Nachhaltigkeitskennzahlen
Was sind Nachhaltigkeitskennzahlen?
Nachhaltigkeitskennzahlen sind messbare Werte, mit denen Unternehmen ihre Leistung in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung bewerten. Sie machen Nachhaltigkeit vergleichbar, steuerbar und berichtsfähig. Typische Kennzahlen betreffen Energieverbrauch, Emissionen, Wasserverbrauch, Abfall, Arbeitssicherheit, Diversität oder den Anteil nachhaltiger Produkte am Umsatz.
In der Praxis dienen Nachhaltigkeitskennzahlen nicht nur der externen Kommunikation. Sie unterstützen auch das Nachhaltigkeitscontrolling, weil Verantwortliche Ziele setzen, Fortschritte prüfen und Maßnahmen ableiten können.
Relevanz der Nachhaltigkeitskennzahlen für Unternehmen
Unternehmen nutzen Nachhaltigkeitskennzahlen, um ökologische und soziale Aspekte systematisch zu erfassen. Dadurch erkennen sie Risiken, Kostenpotenziale und Verbesserungsmöglichkeiten. Ein hoher Energieverbrauch kann zum Beispiel auf ineffiziente Prozesse hinweisen. Steigende Emissionen können Investitionen in erneuerbare Energien oder effizientere Anlagen erforderlich machen.
Auch für Investor:innen, Kund:innen, Mitarbeiter:innen und Geschäftspartner:innen gewinnen diese Kennzahlen an Bedeutung. Sie erwarten nachvollziehbare Informationen darüber, wie ein Unternehmen Verantwortung übernimmt und welche Fortschritte es erzielt.
Nachhaltigkeitskennzahlen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung
Für die Nachhaltigkeitsberichterstattung bilden Kennzahlen die Grundlage eines belastbaren Nachhaltigkeitsberichts. Besonders relevant ist die CSRD, also die Corporate Sustainability Reporting Directive der EU. Sie verpflichtet viele Unternehmen dazu, Nachhaltigkeitsinformationen standardisiert offenzulegen.
Damit ein Nachhaltigkeitsbericht aussagekräftig ist, müssen Kennzahlen klar definiert, konsistent erhoben und prüfbar dokumentiert werden. Wichtig ist auch, den Bezug zur Wesentlichkeit herzustellen. Unternehmen sollten also berichten, welche Themen für ihre Geschäftstätigkeit, ihre Umweltwirkung und ihre Stakeholder besonders relevant sind.
Beispiele für wichtige Nachhaltigkeitskennzahlen
- Energieverbrauch: Erfasst wird der gesamte Verbrauch von Strom, Wärme, Kraftstoffen oder anderen Energieträgern, oft in Kilowattstunden.
- Emissionen: Unternehmen messen direkte und indirekte Treibhausgasemissionen, häufig unterteilt nach Scope 1, Scope 2 und Scope 3.
- Abfallaufkommen: Diese Kennzahl zeigt, wie viel Abfall entsteht und welcher Anteil recycelt oder wiederverwertet wird.
- Wasserverbrauch: Besonders in wasserintensiven Branchen zeigt diese Kennzahl, wie effizient Ressourcen genutzt werden.
- Soziale KPIs: Dazu zählen Unfallquote, Fluktuation, Weiterbildungsstunden, Frauenanteil in Führung oder Krankenstand.
Nachhaltigkeitscontrolling und der richtige Einsatz von KPIs
Im Nachhaltigkeitscontrolling funktionieren Kennzahlen wie Steuerungsinstrumente. Unternehmen legen Zielwerte fest, messen regelmäßig den Fortschritt und vergleichen Ergebnisse über Standorte, Zeiträume oder Geschäftsbereiche hinweg. So werden abstrakte Nachhaltigkeitsziele in konkrete KPIs übersetzt.
Gute Nachhaltigkeitskennzahlen erfüllen mehrere Kriterien. Sie sind relevant, verständlich, messbar, vergleichbar und beeinflussbar. Eine Kennzahl bringt wenig, wenn sie zwar leicht zu erheben ist, aber keine Entscheidung unterstützt. Ebenso problematisch sind Kennzahlen ohne klare Datenquelle oder Verantwortlichkeit.
Häufige Fehler bei Nachhaltigkeitskennzahlen
Ein häufiger Fehler ist die Auswahl zu vieler Kennzahlen. Dadurch entsteht Aufwand, ohne dass die Steuerung besser wird. Sinnvoller ist ein fokussiertes Set aus Kennzahlen, das die wesentlichen Aspekte des Unternehmens abbildet.
Auch uneinheitliche Berechnungsmethoden führen zu Problemen. Wenn Standorte Emissionen oder Energieverbrauch unterschiedlich erfassen, lassen sich Ergebnisse kaum vergleichen. Unternehmen sollten deshalb Definitionen, Datenquellen, Erhebungsintervalle und Verantwortlichkeiten dokumentieren.
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FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Nachhaltigkeitskennzahlen und ESG-Kennzahlen?
ESG-Kennzahlen sind eine spezifische Form von Nachhaltigkeitskennzahlen. Sie beziehen sich auf Environment, Social und Governance, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Nachhaltigkeitskennzahlen können breiter gefasst sein, meinen in der Praxis aber oft ähnliche Inhalte.
Welche Nachhaltigkeitskennzahlen sind für kleine Unternehmen relevant?
Kleine Unternehmen starten oft mit Energieverbrauch, Strommix, Emissionen, Abfall, Mobilität, Arbeitssicherheit und Mitarbeiter:innenkennzahlen. Entscheidend ist, welche Aspekte für das Geschäftsmodell besonders wesentlich sind.
Wie oft sollten Nachhaltigkeitskennzahlen erhoben werden?
Viele Kennzahlen werden jährlich für den Nachhaltigkeitsbericht erhoben. Für das interne Controlling sind monatliche oder quartalsweise Daten oft hilfreicher, besonders bei Energieverbrauch, Emissionen und Ressourcenverbrauch.
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