Was unsere Stimme über uns aussagt

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Die Stimme gehört zu unserer Persönlichkeit und spielt eine große Rolle dabei, wie wir von anderen wahrgenommen werden. Sie verrät, wie alt wir etwa sind, welches Geschlecht wir haben und woher wir kommen. Und noch viel mehr: Aus dem Klang der Stimme lassen sich Rückschlüsse auf die Stimmung des Sprechers ziehen. Wir gehen in diesem Blogbeitrag dem „Geheimnis“ der Stimme nach und zeigen Ihnen, warum es gerade für Fach- und Führungskräfte sinnvoll ist, der Stimme durch Sprechtraining mehr Stabilität und Profil zu verleihen.

Wie ein klanglicher Fingerabdruck – unsere Stimme

Kein anderer Mensch auf der Welt hat genau dieselbe Stimme wie Sie. Denn jedes Stimmprofil ist einzigartig. Dieses Stimmprofil hängt unter anderem von der Größe des Kehlkopfs, den Hormonen, den Stimmlippen (das sind die Muskeln des Kehlkopfs), aber auch von unserer Umwelt sowie der Zeit, in der wir leben, ab.

Wie tief oder hoch wir sprechen, ist eine Frage der Physik. Tiefe und Höhe werden von der Größe der Stimmlippen bestimmt. Kurze und feine Stimmlippen können pro Sekunde häufiger schwingen, erzeugen also eine höhere Frequenz und somit einen höheren Ton. Da Männer in der Regel längere und dickere Kehlkopfmuskeln haben, ist deren Stimme von Natur aus tiefer als weibliche Stimmen. Hätten Sie’s gewusst? Die Stimmen von Frauen in Mitteleuropa sind in den letzten Jahrzehnten durchschnittlich um eine Terz gesunken. Haben Sie das Kinderlied „Kuckuck“ im Ohr? Der Liedanfang entspricht eben dieser Terz.

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Nur ein Teil unseres Stimmprofils ist unveränderbar

Wir selbst können unsere Stimmhöhe bewusst verändern. Denn neben der physischen Disposition ist die Stimmfarbe abhängig von unserer Körperspannung. Je angespannter der Kehlkopf ist, desto höher sprechen wir. Eine erhöhte Stimmlage kann demnach zum Beispiel auf Aufregung oder Stress hindeuten. Sind wir verärgert, schließen sich die Stimmlippen schneller, der Ton wird somit impulsartiger erzeugt und klingt in unseren Ohren aggressiver sowie kräftiger. Sind wir hingegen traurig, schließen die Stimmlippen langsam und weich. Die Klangenergie wird im unteren Frequenzspektrum gebündelt, wodurch unsere Stimme dumpfer und dunkler klingt.

Was wir intuitiv wahrnehmen, haben Forscher mittlerweile genauer untersucht: eine brüchige Stimme mit ansteigender Tonhöhe deutet auf Nervosität, Anspannung oder emotionale Instabilität des Sprechers hin.

Mit unserer Stimme teilen wir etwas über uns mit und bilden Bedeutungsebenen

Unsere Stimme ist oft wichtiger als unsere Mimik oder sonstige Körpersprache. Anhand unserer Stimme können andere erkennen, woher wir kommen und welches Alter wir ungefähr haben. Darüber hinaus kann unsere Stimme Wörtern sowie Sätzen eine andere Bedeutung geben. Denken Sie an einen Satz wie „Endlich bist du da“. Zornig gesprochen, schwingt ein Vorwurf mit. Freudig ausgesprochen, drückt er Erleichterung aus.

Zu guter Letzt empfinden wir Menschen aufgrund der Stimme auch als sympathisch oder unsympathisch. Bis zu 50 Prozent unserer Sympathie oder Antipathie entwickeln sich anhand der Stimme unseres Gegenübers.

Je tiefer die Stimme, desto souveräner und verlässlicher?

Tatsächlich haben viele Studien gezeigt, dass Menschen mit tieferen Stimmen Souveränität, Verlässlichkeit und Kompetenz verbinden. Vermutlich schließt der Mensch unbewusst aus der Tonlage auf den Charakter oder mentalen Zustand des anderen.
Eine tiefere Stimmlage hat noch einen weiteren Vorteil: Sie ist akustisch einfacher zu verstehen als z.B. hohe und piepsige Stimmen.

Fazit: Was Fach- und Führungskräfte aus der „Stimmpsychologie“ mitnehmen können

Die wichtigste Erkenntnis rund um die Stimme ist die, dass unsere Muskelspannung Einfluss auf unsere Stimmhöhe hat. Dabei handelt es sich um die Faktoren, die wir mit Stimmtraining auch wirklich beeinflussen können. Die Länge und Dicke der Stimmlippen hingegen sind ein anatomisches Faktum.

Durch bestimmte Stimmtraining-Übungen besteht die Möglichkeit, z.B. die Spannung des Kiefers zu reduzieren und die Muskulatur zu lockern. Mit einem konstanten Training der Stimme können Fach- und Führungskräfte lernen, stimmlich sicherer und souveräner aufzutreten. Denn niemand wünscht sich, dass die Stimme mehr Angst und Nervosität als Zuversicht und Stärke ausdrückt.

In der Praxis heißt das jedoch kontinuierliche Übung. Mit dem entsprechenden Stimmtraining gelingt es Ihnen, auch in unterschiedlichen Gefühlslagen eine konstante Stimmlage beizubehalten.

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Über den Autor

Renate Wittmann

ist Produktmanagerin für persönliche und soziale Kompetenzen bei der Haufe Akademie.

Zur Themenübersicht Persönliche und soziale Kompetenzen

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