Haufe Akademie
Die wichtigsten Kennzahlen im Personalcontrolling

Die wichtigsten Kennzahlen im Personalcontrolling

Der Fachkräftemangel wird HR-Abteilungen auch in Zukunft beschäftigen. Besonders gesucht sind gut ausgebildete und erfahrene Beschäftigte. Der Markt scheint „leergefegt”. Doch woran liegt das und was können Unternehmen und Recruiter:innen tun, um ihren Bedarf zu decken? Antworten auf diese Fragen liefern Personalkennzahlen. Sie geben Personalmanager:innen wertvolle Einblicke in ihre Prozesse – und zeigen auf, wo Verbesserungsbedarf besteht.

Personalcontrolling: Definition

Wie lange bleiben Beschäftigte durchschnittlich im Unternehmen und wie lange dauert es, bis ein:e Bewerber:in eingestellt ist? Die für die Beantwortung der Fragen notwendigen Daten zu erheben und zu analysieren, ist Aufgabe des Personalcontrollings. Oftmals auch HR-Controlling genannt, umfasst das Personalcontrolling alle Maßnahmen, die zur Kontrolle und Steuerung personeller Vorgänge wie dem Recruiting- oder Onboardingprozess eingesetzt werden. Die dafür relevanten Kennzahlen werden oftmals auch Key Performance Indicators, kurz KPI, genannt.

Antworten auf Management-Fragen: Die Vorteile von Personalcontrolling

Das Personalcontrolling bietet nicht nur Personaler:innen wertvolle Einblicke, sondern auch dem Management die Möglichkeit, in einer einheitlichen Sprache zu kommunizieren und strategische Maßnahmen datenbasiert zu treffen. Statt Bauchgefühl gibt es dank vorab festgelegter HR Kennzahlen konkrete Aussagen, auf die sich auch das Management in seinen strategischen Entscheidungen stützen kann.

Zeigen die Ergebnisse aus dem Personalcontrolling beispielsweise, dass in zwei ähnlichen Abteilungen mit gleichem Personalbestand die Kennzahl „Produktivität“ stark variiert, so lohnt sich ein etwas tiefgehender Blick. Wo besteht Verbesserungsbedarf? Haben sich die Aufgaben stark verändert? Benötigt eine Abteilung mehr Ressourcen oder Kompetenzen?

Unsere Seminarempfehlung

Personalcontrolling kompakt

Steuere deine Mitarbeiter, Personalaktivitäten und personalwirtschaftlichen Prozesse gezielt und erreiche deine Ziele sicher – mit deutlich mehr als nur Reporting. In diesem Seminar lernst du moderne Personalcontrolling‑Ansätze kennen und bekommst praxisnahe Handlungsempfehlungen, die du sofort umsetzen kannst.


Seminar: Personalcontrolling kompakt

Die wichtigsten Personalkennzahlen im Überblick

Personalkennzahlen, Personal-KPI oder auch HR-KPI lassen sich in quantitative und qualitative Kennzahlen unterteilen. Zu den quantitativen Kennzahlen zählen messbare Kennzahlen wie Kündigungen oder Anzahl der Mitarbeiter:innen. Bei den qualitativen Kennzahlen handelt es sich um nur bedingt messbare Kennzahlen wie Produktivität, die Zufriedenheit der Beschäftigten oder das Kompetenzlevel einzelner Abteilungen. HR-KPIs gibt es zudem in den verschiedensten Bereichen. Die wichtigsten stellen wir im Überblick vor:

Recruiting

KPIs aus dem Recruiting geben Aufschluss darüber, wie erfolgreich der Recruiting-Prozess im Unternehmen abläuft. Dazu betrachten Personalcontroller:innen die folgenden Kennzahlen:

Produktivität und Geschäftsentwicklung

Personalkennzahlen bieten auch dem Management eine gute Grundlage für strategische Entscheidungen. Dazu zählen beispielsweise:

Führung und Kultur

HR Kennzahlen können zudem einen Einblick in die Kultur eines Unternehmens bieten. Das geht beispielsweise mit folgenden KPIs:

Personalentwicklung und Weiterbildung

Der Fachkräftemangel lässt sich mit Neueinstellungen allein nicht bekämpfen. Vielmehr sind Organisationen gut beraten, ihre bestehenden Mitarbeiter:innen weiterzubilden und mit bestimmten Maßnahmen auch langfristig ans Unternehmen zu binden. Um diese zu definieren, lohnt sich der Blick auf folgende Kennzahlen:

Achtung: Personalkennzahlen richtig erheben und verwalten

Kennzahlen sind schön und gut, doch gibt es inzwischen dutzende. Welche sind die richtigen und wie lassen sich diese erheben?

Grundsätzlich gilt: Jedes Unternehmen sollte für sich individuell entscheiden, welche HR Kennzahlen wichtig sind. Hier gibt es kein Richtig und kein Falsch. Die einzige Spielregel: Die erhobenen Personalkennzahlen sollten relevant und so präzise wie möglich sein. Zudem sollten sie in regelmäßigen Abständen über einen längeren Zeitraum immer wieder erhoben werden, um die Vergleichbarkeit zu sichern und letztlich auch, um Maßnahmen gezielt einzuleiten.

Zusätzlich gilt hervorzuheben: Bei den Kennzahlen aus dem Personalcontrolling handelt es sich in den meisten Fällen um personengebundene Daten, die den Datenschutzbestimmungen unterliegen. Welche Daten dürfen überhaupt erhoben werden und in welchen Fällen muss der Personal- oder Betriebsrat hinzugezogen werden? Wie und wie lange dürfen die Daten gespeichert werden und wie lassen sich Daten überhaupt sicher löschen?

Lesen Sie vertiefend zu diesem Thema auch unseren BeitragHR-Controlling: Mit Kennzahlen zu mehr Transparenz