Umfrage #2: Investition in Weiterbildung: Wie viel (Zeit & Geld) investieren wir für unsere Entwicklung?

In Zeiten von New Work und der Digitalisierung gewinnt Weiterbildung an Bedeutung – doch auch an (Zeit- und Geld-)Budget? Wir haben nachgefragt, wie viel Angestellte bereit sind, in ihre Weiterbildung zu investieren! Ein Trend könnte Unternehmen helfen, noch mehr Potenzial bei ihren Mitarbeitern freizusetzen… 

Die Zahlen zeigen: Angestellte zeigen hohe Einsatzbereitschaft, die aber sinkt

Die deutliche Mehrheit der Angestellten ist grundsätzlich bereit, sich auch außerhalb der Arbeitszeit beruflich weiterzubilden: 51 Prozent würden zumindest unter der Woche Freizeit dafür opfern und weitere 16 Prozent ziehen es sogar in Betracht, sich am Wochenende oder im Urlaub beruflich weiterzubilden.

Perspektiven_Umfrage Weiterbildung InvestitionFür knapp jeden Dritten (31 Prozent) kommt berufliche Weiterbildung dagegen nur während der Arbeitszeit in Frage und für einige wenige (1 Prozent) gar nicht. Entsprechend des höheren Stellenwertes beruflicher Weiterbildung im derzeitigen Beruf sind Männer häufiger als Frauen bereit, sich auch außerhalb der Arbeitszeit beruflich weiterzubilden – allerdings vorrangig unter der Woche.

Let’s talk money – Was investieren Sie?

Die deutliche Mehrheit der Angestellten ist grundsätzlich bereit, für berufliche Weiterbildung auch Geld aus der eigenen Tasche ausgeben: 18 Prozent würden bis zu 100 Euro im Jahr dafür selbst bezahlen. 17 Prozent sind bereit, für berufliche Weiterbildung über 100 bis zu 200 Euro im Jahr aus eigener Tasche zu investieren. Bei 14 Prozent liegt die Zahlungsbereitschaft bei über 200 bis zu 500 Euro im Jahr, bei 6 Prozent bei über 500 bis zu 1.000 Euro und bei einigen wenigen (2 Prozent) sogar bei mehr als 1.000 Euro pro Jahr.

40 Prozent der Angestellten meinen dagegen, dass die Finanzierung beruflicher Weiterbildung Sache des Arbeitgebers ist und würden kein eigenes Geld dafür ausgeben. Entsprechend des höheren Stellenwertes beruflicher Weiterbildung im derzeitigen Beruf sind Männer häufiger als Frauen bereit, eigenes Geld für die berufliche Weiterbildung auszugeben.

2013 vs. 2018: Immer weniger sind bereit, Freizeit und Geld für Weiterbildung zu opfern

Noch ist eine Mehrheit bereit, Freizeit und eigenes Geld für Weiterbildung aufzuwenden. Aber: Die Bereitschaft sinkt! Dies zeigt ein Vergleich der Umfrage-Ergebnisse aus den Jahren 2013 und 2018.

Perspektiven_Umfrage Weiterbildung InvestitionWaren vor fünf Jahren noch rund 80 Prozent der Befragten bereit, sich auch außerhalb der Arbeitszeit weiterzubilden, sind es mittlerweile nur noch 70 Prozent. Insbesondere eine Weiterbildung am Wochenende oder im Urlaub kommt nur noch für wenige Angestellte (16 Prozent) in Frage – vor fünf Jahren lag der Anteil noch bei 31 Prozent der Befragten. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Frage, ob Angestellte eine Weiterbildung auch aus eigener Tasche bezahlen würden. Laut aktueller Umfrage ist fast die Hälfte der Angestellten (40 Prozent) nicht dazu bereit, sie sehen das Unternehmen in der Pflicht. 2013 waren es lediglich 28 Prozent.

Was wir daraus lernen: Gute Konjunktur und Work-Life-Balance steigern die Erwartungen an die Arbeitgeber

Viele Angestellte sind weiterhin dazu bereit, sich auch nach Feierabend weiterzubilden und Geld dafür aufzuwenden. Doch die Bereitschaft dazu ist gesunken. Professor Christoph Beck, renommierter HR-Experte, sieht die anhaltend gute Konjunkturlage in Deutschland als einen Grund: „Gute Mitarbeiter sind gefragt. Daher locken auch immer mehr Unternehmen mit attraktiven Entwicklungsmöglichkeiten. Entsprechend sinkt die Bereitschaft, selbst Zeit und Geld aufzuwenden, um sich beruflich weiterzubilden.“

Perspektiven_Umfrage Weiterbildung InvestitionDer Druck auf Arbeitgeber, Entwicklung im Unternehmen zu erleichtern und zu fördern, dürfte weiter steigen. Das sieht auch Ulrike Nessel, Programmbereichsleiterin der Haufe Akademie so: „Employer Branding“, also die Strategie sich als attraktiver Arbeitgeber auf dem Markt zu positionieren, gewinne vor dem Hintergrund der wichtiger werdenden Life-Work-Balance an Bedeutung. Spaß, Sinn und eben auch Entwicklungsmöglichkeiten stünden bei der gut ausgebildeten Generation Y hoch im Kurs.

„Die meisten Menschen investieren gerne in ihre Entwicklung – wenn sie entsprechende Perspektiven im Unternehmen sehen“, sagt Nessel. „Mein Rat daher an Führungskräfte und Personalentwickler: Setzt euch intensiv mit Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen auseinander, um weiterhin gute Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten! Wie steht es um das Thema Weiterbildung im Haus? Kann ich Fach- und Projektkarrieren anbieten? Was ist momentan an Entwicklung möglich und was kann ich vielleicht neu auf den Weg bringen?“

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