergleich zur Vorgängerstudie 2013 gesunken. Hierzu mehr in Teil 3 unserer Serie zur Umfrage.
  • #4: WARUM bilden die Deutschen sich weiter? Das WHY hinter Weiterbildung [folgt]: Lernen wir mehr für unser Unternehmen, für die nächste Beförderung oder unsere persönliche Entwicklung? Tatsächlich sind die Deutschen hier sehr intrinsisch motiviert und lernen vor allem aus Freude an der persönlichen Entwicklung. Warum das so ist und was das für Mitarbeiter und Unternehmen bedeutet, beantwortet Teil 4 unserer Serie.

Warum betrifft uns das?

Wer Menschen bei ihrer Arbeit bestmöglich unterstützen und ihre Entwicklung erleichtern möchte, sollte wissen, wie Arbeitnehmer zum Thema Weiterbildung stehen: Was ist ihnen wichtig? Was benötigen sie, um gut arbeiten zu können?

Die Ergebnisse der Studie „Wert der Weiterbildung“ liefern hierauf Antworten. Erfahren Sie in unserer vierteiligen Serie wie es um die Weiterbildung in Deutschland steht – es sind etliche überraschende Insights dabei!

Zur Umfrage:

Ziel der Untersuchung war es zu ermitteln, welche Weiterbildungsmöglichkeiten Angestellte in Deutschland als sinnvoll empfinden, welche davon ihr Arbeitgeber fördert und wessen Empfehlungen sie bei der Suche nach geeigneten Weiterbildungsmaßnahmen vertrauen. Darüber hinaus wurde nachgefragt, wie wichtig es ist, sich beruflich weiterzubilden, und was man bereit ist, dafür zu tun. Zusätzlich wurde nach den Gründen für beziehungsweise gegen die berufliche Weiterbildung gefragt. Die repräsentative Umfrage erfolgte online zu selbst gewählten Zeiten und in selbst gewählter Umgebung am PC, Laptop, Tablet oder auf dem Smartphone.

Bereits 2013 beauftragte die Haufe Akademie eine Umfrage mit dem Titel „Wert der Weiterbildung“ und zeigte ein aktuelles Meinungsbild zu diesem Thema. Die Frage nach der Bereitschaft, eigenes Geld und Freizeit in die berufliche Weiterbildung zu investieren, stellten wir damals wie heute. Nun können wir einen zeitlichen Vergleich ziehen – die Entwicklung überrascht!

Lesen Sie jetzt:

Umfrage #1: WIE ist Weiterbildung sinnvoll? Flexibel = King? Dennoch gibt es einen Dauerrenner…

Lernen Sie lieber im Seminar oder mit Kopfhörern tief versunken im Webinar? Ist Coaching Ihr lang gehegter Traum? Wir wollten es wissen: Welche Formate und welche Tipps machen Weiterbildung für Angestellte in Deutschland sinnvoll? Über 1000 Befragte geben uns Aufschluss darüber. Lesen Sie selbst!

Die Zahlen zeigen: Vielfalt der Weiterbildungsmöglichkeiten wird unterschätzt! Die Angestellten sollten einschätzen, welche Weiterbildungsmöglichkeiten sie unter welchem zeitlichen Aufwand sinnvoll finden und welche davon der Arbeitgeber tatsächlich ermöglicht beziehungsweise fördert.

Coaching: Heiß begehrt!

Perspektiven_Umfrage Weiterbildung 2Seminare und Tagungen, also ein- bis zweitägige Präsenzveranstaltungen mit anderen Teilnehmern, halten knapp 90 Prozent der Befragten für sinnvoll – 35 Prozent sogar für sehr sinnvoll. Persönliches, individuelles Coaching sowie längerfristige Qualifizierungsprogramme werden von jeweils knapp 80 Prozent der Befragten als sinnvoll eingestuft – auch diese beiden Maßnahmen hält jeweils rund jeder Dritte für „sehr sinnvoll“. Eigene Fachlektüre liegt mit 72 Prozent an vierter Stelle und Blended Learning, also eine Kombination aus Lernen mit anderen in Seminaren und computergestütztem Lernen, wird von 67 Prozent als (sehr) sinnvoll erachtet.

An letzter Stelle steht reines E-Learning (53 Prozent). 62 Prozent der Befragten halten bis zu sechs Tage im Jahr für Weiterbildungen nötig, um den beruflichen Anforderungen zu genügen. Jeder dritte Angestellte (33 Prozent) erachtet es sogar für sinnvoll, mehr als sechs Tage für Weiterbildungen einzuplanen.

Wunsch meets Wirklichkeit: Welche Formate Unternehmen fördern

Seminare und Tagungen werden am häufigsten angeboten: 74 Prozent der Angestellten erhalten von ihrem Arbeitgeber die Möglichkeit, solche ein- bis zweitägigen Präsenzveranstaltungen zu besuchen. Mit deutlichem Abstand folgt an zweiter Stelle die eigene Fachlektüre (46 Prozent) knapp vor E-Learning, also der Nutzung computergestützter Lernprogramme (42 Prozent).

Perspektiven_Umfrage Weiterbildung Sinn_Quelle Haufe Akademie

Jeder dritte Angestellte (34 Prozent) hat die Möglichkeit, mit Unterstützung seines Arbeitgebers an Qualifizierungsprogrammen teilzunehmen. Gut jeder Fünfte (21 Prozent) kann bei persönlichem, individuellem Coaching mit der Unterstützung vom Arbeitgeber rechnen und gut jeder siebente (13 Prozent) bei Blended Learning.

Was wir daraus lernen: Formenvielfalt und Blended Learning machen individuelles Lernen möglich!

Klassische Präsenzveranstaltungen sind für die meisten immer noch die sinnvollste Weiterbildungsmaßnahme. Sie werden auch am häufigsten von den Arbeitgebern angeboten und gefördert, im Gegensatz etwa zum Blended Learning oder E-Learning. Christoph Beck, HR-Experte und Professor für Personalentwicklung, sieht dafür mehrere Gründe: „Der zeitliche und finanzielle Aufwand für Seminare und Tagungen ist überschaubar, Wissen wird themenspezifisch und effizient vermittelt und gleichzeitig ist ein persönlicher Erfahrungsaustausch mit anderen möglich.“

Perspektiven_Weiterbildung_Studie_Quelle Haufe AkademieHaufe AkademieDiese Vorteile klassischer Präsenzveranstaltungen überzeugen sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass viele Mitarbeiter sich ausreichend Zeit für Weiterbildung wünschen und viel Potenzial in weiteren Formaten steckt: Coachings, Qualifizierungsprogramme oder Fachlektüre werden deutlich seltener gefördert, obwohl Angestellte sie als durchaus sinnvoll empfinden.

Weniger ist mehr? Oder gewinnt die Flexibilität?

Perspektiven_Umfrage Weiterbildung 2Sprich: Mehr Formatvielfalt würde guttun. „Es existieren heute so viel mehr didaktische Möglichkeiten als früher, die sollten wir auch nutzen!“, meint Ulrike Nessel. Denn mit einer breiten Palette an Weiterbildungsmöglichkeiten lässt sich Lernen noch flexibler und individueller gestalten. „Mitarbeiter leistungsgerecht zu qualifizieren und einzusetzen, ist die Hauptaufgabe einer guten Personalentwicklung. Es gilt also, das Gespräch mit Mitarbeitern zu suchen, aktiv Vorschläge zu machen und konkrete Empfehlungen auszusprechen. Führungskräfte und Personalentwickler sollten sich die Frage stellen: Welchen Weg kann ich – mit Blick auf Kosten und Sinnhaftigkeit – gehen und was kann ich den Angestellten anbieten?“

Die Zahlen zeigen: Aufmerksamkeit der Chefs ist gefragt!

Es wurde ermittelt, welche Kompetenzen von Fach- sowie Führungskräften in den letzten Jahren wichtiger geworden sind beziehungsweise wichtiger werden.

Aus Sicht der Angestellten sind in den letzten Jahren alle vier vorgegebenen Kompetenzen mehrheitlich wichtiger geworden – sowohl für Fach- als auch für Führungskräfte. Es zeigen sich allerdings auch einige Unterschiede: Für Fachkräfte ist es aus Sicht der Angestellten noch wichtiger geworden als für Führungskräfte, neue Technologien anwenden zu können (77 Prozent vs. 69 Prozent) und umfangreiches Fachwissen im Kernarbeitsbereich zu haben (68 Prozent vs. 60 Prozent). Für Führungskräfte haben dagegen soziale Kompetenzen wie zum Beispiel Stressmanagement und Organisationsfähigkeit noch stärker an Bedeutung zugenommen als für Fachkräfte.

Was wir daraus lernen: Führungskräfte schlüpfen in die Rolle der Enabler

Perspektiven_Umfrage Weiterbildung 2Führungskräfte sind zunehmend gefordert, als „Enabler“ aufzutreten – die Entwicklung ihrer Mitarbeiter also zu erleichtern und kontinuierliches Lernen konkret zu fördern. Vor allem auch dann, wenn die Leistungsfähigkeit der Angestellten in anspruchsvollen Lebensphasen weiterhin gewährleistet werden soll. „Auch in Hinblick auf dieses Ergebnis gewinnen flexible Weiterbildungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel digitales Lernen, an Bedeutung“, sagt Nessel.

Flexiblere Weiterbildungsangebote machen Karriere

Christoph Beck rät Personalentwicklern und Führungskräften zu individuelleren Entwicklungskonzepten. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Gründe für Weiterbildung vielfältig sind, und das dürfen sie auch“, sagt er.

„Es ist für einen Berufseinsteiger durchaus legitim, mit einer Weiterbildung den beruflichen Aufstieg zu ermöglichen, während Fachkräfte durch eine Weiterbildung vorrangig nicht den Anschluss verlieren wollen. Fakt ist: Die Motive sind unterschiedlich und genau das sollte eine moderne Personalentwicklung durch entsprechend flexible Angebote berücksichtigen.“ Christoph Beck

Lesen Sie auch:

  • Umfrage, Teil 2 [folgt]: Weiterbildung in Deutschland: Ein Thema der Work-Life-(Learn-)Balance?
  • Umfrage, Teil 3 [folgt]: Investition in Weiterbildung: Wie viel (Zeit & Geld) investieren wir für unsere Entwicklung?
  • Umfrage, Teil 4 [folgt]: Warum bilden wir uns weiter? Das WHY für Weiterbildung!

Warum wir alle mehr Fragen stellen sollten!

Bei Gesprächen und Meetings der letzten Wochen ist mir aufgefallen: Wir alle stellen zu wenig Fragen! Wir reden viel, doch Fragen gibt es selten. Dabei sind sie sehr kraftvoll: Sie bieten die Möglichkeit sich auch einmal zurückzulehnen – man gibt dem anderen Raum und vielleicht sogar ein gutes Gefühl. Gleichzeitig beziehen wir fragend selbstbewusst Position und können Gespräche lenken. 

„Möchten Sie noch etwas wissen?“ Diese Frage hören wir oft – in Projekten, Meetings, in Gesprächen mit der Führungskraft oder auch in Bewerbungsgesprächen: Das ist Ihre Chance! Statt nein zu sagen oder betreten zu schweigen, können Sie diesen Moment nutzen und zu Ihrem machen.

Denn mit Fragen beziehen Sie Position – dies lenkt vielleicht die Karriere in die richtige Richtung, aber auch in ganz alltäglichen Situationen helfen uns Fragen weiter. Wir zeigen unserem Gegenüber: Ich bin ganz bei dir und bereit, mich mit dir auf einen spannenden Austausch einzulassen und habe dafür wertvolle Impulse!

Ja, ich stelle Fragen! Machen Sie dies zu Ihrer Haltung und zu Ihrem Selbstanspruch

Perspektiven_Fragen stellenDenn damit beanspruchen Sie Raum für Ihre Person – und zwar in Situationen jeglichen Härtegrades: Im Vorstellungsgespräch, beim Small Talk an der Kaffeemaschine oder auch beim Tauziehen mit dem Partner, wenn wieder mal Überstunden fällig sind. Mit Fragen lenken Sie die Richtung des Gespräches. Das hilft, den eigenen Standpunkt zu finden und weiterzuentwickeln.

Gleichzeitig agieren Sie auf Augenhöhe. Das ist unter anderem im Austausch mit der Projektleitung oder Ihrer Führungskraft von besonderer Bedeutung. Denn Sie zeigen, wo Sie im Job hin möchten. In Bewerbungsgesprächen beeinflussen Sie den ersten Eindruck maßgeblich und zeigen Selbstbewusstsein.

Mit Fragen Position beziehen #1: In Projekten, Meetings, zwischendurch und im Mitarbeitergespräch!

Sie können nicht nicht kommunizieren, um mit den Worten des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawic zu sprechen. Kompetenz, Engagement, Entwicklungswille – wann immer Sie Ihren Vorgesetzten oder Projektleitern Fragen stellen, transportieren Sie eine Botschaft. Geschickt angepackt, können Sie damit vorausschauend Weichen stellen.

Perspektiven_Fragen stellenDenn der Einfluss von Führungskräften auf unsere Karriere und unsere Aufstiegschancen ist größer als wir denken. Vergegenwärtigen Sie sich das immer wieder – vor allem vor bzw. in Gesprächen mit Ihrer Führungskraft. Gelegenheiten gibt es viele – vom wöchentlichen Projekt-Update über gemeinsame Fahrten zum Kunden bis hin zu offiziellen Mitarbeitergesprächen. Erfolgsentscheidend ist: Entwickeln Sie ein Gespür für passende Gelegenheiten und machen Sie sich beizeiten selbst klar, was Sie erreichen möchten und bringen Sie dieses geschickt zum Ausdruck.

Mit folgenden Fragen an die Projektleitung oder Führungskraft können Sie Ihrer Karriere wertvolle Impulse geben:
  • Was sehen Sie als meinen Beitrag und vielleicht meinen besonderen Erfolg in diesem Projekt bzw. in meinem Job? Wo sehen Sie meine wichtigsten Stärken? Lassen Sie sich überraschen, ob es Ihr organisatorisches Geschick oder Ihr glückliches Händchen mit dem Kunden ist. Die Fremdwahrnehmung von außen kann Ihnen wichtige Anhaltspunkte liefern. Und mit dieser Frage fallen Sie als ambitioniert, proaktiv und offen auf – allein das ist ein Eindruck, der hängen bleibt.
  • Sie können auch noch weiterfragen, welche Entwicklungschancen Sie im nächsten Projekt haben oder was Sie noch dafür tun müssten, um sich für eine bestimmte Position zu qualifizieren.
  • Was könnte für mich (als Frau) auf dem Weg zur nächsten Stufe schwierig werden? Mit dieser Frage an eine weibliche Vorgesetzte können Sie interessante „Insidertipps“ bekommen. An einen männlichen Vorgesetzten gestellt, erfahren Sie mehr über die Vorbehalte, mit denen Sie rechnen müssen. Womöglich sagt die Antwort mehr über die persönliche Einstellung der Führungskraft aus als über die tatsächlichen Hürden. Beides ist für Sie und Ihren Weg hochspannend!
  • Networking: Gibt es Kolleginnen oder Kollegen für den Erfahrungsaustausch? Führungskräfte sind in der Regel im Unternehmen und auch über Standorte hinweg gut vernetzt und können Ihnen wertvolle Kontakte vermitteln. So können Sie Menschen kennenlernen, die im Unternehmen an Schlüsselpositionen sitzen oder auch erfahrene Experten, die Ihnen (Insider-)Tipps geben können.
  • Besonders wichtig für Mitarbeitergespräche: Hier taucht oft die Frage auf, wo Sie sich selbst in 5 Jahren sehen. Ändern Sie doch einmal die Perspektive: Wo sehen Sie mich in 5 Jahren? Haken Sie nach, wie Sie am besten dorthin kommen und wie er oder sie unterstützen kann. Vielleicht gibt es im Unternehmen auch spezielle Entwicklungsprogramme für Frauen? Wer fragt, gewinnt!

Mit Fragen Position beziehen #2: Im Vorstellungsgespräch

Im Vorstellungsgespräch prägen Sie den ersten persönlichen Eindruck von sich selbst. Packen Sie diese Chance beim Schopf und zeigen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie eine leistungsbereite und engagierte Bewerberin sind, die weiß, was sie will:

  • Sie wollen Beruf und Familie gut vereinbaren und legen deshalb großen Wert auf flexible Arbeitszeiten oder die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten? Dann brennen Ihnen vermutlich folgende Punkte unter den Nägeln: Welche Teilzeitmodelle oder Home-Office-Regelungen gibt es?
    Viele Unternehmen setzten mittlerweile auf flexible Arbeitsmodelle, um ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu boosten und leichter Fachkräfte zu finden. Das ist Ihre Chance! Oft lassen sich schon auf der (Karriere-)Website des Unternehmens oder auf Portalen wie kununu Informationen dazu finden. Im Vorstellungsgespräch können Sie gut daran anknüpfen und nähere Details erfragen.
  • Karriereknick ade! Gehören Sie zu den Frauen, die trotz Familie im Teilzeitjob nicht auf verantwortungsvolle Aufgaben oder eine Führungsposition verzichten möchten? Dann thematisieren Sie dies im Bewerbungsgespräch und fragen Sie, ob es im Unternehmen bereits Mitarbeiter in solchen Positionen gibt. Auch spannend: In welchen Arbeitszeitmodellen sind sie beschäftigt – gibt es die Viertagewoche oder eine Fünftagewoche mit verkürzten Tagen? Suchen Sie schon im Voraus nach Best Practices in anderen Unternehmen und überlegen Sie sich, welche Rahmenbedingungen Sie sich wünschen. Ebenfalls wichtig: Wie steht es – trotz Teilzeit – um Fortbildungsmöglichkeiten oder um Einladungen zu wichtigen Meetings?
  • Ist es Ihnen generell wichtig, sich im Job auszutauschen und auch mal um Rat bitten zu können? Dann erkundigen Sie sich, ob es im Unternehmen Mentoring-Strukturen oder auch Business Buddies gibt, die Sie unterstützen können und das Networking fördern. Denn im Austausch mit Kollegen lassen sich beispielsweise knifflige Situationen einfacher lösen, eingefahrenen Muster erkennen oder auch neue Perspektiven finden. Wer fragt, bringt so etwas vielleicht sogar in Gang und gilt von Beginn an als innovativ! Trauen Sie sich!
Don‘t forget: Antwortstrategien für Worst Case-Questions

Perspektiven_Fragen stellenWas Sie bei Ihrer Vorbereitung keinesfalls vergessen sollten: Unangenehme oder unangebrachte Fragen, die Ihnen gestellt werden und die Sie schon mal ins Schwitzen bringen können. Besonders jene, die eigentlich gar nicht sein dürften. Beispielsweise zu Ihrer Familienplanung oder auch zu Ihrer Religionszugehörigkeit. Hier souverän zu reagieren, ist von entscheidender Bedeutung. Legen Sie sich Ihre Antwort-Strategie zurecht.

Zum Beispiel sich nicht irritieren zu lassen, sondern lieber Gegenfragen zu stellen „Inwiefern ist Religionszugehörigkeit für diese Stelle relevant?“ Oder Sie verallgemeinern: „Familienplanung? Ja, das ist ein wichtiges Thema. Es gibt ja auch schon viele Beispiele, wie Unternehmen die Vereinbarkeit von Familie und Job fördern.“

Fazit: Werden Sie sich der Kraft Ihrer Fragen bewusst!

Fragen, fragen, fragen – das ist Ihre Chance! Eine selbstbewusste Haltung und gute Vorbereitung sind die halbe Miete. Wir freuen uns, wenn wir Sie inspirieren konnten, und Sie in Ihrem nächsten Gespräch Ihre Anliegen souverän angehen. Haben Sie Mut und stellen Sie die Fragen, die Sie umtreiben!

Wir freuen uns auf den Erfahrungsaustausch mit Ihnen und sind gespannt, ob Ihnen Ihr Gegenüber gute Antworten geben konnte! Berichten Sie uns gerne in den Kommentaren! Wir wünschen Ihnen viel Freude und neue Ideen auf women@work!

Weitere Lese-Empfehlungen:

Working out loud: Wie der offene Austausch Ihre Arbeit beflügelt

Wissen teilen und vernetzt arbeiten – jeder weiß, dass wir so besser werden könnten. Nur an der Umsetzung hapert es: Wie gelingt innovative Kollaboration im Alltag? „Working out loud“ könnte die Antwort ein.

1. Was ist Working out loud?
2. Working out loud Elemente: Wie funktioniert WOL?
3. Die neue Arbeitswelt möchte WOL
4. Wie Sie die 5 Grundprinzipien von Working out loud verinnerlichen
5. Working out loud verhilft zu mehr Agilität, Motivation und neuen Ideen
6. Beispiele: Hier wird WOL genutzt
7. Tipps: Wie kann ich Working out loud für mich umsetzen?
8. So finden Sie einen Work Out Loud-Circle!

Der Austausch mit anderen inspiriert und regt uns zu neuen Ideen an. Das war schon vor dem digitalen Zeitalter so, aber das Internet und die sozialen Medien haben Netzwerken enorme Bedeutung verliehen. Kommentieren auch Sie Beiträge auf Twitter, schreiben Blogbeiträge oder veröffentlichen Videos online? Dann haben Sie schon erste Schritte in Richtung „Working-Out-Loud“ (WOL) unternommen – eine Methode, um Vorhaben mit der Hilfe von anderen anzugehen und selbst dabei sichtbar zu werden. Bei WOL geht es darum, sein Wissen zu teilen statt es eifersüchtig zu hüten – Wissensmanagement also, von dem jeder profitiert.

In der neuen Arbeitswelt stehen vernetztes Arbeiten und unternehmensübergreifende Zusammenarbeit hoch im Kurs. „Working out loud beinhaltet dabei Elemente des klassischen Netzwerkens – nur geht die Methode systematisch vor und stellt die Nachhaltigkeit der Beziehungen in den Vordergrund“, erklärt Ute Blindert, Buchautorin und Expertin für das Netzwerken und die digitale Zusammenarbeit. Der zentrale Gedanke hinter der Working out loud-Methode: Mit welchen Menschen muss ich in Beziehung treten, um mein Vorhaben zu realisieren? Aber nicht nach dem Prinzip „Eine Hand wäscht die andere“, sondern indem wir offen etwas ins Netzwerk geben und dafür neuen Input zurückbekommen.

Erfahren Sie, warum Sie Ihr Wissen teilen sollten, was Sie für WOL brauchen und wie Sie damit sich und Ihre Fähigkeiten weiterentwickeln!

Was ist Working out loud?

Working out loud (WOL) ist eine Selbstlern-Methode, um Beziehungen zu anderen aufzubauen, um Fähigkeiten zu entwickeln und Ziele zu erreichen. Dabei teilt man sein Wissen und macht seine Arbeit sichtbar, sodass jeder davon profitieren kann. Man erschafft sein ganz persönliches Expertennetzwerk. John Stepper entwickelte die Lernmethode und machte sie 2015 durch die Veröffentlichung seines Buches „Work out Loud“ bekannt. Gleichzeitig stellte er auf seiner Website sogenannte Working Out Loud-Circle Guides kostenfrei zur Verfügung, die seitdem weltweit als Anleitung dienen.

Working out loud Elemente: Wie funktioniert WOL?

Drei bis fünf Teilnehmer treffen sich über zwölf Wochen lang für eine Stunde pro Woche in sogenannten Circles, virtuell oder live. Bei jedem dieser Treffen wird gemeinsam an den Zielen der einzelnen Circle-Mitglieder gearbeitet – unter Berücksichtigung der WOL-Grundprinzipien Beziehungen, Großzügigkeit, Sichtbarkeit, zielgerichtetes Verhalten und wachstumsorientiertes Denken. Um die Prinzipien zu verinnerlichen, können die Übungen der Circle-Guides von John Stepper genutzt werden. So beginnt man in der Regel damit, die für sein Vorhaben hilfreichen Menschen und Netzwerke zu identifizieren und mit diesen in Kontakt zu treten – ein Like oder Kommentar zu einem Blogbeitrag oder Tweet reicht im ersten Schritt. Später lernt man, selbst einen sinnvollen Beitrag zu leisten und seine Arbeit sichtbar zu machen, zum Beispiel durch einen eigenen Tweet.

Die neue Arbeitswelt möchte WOL

In volatilen Zeiten wie heute, in denen eine Innovation die nächste jagt, sind behäbige Unternehmen mit starrer Hierarchie und Silostruktur schnell abgehängt – Agilität ist in der neuen Arbeitswelt gefragt. Doch um schnelle Entscheidungen treffen und Entwicklungen anstoßen zu können, müssen Informationen frei zwischen Abteilungen und Mitarbeitern fließen. Haben Sie es auch schon erlebt, dass halbherzig unternehmensübergreifende Zusammenarbeit, vernetztes Arbeiten und Mitarbeiterengagement gefordert, aber selten ein Mittel dazu bereitgestellt werden? So verlassen wir Seminare mit Menschen unterschiedlichster Unternehmenskultur und denken uns „Wow, der Austausch war wirklich spannend und erleuchtend – warum machen wir das nicht häufiger?“

Hier setzt Working out loud an: Durch das regelmäßige Treffen in einer Kleinstgruppe wird das Teilen von Wissen sowie Kollaboration systematisiert – und damit zur Gewohnheit. Man ändert seine Arbeitsweise nachhaltig und baut sich ein eigenes Expertennetzwerk auf, auf das man jederzeit zurückgreifen kann. „WOL ist gerade in Unternehmen ein fantastisches Werkzeug, um Menschen zusammenzubringen und sich gegenseitig zu unterstützen“, sagt Ute Blindert. Zudem zielt WOL auf die Entwicklung von Fähigkeiten ab, die in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Dazu gehören laut einer LinkedIn-Studie von 2017 zum Beispiel Wissensmanagement, funktionsübergreifende Kompetenzen sowie Gesprächs- und Verhandlungsführung – alles Fähigkeiten, die mit WOL gezielt trainiert werden.

Es geht bei Working out loud nicht darum, Ziele zu erreichen –  sondern darum, Beziehungen zu Menschen aufzubauen. (John Stepper)

Wie Sie die 5 Grundprinzipien von Working out loud verinnerlichen

Sie müssen sich nicht streng an die Anleitungen von John Stepper und seinen WOL-Circle Guides halten, um von Working out loud zu profitieren.

Beherzigen Sie die WOL-Grundprinzipien und wandeln Sie sie für sich ab – auch das wird Ihre Arbeit bereits interessanter und besser machen!

  • Beziehungen: Bauen Sie nachhaltige Beziehungen auf – nicht durch gezieltes Geben und Nehmen, sondern indem Sie sinnvoll etwas beitragen.
  • Großzügigkeit: Teilen Sie Ihr Wissen großzügig – erwarten Sie keine Gegenleistung, sondern tun Sie es, um etwas Konstruktives beizutragen und das Netzwerk zu stärken.
  • Sichtbarkeit: Machen Sie Ihre Arbeit sichtbar, auch – und gerade wenn – Sie noch nicht abgeschlossen oder perfekt ist. Die Sichtbarmachung sollte dem Netzwerk dienen und nicht der Selbstdarstellung!
  • Zielgerichtetes Verhalten: Richten Sie ihre Aktivitäten auf ein einziges Ziel. Überlegen Sie sich, welche Ressourcen Sie dafür brauchen und was Sie beitragen können, um dem Ziel näher zu kommen.
  • Wachstumsorientiertes Denken: Seien Sie aufgeschlossen und neugierig und entdecken Sie die vielen Möglichkeiten, die Sie ihrem Ziel näher bringen.

Working out loud verhilft zu mehr Agilität, Motivation und neuen Ideen

Warum Working out loud? Kommen Sie nicht auch auf viel bessere Ideen und Lösungen, wenn Sie sich mit anderen austauschen? Oder haben das Gefühl, sich dadurch beruflich und privat weiterzuentwickeln? Wir entdecken durch den Austausch mit anderen Menschen neue Themen und lernen kontinuierlich – umso besser, wenn wir dies auch für unseren Job nutzen können!

Und bei der Lernmethode Working Out Loud profitiert jeder, egal ob das Unternehmen oder die Teilnehmer selbst. Davon ist auch Ute Blindert überzeugt, die bereits selbst an mehreren Work Out Loud-Zirkeln teilgenommen hat: „Ich kam mit Menschen verschiedenster Hintergründe ins Gespräch und arbeitete dennoch weiterhin an meinen ganz persönlichen Zielen – und das mit wirklich wenig Aufwand.“ Auf die Kritik, dass nicht alles an Working out loud wirklich neu sei, reagiert sie gelassen. „Natürlich ist nicht alles neu an WOL – aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Die Methode strukturiert das Netzwerken und ermutigt zum In-Beziehung-kommen. Durch die Reflektion in der Gruppe erhalte ich ganz andere Perspektiven auf meine Fragen – andere denken für mich! Und das ist unheimlich wertvoll.“

Working out loud bricht Silos auf. Wir können uns systematisch mit anderen austauschen und von deren Erfahrungen und Wissen profitieren. Gleichzeitig baut man ein belastbares Beziehungsnetzwerk auf und lernt ständig dazu. Wir sind agiler, mehren durch WOL unser Wissen, entwickeln neue Fähigkeiten und Lösungsansätze und verbessern nachhaltig unsere Arbeit. Davon profitieren auch Führungskräfte und Unternehmen. Natürlich ist das Offenlegen der eigenen Arbeit für viele zunächst eine Hemmschwelle – doch auch kleine Schritte reichen hier völlig. Wenn Sie bereits ein wenig von ihren Projekten erzählen und Ihre Erfahrungen öffentlich teilen, tragen Sie bereits etwas Wertvolles zur Gemeinschaft bei!

Beispiele: Hier wird WOL genutzt

Menschen, die sich und ihre Arbeit öffnen und sich mit anderen vernetzen, können mehr Einfluss auf ihre Arbeit nehmen – das motiviert! Auch Urs Kohlmeier, Berater Inhouse-Training bei der Haufe Akademie, weiß eine offene Arbeitsweise im Team zu schätzen. In seiner Abteilung wurde das sogenannte Team-Recruiting eingeführt, über das sich die Mitarbeiter in einem Community-Termin regelmäßig austauschen  – „Working Out Loud Light“, sozusagen. „Durch diese Art von Circle können wir unsere Arbeit einordnen. Wo stehen wir eigentlich im Vergleich zu anderen? Was machen wir gut und was können wir verbessern? Es hilft einfach sehr dabei, unsere Arbeit besser zu machen!“, erzählt Kohlmeier.

„Es braucht einzig und allein Aufgeschlossenheit und die Bereitschaft, über sich und andere nachzudenken.“ (Ute Blindert)

Hier einige Beispiele von Unternehmen in Deutschland, die die Methode Working out loud in Reinkultur oder aber in abgewandelter Form nutzen:

Bosch 

Der Pionier unter den deutschen Unternehmen. 2015 startete der erste Working Out Loud Circle bei Bosch in enger Zusammenarbeit mit WOL-Erfinder John Stepper. Bis heute haben über 1.000 Mitarbeiter aus 40 Ländern an einem WOL Zirkel teilgenommen, Kommunikation und Organisation laufen über eine unternehmenseigene Plattform. Working Out Loud ist heute fester Bestandteil des Trainingsprogramms. Das Unternehmen ist Teil der „Working Out Loud Community of Practise“, in der acht Großkonzerne vertreten sind (siehe auch Continental AG).

Sipgate

Das Unternehmen entwickelt Telekommunikationsprodukte und versteht sich als Netzwerkorganisation mit hohem Mitarbeiterengagement. Jeden zweiten Freitag ist „Open Friday“: Die Mitarbeiter veranstalten eine Konferenz, bei der neue Projekte angestoßen und spezifische Probleme gelöst werden. Nach der anfänglichen Themenplanung in großer Runde teilt sich diese in kleine Arbeitsgruppen auf.

Continental

Auch bei der Continental AG nutzten bereits mehr als 1.000 Mitarbeiter die Methode Working out loud. Eingeführt wurde sie von Harald Schirmer aus dem Bereich Digitale Transformation und Change. 2017 veranstaltete Schirmer sogar Live-Circles über Skype – jeder konnte sich so einen WOL-Circle im Internet anschauen.

Haufe Group

An der Haufe Akademie wurde in einigen Bereichen das Team-Recruiting eingeführt: Nicht die Teamleitung, sondern das Team selbst gestaltet den Bewerbungsprozess und führt die Bewerbungsgespräche mit potenziellen neuen Kollegen. Einmal im Monat treffen sich Mitarbeiter der gesamten Haufe Group in einem Community-Termin zum Thema Team-Recruiting und tauschen sich zu laufenden Fragen und Projekten aus – auch über virtuelle Kanäle.

Gut zu wissen
Möchten Sie die Working out loud-Methode auf breiter Ebene bei sich im Unternehmen einführen und dabei die WOL-Circle Guides nutzen, müssen Sie bei Entwickler John Stepper eine kostenpflichtige Lizensierung anfragen. Für einzelne Personen hingegen – auch in Unternehmen – ist die Nutzung der Guides kostenfrei.

Tipps: Wie kann ich Working Out Loud für mich umsetzen?

Mit fremden Menschen in den zu Dialog zu treten, kostet Überwindung, ja. Aber eine gemeinsame Denkweise schafft eine starke Verbindung und beiderseitiges Interesse. WOL-Erfinder John Stepper ist das beste Beispiel: Dankt man ihm per Twitter, folgt in der Regel ein freundliches „Like“. Nie war es einfacher als heute, inspirierende Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Haben Sie Mut und trauen Sie sich – die Möglichkeiten und Kanäle sind vielfältig!

New Work-Experte Dr. Sebastian Hollmann stellt 10 Fragen vor, die Ihnen helfen, Ihren eigenen Working Out Loud-Weg zu gehen:

1. Finden Sie heraus, was Erfolg für Sie persönlich bedeutet – was ist Ihr „Warum“?
2. Definieren Sie Ihr persönliches Ziel – was wollen Sie konkret erreichen?
3. Erweitern Sie bewusst Ihr Netzwerk – wer kann Ihnen bei Ihrem Ziel helfen?
4. Finden Sie die für Sie passenden Kanäle/Medien. Seien Sie präsent – online und offline! Nutzen Sie Social Media-Kanäle, Blogs, Podcasts oder Veranstaltungen – es gibt viele Möglichkeiten.
5. Zeigen Sie Interesse an inspirierenden Personen. Äußern Sie Feedback und Wertschätzung!
6. Sprechen Sie interessante Personen einfach an – es ist ungewohnt, aber tut nicht weh!
7. Teilen Sie eigene Gedanken und Erkenntnisse mit anderen – erwarten Sie dafür nichts!
8. Finden Sie Ihre persönliche Verknüpfung von Lernen und Arbeiten!
9. Bringen Sie Menschen innerhalb Ihres Netzwerks miteinander in den Dialog!
10. Bleiben Sie nicht stehen und erweitern Sie Ihr Netzwerk fortlaufend!

So finden Sie einen Work Out Loud-Circle!

Es ist mittlerweile einfach, einen WOL-Zirkel zu finden, auch in Deutschland. Eine Anlaufstelle ist die Homepage der deutschen Community. Darüber hinaus gibt es eine sehr gut organisierte Facebook-Gruppe und eine App, den CircleFinder.

Für alle, die noch tiefer in die Themen aus dem Beitrag einsteigen möchten, empfehlen wir:

Plädoyer: Frauen nehmt euch Zeit für eure Weiterentwicklung!

Liebe Frauen, was auch immer ihr gerade macht: Haltet bitte einmal kurz inne und denkt zusammen mit mir über eure Weiterbildung nach. Bestimmt habt ihr gerade keine Zeit, möglich auch keine Lust dazu. Die Konsequenz: Wenn ihr heute nicht daran arbeitet, habt ihr morgen das Skillset von gestern. Schließlich: Wenn nicht IHR euch darum kümmert, WER soll es dann tun?

Bestimmt geht es euch ganz ähnlich wie mir und es steht so richtig viel auf euren Zetteln: Im Netz surfen (nach Inspirationen, Ideen oder einfach nur zur Entspannung), im Job Projekte rocken, einkaufen, eure Examensarbeit schreiben, für Prüfungen büffeln, Kolleginnen und Kollegen unterstützen oder die Kinder, den Haushalt und den Hund versorgen – irgendwas ist immer!

Doch was ist das Ende vom Lied? Eine Studie ergab: Frauen bilden sich signifikant seltener weiter als Männer – und schaden damit ihrer Karriere und ihrer persönlichen Weiterentwicklung. Ich finde, das darf nicht sein, denn offensichtlich nehmen wir vieles sehr wichtig, nur unsere eigene Weiterbildung, und damit wir selbst, kommen oft zu kurz.

Denk (auch) an dich selbst!

Zugegeben, das Thema Weiterbildung & Weiterentwicklung ist jetzt weder dringlich, noch sexy. Aber! Es geht um dich und deine Zukunft, und wenn du möchtest auch um deine Karriere.

Wie kann es uns gelingen, dass das Thema Weiterentwicklung auf unsere Zettel, in unsere Handys und unsere Köpfe kommt?

Impulse für Dich:

  • Informiere dich für den entscheidenden Karriere-Push!Nimm dir die Zeit, dich zu informieren: Eine Stunde Zeit für eine erste Recherche – das kann viel Zeit sein, wenn der Alltag dicht getaktet ist. Wenn aber diese eine Stunde dir den entscheidenden Push für deine Karriere gibt, ist sie sehr gut investierte Zeit – nimm sie dir!
  • Nimm deinen Job ernst: Viele von uns haben das Glück, einen Job zu machen, der ihr Einkommen sichert und den sie als sinnvoll empfinden. Wenn das mal keine Ausgangslage ist, die du dir sicher auch für die Zukunft bewahren willst. Da lohnt es sich, sich beruflich fit zu halten und unser eigenes Potenzial ernst zu nehmen!
  • Nimm dir heraus, was dir sinnvoll erscheint. (Zurückrudern geht immer noch): Du möchtest dich weiterentwickeln, wirst aber ausgebremst? Von Richtlinien in deinem Unternehmen, von mangelnder Zeit, Geld oder von deiner eigenen Unsicherheit? Lass dich nicht unterkriegen! Sprich deine Wünsche und Pläne offen an, kämpfe für sie und ergreife jede Gelegenheit, die sich dir bietet, um Neues zu lernen – das bist du dir und deinen Träumen schuldig!
  • Deine Wünsche, Träume und Ideen zu verwirklichen ist ebenso wichtig wie deine berufliche Karriere!Nimm deine Wünsche, Talente und Hoffnungen ernst: Jede von uns ist einmalig – mit all ihren Stärken, Träumen und Plänen. Das ist gut so, denn so können wir uns gegenseitig inspirieren und Großes entstehen lassen. Doch dies gelingt nur, wenn wir an uns und unsere Talente glauben und für sie einstehen – das sind wir ihnen und uns schuldig!
  • Rücksicht auf andere nehmen ist gut, aber muss nicht immer sein!Nimm in Kauf, dass das Leben dadurch womöglich für andere schwieriger wird: Wenn wir uns mehr Zeit für uns selbst und für unsere Weiterentwicklung nehmen, wird zwangsläufig anderes kürzer kommen. Andere werden mitbekommen, dass es da noch etwas gibt, für das unser Herz schlägt. Wenn das zu Reibung führt, dann ist auch das ein Wachstumsprozess!
  • Sharing is caring: Nimm andere Frauen mit auf deine Entwicklungsreise: Allein sind wir stark, gemeinsam sind wir stärker! Lasst uns unsere Erfahrungen teilen und gemeinsam an ihnen wachsen. #workingoutloud für women@work!
  • Last but not least: NIMM DICH WICHTIG! Zeit, die du für deine Weiterentwicklung einsetzt, ist Zeit, die du in dich investierst: In deinen Job, in deine Zukunft, in deine berufliche Zufriedenheit und wenn du möchtest: in deine Karriere!

Natürlich können wir das alles nicht sofort schaffen, natürlich gibt es viele innere und äußere Rahmenbedingungen, die dagegensprechen. Aber: das Thema Weiterbildung muss auf unsere Zettel, in unsere Handys und in unsere Köpfe. Schließlich: Wer sonst sollte deine Welt jeden Tag ein Stück weit verändern und weiterentwickeln, wenn nicht du selbst?

Schreibt uns eure Erfahrungen: Wie schafft ihr es, Zeit für eure Weiterentwicklung zu reservieren? Wenn ja, wie?