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Korruptionsprävention – Compliance kann unterstützen

Korruptionsprävention – Compliance kann unterstützen

Korruption ist kein Kavaliersdelikt: Jedes Jahr entstehen Unternehmen infolge von Korruption Schäden in Milliardenhöhe durch Bußgelder, Straf- und Schadenersatzzahlungen. Darüber hinaus haben Unternehmen wie Institutionen unter einem enormen Reputationsverlust zu leiden, wenn Korruptionsfälle aufgedeckt werden. Umso wichtiger ist es, dass Firmen aktiv Korruptionsprävention betreiben, um diese Schäden zu vermeiden. Dies gilt umso mehr im Lichte höchstrichterlicher Rechtsprechung, wonach es für die Bemessung einer Geldbuße von Bedeutung sein kann, ob das betroffene Unternehmen ein effizientes Compliance-Management installiert hat. Wir zeigen Ihnen, wie Compliance präventiv wirken kann.

Was zählt strafrechtlich zu Korruption?

Bei „Korruption“ handelt es sich strafrechtlich nicht um ein eigenständiges Delikt, sondern um mehrere verschiedene Straftatbestände der (aktiven) Bestechung / Vorteilsgewährung und (passiven) Bestechlichkeit / Vorteilsannahme. Diese unterscheiden weiter zwischen Korruption im öffentlichen (§§ 331 ff. StGB) und privaten Sektor (§§ 299 ff StGB). 2015 wurde in § 335a StGB auch die Bestechung ausländischer Amtsträger im Kernstrafrecht verankert.

Andere Länder sind uns hier zum Teil voraus: So haben die USA mit dem Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) bereits im Jahr 1977 die Bestechung ausländischer Amtsträger unter Strafe gestellt – mit weltweitem Anwendungsbereich. Und auch der UK Bribery Act aus dem Jahr 2010 beansprucht einen solchen weltweiten Anwendungsbereich.

Praktisch reichen die Auswirkungen bis in kleinste Details in Unternehmen. So ergeben sich zum Beispiel Fragen wie: „Darf ich das Geschenk eines Lieferanten annehmen oder fällt dieses Geschenk bereits unter Bestechung?” oder „Darf ich einen Auftrag an das Unternehmen eines Freundes erteilen, als Dankeschön dafür, dass er den Fußballverein meines Sohnes finanziell unterstützt?”. Und tatsächlich ist es häufig nur ein kleiner Schritt von einem Interessenskonflikt bzw. einem scheinbar unverfänglichen Geschenk zur strafbaren Korruption.

Besondere Vorsicht gilt im Umgang mit Amtsträgern und diesen gleichgestellten Personen. Hier können Vorteile allein schon im Zusammenhang mit der Dienstausübung als Vorteilsannahme oder Vorteilsgewährung strafbar sein – selbst wenn der Empfänger gar nicht zu einer unlauteren Bevorzugung veranlasst werden sollte. In diesem Themenfeld ist auch auf die jüngst verschärften Vorschriften zur Abgeordnetenbestechung hinzuweisen.

Die Korruptionsprävention beginnt somit schon bei der Sensibilisierung für Szenarien, die unter Korruption fallen können. Und genau hier setzt ein Compliance-Management-System bereits an.
Wie eine wirkungsvolle und hinreichende Prävention im Einzelnen auszusehen hat, wird vom Gesetzgeber und der Rechtsprechung jedoch nicht vorgegeben. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, da das große Thema „Korruption” sehr vielschichtig ist und ganz unterschiedliche Sachverhalte sowie Bereiche betreffen kann. Ganz allgemein handelt es sich immer um Maßnahmen, die verhindern sollen, dass eine Person, die ihr anvertraute Macht zum eigenen privaten Nutzen oder zum Nutzen von Dritten missbraucht.

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Wichtige Schritte der Compliance zur Vermeidung von Korruption in Unternehmen

Grundsätzlich stellt Korruptionsprävention einen wesentlichen Teil eines Compliance Management Systems dar, sodass mit der Implementierung eines Compliance-Management-Systems gleichzeitig auch mögliche systematische Korruption in den Fokus genommen werden wird. Wesentliche Schritte umfassen etwa:

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Weitere praktische Schritte zur Korruptionsprävention

In der täglichen Praxis empfehlen sich aus „Compliance-Sicht” weitere Vorgehensweisen:

Bauen Sie Compliance-Know-How auf: Nutzen Sie die Möglichkeit und bilden Sie eigenes Know-how im Bereich Compliance. Hierfür eignen sich Weiterbildungen oder Fortbildungen für Mitarbeiter, die als Compliance-Officer oder -Manager in Ihrer Firma agieren. Damit haben Sie zugleich Verantwortliche gefunden, die Ihr Compliance-Management-System mit dem nötigen Fachwissen steuern und weiterentwickeln können.

Fazit: Korruptionsprävention fängt mit Aufklärung an

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Thema sensibilisiert, hat den ersten wichtigen Schritt zu einer nachhaltigen Compliance-Kultur getan. Eine solche Unternehmenskultur ist die beste Impfung gegen die schweren Folgen von Korruption.

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