Stage-Gate-Prozess
Definition von Stage-Gate-Prozess
Der Stage-Gate-Prozess (auch: Stage-Gate-Modell) ist ein strukturierter Ansatz im Projektmanagement, insbesondere in der Produktentwicklung. Er unterteilt Projekte in einzelne Phasen (Stages), die jeweils durch sogenannte Gates voneinander getrennt sind. An jedem Gate wird anhand definierter Kriterien entschieden, ob das Projekt weitergeführt, angepasst oder gestoppt wird. Das Stage-Gate-Modell wurde ursprünglich von Robert G. Cooper entwickelt und wird häufig in Unternehmen eingesetzt, um Innovationsprojekte zielgerichtet zu steuern.
Phasen und Gates im Stage-Gate-Prozess
Ein typischer Stage-Gate-Prozess besteht aus mehreren aufeinanderfolgenden Phasen, die jeweils mit einem Gate abgeschlossen werden. Die Anzahl und Benennung kann je nach Organisation variieren, häufig sind jedoch folgende Elemente enthalten:
- Stage 0: Ideengenerierung – Sammlung und Bewertung erster Ideen
- Gate 1: Ideenbewertung – Erste Entscheidung über Relevanz und Machbarkeit
- Stage 1: Voruntersuchung – Grobe Analyse von Markt, Technik und Wirtschaftlichkeit
- Gate 2: Auswahlentscheidung – Go/No-Go zur detaillierten Analyse
- Stage 2: Machbarkeitsstudie – Detaillierte Planung, erste Prototypen
- Gate 3: Projektfreigabe – Entscheidung über Umsetzung
- Stage 3: Entwicklung – Produktdesign, technische Umsetzung
- Gate 4: Markteintrittsentscheidung – Vorbereitung der Markteinführung
- Stage 4: Test und Validierung – Produkttests, Markttests
- Gate 5: Launch-Freigabe – Freigabe für den Markt
- Stage 5: Markteinführung – Produkt wird eingeführt und überwacht
Vorteile des Stage-Gate-Modells
Das Stage-Gate-Modell bietet zahlreiche Vorteile für die Produktentwicklung und das Projektmanagement:
- Strukturierte Entscheidungsfindung – Klare Kriterien an jedem Gate sorgen für Transparenz
- Risikominimierung – Frühes Erkennen von Fehlschlägen verhindert unnötige Kosten
- Ressourcenschonung – Nur erfolgversprechende Projekte werden weiterverfolgt
- Verbesserte Kommunikation – Einheitlicher Prozess erleichtert die Abstimmung im Team
- Fokus auf Ziele – Projekte werden zielgerichtet entlang definierter Ziele gesteuert
Anwendungsbereiche des Stage-Gate-Prozesses
Der Stage-Gate-Prozess wird vor allem in der Produktentwicklung eingesetzt. Typische Einsatzgebiete sind:
- Industrieunternehmen – Entwicklung technischer Produkte
- Pharmazeutische Industrie – Zulassung und Entwicklung neuer Medikamente
- Technologieunternehmen – Innovationsprojekte und Softwareentwicklung
- Forschungseinrichtungen – Strukturierung von komplexen Innovationsprojekten
Unsere Seminarempfehlung
Prozessmanagement Seminare
Prozesse effizient gestalten – das ist heute mehr denn je ein echter Wettbewerbsvorteil. Wer im Prozessmanagement fit ist, erkennt Optimierungspotenziale, macht Abläufe schlanker und steigert die Wirksamkeit im Unternehmen.
Wir qualifizieren dich von den Grundlagen bis zum Expertenwissen – in Präsenz, live online oder hybrid. Mit praxisnahen Methoden und erfahrener Unterstützung setzt du Verbesserungen um, die wirken.
Setz einfach den ersten Schritt.
Zu unserem Prozessmanagement Seminarangebot
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Stage und Gate?
Eine Stage ist eine Projektphase mit definierten Aufgaben, während ein Gate ein Entscheidungspunkt zwischen zwei Phasen ist. Am Gate wird über das weitere Vorgehen entschieden.
Für welche Projekte ist der Stage-Gate-Prozess geeignet?
Er eignet sich besonders für komplexe Innovations- und Entwicklungsprojekte, bei denen eine strukturierte Vorgehensweise notwendig ist.
Wer entscheidet an den Gates?
In der Regel ein interdisziplinäres Gremium oder ein Projektlenkungsausschuss, oft bestehend aus Führungskräften verschiedener Unternehmensbereiche.
Zum Glossar «