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HR-Controlling: Mit Kennzahlen zu mehr Transparenz

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Personalentscheidungen brauchen heute mehr als Bauchgefühl. Fachkräftemangel, steigende Personalkosten, hybride Arbeitsmodelle und der Einsatz von KI erhöhen den Druck auf HR, fundierte Entscheidungen zu treffen. HR-Controlling schafft dafür die nötige Transparenz: Es zeigt, wo Engpässe entstehen, welche Maßnahmen wirken und wie sich Personalbedarf, Kosten und Mitarbeitendenbindung gezielt steuern lassen. Damit ist Personalcontrolling längst mehr als Reporting. Es wird zum strategischen Instrument, um Personalarbeit messbar, vorausschauend und wirksam zu gestalten.

Was leistet HR-Controlling?

HR-Controlling als Spezialisierung des Unternehmenscontrollings und Teil des Personalmanagements fokussiert sich auf den Personalbereich. Personalcontroller:innen erheben personalrelevante Daten und bereiten diese unter Berücksichtigung definierter Kennzahlen auf. Konkreter gesprochen umfasst HR-Controlling folgende Aufgaben:

  •  anhand von Kennzahlen Unternehmensziele stützen,
  • faktororientiertes Personalcontrolling (z. B. Analyse von Mitarbeitendenzahlen, -fluktuation oder Arbeitszeiten),
  • prozessorientiertes Personalcontrolling (Betrachtung von personalwirtschaftlichen Prozessen),
  • qualitative Erhebungen (z. B. Mitarbeitendenzufriedenheit oder Führungsverhalten).

Sachverhalte durch Kennzahlen sichtbar machen

Kennzahlen sind das A und O des Personalcontrollings, die Basis, um komplexe Sachverhalte transparent zu machen. Wichtig ist, Kennzahlen nur dann zu erheben, wenn die Ergebnisse auch beeinflussbar sind. Sonst sind Zeit und Mühe umsonst. Welche Kennzahlen erhoben werden sollten, hängt außerdem von den Unternehmenszielen ab. Hier heißt es für jedes Unternehmen, selbst zu evaluieren, welche Kennzahlen wichtig und gewinnbringend sind.

Neben der Erhebung einzelner Kennzahlen, kann es sich für Unternehmen lohnen, ein geschlossenes Kennzahlensystem aufzubauen. Diese Kennzahlen stehen in einer Beziehung zueinander und werden regelmäßig auf dieselbe Weise erhoben.

Ziele des HR-Controllings

Die Ziele des Personalcontrollings sind sehr individuell und hängen maßgeblich von den Unternehmenszielen ab, sind aber immer abgestimmt auf die Ziele der Personalwirtschaft. Grob gesagt, richtet das Personalcontrolling sein Augenmerk auf die Arbeit im Allgemeinen und auf personalwirtschaftliche Tätigkeiten, zeigt so Stärken und Schwächen der Personalarbeit auf und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab. Allgemein gesprochen, lassen sich beispielhaft folgende Ziele festhalten:

  • Evaluation
  • Koordination
  • Steuerung
  • Früherkennung von Entwicklungen
  • Planung und Optimierung von Prozessen

Wo ist das Personalcontrolling zuhause?

In welchen Bereich des Unternehmens das HR-Controlling angesiedelt werden soll, hängt maßgeblich davon ab, wie viel Weisungsrecht ihm zukommen soll. Es kann ohne Weisungsbefugnis an die Unternehmensleitung oder Personalleitung gebunden sein oder als Linienabteilung dem Unternehmenscontrolling oder dem Personalmanagement zugeordnet werden.

Ist das Personalcontrolling in das Unternehmenscontrolling integriert, so hat es uneingeschränkten Zugriff auf Unternehmensdatensätze und es ist unabhängiger vom Personalmanagement, was sich positiv auf seine Durchsetzungskraft auswirken kann.

Das Finanzcontrolling setzt jedoch vorwiegend auf Hard Facts und die personalwirtschaftliche Sichtweise kommt oft zu kurz. Das kann ein Nachteil sein und für eine Integration des Personalcontrollings in das Personalmanagement sprechen. Hinzukommt, dass durch die organisatorische Nähe ein engerer Austausch von HR-Controlling und Personalleitung besteht.

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FAQs:

Was bringt dir HR-Controlling im Arbeitsalltag wirklich?

HR-Controlling hilft dir, Personalthemen nicht nur aus dem Bauch heraus zu bewerten, sondern auf Basis belastbarer Daten zu entscheiden. Gerade wenn du mit Fachbereichen, Geschäftsführung oder Controlling über Personalbedarf, Fluktuation, Fehlzeiten oder Weiterbildung sprichst, brauchst du nachvollziehbare Fakten. So kannst du Entwicklungen früh erkennen, Maßnahmen besser begründen und zeigen, welchen Beitrag HR zum Unternehmenserfolg leistet.

Wie findest du die richtigen HR-Kennzahlen für dein Unternehmen?

Die richtigen Kennzahlen ergeben sich aus den Zielen deines Unternehmens und deiner Personalarbeit. Es bringt wenig, möglichst viele Daten zu sammeln, wenn daraus keine Entscheidung oder Handlung folgt. Sinnvoll sind Kennzahlen dann, wenn sie ein relevantes Problem sichtbar machen und du die Entwicklung aktiv beeinflussen kannst. Bei Fachkräftemangel können zum Beispiel Time-to-Hire, Fluktuationsquote oder interne Besetzungsquote wichtig sein. Bei Effizienzfragen rücken Prozesszeiten, Kosten je Einstellung oder Krankenquote stärker in den Fokus.

Warum reicht es nicht aus, einzelne Personalkennzahlen nur gelegentlich auszuwerten?

Einzelne Auswertungen geben dir meist nur eine Momentaufnahme. Für wirksames HR-Controlling brauchst du regelmäßige, vergleichbare und sauber definierte Kennzahlen. Erst dann erkennst du Trends, Zusammenhänge und mögliche Risiken. Wenn Fluktuation, Fehlzeiten oder Zufriedenheit über mehrere Zeiträume hinweg betrachtet werden, kannst du Ursachen besser einordnen und gezielter gegensteuern. Ein Kennzahlensystem schafft dabei Struktur, weil die Werte miteinander verbunden sind und nicht isoliert nebeneinanderstehen.

Wie kannst du HR-Reports so aufbereiten, dass sie von Führungskräften ernst genommen werden?

Ein guter HR-Report beantwortet konkrete Führungsfragen und bleibt nah an den Unternehmenszielen. Führungskräfte brauchen keine Datensammlung, sondern klare Orientierung. Zeige deshalb nicht nur Zahlen, sondern auch deren Bedeutung. Was verändert sich gerade im Personalbestand. Wo entstehen Risiken. Welche Maßnahmen sind sinnvoll. Besonders hilfreich ist es, Kennzahlen mit kurzen Interpretationen und konkreten Handlungsempfehlungen zu verbinden. So wird HR-Controlling nicht als reine Statistik wahrgenommen, sondern als Steuerungsinstrument für bessere Entscheidungen.

Warum ist die organisatorische Verankerung von HR-Controlling so wichtig?

Wo HR-Controlling im Unternehmen angesiedelt ist, beeinflusst seine Wirkung stark. Ist es eng mit dem Unternehmenscontrolling verbunden, kann der Zugriff auf Unternehmensdaten leichter sein und die Durchsetzungskraft steigen. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass personalwirtschaftliche Aspekte zu wenig berücksichtigt werden. Ist HR-Controlling näher am Personalmanagement verankert, ist der Austausch mit HR und Personalleitung oft enger. Entscheidend ist, dass die Rolle klar definiert ist und HR-Controlling genügend Zugang zu Daten, Entscheidungswegen und relevanten Stakeholdern hat.

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Über den:die Autor:in

Anna Plew

Produktmanagerin Haufe Akademie, M. A. Weiterbildungsforschung & Organisationsentwicklung.