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Zeitvertrag

Definition: Zeitvertrag

Ein Zeitvertrag ist ein befristeter Arbeitsvertrag, der für eine bestimmte Dauer geschlossen wird. Mit Ablauf der vereinbarten Zeit endet das Arbeitsverhältnis, ohne dass es einer Kündigung bedarf. Die rechtliche Grundlage bildet das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG), das unter anderem Regeln zur zulässigen Befristung enthält.

Wann ist ein Zeitvertrag zulässig?

Ein Zeitvertrag kann unter bestimmten Bedingungen rechtlich wirksam abgeschlossen werden. Dabei unterscheidet das Gesetz zwischen einer Befristung mit Sachgrund und einer befristeten Beschäftigung ohne Sachgrund.

  • Mit Sachgrund: Zulässig bei Vertretung, Projektarbeit, Erprobung, Saisonarbeit oder bei finanzieller Förderung durch Dritte.
  • Ohne Sachgrund: Maximaldauer: zwei Jahre, innerhalb dieser Zeit sind höchstens drei Verlängerungen erlaubt. Voraussetzung: Mit dem Arbeitgeber hat nicht bereits zuvor ein Arbeitsverhältnis bestanden (Anschlussverbot), wobei es hierzu nach der Rechtsprechung Ausnahmen gibt, wenn die vorherige Anstellung beispielsweise sehr lange zurückliegt.

Anwendungsbereiche von Zeitverträgen

Zeitverträge kommen in verschiedenen Branchen und Situationen zum Einsatz. Häufige Einsatzgebiete sind:

  • Öffentlicher Dienst: Projektstellen oder Vertretungen bei Mutterschutz und Elternzeit.
  • Bildungswesen: Befristete Lehraufträge an Hochschulen oder Schulen.
  • Wirtschaft: Projektbezogene Tätigkeiten, saisonale Schwankungen, Probephasen.

Vor- und Nachteile eines Zeitvertrags

Ein Zeitvertrag bietet sowohl Chancen als auch Einschränkungen, abhängig von Perspektive und Zielsetzung.

  • Vorteile für Arbeitgeber: Flexibilität bei Personalplanung, geringeres Risiko bei Neueinstellungen, Anpassung an Auftragslage.
  • Vorteile für Arbeitnehmer:innen: Möglichkeit zum Berufseinstieg, Erfahrungssammlung, Übernahmechancen.
  • Nachteile für Arbeitnehmer:innen: Planungsunsicherheit, erschwerter Zugang zu Krediten, geringere soziale Absicherung.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Besonderheiten

Der Zeitvertrag unterliegt klaren gesetzlichen Regelungen. Wichtige Punkte:

  • Schriftform: Der Vertrag muss vor Arbeitsbeginn schriftlich geschlossen werden.
  • Folgeverträge: Wiederholte befristete Verträge beim gleichen Arbeitgeber können unwirksam sein (Stichwort: Kettenbefristung).
  • Umwandlung: Ein befristeter Arbeitsvertrag kann bei Verstoß gegen das TzBfG in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übergehen.

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FAQ

Wie lange darf ein Zeitvertrag dauern?

Ohne Sachgrund maximal zwei Jahre. Innerhalb dieses Zeitraums sind bis zu drei Verlängerungen erlaubt.

Kann ein Zeitvertrag gekündigt werden?

In der Regel endet der Vertrag automatisch. Eine (ordentliche) Kündigung ist nur möglich, wenn sie ausdrücklich im Vertrag vereinbart wurde.

Was ist der Unterschied zwischen Zeitvertrag und befristetem Arbeitsverhältnis?

Beide Begriffe meinen dasselbe: ein Arbeitsvertrag mit zeitlicher Befristung. „Zeitvertrag“ ist der gebräuchlichere Ausdruck im Alltag.

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