Zum Inhalt springen
Kategorien: Immobilien

Baufinanzierung

Definition von Baufinanzierung

Eine Baufinanzierung ist eine langfristige Finanzierung für den Kauf, Bau oder die Modernisierung einer Immobilie. Meist vergibt eine Bank dafür ein Darlehen, das Käufer:innen über viele Jahre zurückzahlen. Die Rückzahlung besteht in der Regel aus Zinsen und Tilgung. Die Zinsen sind der Preis für den Kredit, die Tilgung senkt die Restschuld.

Baufinanzierungen unterscheiden sich von klassischen Konsumentenkrediten vor allem durch hohe Darlehenssummen, lange Laufzeiten und die Absicherung über das Grundbuch. Dadurch erhält die Bank eine Sicherheit, falls Kreditnehmer:innen ihre Raten nicht mehr zahlen können.

Funktionsweise einer Baufinanzierung

Am Anfang steht der Finanzierungsbedarf. Er ergibt sich aus Kaufpreis oder Baukosten, Kaufnebenkosten und geplanten Reserven. Davon wird das vorhandene Eigenkapital abgezogen. Der verbleibende Betrag wird über ein Darlehen finanziert.

Die monatliche Rate hängt vor allem von Darlehenshöhe, Sollzins, Tilgung und Zinsbindung ab. Eine höhere Tilgung führt zu einer schnelleren Rückzahlung, erhöht aber auch die Monatsrate. Eine längere Sollzinsbindung schafft Planungssicherheit, kann jedoch andere Konditionen haben als eine kurze Bindung.

Wichtige Bestandteile einer Baufinanzierung

  • Eigenkapital: Je mehr Eigenkapital Käufer:innen einbringen, desto geringer fällt meist das Darlehen aus. Das kann bessere Konditionen ermöglichen.
  • Zinsen: Der Zinssatz beeinflusst die Gesamtkosten der Finanzierung stark. Schon kleine Unterschiede wirken sich über die Laufzeit deutlich aus.
  • Tilgung: Die Tilgung bestimmt, wie schnell die Restschuld sinkt. Viele Verträge erlauben zusätzlich Sondertilgungen.
  • Zinsbindung: Während der Zinsbindung bleibt der vereinbarte Sollzins fest. Danach wird meist eine Anschlussfinanzierung nötig.
  • Laufzeit: Die Laufzeit beschreibt den Zeitraum bis zur vollständigen Rückzahlung, sofern Rate und Konditionen unverändert bleiben.

Voraussetzungen für eine Baufinanzierung

Banken prüfen vor der Zusage, ob Kreditnehmer:innen die Rate dauerhaft tragen können. Dafür betrachten sie Einkommen, Ausgaben, Eigenkapital, Beschäftigungssituation, bestehende Kredite und den Wert der Immobilie. Auch Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer oder Gebühren für Notar und Grundbuch sollten realistisch eingeplant werden.

Eine solide Haushaltsrechnung hilft, die tragbare Monatsrate zu bestimmen. Sie sollte nicht nur die aktuelle Situation abbilden, sondern auch mögliche Veränderungen berücksichtigen, etwa Familienplanung, Renteneintritt oder steigende Lebenshaltungskosten.

Anschlussfinanzierung und Restschuld

Nach Ablauf der Zinsbindung bleibt häufig eine Restschuld übrig. Für diesen Betrag benötigen Eigentümer:innen eine Anschlussfinanzierung. Sie kann bei der bisherigen Bank oder bei einem neuen Anbieter abgeschlossen werden. Eine frühe Prüfung lohnt sich, weil sich Zinsen am Markt ändern und die neue Rate deutlich beeinflussen können.

FAQ

Wie viel Eigenkapital ist sinnvoll?

Viele Banken empfehlen, mindestens die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital zu zahlen. Mehr Eigenkapital kann die Finanzierung stabiler machen und bessere Konditionen ermöglichen.

Was bedeutet Sollzinsbindung?

Die Sollzinsbindung legt fest, wie lange der vereinbarte Sollzins unverändert bleibt. In dieser Zeit bleiben die Zinskosten planbar, auch wenn die Marktzinsen steigen.

Wann sollte man eine Baufinanzierung vergleichen?

Ein Vergleich lohnt sich vor der Kaufentscheidung und vor Ablauf der Zinsbindung. So können Kreditnehmer:innen die passende Rate, Laufzeit und Anschlussfinanzierung besser planen.

Lust, den Beitrag zu teilen?
Zum Glossar «