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Feedback geben und nehmen

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Die Kunst, gutes Feedback zu geben, ist wenigen in die Wiege gelegt – es ist ein Balanceakt. Da überrascht es nicht, dass unter dem Etikett „Feedback“ vieles verteilt wird, was nichts mit konstruktiver Kritik zu tun hat: Von Bewertungen über Urteile bis hin zu Wunschvorstellungen. Doch gutes Feedback zu geben und zu nehmen kann und sollte man lernen. Denn Feedback ist essenziell, um kleine Probleme zu lösen, bevor sie zu einer großen Belastung werden. Feedback bezieht sich immer auf eine Momentaufnahme. Beim Thema „Feedback“ gibt es also viele Stolpersteine.

Worauf es bei gutem Feedback ankommt

Gutes Feedback sollte so konkret wie möglich sein. Es stützt sich auf beobachtbares, beschreibbares Verhalten. Der:Die Feedbackgeber:in sollte seine Subjektivität in seine Beschreibung aufnehmen. Dabei können Ich-Botschaften helfen, zum Beispiel: „Das hat folgende Wirkung auf mich …“. Wer subjektiv formuliert, kann auch eine persönliche Wertung in seine Aussage einfließen lassen. Auch positive Aspekte sollten erwähnt werden. Denn oft fällt es gar nicht mehr auf, wenn etwas gut läuft, weil das so selbstverständlich ist.

Feedback nicht nur von oben nach unten geben

Wer gar kein Feedback bekommt, kann das Gefühl bekommen, dass er überhaupt nicht wahrgenommen wird. Oft ist das in Unternehmen der Fall, in denen das jährliche Mitarbeitendengespräch den einzigen Anlass zum Feedbackgeben bietet. Häufig wird in Organisationen lediglich Top-down-Feedback gegeben, also die Führungskräfte geben Feedback an die Mitarbeitende. Aber auch untereinander können und sollten sich Mitarbeitende Rückmeldungen geben. Hier ist es wichtig, Feedback auf Augenhöhe zu geben, um Veränderungen anzustoßen, aber auch um positive Rückmeldungen zu geben. Auch eine dritte Art von Feedback ist wichtig: Es sollte auch Bottom-up, also von Mitarbeitenden die Hierarchie hinauf zur Führungskraft, geschehen. Dabei ist gerade dieses zweiseitige Feedback entscheidend für den Erfolg von Teams, Projekten, aber auch der Chef-Mitarbeitenden-Beziehung.

Vielen Mitarbeitenden fehlt das sprachliche Repertoire

Viele Führungskräfte wünschen sich sogar ein Feedback und sind dankbar, wenn sie welches bekommen. Oft beklagen sich die Führungskräfte jedoch, dass ihre Mitarbeitenden stumm bleiben. Das kann zweierlei Gründe haben: Zum einen trauen sich die Mitarbeitende oft nicht, ihren Vorgesetzten Feedback zu geben. Zum anderen fehlt den Mitarbeitenden häufig das sprachliche und rhetorische Repertoire. Hier bietet sich ein ressourcenorientierter Ansatz an: Mitarbeitende, die nicht mit ihrer Führungskraft zurechtkommen, sollten sich nicht darauf konzentrieren, diese komplett zu ändern. Vielmehr sollten sie sich Gedanken darüber machen, über welche Potenziale die Führungskraft verfügt und dieser einen Vorschlag zu Änderungswünschen anbieten.

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Was es beim Feedbackgeben zu beachten gilt

Beim Feedbackgeben ist es entscheidend, klar und konkret zu sein. Feedback sollte immer auf beobachtbares Verhalten basieren und nicht auf Vermutungen oder Interpretationen. Es ist wichtig, sowohl positive Aspekte hervorzuheben als auch konstruktive Kritik zu üben, denn oft werden Dinge, die gut laufen, als selbstverständlich wahrgenommen.
Ein gutes Feedback sollte zeitnah erfolgen, um auf eine konkrete Situation Bezug nehmen zu können. Wichtig ist zudem, die Subjektivität des Feedbacks zu betonen, denn es spiegelt immer nur die eigene Perspektive wider. Feedback sollte niemals belehrend wirken, sondern die Möglichkeit für einen Austausch schaffen. Außerdem ist es sinnvoll, nachzufragen, ob das Gegenüber bereit ist, Feedback zu empfangen, um eine offene und wertschätzende Kommunikation sicherzustellen.

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Über den:die Autor:in

Ute Höfer

Diplom-Pädagogin, langjährige Managementtrainerin der Haufe Akademie und Coach.