Total Productive Management (TPM)
Definition von Total Productive Management
Total Productive Management (TPM) oder auch Total Productive Maintenance ist ein umfassender Managementansatz zur Steigerung der Produktivität in Unternehmen, insbesondere in der Produktion. Ziel ist es, durch die Einbindung aller Mitarbeiter:innen und die Vermeidung von Ausfällen, Störungen und Verlusten eine höhere Gesamtanlageneffektivität (Overall Equipment Effectiveness, OEE) zu erreichen. TPM verbindet dabei Elemente aus Lean Management, Instandhaltung und kontinuierlicher Verbesserung.
Die acht Säulen des TPM-Ansatzes
Total Productive Management basiert auf einem strukturierten Rahmen, der aus acht sogenannten Säulen besteht. Diese bilden die Grundlage für eine systematische Verbesserung der Anlagenverfügbarkeit und Produktivität:
- Geplante Instandhaltung: Vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung ungeplanter Stillstände.
- Autonome Instandhaltung: Einbindung der Bediener:innen in einfache Wartungs- und Pflegeaufgaben.
- Qualitätsmanagement: Reduktion von Fehlern und Ausschuss durch Ursachenanalyse.
- Schulung und Training: Qualifikation der Mitarbeiter:innen zur eigenständigen Problemlösung.
- Anlaufmanagement (Early Equipment Management): Berücksichtigung von TPM-Zielen bereits bei der Entwicklung und Beschaffung neuer Anlagen und Produkte.
- Gezielte Verbesserung: Systematische Eliminierung von Verlusten und Effizienzsteigerung durch den Einsatz von Problemlösungstechniken.
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz: Schaffung sicherer und nachhaltiger Arbeitsbedingungen.
- TPM in der Administration: Anwendung der TPM-Prinzipien auf unterstützende Bereiche wie Logistik oder Einkauf.
Vorteile von Total Productive Management für Unternehmen
TPM bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile, die sich sowohl auf die Produktivität als auch auf die Mitarbeitermotivation auswirken. Durch den ganzheitlichen Ansatz lassen sich Produktionsprozesse nachhaltig verbessern:
- Höhere Anlagenverfügbarkeit: Weniger Stillstände durch systematische Instandhaltung.
- Produktivitätssteigerung: Bessere Nutzung vorhandener Ressourcen.
- Mitarbeiterbeteiligung: Größeres Verantwortungsbewusstsein und Identifikation mit dem Unternehmen.
- Qualitätsverbesserung: Reduktion von Fehlern und Nacharbeit.
- Kostensenkung: Langfristige Einsparungen durch weniger Ausfallzeiten und effizientere Prozesse.
Einführung von TPM: Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren
Die Einführung von Total Productive Management erfordert eine klare Strategie und die Unterstützung aller Ebenen im Unternehmen. Zentrale Erfolgsfaktoren sind:
- Engagement der Führung: TPM muss ein strategisches Ziel des Managements sein.
- Schulung der Mitarbeiter:innen: Know-how ist entscheidend für die Umsetzung.
- Transparenz und Kommunikation: Alle Beteiligten müssen den Nutzen verstehen.
- Langfristige Perspektive: TPM ist kein kurzfristiges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess.
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FAQ
Was ist der Unterschied zwischen TPM und Lean Management?
TPM fokussiert sich auf die Instandhaltung und Verfügbarkeit von Anlagen, während Lean Management Verschwendung in allen Bereichen der Wertschöpfung minimiert. Beide Ansätze ergänzen sich ideal.
Wie lange dauert die Einführung von TPM?
Die Einführung ist abhängig von Unternehmensgröße und Ausgangslage. In der Regel dauert es mehrere Monate bis Jahre, bis TPM vollständig etabliert ist.
Ist TPM nur für Produktionsunternehmen relevant?
Nein, TPM-Prinzipien lassen sich auch auf administrative Bereiche und Dienstleistungsunternehmen übertragen, etwa im Facility Management oder der IT.
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