Konsignationslager
Definition von Konsignationslager
Ein Konsignationslager ist ein Lager, das sich in der Nähe oder direkt beim Abnehmer befindet, aber dessen Waren weiterhin im Eigentum des Lieferanten (Konsignanten) bleiben, bis sie vom Abnehmer entnommen werden. Erst mit der Entnahme geht das Eigentum auf den Abnehmer über. Diese Lagerform ermöglicht Unternehmen eine flexible Versorgung mit Materialien oder Produkten, ohne dass sofort ein Kauf stattfindet.
Vorteile eines Konsignationslagers für Unternehmen
Der Einsatz eines Konsignationslagers bietet sowohl Lieferanten als auch Abnehmern verschiedene betriebswirtschaftliche Vorteile:
- Reduzierte Kapitalbindung: Abnehmer zahlen erst bei Entnahme, was die Liquidität verbessert.
- Versorgungssicherheit: Produkte sind stets verfügbar, was Lieferengpässe reduziert.
- Optimierung der Lagerkosten: Abnehmer benötigen weniger eigene Lagerfläche.
- Stärkere Kundenbindung: Lieferanten binden Kunden durch verbesserte Versorgung enger an sich.
- Schnellere Reaktionsfähigkeit: Unternehmen können flexibler auf Nachfrageschwankungen reagieren.
Umsatzsteuerliche Behandlung nach § 6b UStG
Die umsatzsteuerliche Behandlung von Konsignationslagern ist seit dem 1. Januar 2020 in § 6b UStG geregelt. Demnach wird das Verbringen von Waren in das Konsignationslager unter bestimmten Voraussetzungen zunächst nicht als steuerbares innergemeinschaftliches Verbringen behandelt. Stattdessen wird erst im Zeitpunkt der Entnahme durch den Abnehmer eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung fingiert. Erst beim tatsächlichen Übergang des Eigentums an den Abnehmer entsteht die Umsatzsteuerpflicht. Dies vereinfacht die steuerliche Abwicklung für grenzüberschreitende Lieferungen erheblich.
Beispiel: Konsignationslager in der Praxis
Ein Maschinenbauunternehmen in Deutschland beliefert einen Automobilhersteller in Frankreich. Die Bauteile werden in ein Konsignationslager nahe des Werks geliefert. Erst wenn der Automobilhersteller die Teile für die Produktion entnimmt, erfolgt der Eigentumsübergang und die Verrechnung. Der Lieferant kann so seine Waren effizient bereitstellen, ohne dass sie sofort fakturiert werden müssen.
Typische Nachteile und Risiken
Trotz vieler Vorteile birgt das Konsignationslager auch Herausforderungen:
- Höheres Risiko für Lieferanten: Waren können lange unverkauft im Lager bleiben.
- Verwaltungsaufwand: Lagerbestände und Entnahmen müssen exakt dokumentiert werden.
- Verlustgefahr: Da das Eigentum beim Lieferanten bleibt, trägt dieser bei Schäden oder Diebstahl das Risiko.
- Steuerliche Komplexität: Besonders bei grenzüberschreitenden Lagern ist steuerliche Beratung erforderlich.
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FAQ
Was ist ein Konsignationslager?
Ein Konsignationslager ist ein Lager beim Abnehmer, in dem Waren liegen, die noch dem Lieferanten gehören. Erst mit der Entnahme geht das Eigentum über.
Wer trägt das Risiko im Konsignationslager?
Da das Eigentum bis zur Entnahme beim Lieferanten bleibt, trägt dieser auch das Risiko für Verlust oder Beschädigung der Ware.
Welche Unternehmen profitieren von Konsignationslagern?
Unternehmen mit regelmäßiger Belieferung, hohem Lagerbedarf oder Just-in-Time-Produktion profitieren besonders von Konsignationslagern.
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