Mario Kestler

Mario Kestler

Mario Kestler ist seit 2001 Geschäftsführer der Haufe Akademie und bereits seit 1986 bei Haufe tätig. Die Bereiche Kommunikation und Marketing treiben ihn besonders um, wobei seine Leidenschaft in der Entwicklung von Menschen und Organisationen liegt. Dank Ausbildung zum systemischen Berater kann er beides – über die Sicht des Geschäftsführers hinaus – aus vielfältigen Blickwinkeln betrachten. Als begeisterter Entwicklungserleichterer war er Haupt-Initiator des s.mile Projekts, welches 15 Teilnehmern für zwei Jahre kostenfreien Zugang zum gesamten Qualifizierungsprogramm der Haufe Akademie ermöglicht.

MACHT – SINN – ERFOLG? Warum sinnhafte Führung eine neue Definition von Erfolg braucht

Kaum etwas prägt unser Berufsleben so sehr wie das Streben nach Erfolg. Gleichzeitig scheint mir das Verständnis davon oft etwas verstaubt. In Zeiten, in denen man selbst M&M’s individuell bedrucken lassen kann, soll Erfolg immer noch für alle gleich sein? Und für alle den gleichen Anreiz haben? Gerade für Führungskräfte bietet ein tiefergehendes und sinnhaftes Erfolgs-Verständnis die Chance, Mitarbeiter ganzheitlicher und wertschätzender zu führen und zu motivieren – sinnhafter Erfolg hat es in sich!

Perspektiven_Führungskraft_ErfolgIch habe festgestellt, dass wir im Strudel unseres Alltags eben oft vergessen, was für uns ganz persönlich „Erfolg“ bedeutet. Die Gefahr ist: Man rennt Erfolgs-Zielen hinterher, die gar nicht die eigenen sind. Erfolg, der beflügelt, ist in meinen Augen immer individuell und tief in der eigenen Persönlichkeit und dem eigenen Wertebewusstsein verwurzelt. Es lohnt sich also ein Blick hinter die Kulissen von „Erfolg“.

Erfolg vs. Gelingen

Perspektiven_Führungskraft_ErfolgSo habe ich mich gefragt: Bin ich erfolgreich, wenn ich zum Beispiel einen Berg bestiegen habe? Oder wenn ich für die Familie ein Abendessen gekocht habe? Mein ganz persönliches Verständnis von Erfolg, das ich in meiner Rolle als Geschäftsführer der Haufe Akademie entwickelt habe, entspricht sehr viel mehr diesem Wort: Gelingen! Wenn etwas gelungen ist, dann geht es mir nicht nur um knallharte Fakten am Ende des Weges, sondern auch um den Weg selbst. Und das fühlt sich erfüllend an.

Auf ein gelungenes Ergebnis kann man sozusagen intrinsisch stolz sein, denn Gelingen hat einen persönlichen Charakter, wohingegen unser gängiges Verständnis von Erfolg auch oftmals oberflächlich sein kann. Und so kommt es dazu, dass uns manche Erfolge zutiefst bewegen, andere hingegen fühlen sich leer an. Rein extrinsisch motivierter Erfolg, der die eigenen Motive nicht beachtet, hat keine Strahlkraft im Unternehmen oder im eigenen Selbstbild und der Zufriedenheit.

Ist die Zeit reif für New Success? Und ist Gehalt = Erfolg out?

Perspektiven_Führungskraft_ErfolgInsbesondere in Zeiten von New Work, in denen Sinn und Teilhabe immer stärker in den Vordergrund rücken, sollten wir auch unsere Definition von Erfolg sinnhaft hinterfragen. Das bedeutet aber nicht, dass Erfolg im Sinne eines höheren Gehalts plötzlich irrelevant wird. Auch solche klassischen Erfolgs-Merkmale haben natürlich nach wie vor ihre Berechtigung. Doch ein neues Verständnis von Erfolg im Sinne von Gelingen geht tiefer, hält länger und motiviert leichter.

In jedem Fall steht und fällt die Wirkung von Erfolgszielen damit, dass sie individuell durchdacht und reflektiert sind. Wenn es Ihnen aus tiefstem Herzen wichtig ist, materiellen Erfolg zu haben, kann auch dieser sich erfüllend anfühlen. Wenn Sie dies jedoch nur als gesellschaftlichen Standard akzeptiert haben, aber andere Aspekte viel wichtiger und erstrebenswerter für Sie sind, dann lohnt es sich, den Fokus auf diese wahren Ziele, Werte und Erfolgsattribute zu richten.

Ein Fokus auf „individuellen“ Erfolg

Perspektiven_Führungskraft_ErfolgWir sollten uns selbst, unsere Kollegen und Mitarbeiter einmal fragen: Was bedeutet für dich Erfolg? Wann bist du stolz, dass etwas gelungen ist? Welche Ziele sind dir wirklich wichtig? Dann laufen wir weniger Gefahr, leere Zielvereinbarungen oder falsche Aufstiegsszenarien zu entwickeln oder ihnen zuzustimmen. Als Führungskräfte können wir die Menschen sehr viel mehr da abholen, wo sie wirklich stehen.

Was bewirkt eine Kultur des Gelingens in Unternehmen?

Eine Kultur des Gelingens könnte hier ein wertvoller Gegenpol sein – hin zu mehr Sinn und Selbstverwirklichung und damit letztlich mit viel stärkerer und nachhaltiger Motivation und Bindung im Unternehmen. So hoffe ich sehr auf eine neue Ära des Erfolgs, sozusagen die Zeit von New Success!

#New Success für Führungskräfte: Wagen Sie einen Selbst-Versuch!

Schritt 1: New Success braucht Selbstreflexion: Wann fühlen Sie sich zutiefst erfolgreich und sind persönlich stolz auf sich? Das sind die Momente eines tieferen Erfolgs-Verständnisses – hier lebt #NewSuccess und etwas ist wirklich gelungen. Wenn Ihnen durch Reflexion erst einmal klar wird, welche Momente des Erfolges Sie wirklich bewegen, können Sie viel leichter genau solche Momente verstärken!

Schritt 2: New Success stellt Fragen: Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern und fragen Sie – ohne zu urteilen – nach deren individuellen Erfolgs-Definitionen! Wenn Sie wissen, was Ihre Mitarbeiter wirklich anstreben, was sie inspiriert und motiviert, dann können Sie viel stimmiger reagieren und haben eine viel höhere Wahrscheinlichkeit, sie langfristig zu binden.

Schritt 3: New Success Personalführung: Kaum etwas ist so demotivierend wie „falsche“ Zielvereinbarungen oder das schleichende Gefühl des Mitarbeiters, dass die persönlichen Wünsche und Erfolgs-Ziele auf der Strecke bleiben. Nutzen Sie die Wünsche der Mitarbeiter, um ganzheitlicher und sinnhafter zu führen. Wem es gelingt, die Frage nach sinnhaftem Erfolg zum Kern von Mitarbeitergesprächen und Zielvereinbarungen zu machen, schafft einen guten Nährboden für ganzheitliche Motivation und Bindung.

Schritt 4: New Success Recruiting: Wer besonders mutig ist, kann die aufrichtige Frage nach dem Sinn der potentiellen Mitarbeiter und deren Zugang zu ihren individuellen Erfolgszielen sogar als Leit-Frage fürs Bewerbungsgespräch einführen. Wenn Sie – von Anfang an – wissen, was Ihre Mitarbeiter wollen, ist deren Zufriedenheit viel leichter erreichbar.

Viele Wege führen zum Erfolg!

Perspektiven_Führungskraft_ErfolgEs gibt viele Wege zum Ziel, doch was Erfolg tatsächlich bedeutet, ist meiner Meinung nach zutiefst persönlich. Erfolgs-Diversity – also eine Offenheit für individuelle Einstellungen – macht facettenreichen und umfassenden Erfolg leichter! Dieses Potenzial sollten Unternehmen immer mehr für sich nutzen! Denn der Weg des Unternehmens ist immer auch die Summe der Wege der Mitarbeiter. Je mehr individuellen Erfolg Ihre Mitarbeiter haben – desto größer ist IHR Führungserfolg und somit auch der Unternehmenserfolg! Ein Win-Win-Win!

Schon ausprobiert? Was sind Ihre persönlichen Erfolgs-Erfahrungen?

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Unternehmenskultur mit Sinn beflügeln – 3 Tipps

In Zeiten großer Veränderungen – durch Digitalisierung, Flexibilisierung, Globalisierung und vieles mehr – ist es für Menschen und Unternehmen wichtiger denn je zu wissen, warum man etwas tut. Denn ein Verständnis für den Sinn oder die dahinterstehende Vision beflügelt die Motivation, stiftet Orientierung und wappnet für Herausforderungen. Wie können Unternehmen also den „Sinn der Arbeit“ so vermitteln, dass eine Unternehmenskultur mit mehr intrinsischer Motivation entsteht? Mario Kestler, Haupt-Initiator eines mutigen Projekts namens s.mile, berichtet:

„Wenn das Bestehende nicht mehr funktioniert, braucht es neue Wege – ein persönliches Credo, das sich mir immer wieder beweist. So auch, als wir bei der Haufe Akademie 2015 feststellten, dass vielen unserer Mitarbeiter im Strudel der alltäglichen Arbeit nicht (mehr) bewusst war, was der Sinn unserer Arbeit ist. Uns war ziemlich schnell klar: Wir tun doch eigentlich viel mehr, als „Seminare zu verkaufen“!

Doch was ist dieses „Mehr“? Und wie können wir diese Vision zugänglich machen? Schritt für Schritt kamen wir zu dem Entschluss: Wir brauchen neue Wege zu einer Unternehmenskultur, bei der Sinn und Leidenschaft im Fokus stehen! Vielleicht treiben Sie ähnliche Gedanken um? Daher möchte ich unsere Learnings aus einem „Sinn der Arbeit“-Projekt der besonderen Art heute mit Ihnen teilen:

Tipp 1: Sinn(-Suche) braucht Fokussierung

Für uns als Qualifizierungsanbieter besteht der Sinn unserer Arbeit darin, Entwicklung zu erleichtern. Um diese Vision wiederzufinden und erlebbar zu machen, machten wir uns bewusst auf die Suche. Das Ziel war es, Entwicklung ein Gesicht zu geben, um unseren Mitarbeitern damit den Sinn ihrer Arbeit vor Augen zu führen und unsere Motivation für unser tägliches Tun wiederzuentdecken! Das war die Geburtsstunde unseres Projektes s.mile:

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Auch dank des daraus entstehenden Films können alle Mitarbeiter die Entwicklungs-Reisen der Teilnehmer hautnah miterleben. Das führt uns die Vision unserer Arbeit ganz konkret wieder vor Augen! Allerdings nimmt diese „Entwicklungs-Reise“ auch Zeit, Ressourcen und einen klaren Willen in Anspruch.
Dennoch oder gerade deshalb bin ich bin überzeugt, dass jedes Unternehmen eine Vision braucht. Sie zu finden, wiederzuentdecken oder weiterzuentwickeln, ist eine Aufgabe, mit der sich Unternehmen heute mehr denn je bewusst beschäftigen sollten.

Tipp 2: Mut für die ersten Schritte – und für offene Ergebnisse!

Unser Ziel war es, zur Kern-Vision zurückzufinden und dadurch Motivation und Leidenschaft für den Weg zu entfachen. Wir wollten unseren Mitarbeitern zeigen, was ihre Arbeit im Leben anderer bewirkt. Bei den 15 transparenten Entwicklungswegen konnten wir jedoch nicht wissen, wie das Ergebnis aussehen würde. Es war völlig offen. Wir haben es trotzdem gewagt!

Das forderte von uns, der Geschäftsleitung, auch eines: Mut. Denn die Entwicklungsgeschichten, die wir zeigen wollten, trugen in sich auch die „Gefahr“, dass wir nicht nur Erfolgsgeschichten erleben werden. Diesen Mut, die Bekenntnis zur Transparenz und zum offenem Ausgang, möchte ich auch anderen Führungskräften empfehlen:  Sich der eigenen Vision und der Unternehmenskultur widmen und die ersten Schritte wagen – auch wenn das Ergebnis nicht berechenbar ist!

Tipp 3: Alle in einem Boot –  Zusammengehörigkeit durch Sinn steigern

Was haben Menschen in einem Unternehmen gemeinsam? Es gibt immer etwas, das sie verbindet. Etwas, das sie gemeinsam antreibt. Diese Vision offenzulegen und zu vermitteln, ist eine klare Aufgabe von Führung. Dies kann der Unternehmenskultur Aufwind geben, wie kaum etwas anderes.

Wenn Mitarbeiter und Führungskräfte wissen, was ihre gemeinsame Grundlage, ihr gemeinsames Ziel ist und was ihre Energie und Leidenschaft ausmacht, entsteht eine starke Verbindung untereinander. So hat uns das s.mile-Projekt von Beginn an gezeigt, dass wir – ob Trainer, Kundenberater, Führungskräfte oder Projektmanager – alle an einem Strang ziehen. Und das motiviert, verbindet und gibt Halt, auch wenn es einmal turbulent wird.

Fazit: Mehr Wertschöpfung und Zufriedenheit dank einer Unternehmenskultur des Wollens!

Wenn Mitarbeiter und Führungskräfte durch die gemeinsame Vision tatsächlich mit Leidenschaft dabei sind, dann – so bin ich mir sicher –  führt dies zu mehr Wertschöpfung und Zufriedenheit. Daher kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung mit s.mile nur empfehlen: Es lohnt sich, die Vision des Unternehmens zu suchen und für andere emotional zugänglich und erlebbar zu machen.

Welches „Sinn der Arbeit“-Projekt haben Sie im Sinn oder gar gestartet? Wir freuen uns auf Ihre Geschichte in den Kommentaren!“