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KI-Beauftragter: Aufgaben, Skills & Gehalt

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Der KI-Beauftragte entwickelt sich in vielen Unternehmen zu einer zentralen Schlüsselrolle. Mit dem zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) steigen nicht nur Effizienz- und Innovationspotenziale, sondern auch regulatorische, ethische und organisatorische Anforderungen. Spätestens mit der EU-KI-Verordnung (EU AI Act) wird deutlich: KI muss strukturiert, verantwortungsvoll und nachvollziehbar eingesetzt werden.

Genau hier setzt die Rolle des KI-Beauftragten an. Er sorgt dafür, dass KI-Systeme im Unternehmen rechtskonform, transparent und nachhaltig genutzt werden und schafft damit die Grundlage für Vertrauen, Skalierung und Zukunftsfähigkeit.

KI-Beauftragter: Key Facts

Ausbildung
  • Berufserfahrung in Recht, IT, Compliance, Datenschutz oder Informationssicherheit ist von Vorteil.
  • Spezialisierte Weiterbildungen vermitteln relevante Kompetenzen und stellen Zertifikate aus.
Hard Skills
  • Technisches Verständnis: Kenntnisse über Funktionsweise, Einsatzbereiche und Risiken von KI-Systemen; Programmierkenntnisse oder Wissen über KI-Trainingsverfahren sind je nach Unternehmensanforderungen hilfreich.
    Juristisches Know-how: u.a. Datenschutz, Produkthaftung, EU-KI-Verordnung (EU AI Act).
  • Ethische Kompetenz: Fairness, Transparenz, Verantwortung.
  • Governance-Fähigkeiten: Risikomanagement, Strategieentwicklung, Compliance.
Weiterbildung
  • Kontinuierliche Weiterbildung zu regulatorischen Anforderungen, ethischen Fragestellungen und technologischen Entwicklungen ist unerlässlich.
Soft Skills
  • Kommunikationsstärke: Fähigkeit, komplexe Inhalte verständlich zu vermitteln.
  • Organisatorische Fähigkeiten: Strukturierung von Prozessen und Zusammenarbeit.
  • Führungsqualitäten: Anleitung und Sensibilisierung von Mitarbeitenden.
Gehalt
  • Durchschnittliches Gehalt im Bereich KI: ca. 65.000 € brutto pro Jahr. Je nach Standort, Branche und Unternehmensgröße variiert die Vergütung zwischen 50.000 € und 90.000 € brutto jährlich.¹
Verwandte Berufe
  • AI Officer
  • Chief AI Officer
  • KI-Manager

Definition: Was ist ein KI-Beauftragter?

Der KI-Beauftragte fungiert als zentrale Schnittstelle zwischen Technologie, Recht und Organisation. Seine Aufgabe ist es, den Einsatz von KI-Systemen so zu gestalten, dass gesetzliche Vorgaben – insbesondere die EU-KI-Verordnung –  eingehalten und unternehmensinterne Werte berücksichtigt werden.

Dabei geht es nicht nur um Kontrolle, sondern um aktive Gestaltung: Der KI-Beauftragte verankert verantwortungsvolle KI-Nutzung in Prozessen, Richtlinien und Entscheidungsstrukturen und unterstützt Unternehmen dabei, KI langfristig und tragfähig einzusetzen. Der EU AI Act ist dabei ein zentraler Treiber für die Entwicklung dieser Jobrolle.

KI-Verordnung (EU AI Act): Warum der KI-Beauftragte an Bedeutung gewinnt

Der EU AI Act schafft erstmals einen umfassenden Rechtsrahmen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Europäischen Union. Ziel ist es, Innovation zu ermöglichen und gleichzeitig Risiken für Menschen, Gesellschaft und Grundrechte zu begrenzen. Der EU AI Act schreibt Unternehmen keine bestimmte Rolle oder Funktion vor. Er verpflichtet sie jedoch, klare Verantwortlichkeiten festzulegen und umfangreiche Anforderungen an Risikomanagement, Dokumentation, Transparenz und menschliche Aufsicht zu erfüllen.

Viele Unternehmen bündeln diese Aufgaben in der Rolle des KI-Beauftragten, um die Einhaltung der Vorschriften sowie eine verantwortungsvolle Nutzung von KI-Systemen sicherzustellen. Je nach Unternehmensstruktur kann diese Rolle auch anders bezeichnet oder auf mehrere Personen verteilt werden.

KI-Beauftragter vs. AI Officer – wo liegt der Unterschied?

Die Begriffe KI-Beauftragter und AI Officer werden in der Praxis häufig synonym verwendet, unterscheiden sich jedoch in ihrem Schwerpunkt. Die folgende Abgrenzung stellt eine organisatorische Einordnung dar und ist nicht gesetzlich definiert.

KI-Beauftragter AI Officer
Rolle Operative und regulative Verantwortung Strategisch-operative Verantwortung
Fokus Einhaltung gesetzlicher Vorgaben (z. B. EU-KI-Verordnung, DSGVO) Entwicklung und Umsetzung von KI-Strategien
Vergleichbar mit Datenschutz- oder IT-Sicherheitsbeauftragter Führungsrollen wie Chief AI Officer (CIAO)
Position im Unternehmen Häufig auf Team- oder Abteilungsebene Übergeordnete Rolle mit unternehmensweiter Verantwortung
Aufgaben Überwachung von KI-Systemen, Risikomanagement, Dokumentation, Schulung Entwicklung von KI-Strategien, Integration von KI in Entscheidungsprozesse

 

Aufgaben des KI-Beauftragten

Der Aufgabenbereich des KI-Beauftragten umfasst die organisatorische Koordination der KI-Nutzung, die Förderung ethischer Standards und die Unterstützung bei der Einhaltung regulatorischer Anforderungen.

1. Überwachung und Risikomanagement

Der KI-Beauftragte begleitet den Einsatz von KI-Systemen und unterstützt dabei, rechtliche, ethische und organisatorische Anforderungen zu berücksichtigen. Dazu gehören Risikoanalysen, die strukturierte Bewertung von KI-Anwendungen sowie die Pflege der erforderlichen Dokumentation im Sinne des EU AI Act.

2. Entwicklung von Rahmenbedingungen

Der KI-Beauftragte entwickelt interne Richtlinien, Prozesse und ethische Leitlinien für den Einsatz von KI. Er arbeitet eng mit technischen, juristischen und operativen Teams zusammen, um einen verantwortungsvollen Umgang mit KI-Systemen im Unternehmen zu etablieren.

3. Koordination und Unterstützung bei Prüfungen

Je nach Rolle des Unternehmens (z. B. Anbieter oder Anwender von KI-Systemen) unterstützt der KI-Beauftragte bei internen Audits, Konformitätsbewertungen und der Vorbereitung auf behördliche Prüfungen. Er fungiert dabei häufig als koordinierende Schnittstelle.

Haftung und Sanktionen

Der EU AI Act sieht empfindliche Sanktionen bei Verstößen vor. Verstöße gegen verbotene KI-Praktiken können mit bis zu 35 Mio. EUR oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden – maßgeblich ist jeweils der höhere Betrag. Falsche oder unvollständige Angaben gegenüber Behörden können mit bis zu 7,5 Mio. EUR oder 1 % des weltweiten Jahresumsatzes sanktioniert werden.¹

Grundsätzlich haftet das Unternehmen als sogenannter Marktteilnehmer. Der KI-Beauftragte selbst unterliegt keiner eigenständigen Haftung nach dem EU AI Act. Eine persönliche Haftung kann sich jedoch aus allgemeinen arbeits- oder gesellschaftsrechtlichen Regelungen ergeben, etwa bei grob fahrlässigem oder vorsätzlichem Fehlverhalten.

KI-Beauftragter: Ausbildung & Schulung

Die Nachfrage nach Expertise im Bereich KI-Governance wächst schneller als das Angebot qualifizierter Fachkräfte. Unternehmen suchen nach Experten, die juristisches, technisches, regulatorisches und ethisches Know-how haben – eine Kombination, die bisher auf dem Arbeitsmarkt eher selten ist. Viele Unternehmen setzen daher auf gezielte Weiterbildungen der eigenen Mitarbeitenden.

Berufserfahrung

Besonders geeignet sind Personen mit Hintergrund in IT, Recht, Compliance, Datenschutz oder Informationssicherheit. Auch Quereinsteiger mit entsprechendem Interesse und Weiterbildungsbereitschaft können sich für die Rolle qualifizieren.

Ausbildung

Spezialisierte Ausbildungsseminare vermitteln die erforderlichen Kenntnisse. Zertifikate dienen dabei als Qualifikationsnachweis gegenüber Arbeitgebern, haben jedoch keine gesetzliche Anerkennung.

Weiterbildung

Aufgrund der dynamischen technischen und regulatorischen Entwicklung ist kontinuierliche Weiterbildung unerlässlich, insbesondere zu neuen regulatorischen Anforderungen, ethischen Fragestellungen und technologischen Innovationen.

Unsere Seminarempfehlung

Zukunftsrolle KI-Beauftragter – KI verantwortungsvoll gestalten

Der KI-Beauftragte entwickelt sich zu einer der zentralen Zukunftsrollen an der Schnittstelle von Technologie, Recht und Organisation. Wer diese Rolle übernimmt, prägt aktiv, wie KI im Unternehmen eingesetzt wird – verantwortungsvoll, wirksam und zukunftssicher. Unser Seminar zum zertifizierten KI-Beauftragten hilft dir dabei, fachliche Sicherheit zu gewinnen, Verantwortung zu übernehmen und die eigene Rolle klar zu positionieren.


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Gehalt des KI-Beauftragten

Das durchschnittliche Gehalt im Bereich KI liegt bei etwa 65.000 EUR brutto pro Jahr. Die tatsächliche Vergütung variiert allerdings stark je nach Unternehmensgröße, Branche, Verantwortungsumfang und organisatorischer Einbindung der Rolle. (Quelle: https://www.jobvector.de/gehalt/ai/)


Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Beitrag auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Sprachformen verzichtet und das generische Maskulinum verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

FAQ: KI-Beauftragter

Was macht ein KI-Beauftragter?

Ein KI-Beauftragter unterstützt Unternehmen dabei, KI-Systeme verantwortungsvoll, rechtskonform und ethisch einzusetzen. Er koordiniert Use Cases zu Künstlicher Intelligenz zwischen Business, IT und Management und stellt Compliance sicher (z. B. EU AI Act, DSGVO).

Was braucht man, um KI-Beauftragter zu werden?

Um KI-Beauftragter zu werden, ist Erfahrung in IT, Recht, Compliance oder Datenschutz hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Spezialisierte Weiterbildungen bieten einen strukturierten Einstieg.

Welche Fähigkeiten sind für einen KI-Beauftragten wichtig?

Besonders wichtig für die Rolle des KI-Beauftragten sind technisches Grundverständnis, juristisches Wissen und ethisches Bewusstsein. Entscheidend sind außerdem Kommunikationsstärke, organisatorische Fähigkeiten und Führungsqualitäten.

¹ artificialintelligenceact.eu

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Über den:die Autor:in

Annika Müller

Produktmanagerin bei der Haufe Akademie.