(01)
MUT
Zum Artikel
Interview Jörg Schmidt

Mut beginnt, wenn man aufhört zu bremsen

Zum Artikel

Mut ist der Rohstoff für Innovation: Wenn ein Traditionsunternehmen Zukunft scheidet

Zum Artikel
Interview Mareike Redder

In der ersten Sekunde entscheidet der Mut: Wie Mareike Redder ihre Stimme gefunden hat.

Zum Artikel
Interview Carsten Kehrein

Wenn Ideen wieder sprudeln: Wie aus Alltagsdesign echte Innovation wird.

Zum Artikel
Interview Jasmin Schuhmacher

Mut, der Prozesse bewegt: Warum Mut in Unternehmen nicht laut sein muss, um wirksam zu sein.

Zum Artikel
Die leise Kraft mutiger Teams

Die leise Kraft mutiger Teams

Zum Artikel

Mut ist ein geübter, bewusster Schritt aus der Komfortzone

Zum Artikel

Mach einfach! Handeln ist die beste Strategie

Zum Artikel

Wer Transformation will, ist ohne Mut vollkommen verloren

Zum Artikel

Warum wir mehr mit dem Bauch denken sollten.

Zum Artikel

Woher kommt der Mut? Warum echter Mut heute selten ist – und trotzdem wichtiger ist als je zuvor.

Zum Artikel

Mut ist, lernen mit der Angst zu tanzen.

Zum Artikel

Mutig sprechen – zwischen Smalltalk und Substanz

Zum Artikel

Train Your Brain: 5 Übungen um besser Lernen zu lernen

Zum Artikel

Verrückt oder visionär? Mutige Zukunftsvisionen, die heute schon (fast) Realität sind.

Zurück

Mut ist, lernen mit der Angst zu tanzen.

Artikel

6 min

Wir alle kennen diese Momente, in denen Angst laut wird – und Mut leise. Doch beides gehört zusammen: wie zwei Schritte in einem Tanz. Wie wir lernen, Mut und Angst nicht zu bekämpfen, sondern aus ihnen neue Kraft zu ziehen.

Es gibt Tage, an denen sich die Angst in unsere Gedanken schleicht, als hätte sie einen eigenen Schlüssel zur Wohnung. Sie kommt ohne Ankündigung – vor einem unbequemen Gespräch mit einer Freundin, einer Präsentation oder manchmal einfach so, zwischen zwei Terminen. Und sie ist erstaunlich überzeugend. Sie flüstert: „Lass das lieber. Du bist noch nicht bereit.“ Die Wahrheit ist: Wir alle kennen dieses Gefühl.

Angst gehört zu uns wie die Schwerkraft – unbequem, aber notwendig, um auf dem Boden zu bleiben. Sie warnt uns vor Gefahren, sie macht uns wachsam.
Aber manchmal schießt sie übers Ziel hinaus. Dann wird sie zur Bremse, genau dann, wenn sie eigentlich Anschub geben sollte.

Psychologinnen und Psychologen sagen: Angst ist kein Fehler, sondern ein Signal. Sie will uns schützen, aber sie übertreibt. Das limbische System im Gehirn, das für diese Reaktion zuständig ist, unterscheidet nicht zwischen einer echten Bedrohung und einem wichtigen Meeting. Für den Körper ist beides Adrenalin pur.

Hier kommt die gute Nachricht: Wir können lernen, besser mit Angst umzugehen, anstatt uns von ihr bestimmen zu lassen. Denn Mut entsteht nicht irgendwo im luftleeren Raum, sondern genau da, wo Angst ist.

Sich Mut holen beginnt mit Luft holen

Einer der einfachsten Tricks, um sich wieder zu erden, ist so banal wie wirkungsvoll: einfach nur atmen. Langsam, bewusst, tief. Studien zeigen, dass schon drei tiefe Atemzüge den Cortisolspiegel, also unser Stresshormon, messbar senken können.

Aber auch Bewegung hilft. Ein kurzer Spaziergang, ein paar Schritte, um die Energie wieder ins Fließen zu bringen. So lernt das Gehirn: Ich bin sicher. Alles ist gut.

Hilfreich ist auch, der Angst einen Namen zu geben. Psychologinnen und Psychologen nennen das „Affect Labeling“, also die Gefühle beim Namen nennen. Wenn wir sagen „Ich bin aufgeregt“, statt zu denken „Ich versage gleich“, beruhigt sich das emotionale Zentrum im Gehirn. Klingt nach Zauberei, ist aber Neurobiologie. Sprache schafft Distanz – und Kontrolle. Manchmal hilft es, die Angst zu begrüßen, wie einen alten Bekannten: „Schön, dass du da bist. Ich weiß, du willst mich beschützen. Aber ich mach das jetzt trotzdem.“ Klingt verrückt, funktioniert aber. Denn Mut ist kein Zustand, der irgendwann plötzlich da ist. Er ist eine Entscheidung – immer wieder neu.

Kurz durchatmen: In 12 Sekunden zu mehr Ruhe

1. Atme tief ein (4 Sekunden).

Schließe kurz deine Augen und atme langsam durch die Nase ein. Dein Brustkorb hebt sich, der Körper wird mit mehr Sauerstoff versorgt. Das signalisiert deinem Nervensystem: „Alles unter Kontrolle.“

2. Halte den Atem an (2 Sekunden).

Behalt’ die Luft kurz in deinem Körper, ganz bewusst. Diese Pause hilft deinem Körper, den Stresspegel zu senken und neue Stabilität zu finden.

3. Atme langsam aus (6 Sekunden).

Atme langsam und gleichmäßig durch den Mund aus. Dadurch fährt dein Körper messbar herunter: Du wirst klarer, fokussierter und handlungsfähiger.

Von mini zu mutig.

In Seminaren zur Selbstführung und inneren Stärke, etwa bei der Haufe Akademie, lernen Teilnehmende, genau diesen Moment bewusst zu gestalten. Nicht die Angst wegzudrücken, sondern sie zu nutzen. Eine Trainerin beschreibt es so: „Angst ist wie ein Signalfeuer. Sie zeigt, wo es spannend wird.“ Viele berichten danach, dass sie im Job gelassener reagieren, in Meetings präsenter sind oder sich endlich trauen, Nein zu sagen.

Auch außerhalb solcher Trainings gibt es kleine Übungen, die helfen, mutiger zu werden. Zum Beispiel: sich jeden Tag einer Miniherausforderung stellen. Jemanden ansprechen, den man sympathisch findet. Eine neue Meinung äußern. Oder einfach mal einen anderen Weg zur Arbeit nehmen. Das klingt banal, ist aber Training fürs Gehirn. Jede kleine Überwindung legt eine neue Spur im Nervensystem, die uns beim nächsten Mal sicherer werden lässt. Natürlich verschwindet die Angst dadurch nicht. Aber sie verliert an Macht.

Und manchmal verwandelt sie sich sogar – in Energie, Fokus, Begeisterung. Der Körper reagiert auf Mut und Angst fast gleich: mit Herzklopfen, Schweiß oder Gänsehaut. Der Unterschied liegt nur in der Bedeutung, die wir diesen Signalen geben. Ob wir sagen „Ich habe Angst“ oder „Ich bin aufgeregt“, entscheidet oft, ob wir loslegen oder uns zurückziehen.

Vielleicht ist das die eigentliche Kunst: Angst nicht als Feind zu sehen, sondern als Wegweiser. Sie zeigt, was uns wichtig ist. Denn dort, wo unser Herz schneller schlägt, liegt oft unser nächster Entwicklungsschritt. Mut bedeutet dann nicht, furchtlos zu sein, sondern mit der Angst zu tanzen, statt sich von ihr führen zu lassen.

Mehr Mut

Mut hat viele Gesichter – mal laut, mal ganz leise, mal offensichtlich und mal versteckt. Entdecke hier weitere mutige Impulse.

Zum Artikel

Mutig sprechen – zwischen Smalltalk und Substanz

Zum Artikel

Mut beginnt, wenn man aufhört zu bremsen

Zum Artikel

Mut ist ein geübter, bewusster Schritt aus der Komfortzone

Zum Artikel

Mach einfach! Handeln ist die beste Strategie

Zum Artikel

Mut ist der Rohstoff für Innovation: Wenn ein Traditionsunternehmen Zukunft scheidet

Zum Artikel

In der ersten Sekunde entscheidet der Mut: Wie Mareike Redder ihre Stimme gefunden hat.

Zum Artikel

Mut, der Prozesse bewegt: Warum Mut in Unternehmen nicht laut sein muss, um wirksam zu sein.

Zum Artikel

Die leise Kraft mutiger Teams

Zum Artikel

Verrückt oder visionär?
Mutige Zukunftsvisionen, die heute schon (fast) Realität sind.

Zum Artikel

Wer Transformation will, ist ohne Mut vollkommen verloren

Zum Artikel

Woher kommt der Mut? Warum echter Mut heute selten ist – und trotzdem wichtiger ist als je zuvor.

Zum Artikel

Train Your Brain: 5 Übungen um besser Lernen zu lernen

Deine Story

Du hast auch eine spannende Story zu erzählen?

Mut hat viele Formen: neu anfangen, dranbleiben, umdenken. Wenn Weiterbildung dich ein Stück "WEITER." gebracht hat, möchten wir davon hören. Bewirb dich mit deiner Erfolgsstory – und mit etwas Glück erzählen wir sie gemeinsam in einem Interview.