Wie es gelingt, ein selbstorganisiertes Team mit 50 Mitarbeitenden erfolgreich zu führen
Stephanie O’Reilly, Bereichsleiterin Corporate Academy Services bei der Haufe Akademie, über die Einführung von People Coachinnen in ihrem Team, die Vorteile klarer Aufgabenteilungen und die positiven Effekte auf die Zusammenarbeit und Motivation im Team. Ein inspirierender Einblick in ein modernes Führungskonzept!
Stephanie, aus welchem Grund hast du dich dazu entschieden, in deinem Team die Rolle der People Coachin einzuführen?
Wir sind ein selbstorganisiertes Team ohne klassische Teamleitungen und sind für rund 50 Mitarbeitende verantwortlich. In einer so großen Gruppe ist es nicht möglich, dass eine Person allein alle Aspekte der Mitarbeiterbetreuung und -entwicklung abdeckt. Deshalb haben wir die Aufgaben im Bereich People & Culture aufgeteilt: ich als People Lead und unsere beiden People Coachinnen kümmern uns gemeinsam darum.
Unser übergeordneter Auftrag ist es, die Performance unseres Geschäftsbereichs sicherzustellen und weiter zu steigern. Dafür schaffen und fördern wir ein Arbeitsumfeld, das optimale strukturelle und kulturelle Rahmenbedingungen bietet. Uns ist es wichtig, dass wir Selbstorganisation, Eigenverantwortung, Zusammenarbeit und kontinuierliche Entwicklung ermöglichen.
Unser Ziel ist es, die individuellen und kollektiven Potenziale unserer Mitarbeitenden zu entfalten und unsere Ressourcen bestmöglich einzusetzen. Nur so können wir unseren Auftrag für die Kund:innen erfolgreich umsetzen und gleichzeitig unsere unternehmerischen Ziele erreichen.
Welche konkreten Aufgaben übernehmen die People Coachinnen in deinem Team? Und wie unterscheiden sich diese von deinen eigenen Aufgaben als Führungskraft?
Wir haben die Aufgaben klar verteilt. Jede von uns hat ihren eigenen Schwerpunkt. Ich übernehme als People Lead die Rolle der strategischen Architektin. Das bedeutet, dass ich mich um Themen wie Kultur- und Systeminnovation, formelle Rahmenbedingungen, disziplinarische und HR-bezogene Themen, Leistungsdialoge und Gehaltsgespräche kümmere. Auch die Personalstrategie, Budgetfreigaben sowie das Eskalations-, Krisen- und Risikomanagement fallen in meinen Verantwortungsbereich.
Die eine unserer beiden People Coachinnen sehe ich als eine Art „Karriere-Navigatorin“. Sie konzentriert sich auf die Kompetenzentwicklung, die Performance- und Karriereförderung, die Erstellung von Stellen- und Rollenbeschreibungen sowie auf das Recruiting. Außerdem bietet sie Performance- und Karriere-Coachings an, begleitet Projekte und unterstützt Mitarbeitende bei Rollenwechseln.
Die andere People Coachin ist eher eine „Team- und Individuen-Entwicklerin“. Sie kümmert sich um das Onboarding neuer Kolleg:innen, organisiert Weiterbildungsangebote und begleitet die persönliche Entwicklung der Mitarbeitenden. Themen wie Feedback, Konfliktmanagement, kritische Gespräche, Mentoring und Coaching fallen in ihren Bereich. Sie sorgt auch dafür, dass Teambuilding-Maßnahmen und die Zusammenarbeit im Team gut funktionieren.
Diese klare Aufgabenverteilung hat sich bei uns über mehrere Jahre hinweg entwickelt. Anfangs hatten wir einen generalistischen Ansatz, bei dem jede People Coachin für eine feste Gruppe von Mitarbeitenden zuständig war. Mit der Zeit haben wir aber gemerkt, dass eine Spezialisierung und anlassbezogene Betreuung für alle Beteiligten besser funktioniert. Dabei bleiben wir im ständigen Austausch, um die Zusammenarbeit und die Abstimmung zu gewährleisten.
In welchen Bereichen spürst du durch die Zusammenarbeit mit den People Coachinnen eine Entlastung in deinem Führungsalltag?
Die Entlastung entsteht vor allem durch die klare Verteilung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Jede von uns weiß genau, wofür sie zuständig ist. Das schafft nicht nur Struktur, sondern auch Freiräume für mich als Führungskraft.
Welche positiven Effekte hast du seit der Einführung der People Coachinnen in deinem Team beobachtet – sowohl für das Team als auch für dich persönlich?
Wir haben jetzt einen klaren Fokus auf die Arbeit an unserem System und dessen Performance, den wir konsequent verfolgen. Jede von uns ist Expertin in ihrem Bereich, und genau davon profitieren die Mitarbeitenden. Durch die Spezialisierung und Arbeitsteilung können wir gezielt auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen.
Besonders der Coaching-Ansatz setzt ungeahnte Potenziale frei. Die Mitarbeitenden fühlen sich unterstützt, gefördert und entwickeln sich kontinuierlich weiter.
Was würdest du anderen Führungskräften raten, die überlegen, die Position People Coach:in in ihren Teams einzuführen?
Führung ist so viel mehr als nur disziplinarische Verantwortung – sie ist unglaublich facettenreich. Deshalb ist es wichtig, von Anfang an Klarheit über die verteilten Verantwortlichkeiten und den genauen Auftrag der People Coaches zu schaffen.
Außerdem ist es entscheidend, aus Datenschutzgründen ein Konzept für den Umgang mit sensiblen Personaldaten zu entwickeln. Eine klare Regelung zur Speicherung und Klassifizierung von Informationen ist hier unerlässlich.
Fernkurs People Coach:in
Dieser praxisnahe Fernkurs befähigt dich, die Rolle des People Coaches bzw. der People Coachin in deinem Team zu übernehmen. Du erwirbst bzw. erweiterst bereits vorhandene Coaching- und Beratungsskills, um dein Team, einzelne Kolleg:innen sowie deine Führungskraft im Arbeitsalltag bestmöglich zu unterstützen.
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