Zahlungserinnerung
Definition von Zahlungserinnerung
Eine Zahlungserinnerung ist ein freundlicher Hinweis an Schuldner:innen, dass eine offene Rechnung noch nicht bezahlt wurde. Sie kommt meist kurz nach Ablauf der Zahlungsfrist zum Einsatz und soll die Zahlung ohne Druck anstoßen. Unternehmen nutzen sie, um offene Beträge strukturiert nachzuverfolgen und Missverständnisse zu klären.
Rechtlich ist eine Zahlungserinnerung nicht immer notwendig, bevor eine Mahnung folgt. Sie hat aber einen praktischen Nutzen: Sie wirkt höflicher, erhält die Geschäftsbeziehung und gibt Kund:innen die Möglichkeit, eine übersehene Rechnung schnell zu begleichen.
Sinnvoller Einsatzzeitpunkt einer Zahlungserinnerung
Eine Zahlungserinnerung eignet sich, wenn das Zahlungsziel überschritten wurde, aber noch kein eskalierter Verzug eingefordert werden soll. Häufig versenden Unternehmen sie wenige Tage nach Fälligkeit der Rechnung. Entscheidend ist, dass die Erinnerung sachlich bleibt und alle wichtigen Angaben enthält.
- Rechnungsnummer: Sie hilft, die offene Rechnung eindeutig zuzuordnen.
- Betrag: Der offene Betrag sollte klar und vollständig genannt werden.
- Zahlungsfrist: Eine neue kurze Frist schafft Orientierung für die Zahlung.
- Kontaktmöglichkeit: Bei Rückfragen können Schuldner:innen schnell reagieren.
Zahlungserinnerung und Mahnung: Der Unterschied
Die Zahlungserinnerung ist meist die erste, freundliche Erinnerung an eine ausstehende Zahlung. Eine Mahnung klingt verbindlicher und kann auf mögliche Folgen hinweisen. Dazu zählen Mahngebühren, Verzugszinsen oder ein späteres Mahnverfahren.
Ob Schuldner:innen bereits in Verzug sind, hängt vom Vertrag, vom Zahlungsziel und von den gesetzlichen Regelungen ab. Bei vielen Rechnungen tritt Verzug automatisch ein, wenn ein festes Zahlungsdatum überschritten wurde. Trotzdem senden viele Unternehmen zuerst eine Zahlungserinnerung, weil sie weniger konfrontativ wirkt.
Typische Formulierung einer Zahlungserinnerung
Die Formulierung sollte höflich, klar und lösungsorientiert sein. Eine gute Vorlage nennt den Anlass, die offene Rechnung, den Betrag und eine neue Zahlungsfrist. Gleichzeitig sollte sie Raum für den Fall lassen, dass die Zahlung bereits unterwegs ist.
Beispiel: „Wir möchten Sie freundlich daran erinnern, dass die Rechnung mit der Rechnungsnummer 12345 über 250 Euro noch offen ist. Bitte überweisen Sie den Betrag bis zum 15. des Monats. Falls Sie die Zahlung bereits veranlasst haben, betrachten Sie diese Erinnerung bitte als gegenstandslos“.
Best Practices für Unternehmen
Unternehmen sollten Zahlungserinnerungen systematisch und nachvollziehbar versenden. Ein klarer Prozess reduziert Zahlungsausfälle und spart Zeit in der Buchhaltung. Wichtig ist auch, den Ton an die Kundenbeziehung anzupassen, ohne unklar zu werden.
- Zeitpunkt: Versende die Erinnerung zeitnah nach Ablauf der Zahlungsfrist.
- Klarheit: Nenne Rechnung, Betrag, Zahlungsziel und Bankverbindung.
- Dokumentation: Halte Versanddatum und Reaktionen der Schuldner:innen fest.
- Folgeschritt: Lege fest, wann aus der Erinnerung eine Mahnung wird.
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FAQ
Ist eine Zahlungserinnerung Pflicht?
Nein, eine Zahlungserinnerung ist in vielen Fällen keine Pflicht. Sie ist aber sinnvoll, um höflich auf eine offene Rechnung hinzuweisen und eine schnelle Klärung zu ermöglichen.
Wie lange sollte die neue Zahlungsfrist sein?
Üblich sind kurze Fristen von wenigen Tagen bis etwa einer Woche. Die Frist sollte realistisch sein und zur bisherigen Geschäftsbeziehung passen.
Darf eine Zahlungserinnerung Gebühren enthalten?
Eine reine Zahlungserinnerung enthält normalerweise keine Gebühren. Gebühren oder Verzugszinsen werden eher in einer Mahnung geltend gemacht, wenn die rechtlichen Voraussetzungen vorliegen.
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