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Kritikgespräch führen: So gelingt die Gesprächsführung.

Kritikgespräch führen: In sechs Schritten zu einem klaren und wertschätzenden Gespräch

Ein Kritikgespräch ist ein strukturiertes Gespräch zwischen Führungskraft und Teammitglied, das auf ein konkretes Fehlverhalten oder eine Abweichung bei den Ergebnissen reagiert. Ziel ist eine echte Verhaltensänderung, ohne dass das Gegenüber das Gefühl bekommt, persönlich abgewertet zu werden. Im Folgenden erfährst du, wie du ein Kritikgespräch vorbereitest, führst und nachbereitest.

1. Kläre den Anlass und das Ziel des Gesprächs

Bevor du ein Kritikgespräch ansetzt, solltest du den Anlass genau benennen können. Ein einzelner Fehler rechtfertigt selten ein formelles Gespräch, wiederholtes Fehlverhalten oder ein klarer Leistungsabfall schon eher.

Fragen, die du dir vorab stellen solltest:

Halte das Ziel schriftlich für dich fest. Ein klares Ziel gibt dem Gespräch später eine Richtung und verhindert, dass du dich in Nebenschauplätzen verlierst.

2. Bereite dich inhaltlich vor

Sammle konkrete Beispiele für das Verhalten oder die Leistung, die du ansprechen möchtest. Vage Formulierungen wie „Das war schon öfter so“ helfen im Gespräch nicht weiter.

Notiere dir:

So gehst du mit Substanz in das Gespräch. Das erleichtert es dir, ruhig zu bleiben, falls dein Gegenüber die Kritik zunächst zurückweist.

3. Wähle den richtigen Rahmen

Plane für ein Kritikgespräch einen festen Termin ein, statt es beiläufig einzuschieben. Ein ungestörter Raum und 20 bis 30 Minuten reichen meist aus.

Worauf du achten solltest:

Ein passender Rahmen zeigt Wertschätzung und signalisiert, dass dir ein konstruktiver Austausch wichtig ist.

4. Strukturiere das Gespräch in klare Phasen

Ein Kritikgespräch verläuft am besten in mehreren Phasen: Einstieg, Sachverhalt, Sichtweise des Gegenübers, gemeinsame Lösung und Vereinbarung.

Ein möglicher Ablauf:

Diese Reihenfolge verhindert Missverständnisse, weil du zunächst zuhörst und erst danach bewertest.

5. Formuliere Kritik konkret und verhaltensbezogen

Beziehe dich immer auf beobachtbares Verhalten, nicht auf die Person. „Du bist unzuverlässig“ wirkt wie ein Urteil über den Charakter. „In den letzten zwei Wochen sind drei Berichte verspätet abgegeben worden“ beschreibt eine überprüfbare Situation.

Achte zusätzlich darauf:

So bleibt die Kritik nachvollziehbar und die Mitarbeitenden können die Rückmeldung besser annehmen.

6. Vereinbare konkrete nächste Schritte und plane die Nachbereitung

Ein Kritikgespräch ohne klare Vereinbarung verpufft schnell. Legt gemeinsam fest, welches Verhalten sich wie ändern soll und bis wann ihr das Ergebnis überprüft.

Notiere:

Ein kurzes Follow-up zeigt dem Teammitglied, dass es dir um eine echte Verbesserung geht.

Praxisbeispiel

Eine Mitarbeiterin liefert wiederholt Reports mit Fehlern ab, die Kunden direkt auffallen. Die Führungskraft sammelt drei konkrete Beispiele mit Datum und Auswirkung und lädt zu einem Gespräch in einem separaten Raum ein.

Im Kritikgespräch schildert die Führungskraft zunächst sachlich die drei Fälle und fragt anschließend nach der Sicht der Mitarbeiterin. Es stellt sich heraus, dass die aktuelle Vorlage unübersichtlich ist und Fehler begünstigt. Gemeinsam wird vereinbart, die Vorlage zu überarbeiten und die Ergebnisse in vier Wochen erneut zu prüfen.

Das Gespräch mündet in eine konkrete Lösung, die beide Seiten mittragen.

Typische Fehler im Kritikgespräch und wie du sie vermeidest

Erfolgskontrolle: Woran erkennst du, dass das Gespräch funktioniert hat?

Beobachte in den folgenden Wochen, ob sich das angesprochene Verhalten tatsächlich ändert. Relevante Anhaltspunkte sind:

Bleibt die Verhaltensänderung aus, lohnt sich ein weiteres Gespräch, in dem ihr die Vereinbarung konkretisiert oder zusätzliche Unterstützung festlegt.

Kritikgespräch führen: Praktische Tipps auf einen Blick

FAQ

Wie unterscheidet sich ein Kritikgespräch von einem regulären Feedbackgespräch?

Feedbackgespräche finden meist regelmäßig statt und behandeln Leistung und Zusammenarbeit allgemein. Ein Kritikgespräch wird gezielt durch einen konkreten Anlass wie ein Fehlverhalten ausgelöst.

Wie gehe ich mit starken emotionalen Reaktionen im Gespräch um?

Bleib ruhig und sachlich und gib dem Gegenüber Raum, seine Reaktion zu äußern. Kehre danach zum Sachverhalt zurück, statt die Emotion zu bewerten.

Wie oft sollten Führungskräfte Kritikgespräche führen?

Es gibt keine feste Regel dafür. Ein Kritikgespräch ist immer dann sinnvoll, wenn ein konkreter Anlass vorliegt, nicht nach einem festen Zeitplan.