Peer Learning
Was ist Peer Learning?
Peer Learning bezeichnet eine Form des Lernens, bei der sich Personen mit ähnlichem Status oder vergleichbarer Erfahrung gegenseitig Wissen vermitteln. Im Unternehmenskontext bedeutet das: Kolleginnen und Kollegen lernen voneinander und miteinander.
Peer-to-Peer-Lernen basiert auf drei Kernprinzipien: gegenseitige Unterstützung, gemeinsame Reflexion und kollaborative Problemlösung. Dadurch entsteht ein dynamischer Lernprozess, bei dem mehr als nur Wissen vermittelt wird.
Peer Learning digital unterstützen
Peer Learning entfaltet sein volles Potenzial mit der richtigen technischen Infrastruktur, zum Beispiel mit einer Learning Experience Plattform (LXP). Sie vernetzt Lernende, macht Skills sichtbar, erleichtert den Austausch von Inhalten und gibt der Personalentwicklung die Möglichkeit, informelles Lernen zu steuern und nachzuverfolgen. Sie möchten Peer Learning in Ihrem Unternehmen systematisch fördern?
Was unterscheidet Peer Learning von klassischen Trainings?
Der wesentliche Unterschied liegt in der Richtung des Wissenstransfers. Klassische Schulungsformate funktionieren vertikal: Ein:e Trainer:in vermittelt, die Teilnehmenden empfangen. Peer Learning hingegen verläuft horizontal. Beide Seiten bringen Erfahrungen ein, reflektieren gemeinsam und entwickeln Lösungen im Dialog.
Diese Gleichrangigkeit verändert die Lernhaltung. Statt passiv zu konsumieren, beteiligen sich alle aktiv am Prozess. Das erhöht nicht nur die Motivation, sondern verankert das Gelernte auch nachhaltiger.
Welche Vorteile hat Peer Learning für Unternehmen?
Peer to Peer Learning bietet der Personalentwicklung Vorteile in Bezug auf die Effizienz und Lernqualität.
Schneller Transfer von Erfahrungswissen
Mitarbeitende können implizites Wissen durch Peer Learning besonders effektiv weitergeben. Kolleginnen und Kollegen teilen praxiserprobte Tipps, die in formalen Schulungen oft zu kurz kommen.
Höhere Kosteneffizienz
Peer Learning reduziert den Bedarf an externem Schulungspersonal und aufwendigen -programmen. Die Expertise ist bereits im Unternehmen vorhanden, Mitarbeitende müssen sie nur teilen.
Entwicklung von Soft Skills
Wer anderen etwas beibringt, trainiert automatisch die Kommunikationsfähigkeit, die Feedbackkompetenz und die Teamarbeit. Peer Learning fördert damit fachliche und überfachliche Kompetenzen.
Höhere Akzeptanz und Relevanz
Lerninhalte, die Kolleginnen und Kollegen vermitteln, sind oft glaubwürdiger. Der direkte Praxisbezug macht das Gelernte unmittelbar anwendbar und erhöht die Bereitschaft, sich aktiv einzubringen.
Wie lässt sich Peer Learning im Unternehmen umsetzen?
Verantwortliche können Peer-to-Peer-Lernen unterschiedlich umsetzen.
Strukturierte Formate
- Peer Coaching verbindet zwei Personen, die sich regelmäßig zu bestimmten Themen austauschen und gegenseitig unterstützen.
- Beim Peer-to-Peer-Training übernehmen erfahrene Mitarbeitende die Rolle der Wissensvermittlung für ein konkretes Thema.
- Das Format kollegiale Beratung bringt kleine Gruppen zusammen, um gemeinsam Lösungen für individuelle Herausforderungen zu entwickeln.
Informelle Formate
- Communities of Practice entstehen, wenn sich Mitarbeitende mit ähnlichen Interessen oder Aufgaben regelmäßig vernetzen.
- Lunch and Learn Sessions bieten einen entspannten Rahmen für kurze Wissensimpulse in der Mittagspause.
Integration in bestehende Prozesse
- Besonders wirkungsvoll ist Peer Learning im Onboarding: Neue Mitarbeitende profitieren enorm davon, wenn erfahrene Kolleginnen und Kollegen sie begleiten.
- Auch bei komplexen, bereichsspezifischen Problemen liefert der kollegiale Austausch oft schneller passende Lösungen als eine externe Beratung.
Welche Rolle spielt die Personalentwicklung beim Peer Learning?
Die Personalentwicklung ist dafür verantwortlich, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Peer Learning funktioniert. Sie bringt passende Peers zusammen, stellt geeignete Tools bereit und sorgt für klare Formate. Ein gutes Matchmaking, etwa nach Kompetenzprofilen oder Entwicklungszielen, erhöht den Lernerfolg erheblich.
Nicht jede:r Experte oder Expertin kann Wissen automatisch gut verteilen. Die Personalentwicklung sollte sicherstellen, dass Peers über ausreichende Fähigkeiten und didaktische Grundkenntnisse verfügen. Kurze Train-the-Trainer-Impulse können hier unterstützen.
Peer Learning gedeiht nur in einer Unternehmenskultur, die Offenheit und Vertrauen fördert. Mitarbeitende müssen sich sicher fühlen, Wissen zu teilen und Unsicherheiten einzugestehen. Die Personalentwicklung kann diese Kultur aktiv vorantreiben.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Peer Learning und Mentoring?
Beim Mentoring begleitet eine erfahrenere Person eine weniger erfahrene – die Wissensweitergabe verläuft asymmetrisch. Beim Peer Learning findet dieser Prozess auf Augenhöhe statt: Beide Seiten bringen Erfahrungen ein und lernen voneinander.
Wie führe ich Peer Learning im Unternehmen ein?
Starten Sie am besten mit einem Pilotprojekt. Zum Beispiel, indem Sie geeignete Peers zusammenbringen, ein klares Format wählen (etwa kollegiale Beratung oder Lunch and Learn) und erste Erfahrungen sammeln. Auf dieser Basis lässt sich das Konzept schrittweise ausweiten.
Für welche Themen eignet sich Peer Learning?
Peer Learning funktioniert dort gut, wo Erfahrungswissen zählt: praxisnahe Problemlösungen, bereichsspezifisches Know-how oder Soft Skills wie Kommunikation und Zusammenarbeit. Für stark regulierte Fachinhalte eignen sich ergänzend formale Schulungen.