Risikomanagement im Einkauf

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Aufgabe des Risikomanagements im Einkauf ist es, die mit der Beschaffung von Material und Dienstleistungen verbunden Risiken zu identifizieren, zu bewerten und zu beherrschen. Dadurch sichert der Einkauf nicht nur die Lieferkette, sondern auch den Erfolg eines Unternehmens. Längst umfassen die Risiken im Einkauf nicht mehr nur Lieferant:innenausfälle und Versorgungsengpässe. Sie sind zahlreich und vielfältig:

1. Lieferant:innenausfallrisiken

Lieferant:innen sind wichtiger Bestandteil der Lieferkette. Sie sorgen dafür, dass alle für die Produktion benötigten Materialien und Dienstleistungen in der richtigen Qualität zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sind. Gehen Lieferant:innen insolvent oder schaffen es nicht, die nötigen Rohstoffe für ihre Produktion zu beziehen, hat das unangenehme Folgen für Einkäufer:innen. Etablieren Sie interne Bewertungsmethoden Ihrer Lieferant:innen und setzen Sie bei zu hohem Risiko auf Zweitanbieter:innen oder zusätzliche vertragliche Absicherungen.

2. Preisrisiken

Preisänderungen oder Preisschwankungen können eine große Gefahr für den Einkauf werden. Diese Risiken sind besonders relevant, wenn sich Einkaufsprozesse über einen längeren Zeitraum ziehen und sich potenzielle Preisschwankungen während dieser Zeit negativ auf die strategischen Ziele des Einkaufs sowie auf den Umsatz des Unternehmens auswirken. Hinzu kommen mögliche Preisanstiege bedingt durch eine Ressourcenknappheit beim Rohmaterial oder ungünstige Wechselkurse aufgrund von internationalen Krisen. Streuen Sie Ihre Einkaufszeitpunkte in Form von Tranchenbeschaffung oder kombinieren Sie Beschaffungsmodelle, um das Preisrisiko zu verringern.

3. Qualitätsrisiken

Sind die Rohstoffe, die Einkäufer:innen für die Produktion des Endprodukts beschaffen, qualitativ minderwertig, wirkt sich das unweigerlich auf die Qualität des Endprodukts aus. Die Konsequenzen sind weitreichend: Kund:innen sind unzufrieden mit dem Endprodukt, das Retourenmanagement bindet mehr Ressourcen, es entstehen hohe Unkosten und das Image des Unternehmens leidet. Erstellen Sie Qualitäts- und Lieferant:innenprüfpläne, um die Qualität der eingekauften Materialien zu sichern.

4. Nachhaltigkeitsrisiken

Auch im Einkauf gewinnt der ökologische Fußabdruck eines Unternehmens zunehmend an Bedeutung. Nachhaltigkeitsrisiken können dabei auf verschiedenen Stufen der Lieferkette auftreten, beispielsweise, wenn Lieferant:innen sozialen, ökologischen oder ethischen Standards nicht genügen. Fällen Einkäufer:innen nachhaltige Kaufentscheidungen, wirkt sich das positiv auf das Unternehmensimage aus. Analysieren Sie Ihre Lieferant:innen basierend auf den sozialen, ökologischen und ethischen Nachhaltigkeitskriterien Ihres Unternehmens.

5. Compliancerisiken

Je nach Art und Weise, wie Einkaufsentscheidungen vorbereitet und abgeschlossen werden, laufen Einkäufer:innen Gefahr, gegen rechtliche Vorgaben oder Integritätsanforderungen zu verstoßen. Das wiederum wirkt sich negativ auf das Unternehmensimage aus und ist im Extremfall mit hohen Strafzahlungen verbunden. Etablieren Sie einen Lieferant:innenkodex, achten Sie auf aktuelle rechtliche Neuerungen und setzen Sie im Zweifelsfall auf ein Compliance-Management-System.

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Über den:die Autor:in

Benedikt Söder

ist Produktmanager für Qualifizierungsangebote, Seminare & Trainings für die Themen Immobilienwirtschaft und -management sowie Einkauf, Logistik, Supply Chain und Außenhandel bei der Haufe Akademie.

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