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Kategorien: Logistik

Supply Chain Operations Reference (SCOR)

Definition von Supply Chain Operations Reference

Die Supply Chain Operations Reference (kurz: SCOR) ist ein standardisiertes Referenzmodell, das Unternehmen bei der Analyse, Bewertung und Verbesserung ihrer Lieferkettenprozesse unterstützt. Entwickelt vom Supply Chain Council (heute Teil der ASCM, ehemals APICS), bietet das SCOR-Modell eine strukturierte Herangehensweise zur Optimierung von Supply Chain Management über alle Organisationsebenen hinweg. Es kombiniert bewährte Methoden, Prozesskategorien und Leistungskennzahlen zu einem einheitlichen Rahmenwerk.

Aufbau und Struktur des SCOR-Modells

Das SCOR-Modell gliedert sich in sechs Hauptprozesse: Plan, Source, Make, Deliver, Return und Enable, die eine End-to-End-Betrachtung der Supply Chain ermöglichen:

  • Plan: Strategische und operative Planung der Lieferkette
  • Source: Beschaffung von Materialien und Dienstleistungen
  • Make: Herstellung bzw. Produktion von Waren und Dienstleistungen
  • Deliver: Distribution und Logistikprozesse
  • Return: Rücksendung defekter oder überschüssiger Produkte
  • Enable: Steuerung und Verwaltung der Lieferkettenprozesse, z.B. Daten-, Risiko- und Regelmanagement

Jeder dieser Prozesse wird in mehreren Detailebenen beschrieben, um operative und strategische Entscheidungen zu erleichtern. So können Unternehmen ihre Prozesse präzise abbilden, analysieren und vergleichen.

Anwendungsbereiche in der Praxis

Das SCOR-Modell kommt in verschiedensten Branchen und Unternehmensgrößen zum Einsatz – von produzierenden Betrieben über Handelsunternehmen bis hin zu Logistikdienstleistern. Typische Anwendungsfelder sind:

  • Benchmarking: Vergleich der eigenen Lieferkette mit Branchenstandards
  • Prozessoptimierung: Identifikation von Schwachstellen entlang der Wertschöpfungskette
  • Digitalisierung: Grundlage für die Automatisierung und Digitalisierung von Supply Chain Prozessen
  • Strategieentwicklung: Unterstützung bei der Neuausrichtung der Unternehmenslogistik

Vorteile des Supply Chain Operations Reference Modells

Der Einsatz des SCOR-Modells bringt zahlreiche Nutzen für Organisationen:

  • Standardisierung: Einheitliche Sprache und Struktur für alle Beteiligten
  • Transparenz: Klare Abbildung aller relevanten Prozesse innerhalb der Supply Chain
  • Effizienzsteigerung: Verbesserte Abläufe durch gezielte Maßnahmen
  • Skalierbarkeit: Anwendbar auf einzelne Geschäftsbereiche oder gesamte Unternehmen

Abgrenzung zu anderen Referenzmodellen

Das SCOR-Modell ist speziell auf Supply Chain Management ausgerichtet und unterscheidet sich damit von anderen Referenzmodellen wie ITIL (für IT-Prozesse) oder BPMN (für allgemeine Geschäftsprozesse). Es bietet gezielt Methoden zur Bewertung und Verbesserung von Supply Chain Prozessen und integriert dabei wichtige Metriken wie Lieferzeit, Lagerumschlag oder Kostenstruktur.

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FAQ

Was bedeutet SCOR in der Supply Chain?

SCOR steht für Supply Chain Operations Reference. Es beschreibt ein standardisiertes Referenzmodell zur Analyse und Optimierung von Lieferkettenprozessen.

Welche Prozesse umfasst das SCOR-Modell?

Das SCOR-Modell umfasst sechs Hauptprozesse: Plan, Source, Make, Deliver, Return und Enable. Diese bilden die komplette Lieferkette ab.

Wer nutzt das SCOR-Modell?

Unternehmen aller Branchen, die ihre Lieferketten analysieren und verbessern möchten, nutzen das SCOR-Modell – vom Mittelstand bis zum Großkonzern.

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