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Kategorien: Rechnungswesen

EmpCo-Richtlinie

Was ist die EmpCo-Richtlinie?

Die EmpCo-Richtlinie ist eine EU-Richtlinie, die Verbraucher:innen besser vor irreführenden Umweltaussagen schützen soll. EmpCo steht für Empowering Consumers for the Green Transition. Die Richtlinie ergänzt bestehende Regeln gegen unlautere Geschäftspraktiken.

Die wesentliche Neuerung besteht darin, dass die EmpCo-Richtlinie Unternehmen dazu verpflichtet, Aussagen zu Umweltleistung, Klimaneutralität, Nachhaltigkeitssiegeln und Produktvorteilen klar, belegbar und verständlich zu formulieren. Allgemeine Begriffe wie „umweltfreundlich“, „grün“ oder „nachhaltig“ dürfen nicht ohne belastbaren Nachweis verwendet werden.

Relevanz der EmpCo-Richtlinie

Viele Verbraucher:innen möchten Produkte kaufen, die Umwelt und Klima weniger belasten. Gleichzeitig nutzen Unternehmen Nachhaltigkeit häufig als Verkaufsargument. Ohne klare Regeln entsteht ein Risiko für Greenwashing, also für übertriebene oder irreführende Aussagen über die tatsächliche Umweltleistung eines Produkts oder Unternehmens.

Die Richtlinie soll mehr Transparenz schaffen. Verbraucher:innen sollen Aussagen besser vergleichen können. Unternehmen mit echten Verbesserungen erhalten dadurch fairere Wettbewerbsbedingungen, weil unbelegte Werbeversprechen stärker eingeschränkt werden.

Betroffene Umweltaussagen

Die EmpCo-Richtlinie betrifft vor allem Aussagen, die einen ökologischen Vorteil nahelegen. Dazu zählen Angaben auf Verpackungen, in Onlineshops, in Werbung, in Produktbeschreibungen und in Nachhaltigkeitskommunikation.

  • Allgemeine Umweltbegriffe: Aussagen wie „nachhaltig“, „klimafreundlich“ oder „umweltschonend“ brauchen eine klare Grundlage.
  • Kompensationsaussagen: Angaben wie „klimaneutral“ dürfen nicht allein auf CO2-Kompensation beruhen, wenn der Eindruck einer direkten Produktverbesserung entsteht.
  • Nachhaltigkeitssiegel: Siegel müssen auf einem Zertifizierungssystem beruhen oder von staatlichen Stellen eingeführt sein.
  • Zukunftsversprechen: Aussagen zu künftigen Umweltzielen brauchen einen nachvollziehbaren Plan mit messbaren Schritten.

Anforderungen an Unternehmen

Unternehmen müssen prüfen, ob ihre umweltbezogenen Aussagen konkret, aktuell und nachweisbar sind. Ein Produkt darf nicht als besonders umweltfreundlich erscheinen, wenn sich die Aussage nur auf einen kleinen Teilaspekt bezieht und wichtige Belastungen verschwiegen werden.

Wichtig ist auch die Verständlichkeit. Verbraucher:innen dürfen nicht durch vage Formulierungen, unklare Siegel oder fehlende Vergleichsmaßstäbe in die Irre geführt werden. Ein Nachweis sollte intern dokumentiert sein und bei rechtlicher Prüfung belastbar bleiben.

Abgrenzung zur Green Claims Directive

Die EmpCo-Richtlinie wird oft mit der Green Claims Directive verwechselt. Beide EU-Vorhaben betreffen Umweltaussagen, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte. Die EmpCo-Richtlinie ändert vor allem Verbraucherrecht und Regeln gegen unlautere Praktiken. Die Green Claims Directive soll detailliertere Vorgaben für die Begründung und Prüfung ausdrücklicher Umweltclaims schaffen.

Für Unternehmen bedeutet das: Sie sollten nicht nur einzelne Werbeslogans prüfen, sondern ihre gesamte Nachhaltigkeitskommunikation rechtlich und fachlich absichern.

Praxisbeispiel zur EmpCo-Richtlinie

Ein Unternehmen bewirbt ein Waschmittel als umweltfreundlich. Nach der EmpCo-Richtlinie reicht diese Aussage nicht aus, wenn sie nicht erklärt und belegt wird. Zulässiger kann eine konkrete Aussage sein, etwa dass die Verpackung zu einem bestimmten Anteil aus recyceltem Kunststoff besteht, sofern der Nachweis stimmt und die Aussage nicht den gesamten ökologischen Fußabdruck des Produkts beschönigt.

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FAQ

Wo gilt die EmpCo-Richtlinie?

Die EU hat die Richtlinie beschlossen. Die Mitgliedstaaten müssen sie in nationales Recht umsetzen.

Gilt die EmpCo-Richtlinie für jedes Unternehmen?

Sie betrifft vor allem Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen gegenüber Verbraucher:innen bewerben und dabei Aussagen zu Umwelt, Klima oder Nachhaltigkeit verwenden.

Sind Nachhaltigkeitssiegel weiterhin erlaubt?

Ja, aber sie müssen nachvollziehbar, unabhängig oder staatlich anerkannt sein. Eigene Siegel ohne transparentes System können problematisch werden.

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