Great Man Theorie
Definition: Great Man Theorie
Die Great Man Theorie ist ein klassischer Ansatz in der Führungstheorie, der davon ausgeht, dass herausragende Führungspersönlichkeiten aufgrund angeborener Eigenschaften und Fähigkeiten zur Führung bestimmt sind. Diese Theorie war besonders im 19. und frühen 20. Jahrhundert verbreitet und gilt als eine Form der Eigenschaftstheorie. Sie unterstellt, dass bestimmte Menschen mit dem „Talent zur Führung“ geboren werden.
Herkunft und historische Einordnung
Die Great Man Theorie entstand im 19. Jahrhundert und wurde durch Historiker wie Thomas Carlyle populär gemacht. Carlyle vertrat die Ansicht, dass der Verlauf der Geschichte maßgeblich durch große Männer wie Napoleon, Abraham Lincoln oder Julius Caesar bestimmt werde. Die Theorie spiegelt den Zeitgeist eines Jahrhunderts wider, das stark auf Heldenverehrung und individuelle Größe fokussiert war.
Typische Merkmale und Eigenschaften von Führungspersönlichkeiten
Im Zentrum der Great Man Theorie stehen bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, die angeblich angeboren sind und große Führungskräfte auszeichnen. Dazu zählen:
- Charisma: Eine starke Ausstrahlung, die andere inspiriert und motiviert
- Selbstbewusstsein: Klare Zielorientierung und Überzeugungskraft
- Entschlossenheit: Schnelles Handeln und Entscheidungsstärke
- Intelligenz: Strategisches Denken und Problemlösungskompetenz
- Mut: Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und Risiken einzugehen
Abgrenzung zu anderen Führungstheorien
Im Vergleich zu modernen Führungstheorien wie der situativen Führung oder der transformationale Führung ist die Great Man Theorie stark individualistisch geprägt. Sie ignoriert den Einfluss von Umweltfaktoren, Teamdynamiken oder organisationalem Kontext. Die Great Person Theory und die Strong Man Theory sind eng verwandte Begriffe, die ähnliche Annahmen vertreten, jedoch teilweise andere Schwerpunkte setzen. Während die Great Person Theory geschlechtsneutral ist, fokussiert sich die Strong Man Theory stärker auf Macht und Durchsetzungskraft.
Relevanz und Kritik in der heutigen Führungspraxis
Moderne Ansätze der Führung betrachten die Annahmen der Great Man Theorie als überholt. Die Vorstellung, dass Führungskräfte ausschließlich durch Geburt und nicht durch Erfahrung, Lernen oder Coaching geformt werden, gilt als zu einseitig. Dennoch findet die Theorie in bestimmten Kontexten noch Anwendung, etwa in der Populärkultur oder bei der Analyse historischer Persönlichkeiten. Auch in Leadership-Seminaren kann die Theorie als Diskussionsgrundlage dienen, um eigene Fähigkeiten und Merkmale zu reflektieren.
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FAQ
Ist die Great Man Theorie heute noch gültig?
In der wissenschaftlichen Führungstheorie gilt sie als überholt, wird aber gelegentlich zur Einordnung historischer Führungsfiguren herangezogen.
Was unterscheidet die Great Man Theorie von modernen Führungsansätzen?
Moderne Ansätze berücksichtigen Kontext, Teamdynamik und Lernprozesse, während die Great Man Theorie auf angeborenen Eigenschaften basiert.
Gibt es wissenschaftliche Belege für die Great Man Theorie?
Nein, sie basiert auf Beobachtungen und historischen Interpretationen, nicht auf empirischer Forschung.
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