Haufe Akademie
Inner Development Goals - IDGs in Theorie & Praxis

IDGs in Theorie und Praxis: Wie gestalten wir eine wirklich nachhaltige Zukunft?

Die aktuellen Krisen zeigen es deutlich: Positive Veränderung im Außen gelingt nur mit innerer Entwicklung. Doch wie schaffen Menschen und Organisationen diese Transformation?

Von den SDGs zu den IDGs – vom „Was” zum „Wie”

2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Sustainable Development Goals (SDGs). 17 Ziele mit 169 Unterzielen sollen Politik und Gesellschaft bis 2030 ganzheitlich verändern. Das Ziel: gemeinsam die globalen Herausforderungen meistern.

Doch zwischen Zielbild und Umsetzung liegt eine entscheidende Frage: Wie gelingt Veränderung tatsächlich? Denn nachhaltige Entwicklung scheitert selten am fehlenden Wissen allein, sondern oft an Unsicherheit, Komplexität, Widerständen und eingefahrenen Denkmustern.

Genau an diesem Punkt kommen die Inner Development Goals (IDGs) ins Spiel. Sie ergänzen die äußeren Nachhaltigkeitsziele um eine innere Perspektive: Welche Fähigkeiten und Haltungen brauchen Menschen, um Wandel aktiv, verantwortungsvoll und wirksam zu gestalten?

Die SDGs geben das Ziel vor. Die IDGs stärken die Fähigkeiten, um es zu erreichen.

Was sind die Inner Development Goals (IDGs)?

Die Nonprofit-Organisation Inner Development Goals (IDGs) bieten einen umfangreichen Guide aus Fähigkeiten, Einstellungen und Qualitäten, die Menschen und Organisationen dabei unterstützen, nachhaltige Entwicklung wirksam umzusetzen.

Entwickelt wurde der IDG-Guide von der IDG-Initiative gemeinsam mit internationalen Wissenschaftler:innen auf Basis einer globalen Online-Befragung. Er wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Die IDGs beschreiben ein Skill- und Mindset, das es zu verstehen, zu fördern und in Unternehmen zu verankern gilt – damit Entwicklung nicht nur strategisch gedacht, sondern auch menschlich und organisatorisch wirksam wird.

Der IDG-Guide: 5 Dimensionen, 25 Fähigkeiten

Eine globale Online-Befragung lieferte die Datenbasis. Daraus entstand der IDG-Guide mit dem Motto „Inner Growth for Outer Change. Er wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Der Guide gliedert sich in fünf Dimensionen:

Insgesamt wurden 25 Fähigkeiten identifiziert. Schauen wir uns die Dimensionen genauer an:

1. Dimension: Sein

Darum geht’s: Um deine Beziehung zu dir selbst. Wer eigene Gedanken und Gefühle versteht, bleibt in herausfordernden Situationen präsent und handelt zielgerichtet.

Das Zielbild:

Du entwickelst deinen inneren Kompass mit klaren Werten und Zielen. Du handelst authentisch und bleibst offen für Neues. Du erkennst deine Perspektiven, Vorurteile und Glaubenssätze. Diese Selbsterkenntnis gibt dir ein realistisches Selbstbild und bessere Selbstregulierung.

Praxisbeispiel:

Wer eigene Vorurteile kennt, etabliert inklusivere Strukturen in der Organisation. Das unterstützt SDG 5 (Geschlechtergleichstellung), SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit) und SDG 10 (Weniger Ungleichheiten).

Praxisbeispiel:
In einer Umstrukturierung bleibt eine Führungskraft auch unter Druck reflektiert und ansprechbar. Sie reagiert nicht impulsiv, sondern gibt ihrem Team Orientierung und Halt.

2. Dimension: Denken

Darum geht’s: Um kognitive Fähigkeiten für komplexe Zusammenhänge. Geistige Flexibilität hilft, Probleme zu durchdenken und innovative Lösungen zu finden.

Das Zielbild:

Du denkst kritisch, analysierst klar und triffst klügere Entscheidungen. Du erkennst Komplexität, verborgene Ursachen und Wechselwirkungen. Du nimmst verschiedene Perspektiven ein und siehst Muster. Du agierst sinnstiftend für das Große Ganze. Langfristiges, systemisches und kreatives Denken hilft dir, nachhaltige Lösungen zu entwickeln – statt nur Symptome zu behandeln.

Praxisbeispiel:

Negative Auswirkungen wie der Klimawandel sind oft unsichtbar. Langfristige Orientierung bedeutet: heute mit Weitsicht handeln für das unternehmerische Morgen. Das betrifft SDG 7 (Saubere Energie), SDG 9 (Innovation und Infrastruktur) und SDG 13 (Klimaschutz).

Praxisbeispiel:
Bei wirtschaftlichem Druck entscheidet ein Unternehmen nicht vorschnell mit dem Rotstift, sondern analysiert Zusammenhänge, Risiken und langfristige Folgen genauer. So entstehen tragfähigere Entscheidungen.

3. Dimension: Beziehung

Darum geht’s: Um deine Verbindung zur Außenwelt – zu Menschen und der gesamten Biosphäre. Diese Kompetenz ermöglicht nachhaltigere Entscheidungen für das Große Ganze.

Das Zielbild:

Du gehst wertschätzend mit anderen um und siehst dich als Teil einer Gemeinschaft. Du stellst deine eigene Wichtigkeit zurück und begegnest anderen mit Empathie und Mitgefühl. Du lernst zu vergeben, um Raum für neue Lösungen zu schaffen.

Praxisbeispiel:

Wer sich als Teil der globalen Gemeinschaft begreift, engagiert sich für das Gemeinwohl – auch wenn das Einzelinteresse nicht betroffen ist. Das trägt zu SDG 1 (Keine Armut) und SDG 2 (Kein Hunger) bei.

Praxisbeispiel:
In angespannten Projekten hilft echte Empathie, unterschiedliche Sichtweisen zu verstehen und Konflikte früh zu entschärfen. Das stärkt Vertrauen und hält Zusammenarbeit möglich.

4. Dimension: Zusammenarbeit

Darum geht’s: Um Kooperation und Kommunikation. Vertrauensvolle Beziehungen aufbauen, unterschiedliche Werte anerkennen und gemeinsam Ziele erreichen.

Das Zielbild:

Du hörst aktiv zu und führst inspirierende Dialoge. Du vertrittst deine Meinung klar. Du förderst Mitgestaltung, denkst integrativ und interkulturell. Du vertraust anderen und mobilisierst sie.

Praxisbeispiel:

Veränderung und Innovation entstehen dort, wo Menschen gemeinsam arbeiten und Ideen entwickeln. Zusammenarbeit ist zentral für SDG 16 (Frieden und Gerechtigkeit) und SDG 17 (Partnerschaften zur Zielerreichung).

Praxisbeispiel:
Wenn Bereiche unter Veränderungsdruck enger zusammenarbeiten, entstehen bessere Lösungen als im Silo. Gute Zusammenarbeit macht aus Einzelperspektiven gemeinsame Handlungsfähigkeit.

5. Dimension: Handeln

Darum geht’s: Im Tun werden Visionen zu konkreten Veränderungen – besonders in unsicheren Zeiten. Die ersten vier Dimensionen entfalten ihre Wirkung erst im Tun.

Das Zielbild:

Du hast Mut und gesunden Optimismus. Mit kreativen Lösungen erschließt du neue Wege. Du brichst mit Konventionen und gehst bewusst mit Ressourcen um. Du weißt: Gut Ding will Weile haben, bist resilient und gehst proaktiv vor.

Praxisbeispiel:

Transformative Ideen, neue Perspektiven, innovative Ansätze: Ins Tun zu kommen ist essenziell für alle 17 SDGs.

Praxisbeispiel:
Statt auf die perfekte Lösung zu warten, testet ein Team neue Wege im Kleinen und lernt daraus. So wird Veränderung konkret und aus Unsicherheit entsteht Bewegung.

Unsere Seminarempfehlung

Inner Development Goals: Skills für nachhaltige Transformation

Möchten Sie die nachhaltige Transformation aktiv mitgestalten? In diesem Training lernen Sie die 25 „Inner Development Goals“ (IDGs) kennen, die entscheidende Fähigkeiten für eine erfolgreiche Veränderung in Unternehmen fördern. Sie erhalten individuelle Impulse und bewährte Methoden, um Ihr Nachhaltigkeits-Mindset weiterzuentwickeln.


Seminar: Inner Development Goals: Skills für nachhaltige Transformation

Was bringen die IDGs Mitarbeitenden und Unternehmen?

IDGs in Organisationen zu implementieren bedeutet: Unternehmen und Mitarbeitende entwickeln sich entlang des IDG-Guides. Die fünf Dimensionen leiten das unternehmerische Handeln und fördern persönliches Wachstum. Darauf aufbauend verändert sich die Unternehmenskultur.

Vorteile für Mitarbeitende

Mitarbeitende gewinnen Fähigkeiten für persönliches und berufliches Wachstum:

Diese Qualitäten sind in jedem Kontext wertvoll. Auf Nachhaltigkeitsziele angewandt, werden Mitarbeitende für ein großes gemeinsames Ziel wirksam.

Vorteile für Unternehmen

Unternehmen profitieren von Mitarbeitenden, die:

Die Innovationskraft steigt. Die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit wächst.

Werte wie Integrität, Verbundenheit und Einfühlungsvermögen entwickeln die Kultur hin zu mehr Kollaboration und Zusammenhalt. Stakeholder:innen achten zunehmend auf wirtschaftliche und soziale Verantwortung. Unternehmerisches Handeln entlang des IDG-Guides fördert die Glaubwürdigkeit von Unternehmen und stärkt ihre Marke.

Was es braucht, um die IDGs zu leben

Veränderung kommt nicht von allein. Um die IDGs zu leben und richtig zu implementieren, braucht es:

Starke Partner für innere Entwicklung: IDG und Haufe Akademie

Gemeinsam wollen wir unsere Zukunft nachhaltig gestalten, ökologisch und wirtschaftlich. Hand in Hand engagieren wir uns dafür, dass Menschen die Fähigkeiten erlangen, die es für eine lebenswerte Zukunft braucht. Was unsere Partnerschaft bedeutet und wie genau die Fähigkeiten entwickelt werden können? Das erfahrt Ihr auf unserer Infoseite.


Mehr erfahren

Transformation beginnt bei dir

Die SDGs zeichnen eine klare Vision für eine nachhaltige Zukunft. Diese Zukunft wird Realität, wenn wir uns alle weiterentwickeln: Menschen, Unternehmen, Politik. Gemeinsam sind die Ziele erreichbar.

Die größte Veränderung beginnt jetzt und bei dir.

Orientiere dich an den Haltungen und Fähigkeiten des IDG-Guides. Bring Skill- und Mindset für Nachhaltigkeit in dein Leben. Teile es mit Freunden, im Unternehmen, weltweit. So werden wir alle Teil der nachhaltigen Transformation.