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Achtsam leben – mit radikaler Selbstakzeptanz

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Immer schneller, höher weiter: Viele Menschen geraten in unserem hektischen Alltag an ihre Grenzen. Denn unser Gehirn, mit urzeitlich gebildeten Überlebensfunktionen ausgestattet, ist biologisch für unsere schnelllebige Zeit überhaupt nicht geschaffen und reagiert für gewöhnlich im Modus von Kampf- oder Flucht-Reflexen, die dem Mammut-Getrampel und Säbelzahntiger-Gebrüll angepasst waren.

Dieser Vorzeit-Automatismus hat den Menschen zwar überleben lassen, verursacht heute jedoch allzu oft Stress, Depression, Ärger, Ängste oder Sinnleere. Ein deutliches Signal: Wir verlieren uns zunehmend selbst aus den seelischen Augen und werden uns emotional fremder. Die Lösung? Mehr Achtsamkeit und Selbstakzeptanz im Alltag.

Das Wichtigste in Kürze:

• Stress entsteht oft durch alte „Kampf-oder-Flucht“-Muster.
• Achtsamkeit hilft dir, zur Ruhe zu kommen und dich selbst besser anzunehmen.
• Atemübungen und Selbstmitgefühl stärken innere Balance.
• Bewusstes Loslassen schädlicher Automatismen bringt mehr Gelassenheit

Der Seins-Innenraum der radikalen Selbstakzeptanz

Jeder Mensch hat einen Seins-Innenraum der radikalen Selbstakzeptanz. Du fragst dich jetzt vielleicht, was das sein soll? In diesem Seins-Innenraum herrscht eine wohltuende Stille, und du findest deinen inneren Frieden – ohne permanent Antworten auf drängende Fragen finden oder Entscheidungen treffen zu müssen. In diesem Raum herrscht Stille, Schweigen, Innehalten und Hineinspüren – und bedeutend mehr Achtsamkeit, Empathie und Selbstakzeptanz dir selbst gegenüber.

Übungen für mehr Achtsamkeit und Selbstakzeptanz

Doch wie findest du den Zugang zu mehr Achtsamkeit im Alltag? Die gute Nachricht lautet: Es gibt fundamental einfache und damit heilbringende Übungen (z. B. geleitete Meditationen, Imaginationen, Atemübungen, Focusing), um die Pforten zur radikalen Selbstakzeptanz zu eröffnen. Damit möchte ich dich einladen, für dich selbst die folgende Übung auszuprobieren und bestenfalls in deinen Alltag zu integrieren:

  • Schließe die Augen, lege deine Hand auf die Herzgegend und verfolge deinen Atemfluss mit der stillen Absicht, dir selbst mit Freundlichkeit zu begegnen.
  • Sei dir, besonders in heiklen und schwierigen Momenten, selbst die beste Freundin oder der beste Freund und sprich dir Verständnis und liebende Güte zu – so wie du bestimmt zu einem geliebten Menschen, der z.B. glaubt, nicht gut genug zu sein, liebevoll sprechen würdest.
  • Wenn du Schmerz, Leid oder Traurigkeit spürst, dann öffne dich diesen Gefühlen gegenüber. Komm aus dem Gedankenkarussell hinaus, indem du liebevoll in deine Körperregionen hineinspürst, wo du deine Emotionen fühlst, und begegne ihnen, bewusst dort hinein atmend, mit Güte, Verständnis, Mitgefühl, Fürsorge und Unterstützung.

Schädliche Automatismen erkennen und ändern

Überlege mal, in welchen eigenen Automatismen du täglich steckst, die deiner Selbstakzeptanz und Selbstliebe widersprechen. Wie du z.B. jedem Pieps im Email-Ordner unbesehen Aufmerksamkeit schenkst, orientierungslos im Internet surfst oder aus Langeweile unwillkürlich Süßes in den Magen stopfst.

In solchem gedankenverlorenen Treiben steckt das vergebliche Bemühen unseres Egos, eine innere Leere zu füllen. Viel effektiver ist es aber, diese Leere mit Selbstakzeptanz zu erfüllen, die in dir ruht und auf dein Achtsam-Werden wartet.

Einer Selbstakzeptanz, die in enger Verbindung zur Achtsamkeit steht und die dich ermutigt, loszulassen, was deinem inneren Frieden widerspricht. Achtsam sein heißt, bewusst (atmend) deine Aufmerksamkeit auf das zu richten, was du gerade tust. Achtsam lernst du zu unterscheiden, was Sache ist (z.B. es regnet) und welche gedanklichen Etiketten („mieses Wetter“) du dem hinzufügst. Achtsam gelebte Selbstakzeptanz bewahrt dich vor solchen uns selbstvergiftenden Gedanken-Transfusionen.

Fazit

Gehst du entsprechend bewusst und achtsam durch dein Leben, bist du viel besser in der Lage, deinen schnelllebigen Alltag zu meistern. Denn du reagierst nicht mehr auf jedes scheinbare Alarmsignal und verabschiedest dich damit von deinem Kampf- oder Fluchtmodus. Stattdessen lassen innere Ruhe, Stille, Glück und Zufriedenheit einkehren.

Empathie und Selbstmitgefühl

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Mehr erfahren

FAQs: Achtsamkeit & Selbstakzeptanz

Was bedeutet Achtsamkeit im Alltag?

Achtsamkeit im Alltag heißt, bewusst im Moment zu sein und Gedanken sowie Gefühle wahrzunehmen, ohne sie sofort zu bewerten.

Wie hilft Achtsamkeit bei Stressbewältigung?

Achtsamkeit unterstützt die Stressbewältigung, indem sie hilft, aus dem Autopiloten auszusteigen und gelassener auf Belastungen zu reagieren.

Was ist radikale Selbstakzeptanz?

Radikale Selbstakzeptanz bedeutet, dich selbst vollständig anzunehmen – auch in schwierigen Momenten oder mit unangenehmen Emotionen.

Welche Übungen fördern Achtsamkeit und Selbstmitgefühl?

Besonders wirksam sind einfache Atemübungen, Meditation oder bewusstes Innehalten, um mehr Ruhe und Selbstmitgefühl zu entwickeln.

Wie stärkt Selbstakzeptanz die Resilienz?

Selbstakzeptanz stärkt die Resilienz, weil sie innere Stabilität fördert und hilft, Herausforderungen besser zu bewältigen.

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Über den:die Autor:in

Dr. Kai Hoffmann

Promotion in Psychoanalyse und Philosophie. Systemische Beratung und Supervision. Dr. Hoffmann verfügt über langjährige Führungserfahrung als Coach, therapeutischer Berater, Trainer, Lehrbeauftragter, Journalist, Buchautor. Schwerpunkte: Führung, Kommunikation, Konflikttraining, Change Management, Zeitmanagement und Boxcoaching.