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AUSGABE 01 - MUT

Wenn Ideen wieder sprudeln

Lesezeit: 7 min

Man hält es jeden Tag in der Hand – und trotzdem steckt in einem Trinkglas noch überraschend viel Zukunft. Carsten Kehrein erzählt im Interview, wie er mit neuen Methoden Gewohntes hinterfragt und Ideen entwickelt, die aus einem Alltagsprodukt etwas Überraschendes machen.

„Nach dem Seminar habe ich die Schublade der Ideen geöffnet.“

Carsten Kehrein ist als Glasdesigner bei der Rastal GmbH & Co. KG in Höhr-Grenzhausen verantwortlich für die Entwicklung von Trinkgefäßen. Er sorgt dafür, dass jede Marke im Glas ihr eigenes Gesicht wiederfindet. Mit über 200 Auszeichnungen und Design-Preisen zählt sein Studio in puncto Glasdesign zu den renommiertesten Adressen weltweit. Und doch quält ihn immer wieder eine Frage: Woher kommt das Neue?

Carsten, man sagt, das Rad kann man nicht neu erfinden. Wie sieht das beim Glas aus?

Sagen wir es mal so: Der Job ist herausfordernd. Denn natürlich kann man für ein Produkt, das selbst sehr hochentwickelt ist, den Gebrauchsnutzen nicht neu erfinden. Von daher ist die Aufgabenstellung davon geprägt, sich immer wieder neu anzutreiben. Und immer wieder nach sogenannten Gamechanger-Innovationen zu suchen, die den Markt entscheidend verändern. Vor 10 Jahren ist uns das zum Beispiel dadurch gelungen, indem wir das Trinkglas digitalisiert haben. Wir haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem wir einen NFC-Chip auf die Gläser drucken können. So kann ein Glas kontaktlos mit einem Smartphone interagieren. Das war ein ganz neues Level für Glas – und eröffnete für uns völlig neue Geschäftsfelder. Doch der Innovationsdruck bleibt natürlich weiterhin hoch.

Und da kam die Haufe Akademie ins Spiel...

Wenn man dreißig Jahre im Job ist… ich will jetzt nicht sagen, es kommt Langeweile auf – aber die Herausforderung im Sinne von Innovationen ist mehr als nur ein Design-Produkt. Was mir immer gefehlt hat, waren die Methoden. Und deshalb habe ich mich im letzten Jahr entschieden, das Angebot der Haufe Akademie anzunehmen – zur Fortbildung zum Innovationsmanager. Das ging genau eine Woche. Es fand online statt, per Teams.

Erzähl uns bitte etwas mehr über diese Woche.

Es war ein ganz toller, ganz kleiner Kreis an Leuten. Es war eine wunderbare Nähe. In der Woche des Seminares haben wir verschiedene Methoden gelernt, die ich vorher noch nicht annähernd kannte. Wir haben erstmal langsam angefangen, mit viel Methodik und Struktur. Und dann ging das Seminar über auf Übungsaufgaben, sodass man auch praxisnah lernen konnte, alles anzuwenden. Es war also nicht nur Theorie – sondern wirklich der erprobte Alltag. Und es war sehr angenehm strukturiert. Ich muss also sagen: Die Seminar-Woche war wirklich sehr gut.

Magst du uns von einer dieser Innovationen erzählen?

Nach dem Seminar habe ich die Schublade der Ideen geöffnet, die lange verschlossen war. Denn ich habe mich danach sicherer gefühlt, meine Ideen validieren zu können. So habe ich eine spannende Idee ausgepackt, die fast zehn Jahre alt war: Wir haben den Moussier-Punkt, der normalerweise unten sitzt, an die Seitenwand des Glases platziert. Die CO₂-Perlen steigen nicht mehr von unten auf, sondern entfalten sich direkt am Markenbild. Und das ist ja genau das, was in der heutigen Zeitwichtig ist: Die Marke in Szene zu setzen, im schönsten Augenblick des Konsums.

Seminartipp

Ideen brauchen Mut – und ein System, das sie weiterträgt

Im Interview mit Carsten Kehrein wird klar: Selbst ein Alltagsprodukt wie ein Glas kann neu gedacht werden, wenn Kreativität Struktur bekommt. Wenn du Innovation nicht dem Zufall überlassen willst, bietet die zertifizierte Weiterbildung „Innovationsmanager“ einen Rahmen, um Ideen gezielt zu entwickeln, zu prüfen und in die Umsetzung zu bringen.

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