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Plattform Business Modelle im B2B – Perspektiven und Chancen

Plattform Business Modelle im B2B – Perspektiven und Chancen

Im B2C haben sich Konsument:innen, Händler:innen und Produzierende inzwischen daran gewöhnt, Angebote, Verkäufe und Käufe über Plattformen abzuwickeln. Ob beim Bezahlen mit PayPal, beim Einkauf auf Amazon oder bei der Hotelbuchung auf booking.com – diese Plattformen stellen den Kontakt zwischen Kund:innen und Anbietern her und wickeln dabei die damit verbundene Administration ab. Im B2B-Bereich sieht die Praxis noch etwas anders aus. Hier werden überwiegend traditionelle Geschäftsmodelle bevorzugt. Doch tatsächlich können Plattform Business Modelle im B2B neue Möglichkeiten bieten.

Was den Plattform-Ansatz von anderen Business-Modellen unterscheidet

Das Besondere an Plattform Business Modellen ist, dass sie in der Regel selbst keine Produkte oder Dienstleistungen anbieten, sondern dass sich der Wert und der Nutzen der Plattform erst durch deren möglichst reichweitenstarke Verwendung ergibt.

Je nach Art der Plattform kann sie Anbieter und Abnehmer:innen miteinander in Kontakt bringen oder selbst eine Infrastruktur bereitstellen, mit deren Hilfe Dienstleister:innen oder Hersteller:innen arbeiten können. Amazon wäre eine typische Plattform, die Produzenten und Käufer:innen miteinander in Beziehung bringt, während zum Beispiel das Betriebssystem Windows eine Plattform für Kund:innen ist, die damit arbeiten.

Damit ein Plattform Business Modell überhaupt funktioniert, benötigt es eine kritische Masse an Nutzer:innen. Denn nur durch sie ergibt sich der Wert der Plattform. Ein Beispiel: Wenn es nicht genügend Händler:innen gäbe, die ihre Waren über Amazon anbieten, gäbe es ein geringeres Angebot. Ein solches würde weniger Kund:innen anziehen. Aufgrund der geringeren Beliebtheit würden wiederum weniger Händler:innen ihre Waren über Amazon anbieten. Die Plattform hätte dann keine Chancen auf Erfolg. Tatsächlich beruht der große Erfolg von Amazon darauf, dass das Unternehmen über seine Plattform die größte Auswahl an Produkten im E-Commerce hat und sehr viele Händler auf die reibungslose und seriöse Abwicklung über die Plattform vertrauen.

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Strategische Ansätze für ein B2B-Plattform-Business

Geschäftsmodelle für B2B-Plattformen

Neben der strategischen Ausrichtung bieten sich für Unternehmen unterschiedliche Modelle an, um eine Plattform-Business im B2B aufzuziehen:

Folgende Monetarisierungsmöglichkeiten gibt es für B2B-Plattformen:

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Ansatzmöglichkeiten für das Einrichten eines B2B-Plattform-Business-Modells

Wenn Unternehmen ein B2B Business Plattform Modell umsetzen wollen, sollten zunächst die strategischen Ziele der Plattform definiert werden. In einem weiteren Schritt ist es wichtig, praxisnahe Anwendungsfälle zu schaffen, um auf dieser Basis eine Bestandsaufnahme durchzuführen, ob ein solches Modell überhaupt Bestand hätte.
Im nächsten Step können aus der Beobachtung des Unternehmensumfelds mögliche Optionen und Szenarien entwickelt werden. Um das Netzwerk aufzubauen, das für eine erfolgreiche Plattform notwendig ist, erfolgt im letzten Schritt die Suche nach Kooperationspartnern. Um die Plattform zu etablieren, sind zusätzliche Marketingaktionen sinnvoll. Denkbar ist zum Beispiel bei digitalen Plattformen die kostenlose Bereitstellung einer Beta-Version, um potentielle Kund:innen von der Leistung der Plattform zu überzeugen und deren Meinung als Testimonials für weitere Werbung zu nutzen.

Fazit
Digitale Plattformen für den B2B-Handel können für Unternehmen zusätzliche Absatzmöglichkeiten schaffen und das bestehende Geschäftsmodell ergänzen oder ersetzen. Allerdings sollten Firmen immer zuerst prüfen, ob ein solches Business Modell Relevanz hat und zukunftsfähig ist. Denn trotz aller Chancen und Perspektiven, die ein solches Modell für B2B verspricht, weil dort Plattformökonomie noch nicht so stark verbreitet ist, ist die Entwicklung dieser Modelle immer mit einem großen Risiko verbunden. Dies gilt umso mehr, wenn ein Business-Modell für B2B in seiner Art noch gar nicht existiert.