Gesundheitsmanagement – Gesundes Führen

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Wenn aus Schlagworten ein Erfolg wird

“An apple a day keeps the doctor away”. Dieses Sprichwort kennen wir alle und es gilt – wie für jeden Einzelnen – auch im Unternehmenszusammenhang. Hier geht es über den schlichten Verzehr der Frucht hinaus. Um im Bild zu bleiben: Der Apfel muss beschafft werden, attraktiv und verzehrfertig dargeboten und so konkurrenzlos sein, dass jeder gern zugreift. Dann gilt das einfache Gesetz der Wechselwirkung von Nachfrage und Angebot.

Womit gleich die Überleitung geschaffen ist, denn worum geht es bei der Apfel-Metapher? Ein erfolgreiches betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) einzuführen bedeutet, dass das Unternehmen zuerst Rahmenbedingungen schaffen muss, die es jedem wirklich ermöglichen, im Sinne der eigenen Gesundheit aktiv zu werden.

Gelingt es den Unternehmen, gesundheitsförderliches Verhalten jedes Mitarbeiters zu ermöglichen, zu motivieren und schließlich zu entfalten, entsteht eine betriebswirtschaftlich höchst relevante Dynamik: Gesunde Mitarbeiter, die sich in ihren täglichen Herausforderungen vom Unternehmen aktiv unterstützt sehen, sind motiviert und leistungsfähig und auch bereit, die „Extrameile“ zu gehen.

Wie kommt nun der Apfel zum Mitarbeiter?

Eine erfolgreiche Einführung eines BGM entfaltet sich, wenn es als betriebswirtschaftlicher Managementansatz und Managementaufgabe verstanden wird. Die Herausforderung für die Unternehmensführung besteht nun darin, BGM im Unternehmen erfolgreich zu implementieren und zu leben. Hier ist ein ganzheitliches, systemisches Vorgehen wichtig, um wirklich und nachhaltig erfolgreich sein zu können.

Was das konkret heißt, warum Gesundheit auch eine Frage des Managements ist, verdeutlicht dieses Beispiel:

Peer Claasen hat sich viele Jahre im Unternehmen sehr engagiert und zeigte sehr überzeugende Leistungen, oft über das Erwartbare hinaus. Doch irgendwann verändert sich etwas. Ernst nimmt er das erst, als ihn Kollegen und dann Vorgesetzte ansprechen, dass sich die Zusammenarbeit mit ihm negativ verändert habe, seine Fehlzeiten Anlass zur Sorge darstellten.

Diese Rückmeldungen nimmt er schließlich an und besucht ein Stressbewältigungsseminar, welches das Unternehmen ermöglicht hat. Schon wenige Tage nach dem Seminar zweifelt Peer Claasen bereits an dessen Wirkung und Sinn, Gefühle von Ohnmacht machen sich breit. Die Realität, der Alltag mit seinen unbeeinflussbaren Abhängigkeiten sind unverändert. Ein ungesunder und unproduktiver Kreislauf bahnt sich an.

Rahmenbedingungen schaffen

Die Berater der Haufe Akademie setzten genau hier an: Sie trennen in ihrer Analyse und ihren Maßnahmen zwischen denen für den Mitarbeiter und das Unternehmen. Denn hier sind beide Seite in der Verantwortung.

Der Mitarbeiter erhält ein Einzelcoaching: Was sind die Treiber von Dysbalancen und welches Verhalten verstärkt sogar das individuelle Erschöpfungsgefühl? Welche Haltung, Denk- und Verhaltensmuster sind verankert? Das speziell auf Verhalten ausgerichtete enge Coaching erlaubt es den erfahrenen Beratern der Haufe Akademie, die Mitarbeiter ihre Muster erkennen zu lassen.

Im Unternehmen werden Strukturen und Prozesse in den Blick genommen, die Unternehmenskultur wird hinterfragt, um den Ursachen und Treibern auf die Spur zu kommen, die derartige Dynamiken bei Mitarbeitern auslösen. Denn bald merken die Verantwortlichen, dass auch andere Mitarbeiter in ähnlichen Situationen sein könnten.

Es werden fehlende Definitionen von Rollen und Verantwortlichkeiten identifiziert, erarbeitet und implementiert. Niemand hätte vorher gedacht, dass es – mit den richtigen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen – so leicht sein könnte, das eigene Verhalten zu verändern. Die Führungskräfte werden sensibilisiert, gecoacht, übernehmen Verantwortung für eine „gesunde Führung“. Alle leben die neuen „gesundheitsfördernden Rahmenbedingungen“, in welcher alle bewusst und achtsam mit der eigenen Ressource umgehen. Peer Claasen und seine Kollegen spüren eine deutliche Entlastung.

Gesundes Führen

Seminare, Maßnahmen, Mitarbeiterschulungen reichen in der heutigen Zeit nicht mehr aus. Der Schlüssel zu einem erfolgreichen BGM, welches von allen Seiten positiv wahrgenommen wird, liegt in der „gesunden Führung“ und der ganzheitlichen, systemischen Betrachtung.

Führungsleitbilder, -standards und -instrumente sind wichtige Elemente für ein einheitlich gelebtes Führungsverhalten. Für ein erfolgreiches „gesundes Führen“ braucht es aber mehr. Führung hat immer mit dem Menschen zu tun, mit sich selbst wie dem Mitarbeiter. Deshalb ist auch das Kennen der eigenen Führungsidentität die Grundvoraussetzung, um überhaupt gesund führen zu können. Wie wirke ich als Führungskraft? Wie kommuniziere ich als Führungskraft und was ist meine Führungsfalle? Welcher Führungsstil passt zu mir?

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Auch hier konzentriert sich der Beratungsansatz der Haufe Akademie auf die verschiedenen Verhaltensmuster. Diese prägen das Arbeits- und Lernverhalten, die Kommunikation, die Zusammenarbeit mit anderen. Jeder Mensch verfügt über diese ihm eigenen Verhaltensmuster sowohl im Berufsalltag als auch in den verschiedenen Feldern des privaten Lebens. Entscheidend ist, wie diese unterschiedlichen Verhaltensmuster aufeinandertreffen und wie damit umgegangen wird.

Als Führungsperson ist es somit nicht nur wichtig, die eigene Wirkung und Führungsidentität zu kennen, sondern auch das Gegenüber, den Mitarbeiter oder das Teammitglied mit seinen Verhaltensmustern. Welche hat mein Mitarbeiter und wie passt mein Führungsstil dazu? Wie ist mein Arbeitsverhalten als Führungskraft, was lebe ich den Mitarbeitern vor? Diese Fragen sind charakteristisch für eine gesunde Führung.

Vorangehen und Vorleben: Der Weg zum Erfolg

Wenn das Unternehmen mit seinem „Verhalten“ auch die Verhaltensmuster der Mitarbeiter anerkennt und berücksichtigt, ist der wichtigste Grundstein für gesunde Führung gelegt. Die bewusste Ausrichtung der Unternehmenskultur und Unternehmenskommunikation, verbunden mit den Führungsleitbildern, unterstützt das Führungsverhalten der Führungskräfte und schafft klare Ablaufstrukturen mit einheitlichen Entscheidungsprozessen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist viel mehr als ein Maßnahmenkatalog aus gesundheitsfördernden Seminaren und Kursen – es ist ein betriebswirtschaftlich gedachter Managementansatz.

Den Apfel essen

Eine Reduktion von Krankenquote, Demotivation und sichtbaren Stresssymptomen gelingt nur, wenn das Unternehmen in gesunde Führung und die Befähigung der Führungskräfte investiert. Betriebliches Gesundheitsmanagement entfaltet seine Kraft, wenn gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen geschaffen sind und Führungsinstrumente wie Führungsprozesse gelebt werden.

Weitere Informationen:

Competence Center Human Resource Management
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Über den Autor

Unternehmensberater, Coach und Experte im Bereich Gesundheitsmanagement, Entwickler des 3DP Business Coachings und der LSI Analyse.

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