Verwaltungsrecht
Definition von Verwaltungsrecht
Das Verwaltungsrecht ist ein Teilgebiet des öffentlichen Rechts und regelt die Rechtsbeziehungen zwischen der öffentlichen Verwaltung und Bürger:innen oder Unternehmen. Es gibt vor, wie Behörden handeln dürfen und müssen, und gewährleistet so rechtssicheres Verwaltungshandeln. Grundlage ist für Bundesbehörden das Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG), während die Bundesländer für ihre Bereiche eigene, aber sehr ähnliche Gesetze erlassen haben.
Aufgaben und Ziele des Verwaltungsrechts
Das Verwaltungsrecht dient der Kontrolle und Begrenzung staatlicher Macht auf der Ebene der Exekutive. Es sorgt dafür, dass staatliche Entscheidungen nicht willkürlich getroffen werden, sondern auf einem rechtlichen Fundament basieren. Ziel ist es, Bürger:innen vor ungerechtfertigten Eingriffen zu schützen und ihnen gleichzeitig effektive Mitwirkungs- und Rechtsschutzmöglichkeiten zu bieten.
Typische Anwendungsbereiche in der Verwaltung
Verwaltungsrecht findet in nahezu allen Lebensbereichen Anwendung, in denen staatliches Handeln auftritt. Dazu zählen unter anderem:
- Ordnungsrecht: Maßnahmen zur Gefahrenabwehr wie etwa Versammlungsverbote oder Gewerbeuntersagungen
- Kommunalrecht: Regelungen auf Ebene von Städten und Gemeinden, etwa zur Erhebung von Gebühren
- Sozialrecht: Entscheidungen über Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld oder Kindergeld
- Bau- und Umweltrecht: Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben oder Umweltauflagen
Verwaltungsakt als zentrale Handlungsform
Der Verwaltungsakt ist die wichtigste Handlungsform im Verwaltungsrecht. Er bezeichnet eine konkrete, hoheitliche Maßnahme einer Behörde, die auf unmittelbare Rechtswirkung gerichtet ist. Typische Beispiele sind Baugenehmigungen, Steuerbescheide oder Fahrverbote. Der Verwaltungsakt ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden und kann durch Widerspruch oder Klage angefochten werden.
Abgrenzung zu anderen Rechtsgebieten
Das Verwaltungsrecht grenzt sich klar vom Zivilrecht und vom Strafrecht ab. Während das Zivilrecht das Verhältnis zwischen Privatpersonen regelt, betrifft das Verwaltungsrecht das einseitige Handeln der Verwaltung. Es bildet zusammen mit dem Verfassungsrecht die Grundlage der staatlichen Ordnung und ist Teil des öffentlichen Rechts.
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FAQ
Was ist das Verwaltungsverfahrensgesetz?
Das Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) regelt die allgemeinen Vorschriften für Verwaltungsverfahren in Deutschland. Es legt fest, wie Behörden Entscheidungen treffen und welche Rechte Bürger:innen dabei haben.
Welche Rolle spielt die Verwaltungsvollstreckung?
Die Verwaltungsvollstreckung ermöglicht es Behörden, Verwaltungsentscheidungen zwangsweise durchzusetzen, etwa durch Bußgelder oder Zwangsräumungen. Sie ist streng gesetzlich geregelt.
Wie kann man sich gegen einen Verwaltungsakt wehren?
Gegen einen Verwaltungsakt kann man Klage beim Verwaltungsgericht erheben. In manchen Bundesländern und Rechtsbereichen muss oder kann zuvor ein Widerspruchsverfahren bei der Behörde durchgeführt werden. Das genaue Verfahren ist im Verwaltungsverfahrensgesetz und in der Verwaltungsgerichtsordnung geregelt.
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