Mit Selbstmanagement eigene Ziele leicht erreichen

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Sonja Schmidt hat eine Mission: Sie will im nächsten Jahr ihren Lebenstraum verwirklichen und den Marathon in New York mitlaufen. Zwar läuft sie schon viele Jahre und auch regelmäßig, über die 10-Kilometer-Marke ist sie bisher aber nie hinausgekommen. Deswegen macht sie sich einen Plan: Der Marathon ist im Herbst, also hat sie noch 18 Monate Zeit zur Vorbereitung. Das heißt, sie wird ab jetzt viermal in der Woche trainieren; außerdem wird sie ihre Ernährung umstellen. Für Sonjas Alltag bedeutet das ganz konkret: Dienstag und Samstag 60 Minuten Intervalltraining, Donnerstag und Sonntag Ausdauerläufe, deren Länge sich kontinuierlich steigert. Für die gesunde Ernährung will sie sich von nun an Salate und Gemüse mit zur Arbeit nehmen, die sie jeweils am Vorabend vorbereitet. Um immer frische Zutaten im Haus zu haben, muss sie mindestens zweimal in der Woche einkaufen gehen. Für Freunde und Familie wird die Zeit nach Feierabend also knapper, aber das nimmt Sonja in Kauf, um ihre Vision „Marathon in New York“ zu verwirklichen – danach hat sie ja wieder mehr Zeit für andere Dinge…

So planvoll und überlegt lassen sich nicht alle (Lebens-)Visionen auf den ersten Blick erkennen und umsetzen. Gerade Berufseinsteigern fällt es im Arbeitsalltag oft schwer, den übergeordneten Sinn hinter den täglichen Anforderungen zu erkennen. Denn diese sind in ihrer Fülle und Komplexität oft schon so herausfordernd, dass man genug damit zu tun hat, sie unter einen Hut zu bringen und zur Zufriedenheit aller Beteiligten abzuarbeiten – da bleibt keine Zeit mehr für Betrachtungen auf der Meta-Ebene. Dass das zum Problem wird, wird spätestens dann sichtbar, wenn die Motivation schwindet und Unlust sich breit macht. Häufig hat das nämlich genau damit zu tun, dass man sich dem Alltag ausgeliefert fühlt, das übergeordnete Ziel aus den Augen verliert oder nicht einmal kennt und keinen Gestaltungsfreiraum erfährt. Wenn man nicht weiß, wozu eine Aufgabe dient, hat man weniger Lust darauf, sie zu erledigen. Kennt man aber den Sinn und Zweck dahinter, steigt die Motivation.

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Als Berufseinsteiger sind Sie gefordert, sich an die neue Arbeitssituation erst einmal zu gewöhnen und Ihren eigenen Arbeitsrhythmus zu finden. Viele neue Aufgaben kommen auf Sie zu. Nun heißt es „Machen Sie mal!”. Damit sich die Arbeit auf Ihrem Schreibtisch nicht stapelt, ist ein gutes Zeit- und Selbstmanagement gefragt. In diesem Training lernen Sie, sich die kostbare Zeit professionell einzuteilen und Prioritäten zu setzen. Pfiffige Motivationstechniken, hilfreiche Stress-Ausschalter und Networking-Tipps sind inklusive.


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Ganzheitliches Selbstmanagement als Schlüssel

Das St. Galler Management-Modell eignet sich hervorragend, um das individuelle Selbstmanagement kritisch zu hinterfragen. Es besteht aus drei Ebenen:

Grafik Mit Selbstmanagement eigene Ziele leicht erreichen

1.    Normative Ebene:
Hier werden im Unternehmen Vision, Prinzipien und Philosophie beschrieben. Das sind grundlegende Normen, die das Unternehmen für sich festgelegt hat. Für eine Einzelperson beinhaltet die normative Ebene die Vorstellung, die sie vom Leben hat. Das müssen und sollten keine allzu starren Ziele sein – es gibt viel zu viele Dinge im Leben, die wir gar nicht beeinflussen können. Was jeder aber für sich definieren kann sind die grundlegenden, wegweisenden Werte, die jeden leiten und Orientierung geben – zum Beispiel Familie, Wohlstand, Gesundheit. Auch für das Berufsleben hat jeder seine Prinzipien. Ob es dabei darum geht, Geld zu verdienen, die Karriereleiter zu erklimmen oder die Welt zu verbessern – jedes dieser Motive übt eine Anziehungskraft aus und gibt eine Richtung vor.

2.    Strategische Ebene:
Hier legt ein Unternehmen fest, wie es vorgeht, um seine Normen und Visionen zu verfolgen. Dazu gibt es häufig jährliche Strategiemeetings, in denen die aktuelle Strategie geprüft und, wenn nötig, angepasst wird. Im Selbstmanagement beinhaltet die Strategie die mittelfristigen Ziele, die sich jeder selbst setzt. Von denen hängt ab, welche Rollen man spielt und wie man Prioritäten setzt. Im Job kann eine Strategie die Planung der Jahresziele sein, die mit dem Vorgesetzten vereinbart werden. Die verschiedenen Rollen, die er dabei innehat, sind beispielsweise die des Teamkollegen, aber auch die des Mitarbeiters und des Kundenbetreuers. Je nachdem, welcher Rolle welche Priorität zugeordnet wird, ergibt sich daraus, wie viel Zeit man sich für bestimmte Dinge nimmt.

3.    Operative Ebene
Hier sind alle Aktivitäten angesiedelt, die im Tagesgeschäft des Unternehmens wichtig sind, um den Zielen auf den höheren Ebenen gerecht zu werden. Während also die Strategie definiert, was die richtigen Dinge sind, geht es hier darum, die Dinge richtig zu tun. Für den Arbeitsalltag bedeutet dies, Zeit und Energie so einzuteilen, dass man allen Rollen gerecht wird und auch die mittelfristigen Ziele erreicht. Maßgeblich hilft dabei das Zeitmanagement.

Diese drei Ebenen in Einklang zu bringen, ist ein Prozess, der viel Selbstreflexion, Mut  und Abstraktionsfähigkeit erfordert. Aber es lohnt sich: Denn nur wer sein Leben auch im Alltag aktiv nach seinen persönlichen Werten gestaltet, ist dauerhaft leistungsfähig und motiviert.

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Über den Autor

ist Diplom-Psychologin, Trainerin und Coach. Ihre Themenschwerpunkte umfassen: Selbst- und Zeitmanagement, Kommunikation, Teamarbeit, Konfliktmanagement, Werteklärung, Generation Y/New Work sowie berufliche Orientierung und Entwicklung.

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